Croÿ (Adelsgeschlecht)

Stammwappen derer von Croÿ

Stamm­wap­pen de­rer von Croÿ

Croÿ, auch Croy, (frz. Aus­spra­che [kʁu.i]) ist der Name ei­nes al­ten, ur­sprüng­lich fran­zö­si­schen Adels­ge­schlechts aus Crouy-Saint-Pierre in der Pi­car­die. Die Fa­mi­lie nahm ih­ren Auf­stieg im 15. Jahr­hun­dert im Dienst der Her­zö­ge von Bur­gund, die sie 1473 zu Gra­fen von Chi­may er­ho­ben. Sie dien­ten dann den Er­ben der Bur­gun­der­her­zö­ge, den Habs­bur­gern, was ih­nen 1486 den Reichs­fürs­ten­stand und 1518 sei­tens der spa­ni­schen Habs­bur­ger den spa­nisch-nie­der­län­di­schen Mar­quis- und Her­zogs­stand ein­brach­te, 1594 den Reichs­fürs­ten­stand. 1598 folg­te die Er­he­bung in den fran­zö­si­schen Her­zogs­stand.

1803 er­hielt die Haupt­li­nie durch den Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss die Graf­schaft Dül­men als Er­satz für ab­ge­tre­te­ne links­rhei­ni­sche Be­sit­zun­gen, wo­durch die Fa­mi­lie kurz­zei­tig reichs­un­mit­tel­bar re­gier­te und nach 1815 im Deut­schen Bund zu den Stan­des­her­ren zähl­te. Ab 1892 er­hielt der bel­gi­sche Zweig die bel­gi­sche Adels­auf­nah­me mit dem Prin­zen­ti­tel und der An­re­de Durch­laucht; der (fran­zö­si­sche) Her­zogs­ti­tel wird nur vom je­wei­li­gen Chef des Ge­samt­ge­schlechts ge­führt, der­zeit aus der deut­schen Li­nie Dül­men.

Die Fa­mi­lie, de­ren Zwei­ge zum Teil bis heu­te in Bel­gi­en, Frank­reich, Deutsch­land und Ös­ter­reich be­stehen, zählt zum Hoch­adel und zu den spa­ni­schen Gran­den.

Geschichte

Herkunftssagen

Stammwappen derer von Croÿ

Stamm­wap­pen de­rer von Croÿ

In äl­te­rer Li­te­ra­tur wer­den un­ter­schied­li­che Ur­sprün­ge des Ge­schlechts an­ge­nom­men. Nach ei­ner al­ten Über­lie­fe­rung stammt die Fa­mi­lie von Mar­cus, En­kel des 1141 ver­stor­be­nen Kö­nigs Bela II. von Un­garn aus dem Haus der Ár­pá­den, ab. Er soll mit Ca­tha­ri­na, der Erb­toch­ter von Ai­rai­nes und Crouy-Saint-Pierre, ver­hei­ra­tet ge­we­sen und so zum Stamm­va­ter der Fa­mi­lie Croÿ mit ih­ren Li­ni­en Chi­may, Aar­schot, Roeulx und Hav­ré ge­wor­den sein. Nach ei­ner an­de­ren Sage hin­ter­ließ Diet­rich I., Her­zog von Loth­rin­gen aus dem Hau­se der Wi­ge­ri­che, ei­nen Sohn Si­mon d’Alsace, der durch sei­nen Sohn Bal­du­in Stamm­va­ter der Gra­fen und Fürs­ten von Croÿ ge­wor­den sei (was die Croÿ ei­nes Stam­mes mit dem äl­te­ren Haus Salm ma­chen wür­de).

