Frydag (Adelsgeschlecht)

Wappen der von Freytag

Wap­pen de­rer von Frey­tag

Die Fa­mi­lie Fry­dag (auch: Vry­d­ach, Frey­tag, Frei­tag und ver­schie­de­ne an­de­re leicht ab­wei­chen­de Schreib­wei­sen) ist ein seit An­fang des 14. Jahr­hun­derts be­kann­tes Adels­ge­schlecht, das dem Ur­adel West­fa­lens ent­stammt und ur­kund­lich erst­mals 1198 und 1217 mit We­ce­lo Vrie­dach auf­tritt. Am Ende des 13. Jahr­hun­derts zo­gen west­fä­li­sche Ade­li­ge, un­ter ih­nen auch An­ge­hö­ri­ge der Fry­dags, nach Preu­ßen und Liv­land, um mit und im Deut­schen Or­den für die Ver­brei­tung des Chris­ten­tums zu kämp­fen. Durch Hei­rat 1574 mit der Erb­toch­ter der Herr­lich­keit Gö­dens in Ost­fries­land ge­lang­ten die Fry­dags zu gro­ßem An­se­hen und Reich­tum. Ei­ni­ge Li­ni­en führ­ten seit 1644 den frei­herr­li­chen und seit 1692 den gräf­li­chen Ti­tel.

Die Fa­mi­lie Frey­tag hat in der deut­schen Ge­schich­te mehr­fach eine be­deu­ten­de Rol­le ge­spielt, be­son­ders in Ge­stalt des liv­län­di­schen Land­meis­ters, aber auch in der Per­son des Be­sor­gers der Bom­be des 20. Juli 1944, Wes­sel Frei­herr Frey­tag von Lo­ring­ho­ven. Dar­über hin­aus wird der Ge­ne­ral Hugo von Frey­tag-Lo­ring­ho­ven als Mi­li­tär­schrift­stel­ler zu Fra­gen des Ers­ten Welt­krie­ges häu­fi­ger zi­tiert. Glei­ches gilt für den Völ­ker­recht­ler Axel Ba­ron von Frey­tagh-Lo­ring­ho­ven in der Wei­ma­rer Re­pu­blik.

Seit 1907 ist die von Au­gust Frei­herr von Fry­dag vom Dare­ner Zweig der Fa­mi­lie ge­grün­de­te Zie­ge­lei „Ol­fry“ in Vech­ta im Fa­mi­li­en­be­sitz.

Namensformen

Die Schreib­wei­se der un­ter­schied­li­chen Zwei­ge der frei­herr­li­chen Fa­mi­lie di­ver­giert:

  • von Fry­dag
  • von Frey­tag ge­nannt Lö­ring­hoff
  • Frey­tag von Lo­ring­ho­ven (auch: von Frey­tag-Lo­ring­ho­ven)
  • Frey­tagh von Lo­ring­ho­ven (auch: von Frey­tagh-Lo­ring­ho­ven)

Wei­te­re Na­mens­zu­sät­ze wa­ren:

  • zu Hu­sen (bei Sy­burg), er­lo­schen 1655
  • zu Bud­den­burg, er­lo­schen 1908
  • zu Sand­fort (bei Ol­fen-Vin­num), er­lo­schen 1717
  • zu Go­edens, Reichs­frei­her­ren 1649, Reichs­gra­fen 1692, er­lo­schen 1746
  • zu Gre­vel (bei Sy­burg), er­lo­schen 1546
  • zu Dren­hu­sen
  • zu Ho­cker­de (bei Sy­burg)

Fer­ner wa­ren fol­gen­de Schreib­wei­sen ver­brei­tet: Vrie­dach, Fri­d­agh, Fry­dag, Fre­j­dag, Frei­tag.

Die aus dem Bal­ti­kum stam­men­den An­ge­hö­ri­gen des Ge­schlechts füh­ren als Na­mens­be­stand­teil das vor­ma­li­ge Prä­di­kat „Ba­ron“, so­fern kei­ne Er­set­zung durch „Frei­herr“ vor­ge­nom­men wur­de.

