Hake (Adelsgeschlecht)

Hake ist der Name von vier Adels­ge­schlech­tern:
  • der zum Ur­adel ge­hö­ren­den Hake bzw. Ha­cke aus der Mark Bran­den­burg
    • der als de­ren Ne­ben­li­nie 1924 adels­recht­lich an­er­kann­ten brief­ade­li­gen Fa­mi­lie Hake
  • der zum Ur­adel ge­hö­ren­den Hake aus Nie­der­sach­sen
  • der zum west­fä­li­schen Ur­adel ge­hö­ren­den Hake in Bad Iburg
  • der zum thü­rin­gi­schen Ur­adel zäh­len­den Hag­ke (frü­her auch Hake bzw. Ha­cke)

Ei­nen ähn­li­chen Na­men füh­ren fer­ner

  • die zum kur­pfäl­zi­schen Adel zäh­len­den Haa­cke (frü­her Ha­cke)

Die Na­mens­gleich­heit und eine ge­wis­se Ähn­lich­keit der Wap­pen las­sen eine ge­mein­sa­me Wur­zel zu­min­dest der ers­ten drei Ge­schlech­ter denk­bar er­schei­nen, sie ist je­doch ur­kund­lich nicht nach­weis­bar und we­der durch Vor­na­mens- noch durch Orts­zu­sam­men­hän­ge her­stell­bar. Die Ge­schlech­ter wer­den da­her im Ge­nea­lo­gi­schen Hand­buch des Adels bzw. im Go­thai­schen Ge­nea­lo­gi­schen Hand­buch auch ge­trennt ge­führt. Es be­steht je­doch seit 1901 ein ge­mein­sa­mer Fa­mi­li­en­ver­band (sie­he un­ten).

Geschichte

Die märkischen Hake

Die mär­ki­schen Hake (auch: Ha­cke, Hack, Haack, Hag­ken u. a.) ge­hö­ren zu den be­deu­tends­ten Adels­ge­schlech­tern der Mark Bran­den­burg. Sie ge­hen auf ei­nen Rit­ter Hake aus Le­bus zu­rück, der am 15. Juli 1325 zu­erst ur­kund­lich be­legt ist.

Linien

Wappen derer von Hake (Mark)

Wap­pen de­rer von Hake (Mark)

Sie tra­ten ur­sprüng­lich in drei Stäm­men auf, de­ren Stamm­vä­ter die Brü­der Hans von Hake auf Mach­now (Schwar­ze Li­nie) und Achim von Hake auf Bor­nim (bei Pots­dam) und Dall­gow im Ha­vel­land (Wei­ße Li­nie) wa­ren. Der drit­te Stamm (Rote Li­nie) zu Ber­ge, Karpzow und spä­ter Groß Kreutz, ist 1801 ab­ge­stor­ben. Als Stamm­va­ter der ro­ten Li­nie gilt Otto II. von Hake (gest. nach 1441), Herr auf Buchow-Karpzow, der 1440 Dorf und Gut Ber­ge (bei Nau­en) er­warb und des­sen Nach­fah­ren 1579 die An­wart­schaft auf das kur­bran­den­bur­gi­sche Erb­schen­ken­amt er­hiel­ten. Auf­grund des­sen kam dann 1616 das Erb­schen­ken­amt der Kur­mark Bran­den­burg an die Rote Li­nie, das nach de­ren Er­lö­schen auf das Haus Gens­ha­gen (Wei­ße Li­nie) über­ging, wel­che es bis 1918 in­ne­hat­te.

