Dez 272016
 

Fried­rich Chris­ti­an Frei­herr von Plet­ten­berg-Len­hau­sen (* 8. Au­gust 1644 auf Schloss Len­hau­sen; † 6. Mai 1706 in Gre­ven) war von 1688 bis zu sei­nem Tode Fürst­bi­schof von Müns­ter. Ihm ge­lang es durch sei­ne Au­ßen­po­li­tik, die auf un­ter­schied­li­che Bünd­nis­part­ner setz­te, wäh­rend des Pfäl­zi­schen Erb­fol­ge­krie­ges dem Hoch­stift Müns­ter zum letz­ten Mal eine halb­wegs ei­gen­stän­di­ge Rol­le zu ver­schaf­fen.

Familie und Ausbildung

Friedrich Christian von Plettenberg (1644-1705) Fürstbischof von Münster

Fried­rich Chris­ti­an von Plet­ten­berg (1644-1705) Fürst­bi­schof von Müns­ter

Er stamm­te aus dem Adels­ge­schlecht Plet­ten­berg und war Sohn von Bern­hard von Plet­ten­berg zu Len­hau­sen und des­sen Frau Odi­lia (geb. von Fürs­ten­berg zu Schnel­len­berg und Wa­ter­lap­pe). Zu sei­nen Brü­dern ge­hör­ten un­ter an­de­rem der Dom­propst Fer­di­nand von Plet­ten­berg und der Land­kom­tur Wil­helm von Plet­ten­berg. Ein On­kel war Fürst­bi­schof Fer­di­nand von Fürs­ten­berg.

Er be­such­te die Gym­na­si­en in Werl und Sie­gen. Die ers­te Ton­sur er­hielt er 1652. Er stu­dier­te seit 1659 am Col­le­gi­um Ger­ma­ni­cum in Rom. Im Jahr 1660 emp­fing er die nie­de­ren Wei­hen. Das Stu­di­um be­en­de­te er 1664.

Aufstieg im Staats- und Kirchendienst

Be­reits seit 1663 hat­te er eine Dom­her­ren­stel­le in Spey­er inne, die er aber schon 1665 wie­der auf­gab. Statt­des­sen er­hielt er 1664 eine Dom­her­ren­stel­le in Müns­ter. Dort wur­de er 1666 zum Sub­dia­kon ge­weiht.

Im Jahr 1666 un­ter­nahm er eine Ge­sandt­schafts­rei­se in die Re­pu­blik der Sie­ben Ver­ei­nig­ten Pro­vin­zen. Da­nach stu­dier­te er kur­ze Zeit in Or­léans. Im Jahr 1670 er­hielt er eine Dom­her­ren­stel­le in Pa­der­born. Im Jahr 1677 wur­de er Propst von St. Mar­ti­ni in Müns­ter und Ar­chi­dia­kon von En­niger­loh. Auch das Ar­chi­dia­ko­nat uffm Dre­en er­hielt er. Plet­ten­berg un­ter­nahm 1679 und 1680 ver­schie­de­ne Ge­sandt­schafts­rei­sen und wur­de 1680 zum wirk­li­chen ge­hei­men Rat er­nannt. Zwi­schen 1683 und 1686 war er Ober­jä­ger­meis­ter des Hoch­stifts Müns­ter. Im Jahr 1683 war er auch Hof­kam­mer­prä­si­dent. Im Jahr 1686 wur­de er zum Dom­de­chan­ten ge­wählt. Zwi­schen 1686 und 1688 war er auch Sieg­ler des Stifts. Seit 1687 war Plet­ten­berg Ge­ne­ral­vi­kar des Bis­tums Müns­ter. Im Jahr 1688 wur­de er zum Pries­ter ge­weiht.

