Droste zu Hülshoff

Dros­te zu Hüls­hoff (auch Dros­te-Hüls­hoff) heißt ei­nes der äl­tes­ten Adels­ge­schlech­ter des Müns­ter­lan­des, das als Erst­be­zeich­nung den Na­men von De­cken­brock führ­te. Es ist das be­kann­tes­te von drei heu­te noch blü­hen­den müns­ter­schen Erb­män­ner­ge­schlech­tern und ver­brei­te­te sich ab dem 16. Jahr­hun­dert zu­sätz­lich in Sach­sen, Ost­preu­ßen und Ba­den. Be­kannt ist es vor al­lem durch die be­deu­tends­te deut­sche Dich­te­rin des 19. Jahr­hun­derts, An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff, und es hat vie­le ka­tho­li­sche Geist­li­che, Rats- und Han­dels­her­ren, Bür­ger­meis­ter, Guts­be­sit­zer, Ge­ne­rä­le, Be­am­te, Wis­sen­schaft­ler und Künst­ler her­vor­ge­bracht. Aus­ge­stor­be­ne an­de­re Li­ni­en des glei­chen Adels­ge­schlechts wa­ren die Dros­te zu Uh­len­brock, zu Han­dorf, zu Hofe, zu Möl­len­beck und zu Züt­zen bzw. ein­fach Drost(e).

Der Name Droste

Wappen derer von Droste zu Hülshoff

Wap­pen de­rer von Dros­te zu Hüls­hoff

Der Fa­mi­li­en­na­me al­ler Fa­mi­li­en Dros­te lei­tet sich vom gleich­na­mi­gen Amt des Dros­ten ab; es war im Mit­tel­al­ter mit dem Hof­amt des Truch­sess, lat. da­pi­fer, mit­tel­hoch­deutsch drot­se­te, iden­tisch. Aus der Adels­fa­mi­lie der Frei­her­ren Dros­te zu Hüls­hoff trägt letz­te­re Amts­be­zeich­nung z. B. der Rit­ter En­gel­bert von De­cken­brock (1266–1298) in Ur­kun­den. Von sol­chen Äm­tern, die erb­lich wur­den, über­nah­men meh­re­re Adels­fa­mi­li­en in West­fa­len den Na­men Dros­te. Nur ge­le­gent­lich gab es ver­wandt­schaft­li­che Ver­bin­dun­gen die­ser ganz ver­schie­de­nen Fa­mi­li­en: bei­spiels­wei­se war Anna Bri­git­ta von Dros­te zu Hüls­hoff, die Ur­groß­mutter der Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff, eine Toch­ter des „Erb­d­ros­ten“ aus der Fa­mi­lie Dros­te zu Vi­sche­ring. Die Ver­wei­ge­rung der Mit­gift für die­se Ehe war al­ler­dings Ur­sa­che ei­nes Rechts­streits zwi­schen bei­den Fa­mi­li­en, der 1737 da­mit en­de­te, dass Ma­xi­mi­li­an Hei­den­reich Dros­te zu Vi­sche­ring (1684–1751) sei­nem Schwie­ger­sohn Hein­rich Wil­helm Dros­te zu Hüls­hoff (1704–1754) und des­sen Nach­kom­men u. a. zu­si­chern muss­te, dass beim Aus­ster­ben sei­ner Fa­mi­lie die Dros­te zu Hüls­hoff de­ren Gü­ter er­ben soll­ten (Hin­ter­grund könn­te der Müns­ter­sche Erb­män­ner­streit ge­we­sen sein, der erst 1710 wie­der die ur­sprüng­lich zwei­fel­los vor­han­de­ne Eben­bür­tig­keit bei­der Fa­mi­li­en be­schei­nig­te). Die­se bei­den Adels­ge­schlech­ter Dros­te blü­hen im­mer noch. Der Name Dros­te (ohne Zu­satz) kommt in Nord­deutsch­land recht häu­fig vor, wo­bei auch eine Ab­stam­mung von nicht-le­gi­ti­mier­ten Nach­kom­men von Adels­fa­mi­li­en vor­lie­gen kann, meist aber nicht nach­weis­bar ist. Die­se Fa­mi­li­en sind nicht zur Füh­rung der Fa­mi­li­en­wap­pen be­rech­tigt. Na­mens­ge­be­rin vie­ler Schu­len, Stra­ßen und kul­tu­rel­ler Ein­rich­tun­gen mit dem Na­men „Dros­te“ – bei­spiels­wei­se für die Dros­te-Hüls­hoff-Gym­na­si­en – ist zu­meist die Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff.

Gut Hülshoff

Hüls­hoff ist der Name ei­ner Was­ser­burg und ei­nes Gu­tes in Ha­vix­beck, Kreis Coes­feld, Nord­rhein-West­fa­len (vor 1975 zu Ro­x­el, Land­kreis Müns­ter, ge­hö­rend), de­ren Be­zeich­nung sich von „Hül­se“ (auch „Hüls­busch“, „Holst“ bzw. eng­lisch: „hol­ly“) für Stech­pal­me ab­lei­tet. Die Burg, seit 1417 Stamm­sitz der Frei­her­ren Dros­te zu Hüls­hoff, wur­de von ih­rer letz­ten Be­sit­ze­rin 2012 in die neu ge­grün­de­te An­net­te von Dros­te zu Hüls­hoff-Stif­tung ein­ge­bracht.

Wappen

In Schwarz ein ge­flü­gel­ter sil­ber­ner Barsch; auf dem Helm mit schwarz-sil­ber­ner De­cke eine sil­ber­ne Fisch­reu­se. Der Wahl­spruch lau­tet: E car­ce­re co­eles­tia ap­pe­to!

Geschichte

Ursprung

Truchsess/Drost auf einem mittelalterlichen Kartenspiel

Truchsess/Drost auf ei­nem mit­tel­al­ter­li­chen Kar­ten­spiel

Schon vor fast 1000 Jah­ren, im 11. Jahr­hun­dert, wur­de erst­mals der spä­te­re Fa­mi­li­en­sitz, Burg Hüls­hoff, kurz da­nach auch der ur­sprüng­li­che Fa­mi­li­en­sitz, Ober­hof (Mark) Dec­che­brug­ke (De­cken­brock bei Evers­win­kel im Kreis Wa­ren­dorf), ge­nannt, der nach ei­ner Ur­kun­de des Klos­ters Über­was­ser (Ur­sprung der Über­was­ser­kir­che) in Müns­ter eine Ab­ga­be zu ent­rich­ten hat­te. Mit Bern­hard I. be­gann vor ca. 800 Jah­ren (25 Ge­nera­tio­nen) die si­che­re Stamm­fol­ge die­ser Fa­mi­lie, die als bi­schöf­li­che Käm­me­rer spä­ter zur Mi­nis­te­ria­li­tät des Bi­schofs von Müns­ter ge­hör­te. Bern­hard wur­de als Rit­ter (mi­les) in ei­ner Ur­kun­de der Äb­tis­sin des ade­li­gen Da­men­stif­tes zu Über­was­ser in Müns­ter, West­fa­len, 1209 als Zeu­ge Bern­hardus de The­ken­bro­ke, Herr des Ober­ho­fes De­cken­brock, erst­mals ge­nannt. Die­sen „ur­alten“ Ober­hof be­saß er als „frei­es Ei­gen“ (ohne Lehns­herr­schaft) – dies deu­tet dar­auf hin, dass die Fa­mi­lie De­cken­brock ur­sprüng­lich ein edel­frei­es Ge­schlecht war. Die Teil­nah­me des o.g. Bern­hard von De­cken­brock am Drit­ten Kreuz­zug im Ge­fol­ge des sei­ner­zei­ti­gen Bi­schofs von Müns­ter Her­mann II. von Kat­zeneln­bo­gen und da­mit von Kai­ser Fried­rich Bar­ba­ros­sa ist wahr­schein­lich. Ne­ben dem Wap­pen­tier flie­gen­der Fisch (ana­log dem Wap­pen der Fa­mi­lie Brock­dorff) weist dar­auf eine Fa­mi­li­en­über­lie­fe­rung hin, nach der sie we­gen der Teil­nah­me an der Be­la­ge­rung von Ak­kon das kirch­li­che Pri­vi­leg der Be­frei­ung vom Fas­ten be­saß.

1266 er­warb die Fa­mi­lie mit En­gel­ber­tus dic­tus de De­ck­in­c­bro­ke erst­mals das Amt des „Dros­ten“ des Dom­ka­pi­tels Müns­ter, die Äm­ter des Käm­me­rers des durch Bi­schof Her­mann I. (Müns­ter) ge­grün­de­ten ade­li­gen Da­men­stifts Über­was­ser in Müns­ter und des Burg­manns in Ahaus. Ins­be­son­de­re das Dom­ka­pi­tel be­saß da­mals gro­ßen Grund­be­sitz im Müns­ter­land, den der Drost ver­wal­te­te. Mit Al­hard († 1399) nahm das Adels­ge­schlecht nach die­sem seit drei Ge­nera­tio­nen in der Fa­mi­lie erb­li­chen Amt den Na­men Dros­te, mit Jo­hann († 1438) nach dem Er­werb der Burg Hüls­hoff bei Ha­vix­beck den Na­men Dros­te zu Hüls­hoff an. Die ge­wohn­heits­recht­li­che Füh­rung des Freiherren­titels wur­de 1843 durch Preu­ßen ge­neh­migt.