Besitzungen

Um 1435 er­war­ben die Hake von der Fa­mi­lie von Quast den dann jahr­hun­der­te­lan­gen Stamm­sitz der schwar­zen Li­nie, das Rit­ter­gut Mach­now (heu­te Klein­mach­now süd­lich von Ber­lin, sie­he auch: Guts­hof Mach­now und Ge­schich­te Klein­mach­nows; Hake’sche Grab­mä­ler be­fin­den sich in der Dorf­kir­che Klein­mach­now). Die spä­ter so ge­nann­te „Alte Ha­ke­burg“ war der spät­mit­tel­al­ter­li­che Nach­fol­ge­bau ei­ner Burg, die dort be­reits seit dem 12. Jahr­hun­dert den Bä­ke­über­gang und die alte Han­dels­stra­ße von Leip­zig nach Span­dau ge­si­chert hat­te. Zum Mach­no­wer Be­sitz ge­hör­te auch das na­he­ge­le­ge­ne Stahns­dorf, die Dorf­kir­che Stahns­dorf war bis 1597 Grab­le­ge der Mach­no­wer Hake. Un­mit­tel­bar ne­ben der Burg Mach­now lie­ßen die Hakes 1803 durch Da­vid Gil­ly ein neu­es Her­ren­haus im klas­si­zis­ti­schen Ba­rock­stil er­bau­en, wel­ches eben­so wie die Alte Ha­ke­burg 1943 aus­ge­brannt ist und 1950 ab­ge­ris­sen wur­de. Nach ei­ner Be­sitz­tei­lung ließ Diet­loff von Hake im Jahr 1908 auf dem See­berg am ge­gen­über­lie­gen­den Nord­ufer des Mach­no­wer Sees die so­ge­nann­te Neue Ha­ke­burg durch Bodo Eb­hardt er­rich­ten. Sie blieb bis 1936, das Haupt­gut bis zur Ent­eig­nung 1945 in der Fa­mi­lie.

  • Me­du­sen­por­tal“ zum Gut Klein­mach­now mit Burg Mach­now
  • Burg Mach­now („Alte Ha­ke­burg“), zer­stört 1943
  • Her­ren­haus Klein­mach­now (von Da­vid Gil­ly, 1803)
  • Neue Ha­ke­burg in Klein­mach­now, er­baut 1908

Von 1412 bis 1572 war Dall­gow und von 1475 bis 1660 Bor­nim im Be­sitz der wei­ßen Hake. Um 1440 er­warb Otto von Hake Hein­ers­dorf, kurz­zei­tig ging der Ort da­nach wie­der in mark­gräf­li­chen Be­sitz zu­rück und wur­de dem Klos­ter Leh­nin un­ter­stellt, be­vor ihn 1485 Otto von Hakes Söh­ne er­neut er­war­ben, wor­auf er dann bis 1816 im Fa­mi­li­en­be­sitz blieb. Ber­ge (Nau­en) kam 1440 an die ro­ten Hake und blieb bis 1720 de­ren Stamm­sitz. Gel­tow be­fand sich von 1441 bis 1663 in Hake’schem Be­sitz, Stül­pe eben­falls ab Mit­te des 15. Jahr­hun­derts bis 1648 (da­nach im Tausch mit den Ro­chows von 1648 bis 1663 Neu­en­dorf am See). Das Gut Uetz kam um 1460 an die Hakes, in de­ren Be­sitz es bis 1832 ver­blieb, als Kö­nig Fried­rich Wil­helm III. es er­warb und als kö­nig­li­ches Scha­tull­gut sei­nem Land­sitz Pa­retz an­glie­der­te. In Sach­sen be­sa­ßen die Hake von 1589 bis 1728 das Rit­ter­gut Krum­pa. Ende des 16. Jahr­hun­derts bis 1652 be­sa­ßen sie Jühns­dorf, von 1591 bis 1644 Brie­sen (Spree­wald), im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg ka­men Krem­men und das be­nach­bar­te Fla­tow an die Hake, nach dem Krieg Görls­dorf (bis 1720). Von 1780 bis 1838 war das Gut Gens­ha­gen im Be­sitz der wei­ßen Li­nie.

Ein­zel­ne An­ge­hö­ri­ge ver­schie­de­ner Zwei­ge der Hakes schrie­ben sich auch von Ha­cke (aus­ge­spro­chen aber eben­falls mit lan­gem a). Hans Chris­toph von Ha­cke († 1649), Of­fi­zier im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg, hat­te sich 1634 in Staß­furt nie­der­ge­las­sen und in Salz­quel­len ein­ge­kauft; er am­tier­te dort auch als Stadt­vogt, er­warb sich Grund­be­sitz und nann­te sich Erb­herr auf Staß­furt. Dort wur­de 1699 auch sein Ur­en­kel Hans Chris­toph ge­bo­ren, der „lan­ge Ha­cke“ des Sol­da­ten­kö­nigs, der sein Ge­burts­haus 1737 durch ein neu­es Stadt­pa­lais er­set­zen ließ.