Bischofswahl

Am 29. Juli 1688 fand sei­ne Wahl zum Fürst­bi­schof statt. Die Re­ga­li­en wur­den ihm am 15. Au­gust des Jah­res ver­lie­hen. Ein Grund für sei­ne Wahl war, dass das Dom­ka­pi­tel um sei­nen Ein­fluss fürch­te­te, soll­te es er­neut ei­nen Nach­kom­men aus dem baye­ri­schen Zweig der Fa­mi­lie Wit­tels­bach wäh­len. Durch sei­ne Ge­sandt­schaf­ten un­ter sei­nen Vor­gän­gern brach­te er er­heb­li­che di­plo­ma­ti­sche Er­fah­run­gen mit in sein Amt. Eben­so kann­te er sich durch die in der Ver­gan­gen­heit be­klei­de­ten Äm­ter auch in der Re­gie­rung des Stifts aus. Als Ge­ne­ral­vi­kar war er auch kom­pe­tent für die Ver­wal­tung des Bis­tums.

Das Dom­ka­pi­tel hat­te zwar das Recht, die Re­gie­rung des Hoch­stifts für ein Jahr zu be­hal­ten, trat die­se Kom­pe­ten­zen aber ge­gen 6000 Reichs­ta­ler an Fried­rich Chris­ti­an ab.

Kirchenpolitik

Als Bi­schof be­müh­te sich Fried­rich Chris­ti­an um eine bes­se­re Aus­bil­dung der Pries­ter. Er war ein Freund pracht­vol­ler Lit­ur­gi­en und kirch­li­cher Fest­lich­kei­ten. Er mach­te sich durch Stif­tun­gen für den Dom und die Ob­ser­van­ten­kir­che in Müns­ter ver­dient. Für den Dom stif­te­te er un­ter an­de­rem neue Fens­ter, sil­ber­ne Kan­de­la­ber und ei­nen mar­mor­nen Fuß­bo­den. Un­ter­stützt wur­de er seit 1699 von Weih­bi­schof Pe­ter von Quen­tell.

Stärkung der Armee

Friedrich Christian von Plettenberg als Fürstbischof von Münster, Porträt von Johann Anton Kappers, um 1720–1730

Fried­rich Chris­ti­an von Plet­ten­berg als Fürst­bi­schof von Müns­ter, Por­trät von Jo­hann An­ton Kap­pers, um 1720–1730

Um die Un­ab­hän­gig­keit des Hoch­stifts zu stär­ken, bau­te er un­ter an­de­rem mit aus­län­di­schen Hilfs­gel­dern das müns­ter­sche Mi­li­tär aus. Er ließ die ver­nach­läs­sig­ten Lan­des­fes­tun­gen in Stand set­zen. In Vech­ta wur­den Ka­se­mat­ten er­baut. In Müns­ter wur­de ein Zeug­haus er­rich­tet und die Be­fes­ti­gun­gen von Mep­pen ver­bes­sert. Da die frem­den Gel­der nicht aus­reich­ten, nahm er ohne Zu­stim­mung der Stän­de Kre­di­te von 100.000 Reichs­ta­lern auf, um die Ar­mee auf eine Stär­ke von zeit­wei­se 6000 Mann zu brin­gen. Das Geld wur­de durch wei­te­re Sub­si­di­en zu­rück­ge­zahlt.

Kur­ze Zeit nach dem Tode des Bi­schofs (1710) be­stand die Ar­mee aus ei­ner Leib­gar­de aus 126 In­fan­te­ris­ten und 70 Ka­val­le­ris­ten. Die Haupt­macht be­stand aus sie­ben In­fan­te­rie­re­gi­men­tern mit zu­sam­men etwa 3000 Mann, zwei Ka­val­le­rie­re­gi­men­tern mit 660 Mann und ei­ner Ar­til­le­rie­ab­tei­lung. Der Un­ter­halt des Hee­res, der Fes­tun­gen und Ma­ga­zi­ne be­trug 200.000 Reichs­ta­ler pro Jahr. Die meis­ten Sol­da­ten wa­ren Söld­ner, oft schon äl­ter und un­zu­ver­läs­sig.