Erbmänner, Stadträte und Bürgermeister in Münster

Burg Hülshoff

Burg Hüls­hoff

Die ur­ade­li­ge Fa­mi­lie hat­te im 13. Jahr­hun­dert ih­ren Stamm­sitz De­cken­brock ver­las­sen, weil der mäch­tig ge­wor­de­ne Bi­schof und Lan­des­herr von Müns­ter des­sen Be­fes­ti­gung nicht zu­ließ. Sie ließ sich in der be­fes­tig­ten Stadt Müns­ter nie­der, ver­misch­te sich mit den in Müns­ter „Erb­män­ner“ ge­nann­ten Stadt­pa­tri­zi­ern und er­warb so­ge­nann­te „Erb­manns­hö­fe“. Ver­wandt­schaft be­stand aber schon im 14. und 15. Jahr­hun­dert auch mit füh­ren­den Fa­mi­li­en des Stifts­adels wie z. B. den Müns­ter (west­fä­li­sches Adels­ge­schlecht) und den Mor­ri­en. Die Erb­män­ner­fa­mi­li­en hei­ra­te­ten meist nur un­ter­ein­an­der; die Stamm­her­ren der De­cken­brock / Dros­te zu Hüls­hoff hei­ra­te­ten Töch­ter aus den Erb­män­ner­ge­schlech­tern Tra­vel­mann, Scho­ne­beck, Le­ven­di­ge, Klei­horst, Kercke­rinck, Strick, Wa­ren­dorp und Ste­ven­inck. Aus­schließ­lich Erb­män­ner wa­ren bis Mit­te des 16. Jahr­hun­derts in Müns­ter (das zu die­ser Zeit ca. 20.000 Ein­woh­ner hat­te) als Schöf­fen, Mit­glie­der des Stadt­rats und als Bür­ger­meis­ter wähl­bar. Die De­cken­brock / Dros­te zu Hüls­hoff stell­ten vom 13. bis 17. Jahr­hun­dert zahl­rei­che Trä­ger die­ser Äm­ter in Müns­ter, das seit Mit­te des 13. Jahr­hun­derts Han­se­stadt war. Jo­hann III. von De­cken­brock (1295–1349) zum Bei­spiel be­klei­de­te das Amt des Bür­ger­meis­ters und Rich­ters von Müns­ter in den Jah­ren 1312–1313, 1321–1322, 1327, 1333 so­wie 1337–1339. In sei­ne Amts­jah­re fiel der Bau­be­ginn der Bür­ger­hal­le des his­to­ri­schen Rat­hau­ses, in dem 1648 der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg durch den West­fä­li­schen Frie­den be­en­det wur­de. Als Bür­ger­meis­ter von Müns­ter sind da­nach be­kannt: Jo­hann IV. von De­cken­brock (1381–1446), Jo­hann VII. von Dros­te zu Hüls­hoff (1467–1539), so­wie Ever­win II. von Dros­te zu Han­dorf († 1535, Ver­hand­lungs­füh­rer des Stadt­ra­tes zu Be­ginn des Täu­fer­reichs). Auf­grund der Zer­stö­rung des Stadt­ar­chivs Müns­ter und des Fa­mi­li­en­ar­chivs durch die Täu­fer feh­len über sie ge­naue­re An­ga­ben, wie sie glück­li­cher­wei­se über den letz­ten Bür­ger­meis­ter aus der Fa­mi­lie, Bern­hard II. von Dros­te zu Hüls­hoff, be­kannt sind.

Die aus Äm­tern und Han­del stam­men­den Ge­win­ne leg­ten die Erb­män­ner­fa­mi­li­en durch Er­werb von Grund­be­sitz in Stadt­nä­he an. Die Dros­te zu Hüls­hoff hat­ten schon re­la­tiv früh, 1417, zu­sätz­lich zu ih­rem Stamm­sitz De­cken­brock so­wie an­de­ren Gü­tern das Rit­ter­gut Hüls­hoff er­wor­ben, das sie spä­ter durch wei­te­re na­he­ge­le­ge­ne Erb­män­ner­be­sit­zun­gen wie Haus Vö­ge­ding, Haus Sta­pel und Haus Brock er­wei­ter­ten. Be­kannt sind die Erb­män­ner­fa­mi­li­en – die Dros­te zu Hüls­hoffs sind eine der drei im­mer noch blü­hen­den – durch den Müns­ter­sche Erb­män­ner­streit, der in al­len welt­li­chen und geist­li­chen In­stan­zen an die 150 Jah­re er­folg­reich um die An­er­ken­nung die­ser Fa­mi­li­en als ur­ade­li­ge Adels­fa­mi­li­en ge­führt wur­de. Der Pro­zess ist im Fal­le der Fa­mi­lie Dros­te zu Hüls­hoff, die ur­sprüng­lich edel­frei war und der Rit­ter­schaft an­ge­hör­te, pa­ra­dox. Die o.g. Ver­nich­tung des ihr des Ar­chivs im Stadt­haus der Fa­mi­lie be­rei­te­te in dem Erb­män­ner­pro­zess Be­weis­pro­ble­me. Ob­wohl die Erb­män­ner den Pro­zess ge­gen zahl­rei­che Schach­zü­ge des nicht­erb­män­ni­schen Land­adels ge­wan­nen, wa­ren ihre Be­sit­zun­gen durch den Ver­lust der Steu­er­frei­heit und der Zu­gän­ge zu den rei­chen Pfrün­den der stifts­fä­hi­gen Fa­mi­li­en in die­ser Zeit stark be­nach­tei­ligt. Die Fa­mi­lie Dros­te-Hüls­hoff lehn­te da­her, wie die an­de­ren Erb­män­ner­fa­mi­li­en, die Wahl in städ­ti­sche Äm­ter ab dem 16. Jahr­hun­dert ab und streb­te nur noch ade­li­ge Hof­äm­ter an. Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge wie Bern­hard III. (1634–1700) muss­ten, weil der Pro­zess ver­schleppt wur­de, 1661 selbst beim Reichs­kam­mer­ge­richt in Spey­er die Sa­che vor­an­trei­ben. Bern­hard, im­mer­hin mit der ur­ade­li­gen Jo­han­na von Nes­sel­ro­de-Hu­gen­po­et ver­hei­ra­tet, sah sich – wie an­de­re Erb­män­ner – so­gar ge­zwun­gen, sei­nen gan­zen Be­sitz als Si­cher­heit zu ver­pfän­den – in der ver­geb­li­chen Er­war­tung, dass dann ein für die Erb­män­ner güns­ti­ges Ur­teil voll­streckt wür­de. Erst nach­dem der Pro­zess auch in der Re­vi­si­on nicht nur ge­won­nen, son­dern das Er­geb­nis auch ge­gen star­ke Wi­der­stän­de un­ter An­dro­hung der Reichs­acht mit­hil­fe Preus­sens durch­ge­setzt wer­den konn­te, konn­te 1717 end­lich die Auf­schwö­rung des Hein­rich-Jo­hann von Dros­te zu Hüls­hoff (1677–1739) als ers­ten Fa­mi­li­en­mit­glieds nach 150 Jah­ren statt­fin­den.

We­gen die­ser Er­fah­run­gen ver­hei­ra­te­ten sich die Stamm­her­ren auf Hüls­hoff seit dem 16. Jahr­hun­dert aus­schließ­lich mit Fa­mi­li­en aus dem Stifts­adel wie den von der Heyden, von Ne­heim, Nes­sel­ro­de, Lip­per­hei­de, Dros­te zu Vi­sche­ring, Re­cke, Boe­sela­ger, Haxt­hau­sen, Wendt, Bo­choltz und El­men­dorff. An­de­re Fa­mi­li­en­mit­glie­der ver­ban­den sich mit den Fa­mi­li­en Klit­zing, Kercke­rinck, von der Müh­len, Mas­sen­bach, Mal­linck­rodt, Mer­veldt, Ket­te­ler, Both­mer, Pfet­ten, Schö­nau, Raitz von Frentz und Gel­mi­ni von Kreutz­hof.

Verbundenheit mit dem Hochstift Münster

Von An­fang an stand die Fa­mi­lie Dros­te zu Hüls­hoff in en­ger Be­zie­hung zur ka­tho­li­schen Kir­che. Schon ihr Stamm­va­ter Bern­hard von De­cken­brock soll am Drit­ter Kreuz­zug im Ge­fol­ge des sei­ner­zei­ti­gen Bi­schofs von Müns­ter Her­mann II. von Kat­zeneln­bo­gen und da­mit von Kai­ser Fried­rich Bar­ba­ros­sa teil­ge­nom­men ha­ben. Das Stamm­gut De­cken­brock in Evers­win­kel lie­fer­te schon im 12. Jahr­hun­dert sei­nen Zehn­ten an das ade­li­ge Da­men­stift Über­was­ser­kir­che in Müns­ter ab, als des­sen Käm­me­rer En­gel­bert von De­cken­brock im 13. Jahr­hun­dert am­tier­te, der auch das Dros­ten­amt des Dom­ka­pi­tels des Hoch­stifts Müns­ter be­klei­de­te. Der Hof Lüt­ke De­cken­brock, ur­sprüng­lich frei­es Ei­gen der Fa­mi­lie, stand nach ei­ner Ur­kun­de 1301 im Ei­gen­tum des Über­was­ser­klos­ters, das ihn der Fa­mi­lie zu Le­hen gab. In der Über­was­ser­kir­che hat­te die Fa­mi­lie noch 1570 eine Gruft, in der Hein­rich I. und sei­ne Frau, geb. von Ste­ven­inck zu Möl­len­beck, be­stat­tet wur­den. Als Rit­ter wa­ren die De­cken­brock Va­sal­len der Bi­schö­fe von Müns­ter, für die sie im­mer wie­der in den Krieg zie­hen muss­ten und des Bi­schöfs von Os­na­brück, der Bern­hard III. von Dros­te zu Hüls­hoff noch 1671 zum per­sön­li­chen Kriegs­dienst rief. Fa­mi­li­en­mit­glie­der wa­ren als Erb­män­ner und Bür­ger­meis­ter von Müns­ter auch an der Re­gie­rung im Fürst­bis­tum Müns­ter be­tei­ligt.