1604 er­warb der kai­ser­li­che Feld­mar­schall Wulf Diet­rich von Ha­cke, Herr auf Ber­ge und zeit­wei­li­ger Pfand­be­sit­zer des Vor­gän­ger­bau­es des Pots­da­mer Stadt­schlos­ses, das Gut Groß Kreutz bei Pots­dam. Das heu­ti­ge Guts­haus wur­de 1765 im fri­de­ri­zia­ni­schen Ro­ko­kos­til durch Carl Bo­tho Gott­fried von Ha­cke (1733–1801), auf Groß Kreutz, Ha­cken­hau­sen, Blins­dorf und Mit­tel­busch, er­rich­tet, den letz­ten Erb­schen­ken der Ro­ten Li­nie, mit dem die­se er­losch.

1740 wur­de der preu­ßi­sche Ge­ne­ral und Ber­li­ner Stadt­kom­man­dant Hans Chris­toph Fried­rich von Ha­cke, der „lan­ge Ha­cke“, in den erb­li­chen Gra­fen­stand er­ho­ben; zu sei­nen Eh­ren ließ Kö­nig Fried­rich II. im Jah­re 1750 den Hacke’schen Markt in Ber­lin be­nen­nen, in des­sen Nähe er 1754 bei­gesetzt wur­de. Sei­ne Frau So­phie Al­ber­ti­ne, die Erb­toch­ter des Staats­mi­nis­ters Eh­ren­reich Bo­gis­laus von Creutz, brach­te des­sen Gü­ter in der Ucker­mark (Pe­ters­ha­gen, Damit­zow usw.) in die Fa­mi­lie, als de­ren Zen­trum sie 1756 das Schloss Pen­kun er­warb (1817 ver­kauft). Ei­ner ih­rer En­kel, Wil­helm Ge­org Wer­ner (1785–1841), er­warb 1820 das Gut Al­tranft (bis 1916 im Be­sitz der Fa­mi­lie). Der gräf­li­che Zweig Pen­kun er­losch An­fang des 20. Jahr­hun­derts, vom gräf­li­chen Zweig Al­tranft wan­der­te ein letz­ter Ver­tre­ter als Pas­tor in die USA aus; jün­ge­re Nach­rich­ten feh­len.

  • Guts­haus Groß Kreutz (von 1765)
  • Hacke’scher Markt in Ber­lin (1780)
  • Her­ren­haus Al­tranft

Österreichischer Zweig Hack

Ein Zweig der (wei­ßen) Li­nie Bor­nim wur­de in Ober­ös­ter­reich an­säs­sig: Ernst Ge­org Hack von Bor­nimb († 1575) be­gab sich mit Ge­org von Sta­rhemberg um 1550 in des­sen Hei­mat und hei­ra­te­te dort Ma­ria Sa­lo­me von Ho­hen­eck zu Ha­gen­berg, mit der er vier Söh­ne hat­te. Er er­warb im letz­ten Vier­tel des 16. Jahr­hun­derts den Frei­sitz Schloss Tann­bach, wo er ein Re­nais­sance­schloss er­rich­te­te, das aber sein Sohn Eras­mus Hack von Bor­nimb zu Tam­bach und Stain 1595 wie­der ver­kauf­te. (Von 1756 bis 1787 kam es je­doch er­neut in den Be­sitz des Zwei­ges Hack.) Eras­mus er­warb 1590 Schloss Au­ßen­stein, das sei­ne Nach­fah­ren 1665 ver­kauf­ten, des­sen Bru­der Gre­gor er­warb 1604 Schloss Mis­tel­bach, das bis 1697 in der Fa­mi­lie blieb. Von 1650 bis 1700 kam auch Schloss Grün­au an die Hack. Die Brü­der Ge­org Fer­di­nand, Joa­chim Fried­rich und Hans Eh­ren­reich von Hack (Ur­en­kel des Ernst Ge­org) wur­den 1678 der Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Rit­ter­schaft ein­ver­leibt. Wen­zel Alex­an­der von Hack wur­de 1698 von Kai­ser Leo­pold I. in den Reichs­frei­her­ren­stand er­ho­ben. Aus ei­nem an­de­ren Zweig der nach Ös­ter­reich über­ge­sie­del­ten Li­nie wur­den die Brü­der Mar­quard Jo­hann Fried­rich und Adam Gott­lieb von Hack 1702 eben­falls in den Reichs­frei­her­ren­stand er­ho­ben. Ihre Nach­kom­men­schaft im Man­nes­stamm ist aber gleich­falls er­lo­schen.