Innere Politik

Im In­ne­ren mach­te sich Fried­rich Chris­ti­an um den Aus­bau des Stra­ßen­we­sens ver­dient. Ziel war es. da­durch Han­del und Ge­wer­be zu för­dern. Es wur­den auch eine Rei­he von Brü­cken ge­baut. In die­sen Zu­sam­men­hang ge­hört auch die Ver­bes­se­rung des Post­we­sens. Die von ihm 1701 mit gro­ßen Voll­mach­ten aus­ge­stat­te­te We­ge­kom­mis­si­on wur­de al­ler­dings auf Druck des Dom­ka­pi­tels wie­der auf­ge­löst. Seit sei­ner Zeit kam es in Müns­ter zu ei­ner re­gel­mä­ßi­gen Rei­ni­gung der Stra­ßen.

We­gen schlech­ter Ern­ten wur­de 1692 die Aus­fuhr von Ge­trei­de un­ter­sagt. Als es 1698 und 1699 zu ei­ner Hun­gers­not zu kom­men droh­te, ließ er güns­ti­ges Ge­trei­de aus dem Aus­land ein­füh­ren.

In sei­ne Zeit fällt der Er­lass ei­ner er­neu­er­ten Kir­chen- und Schul­ord­nung. Es wur­de au­ßer­dem eine Arz­nei- und Me­di­zi­nal­ord­nung er­las­sen. Eine gan­ze Rei­he Ver­ord­nun­gen be­schäf­tig­ten sich mit der Be­hand­lung von Bett­lern und Va­ga­bun­den. Für die Städ­te Wa­ren­dorf und Müns­ter wur­de der Markt­ver­kehr neu ge­re­gelt. Au­ßer­dem wur­de ein Ta­bak­mo­no­pol ein­ge­rich­tet. Wie da­mals üb­lich, ver­such­te er auch das sitt­li­che Han­deln der Be­völ­ke­rung zu be­ein­flus­sen. So wur­den Schenk­hoch­zei­ten, die Mar­tins­fei­ern und das Bren­nen von Brannt­wein ver­bo­ten.

Fried­rich Chris­ti­an von Plet­ten­berg ließ mit Schloss Nord­kir­chen das „West­fä­li­sche Ver­sailles“ bau­en

Das Mi­li­tär ver­schlang den größ­ten Teil der Staats­ein­nah­men. Die Kos­ten der fürst­li­chen Hof­hal­tung wa­ren so hoch, so dass die Ein­nah­men aus den bi­schöf­li­chen Do­mä­nen nicht aus­reich­ten, um die­se zu de­cken. Ohne Sub­si­di­en wäre die fi­nan­zi­el­le Lage des Lan­des aus­ge­spro­chen schlecht ge­we­sen. Die Steu­ern gin­gen vor al­lem für die Be­die­nung von Zin­sen und die Be­zah­lung von Be­am­ten drauf. Ins­ge­samt be­tru­gen die Schul­den um die 1 Mil­li­on Reichs­ta­ler. Der bi­schöf­li­che Be­sitz war zum Groß­teil ver­pfän­det. Zahl­rei­che Bau­ern­hö­fe wur­den vie­le Jah­re nicht ge­nutzt. Die den Land­stän­den un­ter­ste­hen­de Kirch­spiel­schat­zung nahm kei­ne Rück­sicht auf die öko­no­mi­sche Lage der Bau­ern. Fried­rich Chris­ti­an be­müh­te sich da­her um eine ge­rech­te­re Ver­tei­lung der Steu­er­las­ten. Ein Ab­bau der Schul­den ge­lang nicht. Die Re­form der Zöl­le schei­ter­te am Wi­der­stand der Stän­de.