In die kon­fes­sio­nel­len Strei­tig­kei­ten in Müns­ter wa­ren vie­le Fa­mi­li­en­mit­glie­der di­rekt ver­wi­ckelt: So soll Jo­hann VII. von Dros­te zu Hüls­hoff (1467–1539) den spä­te­ren Haupt­pre­di­ger des Täu­fer­rei­ches von Müns­ter Bernd Roth­mann zur Uni­ver­si­tät Wit­ten­berg ge­schickt ha­ben; als Bür­ger­meis­ter von Müns­ter muss­ten er und sein On­kel Ever­win II. von Dros­te zu Han­dorf, die bei­de wei­ter dem ka­tho­li­schen Glau­ben an­hin­gen, in den 1530er Jah­ren dann strei­tig mit den Pro­tes­tan­ten ver­han­deln. Des­sen Söh­ne, Al­hard III. von Dros­te zu Uh­len­brock und Ever­win III. von Dros­te zu Han­dorf, wa­ren 1532 so­gar un­ter den Op­fern ei­nes Über­falls der Wie­der­täu­fer in Telg­te. Kon­se­quen­ter­wei­se war ihr Vet­ter Hein­rich I. von Dros­te zu Hüls­hoff (1500–1570) – als Lehns­mann des Bi­schofs Franz von Wal­deck – 1534 an der Be­frei­ung der Stadt Müns­ter aus der Hand der Täu­fer be­tei­ligt; als Rit­ter ist er auf ei­nem Re­li­ef an der Burg Hüls­hoff ab­ge­bil­det. Nach den Ver­wüs­tun­gen der Wie­der­täu­fer­zeit ar­bei­te­te Ever­win von Dros­te zu Hüls­hoff (1540–1604) mit Gott­fried von Raes­feld an der ka­tho­li­schen Re­form in Müns­ter, des­sen Bür­ger­meis­ter Bern­hard  II. von Dros­te zu Hüls­hoff den Aus­gleich zwi­schen den Kon­fes­sio­nen such­te. Sein Sohn Hein­rich II. (1597–1666) war ein über­zeug­ter Ka­tho­lik: Er stif­te­te erst­mals eine Ka­pel­le auf der Burg Hüls­hoff und ver­kauf­te sein Stadt­haus („Hüls­hof­fer Hof“) an das heu­te noch be­stehen­de „Col­le­gi­um Ma­ria­num“. Des­sen Sohn Bern­hard III. (1634–1700) för­der­te die Do­mi­ni­ka­ner­kir­che, in­dem er Ge­län­de sei­nes dor­ti­gen Stadt­ho­fes ver­kauf­te. Pro­tes­tan­tisch da­ge­gen wur­den Ever­win von Dros­te zu Möl­len­beck, sein Bru­der, der im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg nach Sach­sen ver­schla­ge­ne Oberst und Guts­be­sit­zer Her­bert von Dros­te zu Möl­len­beck (heu­te Müns­ter-Wol­beck) so­wie sein Sohn Jo­hann Eber­hard von Dros­te zu Züt­zen und auch der mit ih­nen ver­wand­te Fa­mi­li­en­zweig in Dan­zig und Ost­preu­ßen.

Ins­ge­samt drei­ßig Fa­mi­li­en­mit­glie­der wa­ren laut Ger­ma­nia sa­cra ka­tho­li­sche Dom­her­ren (Ka­no­ni­ker), Stifts­da­men (Ka­no­nis­sen) und Or­dens­leu­te; ei­ni­ge da­von be­klei­de­ten das Amt des Vi­kars, Props­tes, De­chan­ten bzw. der Cel­le­ra­r­in, wie z. B. Ever­win Dros­te, bi­schöf­li­cher Of­fi­zi­al und De­chant von St. Mar­ti­ni, Jo­hann Be­ne­dikt von Dros­te zu Hüls­hoff, 1689 Propst der Al­ten Pfarr- und Stifts­kir­che St. Ae­gi­dii. Die Fa­mi­lie brach­te mit Eli­sa­beth († 1510) und Ma­ria († 1714) zwei Äb­tis­si­nen des ade­li­gen Frau­en­stifts Ha­vix­beck-Ho­hen­hol­te her­vor; Anna Eli­sa­beth von Dros­te zu Hüls­hoff (1733–1805), Äb­tis­sin des Stifts Me­te­len, war die Pa­tin der Dich­te­rin An­net­te; an­de­re Fa­mi­li­en­mit­glie­der wa­ren Stifts­da­men z. B. in Not­tuln, Hör­de und Wülmer­sen. Trotz des Erb­män­ner­streits wa­ren meh­re­re Fa­mi­li­en­mit­glie­der Dom­her­ren in Müns­ter, Os­na­brück und Hil­des­heim. Je­doch er­reich­ten we­gen die­ses Streits erst kurz vor dem Un­ter­gang des Hoch­stifts Müns­ter zwei Fa­mi­li­en­mit­glie­der hoch do­tier­te und sehr an­ge­se­he­ne Äm­ter für den Stifts­adel: Ernst Con­stanz von Dros­te zu Hüls­hoff (1736–1799), Dom­de­chant, wur­de so­gar zur Kan­di­da­tur als Fürst­bi­schof auf­ge­for­dert, ver­zich­te­te aber 1780 zu­guns­ten Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich, über­zeugt, dass nur ein Prinz aus mäch­ti­gem Hau­se die Un­ab­hän­gig­keit des Fürst­bis­tums Müns­ter be­wah­ren könn­te. Hein­rich Jo­han­nes Franz von Dros­te zu Hüls­hoff (1768–1836), ein On­kel der Dich­te­rin, be­klei­de­te als ein­zi­ger Ade­li­ger noch nach dem Un­ter­gang des Hoch­stifts Müns­ter das Amt des Dom­props­tes.

Kirchliches und soziales Engagement

Deutsche Version des Welterbe-Emblems: das UNESCO-Welterbezentrum wurde 1992 durch Bernd von Droste zu Hülshoff begründet

Deut­sche Ver­si­on des Welt­erbe-Em­blems: das UNESCO-Welt­erbe­zen­trum wur­de 1992 durch Bernd von Dros­te zu Hüls­hoff be­grün­det

Mit dem Er­werb von Burg Hüls­hoff 1417 trat die Fa­mi­lie in enge Be­zie­hung zur Pfarr­kir­che St. Pan­ta­le­on (Ro­x­el), wo vie­le Fa­mi­li­en­mit­glie­der, dar­un­ter An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff, ge­tauft wur­den oder auf de­ren Fried­hof ihre letz­te Ru­he­stät­te fan­den. Rich­mod von Dros­te zu Hüls­hoff († 1613, Ehe­frau von Bern­hard  II. von Dros­te zu Hüls­hoff) grün­de­te zu­sam­men mit ih­rer Schwä­ge­rin, der Stifts­da­me Be­ne­dic­ta von Dros­te zu Hüls­hoff, die von Droste’sche Ar­men­stif­tung für die Bür­ger von Ro­x­el. De­ren Sohn Bern­hard  III. Dros­te zu Hüls­hoff stif­te­te 1687 für die Pfarr­kir­che ei­nen Sei­ten­al­tar von Fried­rich Wil­helm Neu­haus, 1671 eine Monstanz und die gro­ße „Salvator“-Glocke von 1693. Dem Dorf schenk­te er 1698 auch ein Schul­haus mit Leh­rer­woh­nung. Sein Sohn Hein­rich-Jo­hann I. Dros­te zu Hüls­hoff (1677–1739) schenk­te ihr und der Stifts­kir­che St. Ge­org (Ho­hen­hol­te) die ers­ten Or­geln. Er stif­te­te sei­ner Pfarr­kir­che auch vier Sta­tu­en der la­tei­ni­schen Kir­chen­vä­ter Hie­ro­ny­mus, Am­bro­si­us, Au­gus­ti­nus und Gre­gor von dem Bild­hau­er Jo­hann Wil­helm Grö­nin­ger, die ur­sprüng­lich für die Ka­pel­le von Burg Hüls­hoff be­stimmt wa­ren. Eine Kreu­zi­gungs­grup­pe des des­sel­ben Künst­lers, wel­che die Fa­mi­lie ge­stif­tet hat­te, war seit 1746/47 auf dem Fried­hof auf­ge­stellt. Als die fran­zö­si­sche Re­vo­lu­ti­on den Comte de Buis­se­ret de Bla­ring­hem (1730–1800) ver­trieb, fan­den er und sei­ne Toch­ter Asyl in Burg Hüls­hoff und wur­den in der Fa­mi­li­en­grab­stät­te bei­gesetzt, wor­an noch ein Epi­taph in St. Pan­tha­le­on er­in­nert.

The­re­se von Dros­te zu Hüls­hoff, die Mut­ter der Dich­te­rin, mach­te eine Stif­tung zur Er­rich­tung ei­ner Ka­pel­le ih­rer Ur­sprungs­fa­mi­lie von Haxt­hau­sen (Adels­ge­schlecht) und stif­te­te das „Ewi­ge Licht” der Wall­fahrts­kir­che Bai­ten­hau­sen bei Meers­burg. An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff selbst schuf be­deu­ten­de re­li­giö­se Dich­tung – ih­ren Ge­dicht­zy­klus Das geist­li­che Jahr hat sie als ihr nütz­lichs­tes Werk be­zeich­net. Kon­fes­sio­nel­le Enge war ihr aber zu­wi­der; sie war auch mit vie­len Pro­tes­tan­ten be­freun­det. Ihr Vet­ter Cle­mens-Au­gust von Dros­te zu Hüls­hoff war u. a. ein pro­mi­nen­ter Kir­chen­recht­ler und Freund von Ge­org Her­mes (Theo­lo­ge), der auch das Ver­trau­en der pro­tes­tan­ti­schen Be­am­ten­schaft ge­noss. Ein Geg­ner der Preu­ßen beim Köl­ner Er­eig­nis war da­ge­gen der Bru­der der Dich­te­rin, Wer­ner-Con­stan­tin von Dros­te zu Hüls­hoff, der sich auch an der Wie­der­grün­dung des Mal­te­ser­or­dens in Deutsch­land be­tei­lig­te, in dem sei­ne Söh­ne Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff und Fer­di­nand von Dros­te zu Hüls­hoff sich ka­ri­ta­tiv en­ga­gier­ten. Hein­rich, der die Ka­pel­le an die Burg Hüls­hoff an­bau­te, und sei­ne Brü­der Cle­mens Fried­rich Dros­te zu Hüls­hoff und Carl Cas­par von Dros­te zu Hüls­hoff nah­men am Kul­tur­kampf mit dem preu­ßi­schen Staat und der Grün­dung der Deut­schen Zen­trums­par­tei teil – wo­für sie ih­rer Äm­ter als Land­rä­te ent­ho­ben wur­den. Cle­mens Fried­rich stif­te­te das noch be­stehen­de Ma­ri­en­stift Dros­te zu Hüls­hoff in Ha­vix­beck. Sein Vet­ter Con­stan­tin Ma­ria von Dros­te zu Hüls­hoff wirk­te in den USA als Mis­sio­nar. Des­sen Schwes­ter The­re­se Dahn, geb. von Dros­te zu Hüls­hoff da­ge­gen hei­ra­te­te den li­be­ra­len Pro­tes­tan­ten Fe­lix Dahn. Als Bruch mit der Fa­mi­li­en­tra­di­ti­on wur­de emp­fun­den, dass der letz­te Stamm­herr auf Hüls­hoff, Wer­ner von Dros­te zu Hüls­hoff (1872–1945) in zwei­ter Ehe pro­tes­tan­tisch hei­ra­te­te – nach­dem ihn sei­ne ka­tho­li­sche ers­te Frau ver­las­sen hat­te. Die heu­te noch blü­hen­de nach­ge­bo­re­ne Li­nie blieb da­ge­gen ka­tho­lisch.