Die briefadeligen Hake (1924)

Stamm­va­ter der brief­ade­li­gen Hake ist Jo­hann Fried­rich von Hake (1747–1815), ein na­tür­li­cher Sohn des Hans von Hake aus dem mär­ki­schen Ur­adels­ge­schlecht mit Ka­tha­ri­na Schwe­le­ken, der mit sei­nen Nach­kom­men in Preu­ßen un­be­an­stan­det, je­doch ohne Er­he­bung in den Adels­stand, den Nach­na­men von Hake führ­te. Eine of­fi­zi­el­le „Nicht­be­stan­dung“ wur­de durch die Ab­tei­lung für Adels­recht­li­che Fra­gen der Deut­schen Adels­ge­nos­sen­schaft aber erst am 21. Juni 1924 in Ber­lin aus­ge­spro­chen.  Ei­ni­ge we­ni­ge Nach­fah­ren le­ben heu­te in den USA.

Die niedersächsischen Hake

Wappen derer von Hake (Niedersachsen)

Wap­pen de­rer von Hake (Nie­der­sach­sen)

Die nie­der­säch­si­schen Hake sind ein al­tes, zum Fürs­ten­tum Ca­len­berg ge­hö­ren­des Adels­ge­schlecht. Sie wa­ren Rit­ter und wa­ren im Kö­nig­reich Han­no­ver an­er­kann­ter Frei­her­ren­stand. Die ers­te ur­kund­li­che Er­wäh­nung gab es be­reits 1174. Sie wa­ren Min­de­ner und Cor­vey­ische Lehns­leu­te.

Frü­he Be­sit­zun­gen be­stan­den in Das­sel 1301, Holz­min­den 1306, Ohr 1307. Buch­ha­gen kam eben­falls An­fang des 14. Jahr­hun­derts an die Rit­ter Hake, die 1442 auch mit dem Frei­en Sat­tel­hof Schu­len­burg im be­nach­bar­ten Bo­den­wer­der be­lehnt wur­den. 1558 be­lehn­te der Abt von Cor­vey Diet­rich Hake mit dem Frei­en Sat­tel­hof zu Di­eder­sen, wo 1791 das heu­ti­ge Her­ren­haus Di­eder­sen er­baut wur­de.

Die Frei­her­ren von Hake sind bis heu­te an­säs­sig auf den Rit­ter­gü­tern Ohr und Di­eder­sen. Von 1775 bis Mit­te des 20. Jahr­hun­derts saß ein Zweig auf Schloss Has­per­de.

Die westfälischen Hake

Die west­fä­li­schen Hake er­schie­nen ur­kund­lich 1256 mit Burgardus und Her­man­nus Hake. Sie er­hiel­ten 1859 den Frei­her­ren­ti­tel. Die Stamm­rei­he be­ginnt mit Ernst Hake († 1285). Her­mann von Hake war 1264 Kom­tur der Kom­men­de Lage.