Geschichte

Westfalen

Ur­kund­lich wird ein We­ce­lo Vrie­dach im Jahr 1198 in ei­ner Ur­kun­de des Gra­fen Gott­fried von Arns­berg und er­neut 1217 als Zeu­ge in ei­ner Ur­kun­de des Bi­schofs von Müns­ter er­wähnt. In der ers­ten Hälf­te des 13. Jahr­hun­derts fin­det sich die Fa­mi­lie als Mi­nis­tra­len der Bi­schö­fe von Müns­ter und Min­den, in der zwei­ten Hälf­te sind sie beim Erz­bi­schof von Köln und in den Stif­ten von Es­sen und Her­ford.

1326 sie­gel­te ein Gos­win von Dat­teln ge­nannt Fri­dag mit dem Drei-Rin­ge-Wap­pen. Zu den wei­te­ren ers­ten fass­ba­ren Trä­gern die­ses Na­mens die Jo­hann von der Bers­wor­dt in sei­nem west­fä­li­schen Stamm­baum von 1624 an­führt, ge­hö­ren Theo­de­ri­cus Fry­dag, me­les et cas­te­la­nus in Reck­ling­hau­sen, der als Zeu­ge 1366 in ei­ner Ur­kun­de des Klos­ters Oeling­hau­sen und Kon­rad Fry­dag der 1316 ein Haus mit Hof in Dort­mund an die Do­mi­ni­ka­ner zum Bau ei­nes Klos­ters ver­kauf­te. Es wird ver­mu­tet, dass der Abt Mei­ne­rus Fry­dag zu Deutz, der 1330 starb, sein Bru­der ge­we­sen ist. Wahr­schein­lich war Her­mann Fry­dag ein Sohn oder En­kel die­ses Kon­rad Fry­dag; er be­glei­te­te den Gra­fen En­gel­bert von der Mark in Feld­zü­gen und be­kräf­tig­te als Zeu­ge öf­ters die von die­sem aus­ge­stell­ten Ur­kun­den aus dem Jahr 1370. Ein Eber­hard von Fry­dag war von 1385 bis 1390 der 21. Abt des Klos­ters Cap­pen­berg. Ar­nold und Golfried Fry­dag un­ter­zeich­ne­ten die Ver­ei­ni­gung des mär­ki­schen Adels am Lau­ren­ti­us­ta­ge 1419. Mit Eber­hard Fry­dag, der 1421 die Be­sit­zung Lö­ring­hoff (Lo­ring­ho­ven) bei Reck­ling­hau­sen er­warb, und den Bei­na­men da­von an­nahm, fängt die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he des Ge­schlech­tes an. Den Na­men Frey­tag von Lo­ring­ho­ven tra­gen sei­ne Nach­kom­men aus den bal­ti­schen Li­ni­en der Fa­mi­lie bis heu­te. Die­ser Eber­hard be­saß auch Gü­ter im Her­zog­tum Jü­lich, die er von den Pfalz­gra­fen zu Le­hen er­hielt.

Haus Bud­den­burg war vom 14. Jahr­hun­dert bis 1902 im Be­sitz der Li­nie Fry­dag zu Bud­den­burg (er­lo­schen 1908), die im 17. Jahr­hun­dert auch Lox­ten be­saß. Haus Gre­vel kam 1350 in den Be­sitz der Fa­mi­lie, die dor­ti­ge Li­nie er­losch 1546. Haus Wisch­lin­gen kam in der zwei­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts über zwei Erb­töch­ter zu glei­chen Tei­len an die Fa­mi­li­en von Fry­dag und Ove­lacker; der Frydag’sche Teil ge­lang­te über die Fa­mi­lie von Plet­ten­berg 1511 an die von Sy­berg. Go­dert und Arnt Fry­dag hei­ra­ten die Er­bin­nen Ale­ke und Bel­ke von Hu­sen und ka­men da­durch in den Be­sitz des Nie­der­ho­fes und des Ober­ho­fes in Hu­sen bei Sy­burg, heu­te Burg Hu­sen und Haus Hu­sen (bis 1655 im Be­sitz).