Gutsbesitzer in der Familie

Burg Hüls­hoff und der da­zu­ge­hö­ri­ge Guts­be­sitz blie­ben fast 600 Jah­re im Be­sitz der (1945 er­lo­sche­nen) Stamm­li­nie. Ers­ter pro­mi­nen­ter Ei­gen­tü­mer war der Müns­te­ra­ner Bür­ger­meis­ter Bern­hard II. von Dros­te zu Hüls­hoff (1542–1624). Aus­ge­stor­be­ne west­fä­li­sche Sei­ten­li­ni­en sa­ßen im 16. Jahr­hun­dert auch auf den erb­män­ni­schen Gü­tern in Han­dorf, Uh­len­brock und Möl­len­beck, heu­te Wol­beck, in Din­ker bei Soest, im 18. Jahr­hun­dert auf den Burg­hö­fen in Telg­te und Heek so­wie im 19. und 20. Jahr­hun­dert auf Haus Alst und Haus Sta­pel; über die um­fang­rei­chen Gü­ter der Fa­mi­li­en­zwei­ge in Sach­sen und Ost­preu­ßen ist nicht viel be­kannt.

Das Stamm­gut Hüls­hoff er­hielt, auch wenn nie ein Fi­dei­kom­miss be­stand, jahr­hun­der­te­lang im­mer nur der äl­tes­te Sohn (sog. Ma­jo­rat); die jün­ge­ren Ge­schwis­ter wa­ren auf eine Ver­sor­gung auf Ne­ben­gü­tern wie Burg Nien­borg, im kirch­li­chen oder staat­li­chen Dienst bzw. eine vor­teil­haf­te Hei­rat an­ge­wie­sen. Cle­mens-Au­gust  II. von Dros­te zu Hüls­hoff schuf im 19. Jahr­hun­dert durch Er­werb von Haus Rüsch­haus ei­nen neu­en Ne­ben­sitz für die un­ver­hei­ra­te­ten Fa­mi­li­en­mit­glie­der von Hüls­hoff.

Die Burg­her­ren wa­ren z. B. durch Be­la­ge­rungs­ver­su­che und Ein­quar­tie­run­gen von Mi­li­tär her­aus­ge­for­dert (dank der Be­fes­ti­gun­gen ver­tei­dig­te man sich in Hüls­hoff noch im 18. Jahr­hun­dert mit 18 Mann und eben­so vie­len stets ge­la­de­nen Ge­weh­ren). Noch im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg (1756–1763) muss­te Cle­mens-Au­gust I. mit sei­nen Brü­dern den zu Gut Hüls­hoff ge­hö­ri­gen Hof De­ge­ner vor fran­zö­si­schen Plün­de­rern schüt­zen. Ne­ben der Ver­wal­tung des Guts­be­sit­zes nah­men zahl­rei­che von ih­nen öf­fent­li­che Äm­ter wahr, al­ler­dings eher auf kom­mu­na­ler Ebe­ne. Ob­wohl sie wäh­rend des Be­stehens des Fürst­bis­tums nur in ge­rin­gem Um­fang selbst Land­wirt­schaft be­trie­ben, son­dern viel­mehr von den Ab­ga­ben der – wenn auch nicht leib­ei­ge­nen, so doch ab­hän­gi­gen – Bau­ern und Köt­ter leb­ten, wur­de die wirt­schaft­li­che Lage u. a. von ih­rem kauf­män­ni­schen Ge­schick be­stimmt. Da Rit­ter­gü­ter zu je­ner Zeit au­ßer­dem rich­ter­li­che, so­zia­le und ca­ri­ta­ti­ve Auf­ga­ben wahr­nah­men, hat­ten die Guts­be­sit­zer und ihre Ehe­frau­en viel Ver­ant­wor­tung. Zur Grund­herr­schaft ge­hör­te auch das Jagd­recht, das von vie­len Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen mit gro­ßer Pas­si­on per­sön­lich aus­ge­übt wur­de.

Im 20. Jahr­hun­dert kam es in der Stamm­li­nie auf Burg Hüls­hoff und der Li­nie auf Haus Sta­pel zur weib­li­chen Erb­fol­ge, nach­dem dies schon 1899 für das Ne­ben­gut Füch­tel so ge­sche­hen war. Heu­te blüht nur die nach­ge­bo­re­ne Li­nie noch. Sie hat ih­ren Grund­be­sitz nicht mehr in West­fa­len, seit­dem de­ren Vor­fahr das 1879 er­wor­be­ne Schloss Ham­born be­reits 1912 wie­der ver­kau­fen muss­te, son­dern im Ba­di­schen.

Ausbildung und Kavaliersreisen

Der zu­künf­ti­ge Erbe von Hüls­hoff er­hielt je­weils eine be­son­ders sorg­fäl­ti­ge und – we­gen des da­mit ver­bun­de­nen Pres­ti­ges auch auf­wän­di­ge – Aus­bil­dung un­ter Mit­wir­kung ei­nes Hof­meis­ters, mit dem er im 17. und 18. Jahr­hun­dert auf die sog. Ka­va­liers­tour ging, die ge­le­gent­lich auch aben­teu­er­lich ver­lief: Hein­rich II. (1597–1666) mach­te noch 1623, der drei­ßig­jäh­ri­ger Krieg war be­reits im Gan­ge, eine Rei­se durch Frank­reich mit län­ge­rem Auf­ent­halt in Pa­ris. Auch des­sen jün­ge­rer Bru­der Bern­hard wur­de, ob­gleich nicht künf­ti­ger Erbe, zu Stu­di­en nach Frank­reich ge­schickt, wo ihn 20–jährig bei Metz 1629 die Pest hin­weg­raff­te. Den nächs­ten Stamm­herrn, Bern­hard III. (1634–1700), führ­te die Rei­se durch Frank­reich nach Pa­ris, wo er meh­re­re Mo­na­te weil­te, dann über Bay­ern und Ös­ter­reich nach Sach­sen zur sei­nem Vet­ter Her­bert von Dros­te zu Zut­zen, wo er ei­ni­ge Zeit blieb. Der Sohn von Bern­hard III., Hein­rich-Jo­hann I. (1677–1739), reis­te – auch zu Uni­ver­si­täts­stu­di­en – u. a. nach Prag und nach Salz­burg so­wie wei­te­ren, nicht be­kann­ten, Zie­len im Aus­land. Von die­ser Rei­se brach­te er aus dem Aus­land ei­nen „Moh­ren” na­mens „Jun­ker­ding”, mit, der die Toch­ter des Or­ga­nis­ten von St. Pan­ta­le­on (Ro­x­el) hei­ra­te­te und selbst die von Hein­rich-Jo­hann ge­stif­te­te Or­gel spiel­te. Die Ka­va­liers­tour sei­nes Soh­nes, Hein­rich-Wil­helm I. (1704–1754), führ­te eben­falls nach Salz­burg, dann über Inns­bruck, Tri­est, Ve­ro­na, Man­tua, Cre­mo­na, Piz­zi­ghet­to­ne nach Mai­land bis nach Rom. Er wird von Jo­hann Hol­sen­bür­ger als ge­schick­ter Rei­ter und Fech­ter be­schrie­ben, was er un­ter Be­weis stell­te, als er in Rom ei­ner Fürs­tin Co­lon­na, der die Pfer­de durch­ge­gan­gen wa­ren, das Le­ben ret­te­te. Sie soll ihm so dank­bar ge­we­sen sein, dass sie ihm das Recht ver­lieh, sich mit der Säu­le aus dem Fa­mi­li­en­wap­pen der Co­lon­nas zu schmü­cken. Die Be­zie­hun­gen der Co­lon­na zum Hei­li­gen Stuhl ka­men ihm zu­stat­ten, als er auf dem Pe­ters­platz von ei­nem Gra­fen Fug­ger zum Du­ell ge­for­dert, die­sen in Not­wehr er­sto­chen hat­te, wor­auf er auf Ver­mitt­lung der Fürs­tin Kir­chen­asyl er­hielt. Ur­sa­che des Du­ells war, dass Hein­rich-Wil­helm bei sei­nem Ab­schieds­di­ner in Salz­burg ver­ges­sen hat­te, Fug­ger brauch­ge­mäß zu­zu­trin­ken, wo­nach die­ser – aus ei­ner sehr rei­chen, aber nicht ur­ade­li­gen Fa­mi­lie stam­mend – sich Ra­che ge­schwo­ren hat­te. Nach die­ser tra­gi­schen Be­ge­ben­heit war Hein­rich-Wil­helm sei­nes Le­bens nie mehr rich­tig froh ge­wor­den, ob­wohl er auch ein „Meis­ter auf der Flö­te“ ge­we­sen sein soll. Noch auf dem Ster­be­bett warn­te er sei­ne Kin­der vor den da­mals so häu­fi­gen Du­el­len.