Die vom Hof Ha­king in Gla­ne stam­men­de Fa­mi­lie, die zu den Burg­man­nen von Schloss Iburg ge­hör­te, war vom 14. bis ins 17. Jahr­hun­dert auf Burg Sche­ven­torf an­säs­sig. Auch auf der Burg Wolfs­berg (Lü­ding­hau­sen) saß von etwa 1380 bis 1537 ein dann er­lo­sche­ner Fa­mi­li­en­zweig, ab 1470 kurz­zei­tig auch Haus Rau­schen­burg (Ol­fen). Ein Zweig der Fa­mi­lie leb­te in Os­na­brück und be­saß dort im 15. Jahr­hun­dert das Gut Gart­la­ge in der Do­des­hei­de. Um 1450 er­war­ben die Hake ei­nen hälf­ti­gen An­teil am Gut Bö­ckel, den sie bis 1689 hiel­ten.

His­to­risch nicht be­legt ist die Exis­tenz der Anna von Hake, die in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Kriegs we­gen ei­ner nicht stan­des­ge­mä­ßen Li­ai­son von ih­rem Va­ter le­ben­dig in der Burg Sche­ven­torf ein­ge­mau­ert wor­den sein soll. Die Sage ver­ar­bei­te­te der Pries­ter und Schrift­stel­ler Bern­hard Kös­ter zu dem 1924 ver­öf­fent­lich­ten Ge­schichts­ro­man Die schö­ne Anna von Hake zu Sche­ven­torf. Un­ge­ach­tet des frag­li­chen Wahr­heits­ge­halts be­nann­te die Stadt Bad Iburg den Anna-Hake-Weg im Stadt­teil Os­ten­fel­de nach ihr.

Die thüringischen Hagke

Thü­rin­gi­scher Ur­adel, der sich frü­her auch Hake oder Ha­cke schrieb, und mit Hen­ri­cus Hake, mi­les (Rit­ter Hein­rich Hake) in ei­ner vom Land­gra­fen Al­brecht von Thü­rin­gen aus­ge­stell­ten Ur­kun­de 1266 zu­erst er­scheint. Das Ge­schlecht saß um die­se Zeit wohl als Mi­nis­te­ria­len auf der Un­te­ren Sach­sen­burg (auch Ha­ken­burg ge­nannt) und dürf­te an der Er­rich­tung der Obe­ren Sach­sen­burg mit­ge­wirkt ha­ben.

Seit dem 14. Jahr­hun­dert be­sa­ßen die Hag­ke Burg Schil­fa in Thü­rin­gen. Das Gut blieb bis zur Ent­eig­nung 1945 im Fa­mi­li­en­be­sitz. Das Schloss wur­de 1948 ab­ge­ris­sen. Ein­zel­ne Ver­tre­ter der Hag­kes er­hiel­ten eine An­er­ken­nung des Frei­her­ren­stan­des.

Die kurpfälzischen Haacke

Die von Haa­cke sind ein ka­tho­li­scher, kur­pfäl­zi­scher Brief­adel. Fried­rich Fer­di­nand Sit­tig von Ha­cke (1634–1693), Kam­mer­herr und erb­li­cher Oberst­stall­meis­ter im Fürs­ten­tum Pfalz-Neu­burg, wur­de 1692 in Düs­sel­dorf zum Frei­herrn er­ho­ben. Er hat­te 1683 Schloss und Gut Schweins­point im heu­ti­gen Baye­risch-Schwa­ben er­wor­ben. Ein Zweig der Fa­mi­lie, die sich spä­ter Haa­cke schrieb, blieb von 1683 bis 1849 auf Schloss Schweins­point an­säs­sig.

Frei­herr Lud­wig An­ton von Ha­cke (1682–1752), Sohn des Vor­ge­nann­ten und Oberst­jä­ger­meis­ter des Kur­fürs­ten Jo­hann Wil­helm von der Pfalz, er­warb 1724 im vor­der­pfäl­zi­schen Lambs­heim das Meckenheimer’sche Schloss und 1725 das Jagd­schloss Lambs­heim. Vom Kur­fürs­ten wur­de er 1716 mit Tripp­stadt und Burg Wi­len­stein be­lehnt und er­warb den Asch­ba­cher Hof. Um 1766 er­rich­te­te sein Sohn Franz Karl Jo­seph von Ha­cke (1727–1780) das Tripp­stadter Schloss. Des­sen Sohn Karl Theo­dor von Ha­cke († 1792) ließ im Pfäl­zer Wald, als Ver­län­ge­rung des Tripp­stadter Schloss­parks, das Karl­s­tal als Na­tur­gar­ten an­le­gen. Als die Kur­pfalz im Zuge des Ers­ten Ko­ali­ti­ons­kriegs (1792 bis 1797) von Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­ons­trup­pen be­setzt wur­de, wur­de der Be­sitz der Fa­mi­lie auf dem Lin­ken Rhein­ufer (Tripp­stadter Schloss, Me­cken­hei­mer­sches Schloss und Jagd­schloss Lambs­heim) durch die Ers­te Fran­zö­si­sche Re­pu­blik ent­eig­net.

