Sep 272017
 

Ernst von Bo­del­schwingh (* 12. April 1830 auf Haus Heyde bei Unna; † 20. März 1881 in Hamm) war zu­nächst Of­fi­zier und dann 14 Jah­re Land­rat des da­ma­li­gen Krei­ses Hamm.

Herkunft

Ernsts ge­sam­te Vor­na­men lau­te­ten: Ernst Carl Chris­ti­an Fried­rich Con­stan­tin Adolph. Er ent­stamm­te dem al­ten west­fä­li­schen Adels­ge­schlecht von Bo­del­schwingh und war das zwei­te der elf Kin­der und der äl­tes­te Sohn des preu­ßi­schen Fi­nanz­mi­nis­ters Carl von Bo­del­schwingh (1800–1873). Sein On­kel (äl­te­rer Bru­der sei­nes Va­ters) war der preu­ßi­sche Staats­mi­nis­ter Ernst von Bo­del­schwingh (1794–1854). Durch sei­ne jün­ge­re Schwes­ter Ida (1835–1894) war er Schwa­ger des spä­ter be­rühm­ten „Va­ter Bo­del­schwingh“ (1831–1910), der die von Bo­del­schwingh­schen An­stal­ten Be­thel auf­bau­te.

Lebenslauf

1840 wur­de Ernst in die Sex­ta des Ham­mer Gym­na­si­ums auf­ge­nom­men. Er ver­ließ es Os­tern 1845 und be­such­te dann das Gym­na­si­um in Müns­ter, wo­hin sein Va­ter als Re­gie­rungs­vi­ze­prä­si­dent ver­setzt wor­den war. 1851 er­warb er das Rei­fe­zeug­nis am Gym­na­si­um in Arns­berg, wo sein Va­ter zu der Zeit Re­gie­rungs­prä­si­dent war. Am 29. Sep­tem­ber 1857 hei­ra­te­te er in Düs­sel­dorf sei­ne Halb­tan­te Ma­rie Frei­in von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg (1837–1933) aus dem Hau­se Bo­del­schwingh bei Dort­mund. Sie hat­ten elf Kin­der. Er war Be­sit­zer des Gu­tes Bink­hoff in (Bönen-)Altenbögge, das seit 1768 zu Haus Heyde ge­hör­te.

Ernst starb plötz­lich am 20. März 1881 in Hamm bei ei­ner Lun­gen­ent­zün­dung durch Herz­schlag im Al­ter von 50 Jah­ren. Er wur­de nach Haus Heyde über­führt und am 24. März auf dem dor­ti­gen Fa­mi­li­en­fried­hof bei­gesetzt. Sei­ne Ge­bei­ne ru­hen dort wahr­schein­lich noch im­mer, ob­wohl der Fried­hof 1938 auf­ge­ho­ben wur­de. Der Hell­we­ger An­zei­ger in Unna vom 23. März 1881 wid­me­te ihm ei­nen sehr lo­ben­den Nach­ruf, in dem er als „ech­ter Ver­tre­ter des preu­ßi­schen Be­am­ten­tums“ be­zeich­net wur­de.

Offiziers- und Beamtenlaufbahn

Am 1. Ok­to­ber 1851 trat Ernst als Frei­wil­li­ger in das 5. West­fä­li­sche Ula­nen-Re­gi­ment in Düs­sel­dorf ein. Am 2. Juni 1852 er­folg­te die Be­för­de­rung zum Por­te­pee­fähn­rich, am 10. März 1853 zum Se­con­de-Leut­nant, am 31. Mai 1859 zum Pre­mier-Leut­nant un­ter Er­nen­nung zum Re­gi­ments-Ad­ju­tan­ten. 1864 Teil­nah­me am preu­ßisch-ös­ter­rei­chi­schen Krieg ge­gen Dä­ne­mark. Am 13. März 1866 Be­för­de­rung zum Ritt­meis­ter und Es­kadron­chef in die­sem Re­gi­ment. 1866 nahm er wie sei­ne drei Brü­der am „Deut­schen Krieg“ ge­gen Ös­ter­reich teil.