Di­ede­rich Fry­dag van den Hu­sen auf Haus Schör­lin­gen bei Waltrop er­warb 1421 das Haus Lö­ring­hof süd­lich von Dat­teln, das bis ins 17./18. Jahr­hun­dert im Be­sitz der Fa­mi­lie blieb; es wur­de um 1961 ab­ge­ris­sen. Da von dort um 1450 zwei Brü­der ins Bal­ti­kum gin­gen, wur­de die­ser Sitz na­mens­ge­bend für die bal­ti­schen Zwei­ge (sie­he un­ten, Deut­scher Or­den). Von 1550 bis 1719 war Schloss Sand­fort im Be­sitz der Fa­mi­lie. Eine Li­nie saß auf Ho­cker­de, Pent­ling und Dren­hu­sen (bei Sy­burg). 1574 kam das ost­frie­si­sche Gö­dens als Hei­rats­gut an die Fa­mi­lie, die dort ein Ba­rock­schloss er­rich­te­te, das 1746 an die heu­ti­gen Be­sit­zer, Gra­fen We­del, wei­ter­ver­erbt wur­de (sie­he un­ten, Ost­frie­si­sche Li­nie). Ge­org Wil­helm Frei­herr von Fry­dag aus Gö­dens erb­te 1742 von sei­ner ers­ten Ehe­frau So­phia Jo­han­na von Scha­de das Gut Daren und ließ dort 1752 ein neu­es Her­ren­haus er­bau­en. Von al­len west­fä­li­schen Zwei­gen blüht bis heu­te ein­zig noch die Li­nie der Frei­her­ren von Fry­dag auf Daren. Seit 1907 ist auch die von Au­gust Frei­herr von Fry­dag auf Daren ge­grün­de­te Zie­ge­lei „Ol­fry“ in Vech­ta im Fa­mi­li­en­be­sitz.

Deutscher Orden

Jo­hann Fry­dag zu Tal­berg war ei­ner der Rit­ter, die 1445 mit dem Diet­rich Erz­bi­schof von Köln in der Soes­ter Feh­de bei­stan­den. Da­bei ge­riet der Erz­bi­schof mit ei­nem Teil sei­ner Rit­ter ein­schließ­lich Jo­hann Fry­dag in Ge­fan­gen­schaft. Sie muss­ten sich ihre Frei­heit mit 32.000 Gold­gul­den er­kau­fen. Doch die­ses beug­te Diet­rich nicht und schon im fol­gen­den Jah­re 1446 sen­de­te er mit meh­re­ren An­de­ren vom Adel dem Her­zog Reinold von Gel­dern ei­nen Feh­de­brief.

Die Brü­der An­dre­as Fry­dag und Jo­hann Fry­dag aus Lö­ring­hoff zo­gen in der Mit­te des 15. Jahr­hun­derts nach Preu­ßen, um dem Deut­schen Or­den in sei­nen Krie­gen ge­gen die Po­len bei­zu­ste­hen. Letz­te­rer trat in den deut­schen Rit­ter­or­den ein. Sein Mut und sei­ne Tap­fer­keit ver­bun­den mit Geis­tes­ga­ben brach­te ihm die Stel­le ei­nes Heer­meis­ters des Or­dens in Liv­land ein, die er 37 Jah­re lang aus­üb­te. Nach­dem er 1489 Wol­ter von Plet­ten­berg zum Land­mar­schall er­nannt hat­te, konn­te er 1491 den 200-jäh­ri­gen Bür­ger­krieg in Alt­liv­land be­en­den, so dass dort bis 1561 eine Zeit kul­tu­rel­ler Blü­te fol­gen konn­te. Sein Bru­der An­dre­as er­warb sich dort Gü­ter und pflanz­te sein Ge­schlecht fort. Der drit­te Bru­der Mel­chi­or (* 1466) ist der ge­mein­schaft­li­che Stamm­va­ter der Li­nie in Preu­ßen in den Pro­vin­zen der Mark und Müns­ter.

Das über vie­le Jahr­hun­der­te gleich­zei­ti­ge Be­stehen reichs­deut­scher und deutsch-bal­ti­scher Fa­mi­li­en­zwei­ge, also in der ur­sprüng­li­chen Hei­mat an­säs­sig ge­blie­be­ner Li­ni­en und den Nach­fah­ren zu­meist jün­ge­rer Söh­ne, die be­reits im Mit­tel­al­ter ins Or­dens­land aus­ge­wan­dert und dort an­säs­sig ge­wor­den sind, ist auch bei an­de­ren Adels­fa­mi­li­en zu ver­zeich­nen, so den Vie­ting­hoff, den Korff, den Wenge/Lambsdorff oder den Wald­burg-Ca­pus­ti­gall.