Chris­ti­an Franz von Ha­cke (* 1731), ein wei­te­rer Sohn Lud­wig An­tons, war Ober-Chor­bi­schof im Erz­bis­tum Trier, Dom­ka­pi­tu­lar in Spey­er, so­wie Kur­trie­rer Amt­mann in Welsch­bil­lig. Er ließ den mit sei­nem Wap­pen ge­schmück­ten Tor­bau der Trie­rer Phil­ipps­ku­rie er­rich­ten. Sein Bru­der Franz Karl Lud­wig Wil­helm von Ha­cke am­tier­te ab 1756 als be­voll­mäch­tig­ter Mi­nis­ter bzw. Ge­sand­ter der Kur­pfalz am Wie­ner Hof und er­trank am 4. Sep­tem­ber 1757, bei ei­nem Schiffs­un­glück, auf der Do­nau bei Kel­heim.

Das Wap­pen zeigt auf Sil­ber zwei ein­an­der ent­ge­gen­ge­kehr­te blau-gelb-rote Re­gen­bö­gen.

Die briefadeligen Hake (1924)

Stamm­va­ter der brief­ade­li­gen Hake ist Jo­hann Fried­rich von Hake (1747–1815), ein na­tür­li­cher Sohn des Hans von Hake aus dem mär­ki­schen Ur­adels­ge­schlecht mit Ka­tha­ri­na Schwe­le­ken, der mit sei­nen Nach­kom­men in Preu­ßen un­be­an­stan­det, je­doch ohne Er­he­bung in den Adels­stand, den Nach­na­men von Hake führ­te. Eine of­fi­zi­el­le „Nicht­be­stan­dung“ wur­de durch die Ab­tei­lung für Adels­recht­li­che Fra­gen der Deut­schen Adels­ge­nos­sen­schaft aber erst am 21. Juni 1924 in Ber­lin aus­ge­spro­chen.

Der gemeinsame Familienverband

Die bran­den­bur­gi­schen Hake-Zwei­ge ha­ben sich 1901 mit den Gra­fen von Ha­cke, den Her­ren von Ha­cke, den Her­ren von Hag­ke und den nie­der­säch­si­schen Frei­her­ren von Hake zu ei­nem Fa­mi­li­en­ver­band zu­sam­men­ge­schlos­sen, dem 1962 auch die von Haa­cke bei­getre­ten sind. Der Ver­band ist in das Ver­eins­re­gis­ter des Amts­ge­richts Ha­meln ein­ge­tra­gen.