Territorialpolitik

In Hin­blick auf die Gren­zen zu den Nach­bar­ter­ri­to­ri­en kam es kla­ren Grenz­fest­le­gun­gen nach teil­wei­se jahr­hun­der­te­lan­gem Streit. So wur­de die Gren­ze zur nie­der­län­di­schen Pro­vinz Over­ijs­sel fest­ge­legt. Ähn­li­che Plä­ne mit der Graf­schaft Ost­fries­land schei­ter­ten 1701. Klei­ne Grenz­kor­rek­tu­ren fan­den ge­gen­über der Graf­schaft Ra­vens­berg und der Graf­schaft Lin­gen statt. Ein Streit um Dam­me und Neu­en­kir­chen mit dem Hoch­stift Os­na­brück blieb un­ge­löst. Mit den Gra­fen Bent­heim-Teck­len­burg kam es im Streit um Gro­nau zu ei­nem Kom­pro­miss. In dem Ge­biet wur­de Fried­rich Chris­ti­an als Lan­des­herr an­er­kannt, aber blieb als Le­hen fak­tisch un­ter gräf­li­cher Kon­trol­le. Ob­wohl der Herr­schaft Ge­men die Reichs­un­mit­tel­bar­keit durch ein Reichs­kam­mer­ge­richts­ur­teil be­stä­tigt wur­de, ver­kauf­te der Be­sit­zer der Graf von Lim­burg-Stir­um das Ge­biet mit Aus­nah­me der Burg Ge­men an den Bi­schof.

Außenpolitik

Grund­sätz­lich hielt er an der frank­reich­freund­li­chen Po­li­tik sei­ner Vor­gän­ger fest. Als 1688 Kur­bran­den­burg und die Kur­pfalz um Un­ter­stüt­zung ge­gen Frank­reich nach­such­ten, re­agier­te er aus­wei­chend. Al­ler­dings ging die re­la­ti­ve Nähe zu Frank­reich nicht so weit, als dass er sich di­rekt ge­gen das Reich ge­stellt hät­te.

Sei­ne zwi­schen den Fron­ten la­vie­ren­de Po­li­tik er­wies sich wäh­rend des Pfäl­zi­schen Erb­fol­ge­krie­ges als vor­teil­haft, blieb doch das Hoch­stift im Ge­gen­satz etwa zum Her­zog­tum West­fa­len oder dem Vest Reck­ling­hau­sen von fran­zö­si­schen Trup­pen ver­schont. Da­bei ver­schaff­te ihm die Ar­mee des Lan­des ei­nen ge­wis­sen Hand­lungs­spiel­raum. Al­ler­dings be­ab­sich­tig­te er nie eine Ver­grö­ße­rung des Hoch­stifts, son­dern ihm ging es um den Er­halt sei­nes Herr­schafts­ge­biets und auch der an­de­ren geist­li­chen Ge­bie­te in Nord­west­deutsch­land.

Von sei­nen je­wei­li­gen Ver­bün­de­ten er­hielt er be­trächt­li­che Sub­si­di­en. Da­mit er­spar­te er dem Land selbst star­ke Be­las­tun­gen. Er muss­te auch nicht an die Land­stän­de her­an­tre­ten und um Steu­er­be­wil­li­gun­gen bit­ten.

Beteiligung am Krieg gegen Frankreich

Nach­dem der Reichs­krieg ge­gen Lud­wig XIV. im Jahr 1689 er­klärt wor­den war, be­tei­lig­te er sich auf Druck des Kai­sers am Krieg ge­gen Frank­reich. Beim Feld­zug am Rhein zeich­ne­te sich ins­be­son­de­re die Ar­til­le­rie un­ter Lam­bert Fried­rich Cor­fey aus. Al­ler­dings ver­hin­der­te das Miss­trau­en ins­be­son­de­re Fried­richs III. von Bran­den­burg ge­gen­über Fried­rich Chris­ti­an ei­nen rei­bungs­lo­sen und schnel­len Feld­zug im Jahr 1690. Die müns­ter­schen und bran­den­bur­ger Trup­pen ka­men zu spät auf dem Kriegs­schau­platz an, was zur Nie­der­la­ge der Ver­bün­de­ten in der Schlacht bei Fleu­rus bei­getra­gen hat. Auf Be­fehl sei­ner Lan­des­her­ren blieb der müns­ter­sche Ge­ne­ral Schwartz bei Jü­lich ste­hen.

