Haus Lütkenbeck

Haus Lütkenbeck - Arkaden

Haus Lüt­ken­beck

Haus Lüt­ken­beck ist eine ehe­ma­li­ge Was­ser­burg im west­fä­li­schen Müns­ter.

Lage

Die Ge­bäu­de, im Süd­os­ten der Stadt nahe dem Ha­fen am Lüt­ken­be­cker Weg ge­le­gen, sind der Rest ei­ner in den Jah­ren von 1695 bis 1720 er­rich­te­ten ba­ro­cken An­la­ge. Die Ka­pel­le des Hau­ses wird noch für Got­tes­diens­te und Kon­zer­te ge­nutzt. Ur­sprüng­lich vor den To­ren Müns­ters er­baut, lie­gen die Ge­bäu­de nun­mehr in­ner­halb des ge­schlos­se­nen Sied­lungs­ge­biets, sind aber durch die Wald­ge­bie­te Te­l­gen­busch und Stern­busch weit­räu­mig vor dem Stadt­lärm ge­schützt.

Geschichte

Das An­we­sen, auf dem sich die An­la­ge be­fin­det, war ein al­tes Le­hen der Bi­schö­fe von Müns­ter. Um 1300 sind hier die Her­ren von dem Ber­ge als In­ha­ber be­legt, de­nen die Erb­män­ner von Drol­s­ha­gen, die ur­sprüng­lich der hes­si­schen Rit­ter­schaft an­ge­hör­ten, fol­gen. Die­se ster­ben Ende des 17. Jahr­hun­derts aus, wo­durch das Gut in den Be­sitz der Dros­te zu Vi­sche­ring ge­rät. 1695 wird mit dem Bau der Was­ser­burg be­gon­nen. Der Bau­auf­trag geht wahr­schein­lich an Gott­fried Lau­renz Pic­to­ri­us, der be­reits das Schloss Nord­kir­chen er­baut hat­te. Als wei­te­rer Bau­meis­ter wird aber auch Lam­bert Fried­rich Cor­fey ge­nannt. 1720 war das Schloss voll­endet, brann­te aber noch im sel­ben Jahr nie­der, ohne wie­der­auf­ge­baut zu wer­den; le­dig­lich die zum Schloss ge­hö­ri­gen Pa­vil­lons und Wirt­schafts­ge­bäu­de blie­ben be­stehen. Die Ka­pel­le be­hielt ihre Funk­ti­on. Die üb­ri­gen Ge­bäu­de wur­den wei­ter land­wirt­schaft­lich ge­nutzt. Ge­le­gent­lich fan­den hier klei­ne­re Volks­fes­te statt. Im Jah­re 1801 über­ließ der Erb­dros­te das An­we­sen für ein paar Jah­re dem Gra­fen Fried­rich Leo­pold zu Stol­berg-Stol­berg als Som­mer­sitz. Der Dich­ter be­schrieb das „freund­li­che Plätz­chen“ sehr an­schau­lich. Die Erb­dros­ten selbst wohn­ten hier le­dig­lich 1884 für kur­ze Zeit.

Architektur

Die Vor­burg um­fasst zwei ok­to­go­na­le Pa­vil­lons (die Ka­pel­le mit Ba­rock­al­tar bzw. das Ge­richts­ge­bäu­de), die mit den Wirt­schafts­ge­bäu­den durch Ar­ka­den­gän­ge ver­bun­den sind, die zum Hof hin of­fen sind. Die Ka­pel­le wur­de im Zwei­ten Welt­krieg stark be­schä­digt. Süd­west­lich be­fin­det sich das alte Zehnt­haus, das frü­her mit Stal­lun­gen aus­ge­stat­tet war. An die bei­den Pa­vil­lons schlie­ßen sich Mau­ern an, die den Auf­takt zur ei­gent­li­chen Vor­burg bil­den. Die Ar­ka­den führ­ten zum mas­si­ven so ge­nann­ten Päch­ter­haus, das 1847 aus­brann­te und neu er­rich­tet wer­den muss­te und das nach dem Zwei­ten Welt­krieg er­neut um­ge­baut wur­de. Zu­letzt dien­te das Päch­ter­haus als Bau­ern­haus mit Stal­lun­gen und ei­nem Wohn­trakt mit Herd­feu­er. Es wur­de 2011 ab­ge­ris­sen, ge­nau­so wie die Stäl­le. An Stel­le des Päch­ter­hau­ses wur­de ein Wohn­ge­bäu­de mit 11 Miet­woh­nun­gen er­rich­tet.

Im Süd­wes­ten schließt das Öko­no­mie­ge­bäu­de (auch: Zehnt­haus oder Re­mi­se ge­nannt) an, das eben­falls als mas­si­ver Stein­bau an­ge­legt wur­de und des­sen zwei Ge­schos­se von ei­nem Walm­dach be­deckt sind. Die al­ten Stal­lun­gen sind in­zwi­schen zu Woh­nun­gen um­ge­stal­tet wor­den. Der alte Wach­turm wur­de 1835 ab­ge­bro­chen, die Grund­mau­ern sind aber noch deut­lich sicht­bar. Vom ei­gent­li­chen Schloss, also dem Her­ren­haus, blieb eben­falls kaum mehr als ein paar Grä­ben und Wäl­le im Ge­län­de üb­rig. Von der ba­ro­cken Gar­ten­an­la­ge im fran­zö­si­schen Stil ha­ben sich ein paar klei­ne Tei­che er­hal­ten; die ur­sprüng­li­che re­gel­mä­ßi­ge An­la­ge des 190 Hekt­ar gro­ßen Parks, der in nord­west­lich-süd­öst­li­cher Rich­tung ori­en­tiert ist, ist aber gut er­kenn­bar.

Fotostrecke Haus Lütkenbeck

Lage des Haus Lütkenbeck

Lizenz

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