Deutscher Orden

Jo­hann Fry­dag zu Tal­berg war ei­ner der Rit­ter, die 1445 mit dem Diet­rich Erz­bi­schof von Köln in der Soes­ter Feh­de bei­stan­den. Da­bei ge­riet der Erz­bi­schof mit ei­nem Teil sei­ner Rit­ter ein­schließ­lich Jo­hann Fry­dag in Ge­fan­gen­schaft. Sie muss­ten sich ihre Frei­heit mit 32.000 Gold­gul­den er­kau­fen. Doch die­ses beug­te Diet­rich nicht und schon im fol­gen­den Jah­re 1446 sen­de­te er mit meh­re­ren An­de­ren vom Adel dem Her­zog Reinold von Gel­dern ei­nen Feh­de­brief.

Die Brü­der An­dre­as Fry­dag und Jo­hann Fry­dag zo­gen in der Mit­te des 15. Jahr­hun­derts nach Preu­ßen, um dem Deut­schen Or­den in sei­nen Krie­gen ge­gen die Po­len bei­zu­ste­hen. Letz­te­rer trat in den deut­schen Rit­ter­or­den ein. Sein Mut und sei­ne Tap­fer­keit ver­bun­den mit Geis­tes­ga­ben brach­te ihm die Stel­le ei­nes Heer­meis­ters des Or­dens in Liv­land ein, die er 37 Jah­re lang aus­üb­te. Nach­dem er 1489 Wol­ter von Plet­ten­berg zum Land­mar­schall er­nannt hat­te, konn­te er 1491 den 200-jäh­ri­gen Bür­ger­krieg in Alt­liv­land be­en­den, so dass dort bis 1561 eine Zeit kul­tu­rel­ler Blü­te fol­gen konn­te. Sein Bru­der An­dre­as er­warb sich dort Gü­ter und pflanz­te sein Ge­schlecht fort. Der drit­te Bru­der Mel­chi­or (* 1466) ist der ge­mein­schaft­li­che Stamm­va­ter der Li­nie in Preu­ßen in den Pro­vin­zen der Mark und Müns­ter.

Das über vie­le Jahr­hun­der­te gleich­zei­ti­ge Be­stehen reichs­deut­scher und deutsch-bal­ti­scher Fa­mi­li­en­zwei­ge, also in der ur­sprüng­li­chen Hei­mat an­säs­sig ge­blie­be­ner Li­ni­en und den Nach­fah­ren zu­meist jün­ge­rer Söh­ne, die be­reits im Mit­tel­al­ter ins Or­dens­land aus­ge­wan­dert und dort an­säs­sig ge­wor­den sind, ist auch bei an­de­ren Adels­fa­mi­li­en zu ver­zeich­nen, so den Vie­ting­hoff, den Korff, den Wenge/Lambs­dorff oder den Wald­burg-Ca­pus­ti­gall, den Grotthuß/Grothaus(en) oder den Wald­burg-Ca­pus­ti­gall.

Ostfriesische Linie zu Gödens

Mit den Brü­dern Franz und Ber­told teil­te sich das Ge­schlecht in der Mit­te des 16. Jahr­hun­derts in die ost­frie­si­sche und west­fä­li­sche Li­nie.

Franz Fry­dag (1555–1606) hei­ra­te­te Al­muth von Ol­den-Bockum, die Toch­ter von Al­muth Bo­ing und Er­bin von Gö­dens. So er­hielt die Fa­mi­lie 1574 die Herr­lich­kei­ten Gö­dens und Ui­ter­ste­wehr in Ost­fries­land. Er war Stif­ter meh­re­rer Li­ni­en, wo­von eine bald dar­auf in frei­herr­li­chen und gräf­li­chen Stand er­ho­ben wur­de, aber 1746 er­lo­schen ist.