Nach dem Krieg ver­ließ er das Mi­li­tär und wur­de ab dem 22. Fe­bru­ar 1867 bei der Re­gie­rung in Arns­berg zur Ein­füh­rung in die Zi­vil­ver­wal­tung be­schäf­tigt. Am 25. Ja­nu­ar 1867 wur­de er zum ers­ten Kan­di­da­ten für das Land­rats­amt Hamm mit Stim­men­mehr­heit ge­wählt und am 7. Au­gust 1867 un­ter Er­lass der Prü­fung zum Land­rat des Krei­ses Hamm er­nannt, der da­mals auch die Stadt und das Amt Unna um­fass­te. Sein Va­ter Carl von Bo­del­schwingh (1800–1873) war schon von 1837 bis 1844 Land­rat die­ses Krei­ses ge­we­sen. Ernst übte das Amt bis zu sei­nem frü­hen Tod aus.

Am 20. Pro­vin­zi­al­land­tag von West­fa­len im Jah­re 1871 nahm er als stell­ver­tre­ten­des Mit­glied teil; von 1873 bis 1875 ge­hör­te er dem Pro­vin­zi­al­land­tag als Mit­glied an.

Auszeichnungen

Ernst, der wie sein Va­ter Mit­glied des Jo­han­ni­ter­or­dens war, wur­den fol­gen­de Or­den und Eh­ren­zei­chen ver­lie­hen:

  • kö­nig­lich preu­ßi­sches Düp­pe­ler Sturm­kreuz, 1864
  • kö­nig­lich preu­ßi­sches Al­sen­kreuz, 1864
  • kö­nig­lich preu­ßi­sche Kriegs­denk­mün­ze für 1864, 1864
  • Er­in­ne­rungs­kreuz für Kö­nig­grätz, 1866
  • Mi­li­tär- und Zi­vil­dienst-Or­den Adolphs von Nas­sau, Kreuz IV. Klas­se mit Schwer­tern, 1872
  • Preu­ßi­scher Kro­nen­or­den III. Klas­se, 1872
  • Preu­ßi­scher Ro­ter Ad­ler­or­den IV. Klas­se, 1877
  • Rechts­rit­ter des Jo­han­ni­ter-Or­den, 1872

Familie

Er war seit dem 29. Sep­tem­ber 1857 mit Lui­se Eli­se Wil­hel­mi­ne Frie­de­ri­ke Ma­rie von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg (* 15. Juni 1837) ver­hei­ra­tet. Das Paar hat­te fol­gen­de Kin­der:

  • Lui­se Ka­ro­li­ne Ber­tha (* 29. Juni 1858) ∞ Max Hecht
  • Eli­se (* 25. Ok­to­ber 1859)
  • Ma­ria Ca­ro­li­ne Eli­se Ber­tha Loui­se (* 9. De­zem­ber 1860; † 13. Juni 1944) ∞ Ni­co­laus Ge­org Gus­tav von Rauch (* 6. Juli 1851; † 28. Juli 1904), Oberst und Kom­man­deur der 29. Ka­val­le­riebri­ga­de (Sohn des Ge­ne­rals der Ka­val­le­rie Gus­tav Wal­de­mar von Rauch)
  • Karl Bert­hold Emil (* 4. März 1863) ∞ Frie­da So­phie Ida von Ko­schembar
  • Carl Ernst (* 4. März 1863)
  • Lina Loui­se (* 5. Juni 1867)
  • Frie­da (* 16. Ja­nu­ar 1869; † 20. Ja­nu­ar 1869)
  • Kla­ra Lui­se Ber­tha (* 12. Mai 1870)
  • Cla­ra Ca­ro­li­ne Eli­se Ber­tha Lui­se (* 12. Mai 1870)
  • Ernst Carl Bert­hold Udo Con­rad Fer­di­nand (* 31. Au­gust 1872)
  • Meta Eli­se Lina Au­gus­te Frie­da Eu­nich Char­lot­te (* 18. März 1875)

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Ernst von Bo­del­schwingh (Land­rat) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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