Die Wappen

Wappen der Grafen von Hacke

Wap­pen der Gra­fen von Ha­cke

  • Das Wap­pen der mär­ki­schen Hake/Hacke und der briefad­li­gen Hake von 1924: „In Sil­ber drei (2:1) schwar­ze Mau­er­ha­ken, der hin­te­re links­ge­wen­det. Auf dem Helm mit schwarz-sil­ber­nen De­cken ein sil­ber­ner Na­gel mit hut­för­mi­gem Kopf, be­sei­tet von zwei ge­stürz­ten, ab­ge­wen­de­ten schwar­zen Ha­ken.“
  • Die Gra­fen von Ha­cke führ­ten trotz ih­rer Zu­ge­hö­rig­keit zu den mär­ki­schen Hake seit ih­rer Er­he­bung in den Gra­fen­stand ein von die­sen ver­schie­de­nes Wap­pen, ein der Län­ge nach ge­spal­te­nes Schild: Die rech­te sil­ber­ne Hälf­te stellt ei­nen hal­ben schwar­zen preu­ßi­schen Ad­ler vor, doch so, dass die Brust und der ge­krön­te Kopf sicht­bar bleibt, die lin­ke Hälf­te ist oben rot, un­ten Sil­ber. In der obe­ren ro­ten Hälf­te steht ein gol­de­ner, nach der rech­ten Sei­te auf­sprin­gen­der Löwe, der un­te­re Teil ist von zwei blau­en Bal­ken durch­zo­gen, von de­nen der obe­re mit drei, der un­te­re mit zwei sil­ber­nen Ku­geln be­legt ist. Auf dem Schil­de ruht zwi­schen zwei Hel­men eine gol­de­ne Kro­ne. Der rech­te Helm trägt zwei ge­gen­ein­an­der sich wen­den­de schwar­ze Ad­ler­flü­gel, die mit gol­de­nen Kleest­en­geln be­legt sind, der zur Lin­ken aber ein rot und gol­de­nes Pols­ter mit sechs ro­ten Fähn­lein, de­ren drei nach der rech­ten, und drei nach der lin­ken Sei­te flat­tern. Die Stan­gen sind rot und gol­den. Die Helm­de­cken rechts sil­bern und schwarz, links rot, gol­den und blau. Zu Schild­hal­tern sind zwei gol­de­ne Lö­wen ge­wählt. (Aus­zug aus dem Gra­fen­pa­tent.)
  • Das Wap­pen der nie­der­säch­si­schen Hake: „In Sil­ber zwei schwar­ze Ha­ken, der hin­te­re links­ge­wen­det. Auf dem Helm mit schwarz-sil­ber­nen De­cken die bei­den Ha­ken zwi­schen ei­nem of­fe­nen sil­ber­nen Flug.“
  • Das Wap­pen der west­fä­li­schen Hake: „In Sil­ber drei rote Ha­ken. Auf dem rot-weiss ge­wuls­te­ten Hel­me ein sil­ber­nes Kreuz mit 5 oder mehr gol­de­nen Ku­geln.“
  • Das Wap­pen der thü­rin­gi­schen Hag­ke: In Blau zwei auf­wärts ge­schräg­te, sil­ber­ne Schlüs­sel. Auf dem Helm mit blau-sil­ber­nen De­cken ein of­fe­ner sil­ber­ner Flug.
  • Das Wap­pen der kur­pfäl­zi­schen Ha(a)cke: In Sil­ber zwei ein­an­der ent­ge­gen­ge­kehr­te, sich im Schei­tel be­rüh­ren­de blau-gold-rote Halb­bö­gen.

Bekannte Namensträger

Wappen derer von Hake (Westfalen)

Wap­pen de­rer von Hake (West­fa­len)

Märkische Ha(c)ke

  • Hans von Hake (1472–1541), ge­nannt Hake von Stül­pe wird be­schrie­ben in „Über­fall in der Golm­hei­de“
  • Ger­trud von Sald­ern, ge­bo­re­ne von Hake, Schul­stif­te­rin
  • Wolf Diet­rich von Ha­cke (1573–1650), kai­ser­li­cher Feld­mar­schall, Herr auf Ber­ge, Er­wer­ber von Groß Kreutz, Erb­schenk der Kur­mark Bran­den­burg
  • Ernst Lud­wig von Ha­cke (1651–1713), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Hans Chris­toph Fried­rich Graf von Ha­cke (1699–1754), preu­ßi­scher Ge­ne­ral und Ber­li­ner Stadt­kom­man­dant (Ha­cke­scher Markt)
  • Le­vin Fried­rich von Ha­cke (1714–1785), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant, Gou­ver­neur von Stet­tin, Herr auf Gens­ha­gen
  • Fried­rich Wil­helm von Ha­cke (1717 – nach 1780), preu­ßi­scher Oberst
  • Chris­ti­an Alex­an­der Frei­herr von Hag­ken zu Por­nimb (1744–1808), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­ma­jor
  • Karl Ge­org Al­brecht Ernst von Hake (1769–1835), preu­ßi­scher Ge­ne­ral der In­fan­te­rie und Kriegs­mi­nis­ter
  • Ge­org Leo­pold Gus­tav Au­gust von Hake (1776–1838), Ge­ne­ral­leut­nant, Kom­man­dant von Mag­de­burg
  • Wil­helm von Hake (1785–1866), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­ma­jor, auf Gens­ha­gen
  • Gus­tav von Hake (1797–1877), säch­si­scher Ge­ne­ral der In­fan­te­rie, Gou­ver­neur und Eh­ren­bür­ger von Dres­den (1864)
  • Ade­lai­de Grä­fin von Ha­cke (1812–1891), Hof­da­me der Kai­se­rin Au­gus­ta
  • Ed­win Carl Wil­helm Graf von Ha­cke (1821–1890), auf Al­tranft, Zu­cker­fa­bri­kant und Mit­glied des Deut­schen Reichs­tags
  • Wil­helm Graf von Ha­cke (1867–1930), kai­ser­li­cher Ge­sand­ter in Lima und Qui­to