Erst zu Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts wur­de nicht nur dem Stamm­herrn Wer­ner-Con­stan­tin von Dros­te zu Hüls­hoff, son­dern auch sei­nen Schwes­tern An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff, die von ihm eine Apa­na­ge er­hielt, und Jen­ny von Dros­te zu Hüls­hoff eine sorg­fäl­ti­ge häus­li­che Aus­bil­dung, al­ler­dings kein Uni­ver­si­täts­stu­di­um, wie es seit Jahr­hun­der­ten für die männ­li­chen Fa­mi­li­en­mit­glie­der die Re­gel war, zu­teil. Dar­an wirk­ten auch Haus­ka­plä­ne und fran­zö­si­sche Er­zie­he­rin­nen mit.

Familienmitglieder im öffentlichen Dienst

Vie­le Mit­glie­der der Erbmänner­familie Dros­te zu Hüls­hoff hat­ten vom 13. bis zum 17. Jahr­hun­dert Äm­ter als Schöf­fen, Rich­ter, Rats­her­ren und Bür­ger­meis­ter der Stadt Müns­ter inne. Mit­glie­der an­de­rer Fa­mi­li­en­zwei­ge be­klei­de­ten bis ins 18. Jahr­hun­dert ähn­li­che gut do­tier­te Äm­ter in Dan­zig und Kö­nigs­berg. Ver­hält­nis­mä­ßig we­ni­ge Fa­mi­li­en­mit­glie­der schlu­gen eine mi­li­tä­ri­sche Lauf­bahn ein wie der schwe­di­sche Oberst Her­bert von Dros­te zu Möl­len­beck und sein Sohn, der säch­si­sche Ge­ne­ral Jo­hann Eber­hard von Dros­te zu Züt­zen (1662–1726), der Deutsch-Or­dens­rit­ter und fürst­bi­schöf­li­che Ge­ne­ral Hein­rich-Jo­hann von Dros­te zu Hüls­hoff (1735–1798) und die preu­ßi­schen Be­rufs­of­fi­zie­re Max von Dros­te zu Hüls­hoff (1832–1904) und Mo­ritz von Dros­te zu Hüls­hoff (1839–1888). Ever­win Dros­te zu Hüls­hoff (1649–1698) war bi­schöf­li­cher Rat und Syn­di­cus in Müns­ter, Cle­mens-Au­gust II. von Dros­te zu Hüls­hoff am­tier­te im Groß­her­zog­tum Berg als „Mai­re“ (Bür­ger­meis­ter) von Ro­x­el, sein Sohn Wer­ner-Con­stan­tin von Dros­te zu Hüls­hoff über­nahm po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung u. a. als Mit­glied des west­fä­li­schen Pro­vin­zi­al­land­tags. Im Dienst Preus­sens stand der Bon­ner Hoch­schul­leh­rer Cle­mens-Au­gust von Dros­te zu Hüls­hoff. Die Ju­ris­ten Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff, Cle­mens Fried­rich Dros­te zu Hüls­hoff und Cle­mens von Dros­te zu Hüls­hoff wa­ren als Land­rä­te so­wie Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff (1833–1905) als Re­gie­rungs­rat im preu­ßi­schen Staats­dienst tä­tig. Als Ver­wal­tungs­ju­rist in Ba­den-Würt­tem­berg ar­bei­te­te Wil­de­rich von Dros­te zu Hüls­hoff. Forst­meis­ter in an­hal­ti­schen Diens­ten war Fer­di­nand von Dros­te zu Hüls­hoff (1800–1829). Forst­meis­ter in Preu­ßen und spä­ter Ober­land­forst­meis­ter in Rhein­land-Pfalz war Ma­ria­no von Dros­te zu Hüls­hoff (1907–1997), des­sen Sohn Bernd von Dros­te zu Hüls­hoff eben­falls als Forst­meis­ter in Rhein­land-Pfalz be­gann, dann in Bay­ern eine Uni­ver­si­täts­lauf­bahn ein­schlug und schließ­lich in den Dienst der UNESCO trat.

Familienmitglieder in Literatur, Wissenschaft, Kunst und Denkmalschutz

In­ter­na­tio­nal be­deu­tend ist die Dich­te­rin und Kom­po­nis­tin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff – ihr ein­zi­ges voll­ende­tes Pro­sa­werk Die Ju­den­bu­che, das auf ei­ner Fa­mi­li­en­über­lie­fe­rung ba­siert, ist in mehr als sechs Mil­lio­nen Ex­em­pla­ren ver­brei­tet und in acht Spra­chen über­setzt wor­den. Be­deu­tend ist auch heu­te noch ihre Ly­rik. Ihre Schwes­ter Jen­ny von Dros­te zu Hüls­hoff ist als Samm­le­rin von Mär­chen für die Ge­brü­der Grimm, als Gast­ge­be­rin von Dich­tern in Burg Meers­burg und als Ma­le­rin her­vor­ge­tre­ten. Die Ver­bin­dung der Fa­mi­lie zur Li­te­ra­tur war be­reits im 16./17. Jahr­hun­dert durch den Hu­ma­nis­ten Ever­win Dros­te und das Mit­glied der frucht­brin­gen­den Ge­sell­schaft, Ever­win von Dros­te zu Möl­len­beck, ent­stan­den. Nach der Dich­te­rin ha­ben in der Fa­mi­lie auch Fer­di­nand von Dros­te zu Hüls­hoff, Eli­sa­beth von Dros­te zu Hüls­hoff, The­re­se Dahn, Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff, des­sen Toch­ter Ma­ria An­nun­zia­ta und des­sen En­kel Wil­de­rich von Dros­te zu Hüls­hoff bel­le­tris­tisch pu­bli­ziert. Wis­sen­schaft­li­che Au­toren aus der Fa­mi­lie sind die Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren Cle­mens-Au­gust von Dros­te zu Hüls­hoff und Bernd von Dros­te zu Hüls­hoff so­wie die Or­ni­tho­lo­gen Fer­di­nand von Dros­te zu Hüls­hoff und des­sen Bru­der Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff (1833–1905). Als Kom­po­nist ist Ma­xi­mi­li­an-Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff her­vor­ge­tre­ten, der ein Freund von Jo­seph Haydn und auch der Kom­po­si­ti­ons­leh­rer von An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff war. Eine zeit­ge­nös­si­sche Or­ches­ter­di­ri­gen­tin, Ma­le­rin und Schrift­stel­le­rin in der Fa­mi­lie ist Hor­ten­se von Gel­mi­ni.

In der Fa­mi­lie gibt es eine jahr­hun­der­te­lan­ge Mu­sik­tra­di­ti­on: Hein­rich-Jo­hann Dros­te zu Hüls­hoff (1677–1739) stif­te­te Ba­rock­or­geln in Ro­x­el und Ho­hen­hol­te. Sein Sohn Hein­rich-Wil­helm war ein „Meis­ter auf der Flö­te“; auch des­sen Schwie­ger­toch­ter, Bern­har­di­ne von der Re­cke (Adels­ge­schlecht) war hoch­mu­si­ka­lisch. Ihr Sohn, der nach­ma­li­ge Uni­ver­si­täts­rek­tor Cle­mens-Au­gust von Dros­te zu Hüls­hoff galt als her­vor­ra­gen­der Kla­vier­spie­ler. Der Bru­der des Kom­po­nis­ten und Va­ter der Dich­te­rin, Cle­mens-Au­gust II. von Dros­te zu Hüls­hoff hat nach de­ren Wor­ten „in voll­ende­ter Wei­se“ Gei­ge ge­spielt. An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff selbst hat zahl­rei­che Lie­der kom­po­niert, die noch heu­te auf­ge­führt und auf­ge­nom­men wer­den und ist als Sän­ge­rin und Kla­vier­spie­le­rin auf­ge­tre­ten. Ihre Nich­te The­re­se Dahn spiel­te Har­fe und ihr Ur-Ur­groß­nef­fe Wil­de­rich von Dros­te zu Hüls­hoff ist u. a. Or­ga­nist. Eine in­ter­na­tio­nal be­kann­te zeit­ge­nös­si­sche Di­ri­gen­tin, Ma­le­rin und Schrift­stel­le­rin in der Fa­mi­lie ist sei­ne Frau, Hor­ten­se von Gel­mi­ni.

Vie­le Fa­mi­li­en­mit­glie­der en­ga­gier­ten sich bei der Er­hal­tung von Kul­tur­denk­mä­lern und des Nach­las­ses der Dich­te­rin, für Kul­tur­stif­tun­gen so­wie in der An­net­te von Dros­te-Ge­sell­schaft. Die Her­aus­ga­be der Wer­ke der Dich­te­rin be­trie­ben – nach ih­ren Ge­schwis­tern – be­son­ders ihre Nef­fen Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff und Fer­di­nand von Dros­te zu Hüls­hoff so­wie ihre Pa­ten­toch­ter Eli­sa­beth von Dros­te zu Hüls­hoff. Die Ein­brin­gung von Fer­di­nand von Dros­te zu Hüls­hoff in die ge­mein­nüt­zi­ge An­net­te zu Dros­te Hüls­hoff Stif­tung lag in der Ver­ant­wor­tung von Jut­ta Frei­frau von Dros­te zu Hüls­hoff. Für Haus Sta­pel, frü­her Auf­be­wah­rungs­ort des „Meers­bur­ger Nach­las­ses“ der Dich­te­rin und ei­nes Ar­chi­ves über den Erb­män­ner­pro­zess, en­ga­gier­ten und en­ga­gie­ren sich z. B. Cle­mens von Dros­te zu Hüls­hoff, sei­ne Ge­schwis­ter, sei­ne Toch­ter Er­men­gard Frei­frau Raitz von Frentz und de­ren Toch­ter Mecht­hild. Für die Dros­te-Ge­denk­stät­te in Rüsch­haus trat be­son­ders Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff (1833–1905) ein, für die Er­hal­tung von Burg Meers­burg Jen­ny von Dros­te zu Hüls­hoff und ihre Töch­ter Hil­de­gun­de und Hil­de­gar­de von Laß­berg. An­net­tes Fürs­ten­häus­le in Meers­burg be­treu­ten nach ih­nen ihr Vet­ter Carl Cas­par von Dros­te zu Hüls­hoff so­wie, durch Grün­dung des Dros­te-Mu­se­ums, des­sen Frau Ma­rie, geb. von Both­mer und He­le­ne von Both­mer, die auch den Dros­te-Preis stif­te­te. Bernd von Dros­te zu Hüls­hoff grün­de­te und lei­te­te das Welt­erbe­zen­trum der UNESCO in Pa­ris.

