Haus Hohenover

Haus Hohenover

Haus Ho­he­no­ver

Haus Ho­he­no­ver war einst ein Was­ser­schloss und Rit­ter­sitz und ist heu­te ein Her­ren­haus an der Ahse im Ham­mer Stadt­teil Nord­din­ker, Stadt­be­zirk Hamm-Uen­trop. Der Name Ho­he­no­ver be­deu­tet ver­mut­lich ho­hes Ufer. Ho­he­no­ver ist ei­nes von neun be­reits im 13. Jahr­hun­dert ge­nann­ten Rit­ter­gü­tern des Kirch­spiels Din­ker.

Bauliche Beschaffenheit

Von dem einst­mals we­sent­lich grö­ße­ren An­we­sen ist heu­te nur noch das Her­ren­haus er­hal­ten. Es han­delt sich um ei­nen zwei­ge­schos­si­gen Back­stein­bau mit Eck­pi­las­tern aus dem glei­chen Ma­te­ri­al und mit pfan­nen­ge­deck­tem Walm­dach über höl­zer­nem Kranz­ge­sims in schlich­ter bau­li­cher Aus­füh­rung. Die Schie­be­fens­ter in Spros­sen­ver­gla­sung ha­ben ne­ben ei­nem stich­bo­gi­gen Ab­schluss auch höl­zer­ne Block­zar­gen und sind mit Fens­ter­lä­den ver­se­hen. Teil­wei­se sind sie ver­än­dert oder ver­mau­ert wor­den. Am Trep­pen­po­dest vor der Hof­fas­sa­de ist ein schmie­de­ei­ser­nes Git­ter an­ge­bracht, auf dem die Buch­sta­ben Z H B zu se­hen sind, dar­über eine Kro­ne und die in­zwi­schen ziem­lich be­schä­dig­te Jah­res­zahl 1783. Über der Haus­tür fin­det man das Wap­pen der Fa­mi­lie zur Hei­den, das drei Hei­de­blu­men und die Um­schrift Quie­ti de­di­ca­tum MDCCLXXXI zeigt.

Geschichte

Es gibt ei­ni­ge Hin­wei­se dar­auf, dass Ho­he­no­ver schon in der Ka­ro­lin­ger­zeit ei­nem ver­dien­ten Sach­sen oder Fran­ken aus kon­fis­zier­tem Kö­nigs­land zum Le­hen über­ge­ben wor­den ist. Der ers­te na­ment­lich be­kann­te Be­sit­zer im 14. Jahr­hun­dert stammt aus dem Adels­ge­schlecht de­rer von Ga­len. Es han­delt sich da­bei um Hen­rich von Ga­len (ge­bo­ren um 1370). Das An­we­sen blieb für lan­ge Zeit in den Hän­den die­ser Fa­mi­lie. Auch der 1487 ver­stor­be­ne To­nies von Ga­len war In­ha­ber des Her­ren­hau­ses. Sei­ne Nach­fah­ren las­sen sich für fünf Ge­ne­ra­tio­nen auf Ho­he­no­ver nach­wei­sen. Schließ­lich über­nahm Ende des 16. Jahr­hun­derts Bal­tha­sar von Ga­len das Gut. Da war es be­reits stark ver­schul­det, so dass es nach Bal­tha­sars Tod im Jah­re 1634 von den Gläu­bi­gern mit Be­schlag be­legt wur­de. Bal­tha­sars Sohn Jo­hann Diet­rich von Ga­len ver­kauf­te sein Erbe im Jah­re 1667 an Franz von Bo­del­schwingh, Obrist und Kom­man­dant zu Hamm.

Des­sen Wit­we und Toch­ter ver­äu­ßer­ten Ho­he­no­ver 1690 für 9.066 Ta­ler an Fried­rich Hein­rich von Wald­heim gen. Pot­gie­ßer zu Heid­hof und Braam und sei­ne Frau Anna Chris­ti­ne von Neheim. Bei­de hat­ten eine Toch­ter, Cla­ra Si­bil­la, die mit Jo­hann Wil­helm von Os­sen­bruch zur Wi­sche ver­hei­ra­tet war. Die­se ver­kauf­te das Gut im Jah­re 1701 für 12.000 Ta­ler an ih­ren On­kel Jo­hann Cas­par von Neheim. Des­sen Sohn Jo­hann Adolf muss­te es zur Ab­wen­dung ei­nes Kon­kur­ses 1745 zu­sam­men mit dem frei­en Gut Vo­gel­haus wie­der ver­kau­fen. Er­wer­ber war dies­mal der Jus­tiz­rat Chris­ti­an Al­bert zur Hei­den, Bür­ger­meis­ter von Hamm, der 1774 als Herr zu Ho­he­no­ver ver­starb.

Die zur Hei­den er­bau­ten auf Ho­he­no­ver ein neu­es Her­ren­haus und schmück­ten es über der Haus­tür durch ihr Fa­mi­li­en­wap­pen mit der Um­schrift Quie­ti de­di­ca­tum MDCCLXXXI. Sie lie­ßen auch das schmie­de­ei­ser­ne Git­ter des Trep­pen­po­des­tes vor der Hof­fas­sa­de mit den Buch­sta­ben Z H B und der Jah­res­zahl 1783 an­brin­gen, das vom Ab­schluss des Baus in die­sem Jahr kün­det. Auch im Jah­re 1804 war das Gut noch in der Hand der zur Hei­den.

Zwei Jahr­zehn­te spä­ter ist Fried­rich Leo­pold Frei­herr von Fürs­ten­berg-Her­drin­gen als Ei­gen­tü­mer be­legt. Er kauf­te das Gut im Jah­re 1823 von den Gläu­bi­gern des letz­ten Be­sit­zers von De­vi­ve­re und ver­mach­te es sei­nem Sohn Fried­rich Frei­herr von Fürs­ten­berg zu Kört­ling­hau­sen. Des­sen Nach­fah­re Egon Frei­herr von Fürs­ten­berg zu Kört­ling­hau­sen ver­kauf­te es am 28. No­vem­ber 1872 an die Fa­mi­lie Blanke/Böning in Nord­din­ker, in de­ren Ei­gen­tum es sich noch heu­te be­fin­det.

Fotostrecke Haus Hohenover

Lage des Haus Hohenover

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