Seitenwechsel

Fried­rich Chris­ti­an stand der Idee ei­ner drit­ten Par­tei deut­scher Fürs­ten zwi­schen Frank­reich und den Al­li­ier­ten po­si­tiv ge­gen­über, die den Frie­den er­zwin­gen woll­ten. Haupt­ver­tre­ter war Ernst Au­gust von Han­no­ver, da­hin­ter steck­ten aber auch fran­zö­si­sche Ein­flüs­se. Im Jahr 1691 schloss Fried­rich Chris­ti­an mit Lud­wig XIV. ei­nen ge­hei­men Neu­tra­li­täts­ver­trag. Der müns­ter­sche Lan­des­herr ver­pflich­te­te sich, sich nicht wei­ter am Krieg ge­gen Frank­reich zu be­tei­li­gen und sich an der Bil­dung der Drit­ten Par­tei zu be­tei­li­gen. Für die Ar­mee Müns­ters von in­zwi­schen 12.000 Mann sag­te der fran­zö­si­sche Kö­nig 250.000 Li­v­res zu. Da­mit hat Fried­rich Chris­ti­an den Sei­ten­wech­sel voll­zo­gen.

Der Kai­ser­hof in Wien plan­te da­her mit Un­ter­stüt­zung Wil­helm von Ora­ni­ens die müns­ter­schen Trup­pen zu ent­waff­nen. Dazu kam es je­doch nicht, da auch Kur­sach­sen die Sei­ten wech­sel­te. Al­ler­dings hat­te Fried­rich Chris­ti­an mit Ernst Au­gust von Han­no­ver auf ei­nen un­zu­ver­läs­si­gen Part­ner ge­setzt. Die­sem ging es haupt­säch­lich dar­um, Druck auf Wien aus­zu­üben, um den Ti­tel ei­nes Kur­fürs­ten zu er­hal­ten. Nach­dem der Kai­ser dem 1692 zu­ge­stimmt hat­te, kehr­te der Han­no­ve­ra­ner der Idee ei­ner Drit­ten Par­tei den Rü­cken. Da­mit stand Fried­rich Chris­ti­an vor dem Schei­tern sei­ner Po­li­tik zwi­schen den Fron­ten.

Lavieren zwischen den Parteien

Un­ver­züg­lich ver­such­te er beim Kai­ser wie­der Bo­den gut zu ma­chen, in­dem er für den Tür­ken­krieg Trup­pen zu­sag­te. Da­bei ver­such­te er die Kon­tin­gen­te mög­lichst klein zu hal­ten, ih­ren Ein­satz zu ver­zö­gern und den Kai­ser zu mög­lichst ho­hen Zah­lun­gen zu be­we­gen. Im­mer­hin zahl­te Wil­helm von Ora­ni­en 120.000 Reichs­ta­ler, um Fried­rich Chris­ti­an stär­ker an das al­li­ier­te La­ger zu bin­den. Kai­ser und Reich zahl­ten wei­te­re fast 200.000 Reichs­ta­ler. Die Ge­gen­leis­tung des Fürst­bi­schofs be­stand aus be­schei­de­nen 3500 Mann für den Krieg ge­gen die Os­ma­nen.

Scharf kri­ti­siert wur­de der Po­si­ti­ons­wech­sel von Ernst Au­gust von Han­no­ver von An­ton Ul­rich von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel. Die­ser such­te ein Bünd­nis ge­gen die neue Kur­wür­de zu­stan­de zu brin­gen. Dar­un­ter war Dä­ne­mark und Fried­rich Chris­ti­an. Für die­sen war das Bünd­nis auch die Mög­lich­keit, eine Drit­te Par­tei auf ei­ner neu­en Grund­la­ge zu er­rich­ten. Im Fe­bru­ar 1693 schlos­sen sich ver­schie­de­ne Ter­ri­to­ri­en in ei­nem Fürs­ten­ver­ein zu­sam­men. Ein zen­tra­ler As­pekt des Bünd­nis­ses war ein De­fen­siv­bünd­nis zwi­schen Dä­ne­mark, Müns­ter und Wol­fen­büt­tel.