Linien und ihre Besitzungen

Bis Mit­te des 20. Jahr­hun­derts wa­ren ne­ben der Stamm­li­nie noch an­de­re, eben­falls er­lo­sche­ne, ka­tho­li­sche Li­ni­en in West­fa­len be­gü­tert. Im 17. und 18. Jahr­hun­dert gab es pro­tes­tan­ti­sche Ne­ben­li­ni­en in Sach­sen und im 17. bis 19. Jahr­hun­dert in Dan­zig und Ost­preu­ßen, so­wie im 19. Jahr­hun­dert ka­tho­li­sche Ne­ben­li­ni­en im Rhein­land und in Bay­ern. Die noch blü­hen­de Li­nie hat ih­ren Grund­be­sitz seit Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts in Ba­den.

Everswinkel

In Evers­win­kel ge­hör­ten der Fa­mi­lie seit dem 12. Jahr­hun­dert ne­ben ih­rem Stamm­sitz De­cken­brock, den sie als „frei­es Ei­gen“ (also ohne Lehns­herr­schaft) be­saß, aber schon bald nicht mehr be­wohn­te, aber schon bald nicht mehr be­wohn­te, bis zum Ver­kauf 1572 durch Bern­hard  II. von Dros­te zu Hüls­hoff noch an­de­re Gü­ter. Der Hof Gro­ße De­cken­brock ge­hör­te noch­mals von 1775 bis 1933 der Stamm­li­nie auf Gut Hüls­hoff.

Stadt Münster

Als Erb­män­ner­fa­mi­lie hat­te die Fa­mi­lie zu­sätz­lich be­reits ab dem 13. Jahr­hun­dert Be­sitz in der Stadt Müns­ter (die be­son­ders reich an sog. Adels­hö­fen war – sie dien­ten ent­we­der als Haupt­sitz der Erb­män­ner oder als stan­des­ge­mä­ßes Win­ter­quar­tier des Stifts­adels). 1340 z. B. er­warb Al­hard von De­cken­brock (spä­ter Dros­te ge­nannt) ei­nen Hof an der Kuh­stra­ße 9 /Jüdefelderstraße 56–57, der bis heu­te zu Haus Sta­pel ge­hört. Jo­hann Dros­te er­hei­ra­te­te 1430 den Hof der Fa­mi­lie Kercke­rinck auf dem Ho­ne­kamp (Krum­mer Tim­pen), den die Wie­der­täu­fer in den 1530er Jah­ren ver­wüs­te­ten. In dem vom Stifts­adel be­wohn­ten Stadt­quar­tier an der St.-Lamberti-Kirche be­saß die Fa­mi­lie von 1599 bis 1675 ei­nen Stadt­hof am Al­ten Stein­weg 30. Dort wohn­te wäh­rend der Ver­hand­lun­gen zum Frie­den von Müns­ter der Ge­sand­te des Hau­ses Ös­ter­reich, Ge­org Ul­rich Graf von Wol­ken­stein-Ro­den­egg. Bern­hard III. von Dros­te-Hüls­hoff (1634–1700) ver­kauf­te das Ge­län­de, da­mit dort die Do­mi­ni­ka­ner­kir­che er­rich­tet wer­den konn­te, und er­warb 1677 als Stadt­hof das Nach­bar­ge­bäu­de des Krame­ramts­hau­ses, das Cle­mens-Au­gust II. von Dros­te zu Hüls­hoff 1810 an sei­nen Bru­der Ma­xi­mi­li­an-Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff ver­kauf­te. Die­ser ver­äu­ßer­te die Im­mo­bi­lie am 18. Sep­tem­ber 1816; das Ge­bäu­de wur­de von spä­te­ren Ei­gen­tü­mern am Ende des 19. Jahr­hun­derts ab­ge­ris­sen und neu er­baut. Hein­rich-Jo­hann von Dros­te zu Hüls­hoff er­warb we­gen des be­vor­ste­hen­den Um­baus von Burg Hüls­hoff 1782 zu­sätz­lich das Stadt­haus am „Krum­men Tim­pen“ und an der „Be­cker­stie­ge“, das sein Bru­der Cle­mens Au­gust I. von Dros­te zu Hüls­hoff und spä­ter sein Nef­fe Cle­mens-Au­gust II. von Dros­te zu Hüls­hoff be­wohn­te und erb­te. Die­ser ver­kauf­te es an sei­nen Bru­der Ma­xi­mi­li­an Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff, der 1817 ein Haus am Dom­platz er­warb; es wur­de im Zwei­ten Welt­krieg zer­stört.

Burg Hülshoff (Roxel, heute Havixbeck)

Schon vor dem Er­werb der Burg Hüls­hoff kauf­te die Fa­mi­lie 1388 den in de­ren Nähe ge­le­ge­nen Hof Wit­to­ver. Sie er­warb 1417 Gut Hüls­hoff, das als Ne­ben­gü­ter im 18. Jahr­hun­dert den Burg­hof Telg­te, Burg Nien­borg so­wie wie­der De­cken­brock be­saß und im 19. Jahr­hun­dert durch die Ne­ben­gü­ter Rüsch­haus, Vö­ge­ding und Brock er­wei­tert wur­de und da­mals über 1250 ha um­fass­te. Auch ein Teil des al­ten Stamm­gu­tes De­cken­brock ge­hör­te vom 18. bis 20. Jahr­hun­dert wie­der dazu. Der Bru­der der Dich­te­rin, Wer­ner-Con­stan­tin von Dros­te zu Hüls­hoff (1798–1867), Stamm­herr auf Burg Hüls­hoff, hat­te meh­re­re Söh­ne. Der äl­tes­te Sohn Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff erb­te Hüls­hoff und die Ne­ben­gü­ter. Die Li­nie auf Burg Hüls­hoff ist mit dem ein­zi­gen Sohn von Hein­rich, Wer­ner Frei­herr Dros­te zu Hüls­hoff, 1945 im Man­nes­stamm er­lo­schen; des­sen Er­bin hat Burg Hüls­hoff 2012 in die neu ge­grün­de­te An­net­te von Dros­te zu Hüls­hoff-Stif­tung ein­ge­bracht.

Rüschhaus (Nienberge)

Der Va­ter der Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff, Cle­mens-Au­gust  II. von Dros­te zu Hüls­hoff, er­warb 1826 Haus Rüsch­haus als Wit­wen­sitz. Dort wird das An­denken der Dich­te­rin bis heu­te ge­pflegt. Bis 1853 wur­de das Haus durch die Mut­ter der Dich­te­rin, The­re­se Loui­se, geb. von Haxt­hau­sen, be­wohnt, da­nach durch zwei un­ver­hei­ra­tet ge­blie­be­ne Nef­fen, zu­nächst den Of­fi­zier Mo­ritz von Dros­te zu Hüls­hoff, der 1883 ei­nen neu­go­ti­schen Bild­stock mit Ma­don­nen­fi­gur er­rich­te­te, der heu­te noch er­hal­ten ist. Auch sein Bru­der, der preu­ßi­sche Re­gie­rungs­rat Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff (1833–1905), be­wohn­te ab 1890 das Haus; er pu­bli­zier­te – wie sein Bru­der Fer­di­nand von Dros­te zu Hüls­hoff – als Zoo­lo­ge, re­no­vier­te das Haus und brach­te die Er­in­ne­rungs­stü­cke, die noch greif­bar wa­ren, wie­der dort­hin, weil er mit Be­su­chern rech­ne­te. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de Rüsch­haus von der Fa­mi­lie an die Dros­te-Ge­sell­schaft ver­pach­tet und als Mu­se­um ge­öff­net. Jut­ta Frei­frau von Dros­te zu Hüls­hoff ver­kauf­te das Haus 1979 an die Stadt Müns­ter; es ist über das Stadt­mu­se­um Müns­ter zu be­sich­ti­gen. Zu­letzt wur­de das An­we­sen der 2012 ins Le­ben ge­ru­fe­nen An­net­te von Dros­te zu Hüls­hoff-Stif­tung zur Nut­zung über­las­sen.

Fürstenhäusle (Meersburg)

Aus der Li­nie auf Burg Hüls­hoff stamm­te die Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff (1797–1848), die zeit­wei­se auf Burg Meers­burg am Bo­den­see leb­te und dort starb. Sie selbst er­warb von ih­rem Ho­no­rar in Meers­burg das Fürs­ten­häus­le mit klei­nem Reb­gut, das nach ih­rem Tode ihre Schwes­ter Ma­ria-Anna (Jen­ny), Ehe­frau des Jo­seph von Laß­berg, und de­ren Töch­ter erb­ten. 1914 kauf­te es ein Nef­fe der Dich­te­rin, Carl Cas­par von Dros­te zu Hüls­hoff der es mit sei­ner zwei­ten Frau Ma­rie, geb. von Both­mer, be­wohn­te, die es 1923 als Dros­te-Mu­se­um öff­ne­te, wel­ches nach dem zwei­ten Welt­krieg durch die Wit­we ih­res Nef­fen Hein­rich, He­le­ne von Both­mer, in­ter­na­tio­nal be­kannt ge­macht wur­de. Sie ver­kauf­te es 1960 an das Land Ba­den-Würt­tem­berg; sei­ne Re­ben ge­hö­ren heu­te zum Staats­wein­gut Meers­burg, das zu Eh­ren der Dich­te­rin seit ih­rem 150. To­des­tag ei­nen Wein na­mens An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff her­stellt.