Franz be­klei­de­te die Stel­le ei­nes Hof­rich­ters in Au­rich, nach­dem er vom Gra­fen Jo­hann von Ost­fries­land und den Stän­den die Ge­neh­mi­gung zur Er­rich­tung ei­nes Hof­ge­richts er­hal­ten hat­te (1590). Als er starb, hin­ter­ließ er eine Toch­ter Mar­ga­re­tha, die mit Jo­hann auf dem Ber­ge zu Re­phorst ver­hei­ra­tet war und vier Söh­ne hat­te, von de­nen der äl­tes­te Ol­den­bockum der den Ge­schlechts­na­men sei­ner Mut­ter als Tauf­na­men führ­te (ein Ge­brauch der in Nord­deutsch­land öf­ters statt­fand). Er ver­lor sein Le­ben bei der Be­la­ge­rung von Rees (1602). Wei­te­re Söh­ne wa­ren Haro (1578–1637) und Mel­chi­or Ernst (1579–1641), die sich die Herr­lich­kei­ten Gö­dens und Ui­ter­ste­wehr teil­ten und da­mit Ur­he­ber zwei­er wei­te­rer Li­ni­en wur­den.

  • Mel­chi­or Ernst (1579–1641) zeich­ne­te sich im nie­der­län­di­schen Krieg aus und hei­ra­te­te Bea­te So­phia von Boine­burg a.d.H. Hon­stein. Sei­ne Ur­en­ke­lin Hen­dri­na war mit dem ost­frie­si­schen Ad­mi­nis­tra­tor des Fürs­ten­tums Ni­co­laus Mo­ritz Fre­se zu Hin­te, ver­hei­ra­tet und so­mit Erbe der Herr­lich­keit Ui­ter­ste­wehr. Der Zweig er­losch 1748.
  • Haro (1578–1637) war Häupt­ling zu Gö­dens und Drost zu Leer und wur­de 1624 von den nie­der­säch­si­schen Kreis­stän­den an den kai­ser­li­chen Hof nach Wien ge­sen­det, um ge­gen den Ein­fall der li­gis­ti­schen Trup­pen un­ter dem Ge­ne­ral­feld­mar­schall Gra­fen Til­ly und des­sen aus­ge­schrie­be­ne Kriegs­kon­tri­bu­tio­nen Kla­ge zu er­he­ben. Er hin­ter­ließ von zwei Frau­en
  • Ka­tha­ri­na Frei­in von Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen und Eli­sa­beth von Haa­ren ins­ge­samt drei Söh­ne und vier Töch­ter, dar­un­ter:
    • Her­bert starb 1642 un­ver­hei­ra­tet als Drost zu Em­den.
    • Jo­hann Wil­helm hei­ra­te­te Jo­han­na von Diepen­brock und wur­de Stif­ter ei­ner Li­nie in West­fa­len.
    • Franz Hyko (* 9. Fe­bru­ar 1606) führ­te als Häupt­ling zu Gö­dens den Haupt­stamm fort. Er er­hielt die Stel­le sei­nes Va­ters als Drost zu Leer und kon­ver­tier­te 1639 nach der Hei­rat mit
    • Eli­sa­beth von Wes­ter­holt, Er­bin von Hack­fort, zur ka­tho­li­schen Re­li­gi­on zu­rück. Er wur­de am 3. Fe­bru­ar 1644 von Kai­ser Fer­di­nand II. in den Reichs­frei­her­ren­stand er­ho­ben. Franz
    • Hyko hat­te meh­re­re Kin­der:
      • Hed­wig Ori­an­na (1648–1694) war die Ehe­frau von Dodo II. von Inn- und Kni­p­hau­sen zu Lü­tets­burg und Jo­han­na Ehe­frau des Gra­fen Jan von Beu­ren.
      • Haro Burch­hard (1640–1692) wid­me­te sich mit sei­nem Bru­der Franz Hein­rich (1643–1693) den ju­ris­ti­schen Wis­sen­schaf­ten auf deut­schen, nie­der­län­di­schen und fran­zö­si­schen Aka­de­mi­en und mach­te der da­ma­li­gen Sit­te ge­mäß mit sei­nem Bru­der die Ka­va­liers­tour durch Eu­ro­pa. Bei sei­ner Rück­kehr wur­de er von Kai­ser Leo­pold I. zum Kam­mer­herrn er­nannt. We­gen sei­ner Kennt­nis­se er­hielt er die Stel­le ei­nes Reichs­hof­rats in Wien und starb un­ver­hei­ra­tet in Ham­burg als kai­ser­li­cher Ver­tre­ter am nie­der­säch­si­schen Kreis. Ab 1671 ließ er das Was­ser­schloss Gö­dens in sei­ner bis heu­te er­hal­te­nen Form er­rich­ten.