Beteiligung an der Allianz

Fried­rich Chris­ti­an droh­te Ge­fahr, als sich Braun­schweig-Lü­ne­burg mit Eng­land und den Nie­der­lan­den ver­bün­de­te. De­mons­tra­tiv sand­te er Hilfs­trup­pen für den Krieg ge­gen Frank­reich an den Rhein. Die­se soll­ten al­ler­dings den Rhein nicht über­schrei­ten und kehr­ten ohne Feind­be­rüh­rung zu­rück. Für den Fürst­bi­schof wur­de im­mer deut­li­cher, dass das Bünd­nis mit Frank­reich an Wert ver­lor. Er nahm da­her Ver­hand­lun­gen mit den Al­li­ier­ten auf. Fried­rich Chris­ti­an trat am 18. März 1695 nun auch of­fi­zi­ell der an­ti­fran­zö­si­schen Al­li­anz von 1689 bei. Eng­land und die Nie­der­lan­de zahl­ten mo­nat­lich 15.000 Reichs­ta­ler. Da­für stell­te der Bi­schof 7300 Mann, die dem kai­ser­li­chen Be­fehl un­ter­stan­den. Die Idee ei­ner drit­ten Par­tei gab er nun auf. Al­ler­dings lehn­te er die neun­te Kur wei­ter ab. Er nutz­te sei­nen Bru­der Fer­di­nand als Ver­tre­ter sei­ner In­ter­es­sen beim Frie­dens­kon­gress von Rijs­wi­jk, der 1697 zum Frie­den führ­te. Ne­ben dem Wi­der­stand ge­gen die han­no­ver­sche Kur soll­te die­ser Bünd­nis­mög­lich­kei­ten mit Frank­reich und den Nie­der­lan­den aus­lo­ten. Die­se Ver­su­che schei­ter­ten vor­erst. Erst 1701 kam es zum Bünd­nis mit Frank­reich und den Nie­der­lan­den. Wäh­rend des spa­ni­schen Erb­fol­ge­krie­ges stell­te Fried­rich Chris­ti­an dem Reich ei­ni­ge Ein­hei­ten zur Ver­fü­gung.

Bauten

Sei­ner Fa­mi­lie blieb er auch als Bi­schof eng ver­bun­den. Er kauf­te für sie die Burg Nord­kir­chen mit den zu­ge­hö­ri­gen Gü­tern, die Burg Mein­hö­vel, die Hälf­te des Hau­ses Da­vens­berg und Haus Grot­haus.

Er ließ meh­re­re Schloss­bau­ten er­rich­ten. Dar­un­ter war etwa Schloss Ahaus. Schloss Sas­sen­berg wur­de seit 1698 von Am­bro­si­us von Oel­de und durch Gott­fried Lau­renz Pic­to­ri­us er­wei­tert. Pic­to­ri­us war auch Bau­meis­ter von Was­ser­schloss Nord­kir­chen. Der Bi­schof starb aber vor des­sen Voll­endung. Voll­endet wur­de Schloss Nord­kir­chen von Jo­hann Con­rad Schlaun.

Sein Epi­taph wur­de von Jo­hann Mau­ritz Grö­nin­ger ge­schaf­fen und be­fin­det sich im St.-Paulus-Dom in Müns­ter.

Bedeutung

Ihm ge­lang es, ins­ge­samt dem Stift wie­der eine mehr ei­gen­stän­di­ge­re Po­si­ti­on zu ge­ben. Sei­ne ge­schick­te Re­gie­rungs­po­li­tik führ­te zu ei­ner Blü­te des Fürst­bis­tums Müns­ter. Der Ar­chi­tekt Lam­bert Fried­rich Cor­fey d. J. stell­te fest: „Er hat­te al­le­zeit aus­er­le­se­ne und ka­pa­ble Be­dien­te, führ­te eine schö­ne und re­gu­lier­te Hof­hal­tung, re­giert in Sum­ma der­ge­stal­te­nen löb­lich, so­wohl in geist­li­chen, zi­vi­len und mi­li­tä­ri­schen Sa­chen, daß man ge­wiß be­ken­nen muss­te, das Stift Müns­ter habe nim­mer bes­ser flo­riert als un­ter sei­ner Re­gie­rung.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Fried­rich Chris­ti­an von Plet­ten­berg aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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