Füchtel und Welpe (Vechta)

Durch die Ver­hei­ra­tung des Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff mit Cä­ci­lie Frei­in von El­men­dorff 1863 ka­men die Gü­ter Füch­tel und Wel­pe in Vech­ta in die Fa­mi­lie (Wel­pe hat­te der Groß­va­ter der Dich­te­rin be­reits im Jahr 1770 er­wor­ben, aber schon 1771 an die Fa­mi­lie El­men­dorff wei­ter­ver­kauft). Die ge­mein­sa­me Toch­ter Ma­ria, verh. Grä­fin von Mer­veldt, erb­te es.

Stapel (Havixbeck) und Giesking (Appelhülsen)

Die frü­he­re Was­ser­burg Haus Sta­pel bei Ha­vix­beck und Haus Gies­king bei Ap­pel­hül­sen, wel­che be­reits seit dem Mit­tel­al­ter dem (mit den Dros­te-Hüls­hoff mehr­fach ver­wand­ten) Erb­män­ner­ge­schlecht von Kercke­rinck ge­hört hat­ten, er­hei­ra­te­te ein On­kel der Dich­te­rin, Ernst-Con­stan­tin Reichs­frei­herr Dros­te-Kercke­rinck (1770–1841). Er bau­te für sei­ne Fa­mi­lie mit 22 Kin­dern das be­stehen­de klas­si­zis­ti­sche Schloss mit 55 Zim­mern. 1880 erb­te den Be­sitz durch das Tes­ta­ment des letz­ten Kin­des (Lui­se) sei­nes On­kels Hein­rich Jo­han­nes Reichs­frei­herrn von Dros­te-Kercke­rinck (1808–1872) ein nach­ge­bo­re­ner Sohn von Wer­ner-Con­stan­tin von Dros­te zu Hüls­hoff, der Land­rat Cle­mens Fried­rich Dros­te zu Hüls­hoff. Er ver­erb­te es an sei­nen Sohn Fried­rich (1879–1936), wel­cher sei­ne Nich­te Er­men­gard, eine Toch­ter des Land­rats Cle­mens von Dros­te zu Hüls­hoff, ad­op­tier­te. Durch ihre Hei­rat ge­lang­te Sta­pel in die Fa­mi­lie Raitz von Frentz; Haus Gies­king wur­de an ihre Schwes­ter Sig­rid ver­kauft. Auch die­ser Zweig ist mit dem Tode ih­res On­kels Her­mann 1959 im Man­nes­stamm aus­ge­stor­ben.

Hamborn (Borchen) und Meersburg und Horben

Der jüngs­te Sohn von Wer­ner-Con­stan­tin, Carl Cas­par von Dros­te zu Hüls­hoff, der Schloss Ham­born, das bis 1912 in der Fa­mi­lie blieb, und spä­ter das Fürs­ten­häus­le in Meers­burg er­warb, wur­de, über sei­nen Sohn Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff (Au­tor), und des­sen Sohn Ma­ria­no, Stamm­herr der heu­ti­gen Fa­mi­li­en­mit­glie­der, u. a. Bernd von Dros­te zu Hüls­hoff und Wil­de­rich von Dros­te zu Hüls­hoff, durch des­sen Ehe­frau Hor­ten­se von Gel­mi­ni der Land­sitz Vil­la Küch­lin in Hor­ben in die Fa­mi­lie kam.

Bonn, Alst (Horstmar), und Veitshöchheim

Der Uni­ver­si­täts­rek­tor Cle­mens-Au­gust von Dros­te zu Hüls­hoff, Sohn des Kom­po­nis­ten Ma­xi­mi­li­an-Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff, er­warb ein An­we­sen in Bonn, in dem die Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff öf­ter zu Gast war. Sein äl­te­rer Bru­der, Dr. med. Jo­seph von Dros­te zu Hüls­hoff be­saß im 19. Jahr­hun­dert zeit­wei­se das Haus Alst bei Stein­furt, wo die Fa­mi­lie auch leb­te. Sei­ne Nach­kom­men zo­gen nach Veits­höch­heim bei Würz­burg, wo sich noch eine Fa­mi­li­en­grab­stät­te die­ses aus­ge­stor­be­nen Fa­mi­li­en­zwei­ges be­fin­det, aus dem auch The­re­se Dahn und Con­stan­tin Ma­ria von Dros­te zu Hüls­hoff stam­men.

Handorf (Münster)

Drei Ge­nera­tio­nen der Fa­mi­lie leb­ten ver­mut­lich auf der Turm­hü­gel­burg Has­ken­au in Han­dorf. Be­grün­der die­ser Li­nie war Al­hard II. († 1485), ver­hei­ra­tet mit Uda von Schu­le, der au­ßer­dem in Evers­win­kel, Al­ten­ber­ge, Telg­te, Bil­ler­beck, Fre­cken­horst, Ha­vix­beck, Al­vers­kir­chen und Sen­den­horst be­gü­tert war. Sein Sohn und En­kel so­wie Guts­nach­fol­ger wa­ren der Bür­ger­meis­ter von Müns­ter Ever­win  II., ver­hei­ra­tet mit Ger­trud von Ste­ven­inck zu Möl­len­beck und de­ren Söh­ne, der Se­na­tor von Müns­ter Ever­win  III. († 1542 ohne Nach­kom­men) und Jo­hann Dros­te (1495–1558), Ka­no­ni­ker und Bur­sar des Ka­pi­tels von St. Lud­ge­ri (Müns­ter). Die­ser wie­der­um hat­te ei­nen Sohn, eben­falls mit Na­men Jo­hann, der Se­kre­tär des Bi­schofs von Müns­ter war. Sein zwei­ter Sohn war der be­kann­te Re­for­mer und Hu­ma­nist Ever­win Dros­te. Aus der Li­nie Han­dorf sol­len auch wei­te­re bür­ger­li­che Trä­ger des Na­mens Dros­te ab­stam­men.

Uhlenbrock (Münster) und Wolbeck/Möllenbeck

Die Ne­ben­li­nie Dros­te zu Uh­len­brock wur­de durch Al­hard III. († 1593), ei­nen Sohn des Müns­te­ra­ner Bür­ger­meis­ters Ever­win II. von Dros­te zu Han­dorf (Müns­ter) so­wie der Ger­trud von Ste­ven­inck zu Möl­len­beck, be­grün­det. Sei­ne Ehe­frau Mar­ga­re­tha von Kercke­rinck erb­te 1541 auch ei­nen Erb­manns­hof in der Stadt Müns­ter. Söh­ne aus die­ser Ehe wa­ren der Nach­fol­ger Ever­win IV. Dros­te zu Uh­len­brock († 1611) so­wie Hein­rich II. Dros­te zu Uh­len­brock, von dem die Dros­te zu Hofe ab­stam­men. Ein wei­te­rer Sohn Al­hard IV., ver­hei­ra­tet mit Ger­trud von Bi­scho­pinck, erb­te 1603/1605 von sei­ner Schwes­ter Mar­ga­re­tha, der Wit­we des Cord von Ste­ven­inck, Haus Möl­len­beck (heu­te: Wol­beck). Al­hard ent­kam 1610 ei­nem Raub­über­fall, bei dem Haus Möl­len­beck ge­plün­dert wur­de; es ging schon Ende des 17. Jahr­hun­derts in Kon­kurs. Sein äl­tes­ter Sohn und Nach­fol­ger Ever­win von Dros­te zu Möl­len­beck wur­de Hof­ka­va­lier oder Hof­meis­ter des Fürs­ten Lud­wig I. von An­halt-Kö­then und Mit­glied der be­rühm­ten Frucht­brin­gen­den Ge­sell­schaft.

Ein wei­te­rer Sohn war Her­bert (auch Ger­hard, 1609–1695). Er wur­de Stamm­va­ter der (pro­tes­tan­ti­schen) Dros­te zu Züt­zen. Von den Dros­te zu Uh­len­brock lei­te­ten auch die Dros­tes in Dan­zig und Kö­nigs­berg ihre Ab­stam­mung ab.: Der o. g. Al­hard III. dürf­te nach sei­nem iden­ti­schen Vor­na­men und Ster­be­da­tum auch der Va­ter des kö­nig­lich pol­ni­schen Rats­herrn Carl Drost(e) in Dan­zig sein. Dies le­gen auch die da­mals noch be­stehen­den Han­dels­be­zie­hun­gen zwi­schen den Han­se­städ­ten Müns­ter, Dan­zig so­wie Kö­nigs­berg, der da­mals auch im Müns­ter­land häu­fi­ge Über­tritt zum Pro­tes­tan­tis­mus und die spä­te­re An­er­ken­nung die­ser Ab­stam­mung durch Kö­nig Fried­rich I. (Preu­ßen) nahe.

Man­che Be­sit­zun­gen wech­sel­ten zwi­schen den Li­ni­en: So ge­hör­te der heu­ti­ge Hof Vil­la Alstede in Not­tuln 1583 den Dros­te zu Uh­len­brock, 1603 den Dros­te zu Möl­len­beck und ab 1652 der Stamm­li­nie auf Hüls­hoff.

Dinker bei Soest

Eine an­de­re Li­nie bil­de­te Hein­rich  II. Dros­te zu Uh­len­brock auf den Gü­tern Hofe (bei Ah­len), auf Tel­gen­land bei Al­ten­ber­ge so­wie in der Mark, Strom­berg­ho­ven, Sen­ger­hof, Klo­ting­hof und Ebing­hof in Din­ker bei Soest – aus die­ser Li­nie stamm­te Jo­hann Hein­rich von Drost (* 1731 auf Sän­ger­hof in Din­ker bei Soest; † nach 1787), preu­ßi­scher Ma­jor und Chef des  III. Ste­hen­den Gre­na­dier-Ba­tail­lons.