      • Karl Phil­ipp (1644–1698) trat in den Mal­te­ser­or­den ein. Nach­dem er so­wohl in kai­ser­li­chen Diens­ten ge­gen die Tür­ken in Un­garn als auch ei­ni­ge Feld­zü­ge auf dem Mit­tel­meer ge­gen die Bar­ba­res­ken ge­macht hat­te, wur­de er Groß­pri­or in Un­garn und starb 1698 in Val­let­ta, als er ei­nen neu­en Feld­zug ge­gen Tu­nis vor­be­rei­te­te.
      • Hico Wil­helm (1645–1711) und Jo­hann Ernst (1649–1703) wähl­ten den geist­li­chen Stand und tra­ten in den Je­sui­ten­or­den ein. Ers­te­rer starb als ein aus­ge­zeich­ne­ter Kan­zel­red­ner in Mastricht, Letz­te­rer als Rek­tor des Je­sui­ten­kol­le­gi­ums in Hal­le Bra­bant.
      • Franz Hein­rich (1643–1694) hei­ra­te­te So­phia Eli­sa­beth von Al­den­burg, die Toch­ter Gra­fen An­ton von Al­den­burg und sei­ner Ehe­frau Au­gus­te Grä­fin zu Sayn-Witt­gen­stein. Er folg­te der Lauf­bahn sei­nes äl­te­ren Bru­ders. Er wur­de zum kai­ser­li­chen Kam­mer­herrn und Reichs­hof­rat er­nannt und be­fand sich ab 1656 als Ge­sand­ter am kur­bran­den­bur­gi­schen Hof in Ber­lin. Nach dem Tode sei­nes Bru­ders er­hielt er auch des­sen Stel­le am nie­der­säch­si­schen Kreis. Er und sei­ne Brü­der wur­den vom Kai­ser Leo­pold am 2. Ja­nu­ar 1692 in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben. Er hat­te zwei Söh­ne und eine Toch­ter:
        • Franz Wil­helm (1686–1722) trat in kö­nig­lich pol­ni­sche und kur­säch­si­sche Kriegs­diens­te. Er starb als Oberst­leut­nant in der Gar­de du Corps bei ei­nem Auf­ent­halt in Wien 1722.
        • Bur­kard Phil­ipp (1685–1746) folg­te eben­falls der di­plo­ma­ti­schen Lauf­bahn sei­nes Va­ters und On­kels. Nach­dem er von Uni­ver­si­tä­ten und Rei­sen zu­rück­ge­kom­men war, kam er in den Zir­kel der kai­ser­li­cher Kam­mer­her­ren und Ge­heim­rä­te und vom Kai­ser Karl VI. auf­ge­nom­men. Als Ge­sand­ter bei den nor­di­schen Hö­fen in Stock­holm und Ko­pen­ha­gen ent­wi­ckel­te er sei­ne di­plo­ma­ti­schen Fä­hig­kei­ten. Die Stel­lung be­hielt er bis an sei­nen Tod in Ko­pen­ha­gen, wo er 1746 im Al­ter von 61 Jah­ren starb. Er war mit Ebe­la Au­gus­te Grä­fin Biel­ke der Toch­ter des kö­nig­lich dä­ni­schen Ge­ne­ral­ma­jors Gra­fen Chris­toph Biel­ke (1654–1704) ver­hei­ra­tet. Sei­ne Frau brach­te an­sehn­li­che Gü­ter wie Lop­keld, Oberaha, Ne­dero­we in die Fa­mi­lie. Sein Sohn glei­chen Na­mens starb be­reits kurz nach der Ge­burt. Da­durch er­losch die Li­nie. Die Er­ben wa­ren die Nach­kom­men sei­ner Schwes­ter Ma­ria Ju­lia­ne (1684–1727), die mit dem kö­nig­lich dä­ni­schen Ge­ne­ral Er­hard Fried­rich von We­del-Jarls­berg (1668–1740) ver­hei­ra­tet war. De­ren Sohn An­ton Franz von We­del (1707–1788) erb­te nun die Herr­lich­keit Gö­dens, die sich seit­her bis heu­te im Be­sitz der Gra­fen von We­del be­fin­det.

Wappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Blau drei (2:1) sil­ber­ne Rin­ge. Auf dem Helm mit blau-sil­ber­nen De­cken steht ein beid­seits wie der Schild be­zeich­ne­ter of­fe­ner Flug.

Namensträger

  • Jo­hann Frei­tag von Lo­ring­ho­ven (1483–1494), Land­meis­ter des Deut­schen Or­dens in Liv­land
  • Franz Ico von Fry­dag (1606–1652), Of­fi­zier und Di­plo­mat, Mit­glied der Frucht­brin­gen­den Ge­sell­schaft
  • Ge­org Wil­helm Fry­dag zu Gö­dens (1712–1782), Re­gie­rungs­rat
  • Chris­ti­an Phil­ipp Fry­dag zu Gö­dens (* 1714), Seit 1755 Drost von Au­rich
  • Chris­ti­an Wil­helm Frey­tag von Gö­dens († 10. Juni 1804), Trä­ger des Pour le Mé­ri­te, Oberst und Kom­man­deur des In­fan­te­rie­re­gi­ments Nr. 10, Drost von Au­rich
  • Wil­helm von Frey­tag (1720–1798), Dra­go­ner­ma­jor bei Min­den 1759, Feld­mar­schall, mi­li­tä­ri­scher Leh­rer von Ernst Au­gust I. von Han­no­ver
  • Hugo von Frey­tag-Lo­ring­ho­ven (1855–1924), preu­ßi­scher Ge­ne­ral und Mi­li­tär­schrift­stel­ler, im Ers­ten Welt­krieg
  • Mat­hil­de Frei­in von Frey­tag-Lo­ring­ho­ven (1860–1941), Ma­le­rin, Gra­fi­ke­rin, Kunst­kri­ti­ke­rin, Schrift­stel­le­rin und Tier­psy­cho­lo­gin
  • Elsa von Frey­tag-Lo­ring­ho­ven (1874–1927), Dada-Künst­le­rin
  • Axel Frei­herr von Frey­tagh-Lo­ring­ho­ven (1878–1942 in Bres­lau), Völ­ker­recht­ler und Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­ter der DNVP, ab Juni 1933 der NSDAP
  • Wes­sel Frei­herr Frey­tag von Lo­ring­ho­ven (1899–1944), Wi­der­stands­kämp­fer des 20. Juli 1944
  • Frank Ba­ron Frey­tag von Lo­ring­ho­ven (1910–1977), Ge­nea­lo­ge und Jour­na­list
  • Bru­no Ba­ron von Frey­tag ge­nannt Lö­ring­hoff (1912–1996), Phi­lo­soph und Lo­gi­ker
  • Bernd Ba­ron Frey­tag von Lo­ring­ho­ven (1914–2007), Ge­ne­ral­leut­nant a.D. und Kanz­ler des Jo­han­ni­ter­or­dens
  • Bet­ti­na von Frey­tag ge­nannt Lö­ring­hoff (* 1943), Ar­chäo­lo­gin, Eber­hard-Karls-Uni­ver­si­tät Tü­bin­gen
  • Got­lind Car­la Ba­ro­nes­se Frey­tag von Lo­ring­ho­ven („Dodi“; * 1952), Münch­ner Ma­le­rin
  • Arndt Frei­herr Frey­tag von Lo­ring­ho­ven (* 1956), deut­scher Di­plo­mat, Ehe­ma­li­ger Vi­ze­prä­si­dent des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes, Sohn von Bernd Ba­ron Frey­tag von Lo­ring­ho­ven
  • Tat­ja­na Frey­tag von Lo­ring­ho­ven (* 1980), ös­ter­rei­chi­sche Spring­rei­te­rin und WM-Teil­neh­me­rin 2002
Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Fry­dag (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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