Haus Heidhorn

Haus Heidhorn - Tor an der B54

Haus Heid­horn – Tor an der B54

Haus Heid­horn ist ein ehe­ma­li­ger Guts­hof an der süd­li­chen Stadt­gren­ze der kreis­frei­en Stadt Müns­ter in Nord­rhein-West­fa­len, zwi­schen den Wald­ge­bie­ten Da­vert und Hohe Ward ge­le­gen.

Gutsgelände

Das Ge­län­de von Haus Heid­horn stellt sich heu­te als rund drei Hekt­ar gro­ßer Park dar, der durch ein Ar­bo­re­tum im Nor­den und Wie­sen­flä­chen mit ei­nem Teich im Sü­den ge­prägt ist. Vom ur­sprüng­li­chen Guts­hof im Nor­den sind noch teil­wei­se die spät­mit­tel­al­ter­li­che Gräf­te, eine Scheu­ne, eine Re­mi­se, ein Spie­ker, des­sen Fach­werk aus dem Jahr 1667 stammt, und auf der öst­li­chen Stra­ßen­sei­te der Bun­des­stra­ße 54 zwei deut­lich sicht­ba­re ba­ro­cke Tor­pfei­ler er­hal­ten. Sie mar­kie­ren den Zu­gang zum jet­zi­gen Wald­ge­biet der Ho­hen Ward. Ein wei­te­res Paar steht ge­nau ge­gen­über auf der West­sei­te der Bun­des­stra­ße. Es war vie­le Jah­re voll­stän­dig von Efeu um­hüllt und wur­de erst kürz­lich frei­ge­legt. Ein wei­te­rer die­ser heu­te zu­sam­men­hang­los wir­ken­den, sand­stei­ner­nen Pfei­ler be­fin­det sich eben­falls an der Bun­des­stra­ße we­ni­ge Me­ter süd­öst­lich des Tor­hau­ses. Die Scheu­ne und Re­mi­se stam­men aus der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts. Das Tor­haus wur­de erst 1904 über der Gräf­te un­mit­tel­bar an der Bun­des­stra­ße er­rich­tet, die da­für zum Teil zu­ge­schüt­tet wur­de. Es ist das „jüngs­te“ der his­to­ri­schen Ge­bäu­de des En­sem­bles. Des­sen Na­tur­stei­ne sol­len zu­min­dest zum Teil aus der Stadt­be­fes­ti­gung Müns­ters stam­men. Im Sü­den der An­la­ge wur­den in den 1960er und 1970er Jah­ren eine Ka­pel­le, das Schwes­tern­haus mit Klau­sur­gang so­wie ein klei­nes Schwimm­bad und das Al­ten­wohn­heim neu er­rich­tet. In der Kryp­ta der als Oval­kir­che er­rich­te­ten Ka­pel­le sind das Stif­ter­ehe­paar – des­sen Grab­stein im be­nach­bar­ten Ar­bo­re­tum steht – so­wie der Haus­leh­rer und spä­te­re Ebers­wal­der Forst­zoo­lo­ge Ber­nard Al­t­um bei­ge­setzt.

Geschichte

Die ers­ten ur­kund­li­chen Hin­wei­se auf das Haus Heid­horn gibt es aus dem Jahr 1235, als der Rit­ter The­mo de Ber­le ein zum Gut ge­hö­ren­des Wald­stück an das Klos­ter St. Ae­gi­dii ver­kauf­te. Kur­ze Zeit spä­ter ging Haus Heid­horn schließ­lich gänz­lich in den Be­sitz die­ses Klos­ters über. Bis ins Jahr 1795 gibt es zu­min­dest Be­le­ge über grund­herr­li­che Ab­ga­ben von Sankt Ae­gi­dii. In den Fol­ge­jah­ren lit­ten die Be­woh­ner von Haus Heid­horn of­fen­bar wie­der­holt un­ter ma­ro­die­ren­den Söld­nern spa­ni­scher, nie­der­län­di­scher und auch preu­ßi­scher Trup­pen. 1812 wur­de das Gut nach der Be­set­zung durch na­po­leo­ni­sche Trup­pen fran­zö­sisch.

1844 kauf­te der Müns­te­ra­ner Kauf­mann Jo­sef Höt­te das Gut Haus Heid­horn, und über­trug es spä­ter sei­nem Nef­fen Jo­sef Höt­te jun., Sohn des wohl­ha­ben­den Pelz­wa­ren­händ­lers Franz Höt­te. Jo­sef Höt­te jun. führ­te Haus Heid­horn aber re­la­tiv un­ei­gen­nüt­zig, viel­mehr rich­te­te er ein Er­ho­lungs- und Al­ters­heim für Or­dens­schwes­tern ein. Au­ßer­dem ver­grö­ßer­te er in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten den Grund­be­sitz nach und nach nicht nur in Hil­trup, son­dern auch in den Kirch­spie­len Rin­ke­ro­de und Amels­bü­ren. Schon 1898 ge­hör­ten zu Haus Heid­horn 294 Hekt­ar Wald, Hei­de und Acker­land. Nach­dem Jo­sef Höt­te jun. 1919 ohne Er­ben ver­starb, über­nahm die Stif­tung Heid­horn die Ver­wal­tung des Gu­tes, die den Be­trieb als „Er­ho­lungs­heim für die Ge­nos­sen­schaft der Schwes­tern von der Gött­li­chen Vor­se­hung“ fort­führ­te.

Aktuelle Nutzung

In­zwi­schen ist auf Haus Heid­horn un­ter an­de­rem ein Al­ten­wohn­heim un­ter­ge­bracht, das seit den 1970er Jah­ren vor al­lem Nicht­or­dens­an­ge­hö­ri­ge be­her­bergt. Die Ver­wal­tung hat die ka­tho­li­sche Brü­der­schaft der Al­e­xia­ner inne. 2010 wur­de ein neu­es Ge­bäu­de öst­lich des Schwes­tern­hau­ses zur Bun­des­stra­ße be­zo­gen, das zu­nächst als Er­satz des be­stehen­den Al­ten­wohn­heims aus den 1960er Jah­ren dient.

Im ehe­ma­li­gen Schwes­tern­haus von Haus Heid­horn ist seit dem Früh­jahr 2008 die NABU-Na­tur­schutz­sta­ti­on Müns­ter­land an­säs­sig. Im Zuge ih­rer Auf­bau­ar­beit wur­de der ehe­ma­li­ge Nutz­gar­ten der Schwes­tern für die na­tur- und um­welt­päd­ago­gi­sche Ar­beit re­ak­ti­viert. Die­ser Gar­ten wird in­zwi­schen auch für die gar­ten­the­ra­peu­ti­sche Ar­beit mit de­men­zi­ell Er­krank­ten ge­nutzt, aber auch Hil­tru­per Schü­ler Of­fe­ner Ganz­tags­schu­len sind hier tä­tig.

Fotostrecke Haus Heidhorn

Lage des Haus Heidhorn

Lizenz

© Ur­he­ber­recht für die Fo­tos auf die­sen Sei­ten be­stehen bei Bern­hard Gro­ße-Drenkpohl.
Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Haus Heid­horn aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­to­ren ver­füg­bar.

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