Franz Otto Droste zu Vischering (* 13. September 1771 auf Schloss Haus Vorhelm bei Ahlen; † 26. Oktober 1826 in Münster) war ein deutscher katholischer Theologe und Publizist.

Leben

Er stammte aus dem Adelsgeschlecht Droste zu Vischering. Sein Vater war Clemens August Maria Heidenreich Droste zu Vischering, Erbdroste des Hochstiftes Münster. Die Mutter war Sophia Alexandrina (geb. Droste zu Füchten). Er war Bruder der beiden Bischöfe Clemens August Droste zu Vischering und Kaspar Maximilian Droste zu Vischering.

Seine Ausbildung erhielt er zunächst durch Hauslehrer ehe er auf der Universität Münster Philosophie und Theologie studierte. Im Jahr 1789 wurde er Domherr in Münster. Zwischen 1795 und 1797 unternahm er zusammen mit seinem Bruder Clemens August eine Reise durch Deutschland, die Schweiz und Italien. Im Jahr 1798 wurde er in Rom zum Subdiakon und kurze Zeit später wurde er zum Diakon geweiht. Eine weitere Domherrenstelle erhielt er 1800 in Hildesheim. Außerdem wurde er in diesem Jahr zum geheimen Rat ernannt.

Seit 1811 lebte er als Pensionär und widmete sich seinen theologischen Studien. Er war enger theologischer Berater seiner Brüder und stand im engen Kontakt mit den maßgeblichen katholischen Autoren seiner Zeit.

Werk

Von Bedeutung waren seine Schriften zum Verhältnis von Staat und Kirche. Nach 1814 kritisierte er das zu dieser Zeit vorherrschende Staatskirchentum. Dem setzte er eine auf alte Auffassungen beruhendes Konzept gegenüber. Danach seien Kirche und Staat zwei voneinander getrennte Bereiche, die gleichberechtigt nebeneinander ständen. Keiner sei zu Weisungen gegenüber der anderen Seite berechtigt. Allerdings müssten sie in den Mischbereichen wie Ehe, Schule und Armenwesen zusammenwirken.

Die von Vischering entwickelte Koordinationslehre wurde von Joseph Görres seit 1819 im katholischen Deutschland verbreitet. Sie hat bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Auffassung von Kirche und Staat nicht nur unter Katholiken stark beeinflusst.

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