Gaugreben

Wappen derer von Gaugreben

Wap­pen de­rer von Gau­gre­ben

Gau­gre­ben (auch Go­g­re­ve, Ho­gre­be oder Gau­gre­be) ist der Name ei­nes west­fä­lisch-wal­deck­schen Adels­ge­schlechts. Die Her­ren von Gau­gre­ben ge­hör­ten zum Ur­adel im Hoch­sauer­land und Hes­sen.

Geschichte

Herkunft

Die Fa­mi­lie lei­te­te ih­ren Na­men vom Go­gra­fen­amt ab. Mit­glie­der des Ge­schlechts stan­den über Ge­nera­tio­nen hin­weg dem Nie­der­ge­richt zu Me­de­bach vor. Als wahr­schein­lich ers­ter ur­kund­lich nach­weis­ba­rer An­ge­hö­ri­ger er­schien im Jah­re 1172 Go­graf Luithe­wi­cus (Lud­wig) Gou­gra­vi­us im Amt Me­de­bach, wäh­rend der als si­cher zu dem Ge­schlecht ge­hö­ri­ge Her­man­nus Go­gra­vi­us de Me­de­bike 1255 ur­kund­lich er­scheint. Mit dem Rit­ter Hei­ne­mann Go­g­re­ve († vor 1394), ur­kund­lich er­wähnt 1343 bis 1390, be­ginnt die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he. Er war Be­sit­zer des Burg­lehns zu Me­de­bach und wal­de­cki­scher Amt­mann zu Kor­bach.

Linien und Besitzungen

Nach 1300 ka­men Tei­le des As­sing­hau­ser Grun­des als Pfand von der Graf­schaft Wal­deck an die Fa­mi­lie Gau­gre­ben. 1370 er­warb die Fa­mi­lie auch Grund­be­sitz in Nor­denau und 1380 im As­sing­hau­ser Grund Ei­gen­tum in Brunskap­pel und Sied­ling­hau­sen. Die Pfand­schaft über den As­sing­hau­ser Grund en­de­te 1533. Die An­ge­hö­ri­gen der Fa­mi­lie er­hiel­ten 1461 das so­ge­nann­te Hes­sen­le­hen, d. h. die Frei­graf­schaft Grö­ne­bach und Schloss God­dels­heim (heu­te Orts­teil von Lich­ten­fels), von Land­graf Lud­wig II. von Hes­sen zu Le­hen. Die Graf­schaft Grö­ne­bach war um 1410 noch wal­de­cki­sches Le­hen der Her­ren von Bü­ren, seit 1423 je­doch hes­si­sches Le­hen der Fa­mi­lie Gau­gre­ben. Le­hens­re­ver­se sind erst seit 1461 er­hal­ten. Noch 1812 fand eine Be­leh­nung der Fa­mi­lie Gau­gre­ben statt durch Groß­her­zog Lud­wig von Hes­sen, den da­ma­li­gen Her­zog in West­fa­len. Die Graf­schaft Grö­ne­bach um­fass­te die Dör­fer Grö­ne­bach, Sied­ling­hau­sen, Nie­ders­feld und Hild­feld.

In der ers­ten Hälf­te des 15. Jahr­hun­derts bil­de­ten sich zwei Li­ni­en, eine äl­te­re Li­nie zu Sied­ling­hau­sen, die in der zwei­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts wie­der er­losch, und eine jün­ge­re zu Bruch­hau­sen. Die jün­ge­re Li­nie teil­te sich wäh­rend des 16. und 17. Jahr­hun­derts in die Äste zu Bruch­hau­sen, zu God­dels­heim (ka­tho­li­scher Ast), zu Val­me und Bal­de­born, zu God­dels­heim (pro­tes­tan­ti­scher Ast), zu Mei­ne­ring­hau­sen, und zu Oberal­me. Mit­glie­der des ka­tho­li­schen As­tes God­dels­heim ge­lang­ten bis nach Russ­land und tra­ten in rus­si­sche Mi­li­tär­diens­te. Char­lot­te Mar­ga­re­te von Gau­gre­ben (* 1742; † 1828) aus dem ka­tho­li­schen Ast God­dels­heim hei­ra­te­te den rus­si­schen Ge­ne­ral Otto Hein­rich von Lie­ven und wur­de Za­ren­er­zie­he­rin und Oberst­hof­meis­te­rin am rus­si­schen Hof. Für ihre Ver­diens­te wur­de sie am 22. Fe­bru­ar 1799 in den Gra­fen­stand und am 28. Au­gust 1826 in den Fürs­ten­stand er­ho­ben. Sie war Stamm­mut­ter der Fürs­ten von Lie­ven. Bis auf den Ast Bruch­hau­sen sind alle wie­der er­lo­schen.

Mit der Er­rich­tung der Pro­vinz West­fa­len An­fang des 19. Jahr­hun­derts tra­ten zahl­rei­che An­ge­hö­ri­ge in preu­ßi­sche Diens­te und wur­den Of­fi­zie­re in der preu­ßi­schen Ar­mee. An­ge­hö­ri­ge aus dem Ast Bruch­hau­sen er­hiel­ten 1847 eine preu­ßi­sche Be­stä­ti­gung des seit al­ters ge­führ­ten Frei­her­ren­ti­tels. Die letz­te Be­sit­ze­rin des al­ten Fa­mi­li­en­gu­tes Bruch­hau­sen, The­re­se von Gau­gre­ben, ad­op­tier­te im Jah­re 1918 ihre – spä­ter mit dem Frei­her­ren Fer­di­nand von Lü­nick auf Ost­wig ver­hei­ra­te­te – Nich­te Au­gus­te Frei­in von Schö­nau-Wehr. Die­ser wur­de dar­auf­hin durch kö­nig­lich-preu­ßi­sche Ka­bi­netts­or­der vom 31. Ok­to­ber 1918 der Name Gau­gre­ben-Schö­nau ver­lie­hen.

Wappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Sil­ber drei schwar­ze Pfäh­le. Auf dem Helm ein sil­ber­ner Flug, je­der Flü­gel mit den Pfäh­len be­legt. Die Helm­de­cken sind schwarz-sil­bern.

Namensträger

  • Jo­hann von Gau­gre­ben (1848–1912), Land­rat Kreis Bri­lon
  • Jobst Hil­de­brand von Gau­gre­ben (* um 1553 in Bruch­hau­sen; † 19. März 1624 in Val­me), Be­grün­der der Val­mer Li­nie

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Gau­gre­ben aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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