Golßen-Zutzen und Altdöbern-Reddern

Her­bert (auch Her­bord oder Ger­hard) Dros­te zu Möl­len­beck (1609–1695), jüngs­ter Bru­der des Ever­win von Dros­te zu Möl­len­beck, wur­de nach ei­nem aben­teu­er­li­chen Wan­der­le­ben im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg Oberst in schwe­di­schen Diens­ten. Er hat­te im Ge­gen­satz zu dem ka­tho­li­schen Haupt­zweig sei­ner Fa­mi­lie den evan­ge­li­schen Glau­ben an­ge­nom­men, hei­ra­te­te in die Fa­mi­lie von Klit­zing und kauf­te von ihr 1651 die Gü­ter Gers­dorf (oder Gö­richs­dorf) und Züt­zen in der Nie­der­lau­sitz. Die Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff nimmt in ih­rer Er­zäh­lung Bei uns zu Lan­de auf dem Lan­de – Nach der Hand­schrift ei­nes Edel­man­nes aus der Lau­sitz Be­zug auf ei­nen Be­such von des­sen jün­ge­rem Sohn Jo­hann Eber­hard von Dros­te zu Züt­zen in Hüls­hoff. Er hat­te aus der Fa­mi­lie von Birck­holtz Gut Schloss Red­dern er­hei­ra­tet. Die­ser ver­mö­gen­de pro­tes­tan­ti­sche Fa­mi­li­en­zweig, mit dem die Dros­tes in Dan­zig und Kö­nigs­berg ver­wandt ge­we­sen sein sol­len, er­losch im 18. Jahr­hun­dert. An ihn er­in­nert heu­te noch die In­nen­aus­stat­tung der von ihm er­rich­te­ten sog. „Flachs­kir­che“ in Red­dern.

Danzig, Königsberg, Linkehnen und Starkenberg

Im „Adels­ar­chiv“ des Staats­ar­chivs Kö­nigs­berg war von 1664–1714 eine Fa­mi­lie von Drost(e) ver­merkt; sie ver­wand­te eben­falls ein Wap­pen mit dem flie­gen­den Fisch (Helm­zier Fisch­reu­se), al­ler­dings in blau­em Fel­de. Sie stamm­te von den o.g. Dros­te zu Uh­len­brock ab und hat­te Zwei­ge in Dan­zig und Kö­nigs­berg. Ein Al­hard von Drost, mit Ju­lia­ne von Schlie­ben ver­hei­ra­tet, hat­te ei­nen Sohn Carl (1568–1628), der als kö­nig­lich-pol­ni­scher Rat und Fac­tor in Dan­zig wirk­te. Die­ser hat­te die Söh­ne Carl jun. (* 1597–1673), Kauf- und Han­dels­mann in Kö­nigs­berg (er mach­te dort 1670 sein Tes­ta­ment), und Con­rad (1600–1670), Rath und Kriegs­kom­mis­sar zu Dan­zig, der Ca­tha­ri­na von Re­cke hei­ra­te­te. Für des­sen En­ke­lin Con­stan­tia von Dros­te (* 1644), geb. Dros­te, Wit­we ih­res Vet­ters, Carl Dros­te vom Fisch (1631–1699), Vize-Bür­ger­meis­ter von Kö­nigs­berg im Knei­phof, nahm 1704 Kö­nig Fried­rich I eine „Adels­re­no­va­ti­on“ vor. Er be­zog sich da­bei auf de­ren ihm ver­bürg­te Ab­stam­mung von den Dros­te zu Hüls­hoff und ver­wand­te de­ren (ab­ge­wan­del­tes) Fa­mi­li­en­wap­pen. Carl Dros­te war Korn­händ­ler und war 1701 an der Krö­nung von Fried­rich I. (Preu­ßen) als Rei­ter der Bür­ger­kom­pa­nie be­tei­ligt ge­we­sen. Carl und Con­stan­tia von Dros­te hat­ten vie­le Nach­kom­men, die (Alt-)preussische Staats­äm­ter be­klei­de­ten und sich mit dor­ti­gen Adels­ge­schlech­tern ver­ban­den (u. a. auch v. Kraut, v. Lü­de­ritz ). Ihr äl­tes­ter Sohn war wohl der Se­na­tor und Stadt­rat Ja­kob Drost(e) (* 1675), auf den Gü­tern Schleu­se bei Mo­terau und Ha­sen­berg (letz­te­res ca. 458 ha), bei­de Kreis Wehl­au. Ein wei­te­rer Sohn, Jo­hann Fried­rich (* 1678) war preus­si­scher Tri­bu­nals­herr und Erb­herr auf den eben­falls im Kreis Wehl­au lie­gen­den Gü­tern Lin­keh­nen, Star­ken­berg und Kap­keim, ver­hei­ra­tet mit So­phia-Char­lot­te von Bes­ser. Er er­hielt von Kö­nig Fried­rich I. (Preu­ßen) 1705 ein An­er­ken­nungs­di­plom sei­nes Frei­her­ren­stan­des (de­ren Toch­ter Eleo­no­ra Con­cordia Le­vina von Dros­te hei­ra­te­te 1730 in Kö­nigs­berg Jo­hann Ge­org von der Gro­eben, Erb­herr auf Gross Schwans­feld). Der jüngs­te Sohn, Carl Con­rad (1673–1709) war Li­z­ent­di­rek­tor und Erb­herr auf Ti­k­ri­geh­nen. Eine Schwes­ter, Ma­rie-Loui­se von Dros­te (* 4. Juli 1682 in Kö­nigs­berg, † 2. Au­gust 1720 in Ber­lin), war mit dem preus­si­schen Staats­mann Hein­rich Rü­di­ger von Il­gen ver­hei­ra­tet. Chris­toph Fried­rich von Drost (* 1721), ver­hei­ra­tet mit Ama­lia Loui­sa v. Bra­xein, war kö­nig­lich-preus­si­scher Haupt­mann und Erb­herr auf Kap­keim. Sein Sohn und Erbe war Lud­wig Fried­rich von Dros­te, Erb­herr auf Lin­keh­nen Er ver­starb 1825 kin­der­los, so dass Name und Wap­pen auf ei­nen Zweig der Fa­mi­lie „von Kno­bloch ge­nannt von Dros­te“ über­gin­gen, nach­dem schon So­phia Lui­se (* 1715) Carl Gott­fried von Kno­bloch ge­hei­ra­tet hat­te. In Dan­zig gab es noch bis 1946 eine bür­ger­li­che, mög­li­cher­wei­se von dem o.g. Con­rad von Drost ab­stam­men­de, Kauf­manns­fa­mi­lie na­mens Drost, wel­cher der Kunst­his­to­ri­ker Wil­li Drost an­ge­hör­te.

Heutige Nachfahren

Alle heu­ti­gen Na­mens­trä­ger ge­hen auf den Bru­der der Dich­te­rin, Wer­ner-Con­stan­tin von Dros­te zu Hüls­hoff, zu­rück, der drei­zehn Kin­der hat­te, von de­nen neun über­leb­ten. Stamm­va­ter der noch heu­te im Man­nes­stamm be­stehen­den Li­nie wur­de der jüngs­te Sohn von Wer­ner-Con­stan­tin, Carl Cas­par von Dros­te zu Hüls­hoff. Ihm ge­hör­ten Schloss Ham­born und ab 1915 An­net­tes Fürs­ten­häus­le in Meers­burg. Carl er­warb auch das Schwei­zer Bür­ger­recht in der Ge­mein­de Bött­stein im Kan­ton Aar­gau. Sein ein­zi­ger Sohn war Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff. Auch er hat­te nur ei­nen Sohn, Ma­ria­no Frei­herr von Dros­te zu Hüls­hoff (1907–1997). Die­ser war Ober­land­forst­meis­ter und Lei­ter der Forst­di­rek­ti­on im Re­gie­rungs­be­zirk Ko­blenz. Sit­ze sei­ner Söh­ne Bernd von Dros­te zu Hüls­hoff und Wil­de­rich von Dros­te zu Hüls­hoff und ih­rer Fa­mi­li­en – der 24. und 25. Ge­nera­ti­on der Dros­te zu Hüls­hoff – sind in Saint-Cloud und der Land­sitz Vil­la Küch­lin, Hor­ben, wo die Fa­mi­lie Land- und Forst­wirt­schaft und die De­stil­le­rie Ba­ron Dros­te Hüls­hoff be­treibt.

Seit 1945 er­lo­schen ist die Stamm­li­nie des äl­tes­ten Soh­nes, Hein­rich von Dros­te zu Hüls­hoff, auf Burg Hüls­hoff, Haus Rüsch­haus und dem da­zu­ge­hö­ri­gen Guts­be­sitz. Sei­ne En­ke­lin, Jut­ta von Dros­te zu Hüls­hoff (1926–2015), brach­te das Stamm­gut, so­weit sie es nicht ver­kauft hat­te, 2012 in die An­net­te von Dros­te zu Hüls­hoff-Stif­tung ein. Auch die Li­nie Haus Sta­pel ist mit dem Tode von Her­mann von Dros­te zu Hüls­hoff 1959 im Man­nes­stam­me er­lo­schen.

Bekannte Namensträger

Annette von Droste-Hülshoff, Gemälde von Johann Joseph Sprick

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff,
Ge­mäl­de von Jo­hann Jo­seph Sprick (1838)

Familiensitze mit Droste–Museen

Vorderseite des 20 DM-Scheins
Vor­der­sei­te des 20 DM-Scheins

Schlosskonzerte

Das Marienstift–Droste zu Hülshoff

Das Ma­ri­en­stift Dros­te zu Hüls­hoff in Ha­vix­beck geht auf ein Kran­ken­haus zu­rück, das Cle­mens Fried­rich Frei­herr Dros­te zu Hüls­hoff, Be­sit­zer des Gu­tes Haus Sta­pel, 1882 den Bür­gern von Ha­vix­beck ge­stif­tet hat. Es wur­de von Fran­zis­ka­ne­rin­nen ge­lei­tet, bis es 1979 in ein Al­ten­wohn- und Pfle­ge­heim um­ge­wan­delt wur­de.

Asteroid Droste-Hülshoff

Als be­son­de­re Form der Eh­rung ist die Be­nen­nung von neu ent­deck­ten Him­mels­kör­pern nach Per­sön­lich­kei­ten der Ge­schich­te seit über 100 Jah­ren ge­bräuch­lich. Nach der Dich­te­rin An­net­te von Dros­te zu Hüls­hoff (1797–1848) ist seit dem 20. März 2000 der am 13. Au­gust 1988 ent­deck­te Haupt­gür­tel-As­te­ro­id (12240) Dros­te-Hüls­hoff be­nannt.

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Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Dros­te zu Hüls­hoff aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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