Niedersächsische Hake

  • Le­vin Adolph von Hake (1708–1771) auf Di­eder­sen usw., Pre­mier­mi­nis­ter von Kur­han­no­ver, Ge­hei­mer Rat, Hof-Rich­ter und Con­sis­to­ri­al-Prä­si­dent
    • Chris­ti­an Lu­de­wig von Hake (1745–1818), Vor­sit­zen­der der Brem-Ver­den­schen Re­gie­rung (im Ran­ge ei­nes Staats­mi­nis­ters), Na­mens­pa­tron der Gat­tung Ha­kea, ei­ner Gat­tung der Sil­ber­baum­ge­wäch­se (Pro­tea­ceae)
    • Adolph Chris­ti­an von Hake (1747–1825), han­no­ver­scher Ge­ne­ral der In­fan­te­rie
      • Ge­org Adolph von Hake (1779–1840), auf Ohr, Ver­fas­ser des Buchs Über hö­he­re Gar­ten­kunst. Frag­men­te aus dem Ta­ge­buch ei­nes al­ten Gärt­ners
      • Ge­org Ernst Adolf von Hake (1786–1865), Ver­wal­tungs­ju­rist und Guts­be­sit­zer auf Has­per­de, Di­eder­sen, Buch­ha­gen, Das­sel und Bo­den­wer­der, ab 1840 auf Ohr
  • Otto von Hake (1833–1891), Of­fi­zier und Mit­glied des Deut­schen Reichs­tags, auf Has­per­de

Westfälische Hake

  • Lu­dolf Hein­rich Hake (1677 – nach 1720), Pro­fes­sor der Rechts­wis­sen­schaft der Düs­sel­dor­fer Rechts­aka­de­mie

Thüringische Hagke

  • Fried­rich Bern­hard von Hag­ke (1822–1874), deut­scher Po­li­ti­ker und Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­ter
  • Leo von Hag­ke (1849–1919), deut­scher Of­fi­zier, Rit­ter­guts­be­sit­zer und Po­li­ti­ker
  • Alex­an­der von Hag­ke (* 1975), deut­scher Sa­xo­pho­nist, Kla­ri­net­tist und Kom­po­nist

Kurpfälzische Ha(a)cke

  • Lud­wig An­ton Frei­herr von Ha­cke (1682–1752), auf Tripp­stadt usw., Oberst­jä­ger­meis­ter der Kur­pfalz
    • Franz Karl Lud­wig Wil­helm von Ha­cke (ca. 1725–1757), auf Tripp­stadt usw., Oberst­jä­ger­meis­ter, kur­pfäl­zi­scher Ge­sand­ter und be­voll­mäch­tig­ter Mi­nis­ter in Wien
    • Franz Karl Jo­seph von Ha­cke (1727–1780), auf Tripp­stadt usw., Oberst­jä­ger­meis­ter
    • Chris­ti­an Franz von Ha­cke (1731–1807), Ober-Chor­bi­schof im Erz­bis­tum Trier

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Hake (Adels­ge­schlech­ter) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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