Haus Ende

Haus Ende | Foto: HaPe39

Haus Ende | Foto: HaPe39

Haus Ende ist eine In­dus­tri­el­len­vil­la im Orts­teil Ost­ende der west­fä­li­schen Stadt Her­de­cke.

Baugeschichte

Das im Stil ei­nes ba­ro­cken Her­ren­hau­ses um 1911 von Kom­mer­zi­en­rat Ro­bert Mü­ser er­bau­te An­we­sen war in der Ge­stal­tung ganz auf Re­prä­sen­ta­ti­on und Fei­er­lich­kei­ten aus­ge­legt. Der Be­su­cher be­trat das Ge­bäu­de durch ei­nen Vor­raum und stand in ei­ner be­ein­dru­cken­den, von ei­nem fast fünf Me­ter gro­ßen Ka­min do­mi­nier­ten Hal­le, an die sich meh­re­re klei­ne­re Räu­me und die Bi­blio­thek an­schlos­sen. Da­hin­ter be­fan­den sich eine Woh­nung für den Be­sit­zer so­wie et­li­che Gäs­te­zim­mer. So dien­te das Haus dann auch über­wie­gend als Ver­an­stal­tungs­ort für Par­tys, von de­nen der über­zeug­te Jung­ge­sel­le Mü­ser al­ler­dings nur noch we­ni­ge ver­an­stal­ten konn­te, da er be­reits kurz nach dem Ers­ten Welt­krieg starb.

Unter Albert Vögler

Al­bert Vög­ler er­warb das Haus 1919. Vög­ler war ein en­ger Ver­trau­ter des In­dus­tri­el­len Hugo Stin­nes und bald Ge­ne­ral­di­rek­tor der Ver­ei­nig­ten Stahl­wer­ke. Des­halb trägt das Haus Ende auch den Bei­na­men Vil­la Vög­ler. Da er sich da­von Auf­trä­ge für sei­ne Stahl­wer­ke er­hoff­te, un­ter­stütz­te er be­reits vor 1933 Adolf Hit­ler im Wahl­kampf und lud ihn mehr­mals zu sich ein. Das ab­ge­le­ge­ne und zu­gleich be­ein­dru­cken­de An­we­sen dien­te ihm als idea­ler Aus­gangs­punkt, die Macht und den Ein­fluss der Ruhr­in­dus­trie zu ver­tre­ten. Als sich der Dik­ta­tor mit Kriegs­be­ginn bei ihm nicht mehr all­zu si­cher fühl­te, scheu­te Vög­ler kei­ne Kos­ten und Mü­hen, um eine rie­si­ge Bun­ker­an­la­ge an­zu­bau­en und um­fang­rei­che Si­che­rungs­maß­nah­men für den Schutz sei­ner Vil­la zu in­stal­lie­ren. Vög­ler mach­te im NS-Staat Kar­rie­re und er­hielt eine füh­ren­de Po­si­ti­on in der Rüs­tung. Vög­ler selbst war nie Mit­glied der NSDAP, nahm sich aber den­noch kurz vor Kriegs­en­de 1945 das Le­ben, um ei­ner Ge­fan­gen­schaft durch die Sie­ger­mäch­te zu ent­ge­hen.

Nutzung nach dem Krieg

Das Haus am Ost­ende­ner Weg ging an die ame­ri­ka­ni­sche Mi­li­tär­ver­wal­tung über, die es schließ­lich der Stadt Her­de­cke mit der Auf­la­ge über­gab, Haus Ende fort­an für so­zia­le Zwe­cke zu nut­zen. Das Haus wur­de zu­nächst als Kin­der­heim ge­nutzt, an­schlie­ßend ein Aus­bil­dungs­heim für Kran­ken­schwes­tern ein­ge­rich­tet. Spä­ter kauf­te es die Ar­bei­ter­wohl­fahrt, die es 1981 schließ­lich an das Bun­des­amt für den Zi­vil­dienst ver­mie­te­te, wel­ches dort eine Zi­vil­dienst­schu­le in­stal­lier­te.

Im Lau­fe der Jah­re wur­den meh­re­re Ne­ben­ge­bäu­de in den das Ge­bäu­de um­ge­ben­den Park ge­baut, die vor al­lem als Schlaf­stät­te und Un­ter­richts­ge­bäu­de für die Zi­vil­dienst­leis­ten­den ge­nutzt wer­den. Nach wie vor ist das denk­mal­ge­schütz­te und von ei­nem al­ten Park um­ge­be­ne Haus Ende in ei­nem gu­ten Zu­stand. Die pracht­voll aus­ge­schmück­ten Räu­me wur­den re­stau­riert, le­dig­lich der Park ist im Lau­fe der Zeit zu­ge­wach­sen. Die Bun­ker­an­la­ge ist ver­schlos­sen.

Fotostrecke Haus Ende

Lage des Haus Ende

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