Auf je­den Fall ge­hö­ren die Her­ren von Croÿ zum Ur­adel der Graf­schaft Ponthieu. Ihr Na­men ge­ben­des Stamm­haus ist die Ort­schaft Crouy-Saint-Pierre im Dé­par­te­ment Som­me bei Ami­ens in der Pi­car­die. Nach dem Ge­nea­lo­gi­schen Hand­buch des Adels wur­den sie dort mit Guer­mond und Ro­bert de Croy in der ers­ten Hälf­te des 12. Jahr­hun­derts erst­mals ur­kund­lich ge­nannt. Die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he be­ginnt mit Jac­ques, sire de Croy, der im Jahr 1287 Mar­gue­ri­te d’Airaines hei­ra­te­te. De­ren Nach­kom­men­schaft im Man­nes­stamm blüht bis heu­te.

Ausbreitung und Aufstieg

Schon früh ge­lang­ten An­ge­hö­ri­ge der Fa­mi­lie auch im be­nach­bar­ten Her­zog­tum Bur­gund so­wie den Graf­schaf­ten Flan­dern und Hen­ne­gau zu Be­sitz und An­se­hen. 1318 ver­kauf­te Kö­nig Phil­ipp V. die Stadt Bar-sur-Aube an Jac­ques de Croÿ. Guil­lau­me de Croÿ hei­ra­te­te 1354 Isa­beau de Ren­ty und er­hielt die Herr­schaf­ten Ren­ty, Sem­py und Se­neg­hem als Mit­gift. 1397 konn­te die Herr­schaft Chi­may (ab 1473 Graf­schaft, ab 1482 Fürs­ten­tum) er­wor­ben wer­den. 1423 kam das Schloss Hav­ré in die Fa­mi­lie.

Antoine I. ("Anton der Große") von Croÿ (* 1385; † 1475), allmächtiger Minister am Hof Philipps »des Guten« von Burgund

An­toi­ne I. („An­ton der Gro­ße“) von Croÿ (* 1385; † 1475), all­mäch­ti­ger Mi­nis­ter am Hof Phil­ipps »des Gu­ten« von Bur­gund

Ih­ren ei­gent­li­chen Auf­stieg zu Macht und Wür­den nahm die Fa­mi­lie durch den Mi­nis­ter Her­zog Phil­ipps »des Gu­ten« von Bur­gund, An­toi­ne I. de Croÿ aus dem Hau­se Ren­ty (ca. 1402–1475). Er nahm, be­son­ders im letz­ten Le­bens­jahr­zehnt des Her­zogs, eine all­mäch­ti­ge Stel­lung an des­sen Hof ein und pro­te­gier­te sei­ne Ver­wand­ten. Da­mit er die fran­zö­si­schen In­ter­es­sen in Bur­gund för­der­te, er­hielt An­toi­ne zu­dem von den fran­zö­si­schen Kö­ni­gen gro­ße Geld­sum­men. Seit 1456 führ­te dies zu Span­nun­gen am bur­gun­di­schen Hofe, aus de­nen die Croÿ zu­nächst als Sie­ger her­vor­gin­gen, wäh­rend das geg­ne­ri­sche La­ger um die Ge­mah­lin des Her­zogs, Isa­bel­la, so­wie den Erb­prin­zen Karl den Küh­nen ver­drängt wur­de. Von 1454 bis 1464 be­herrsch­te An­toi­ne den ge­sam­ten bur­gun­di­schen Staat und be­setz­te frei­ge­wor­de­ne Äm­ter mit sei­nen Söh­nen, Nef­fen und Günst­lin­gen. 1465 je­doch wur­den die Croÿ von Karl dem Küh­nen in die Flucht ge­jagt und erst 1473 re­ha­bi­li­tiert. Ihr Stern stieg je­doch wie­der, als sie nach Karls Tod die An­sprü­che sei­ner Erb­toch­ter Ma­ria von Bur­gund, Ehe­frau von Ma­xi­mi­li­an I. von Habs­burg, ge­gen die fran­zö­si­schen Kö­ni­ge ver­foch­ten. Auch Ma­ri­as Sohn Phil­ipp der Schö­ne so­wie der En­kel, Kai­ser Karl V., stütz­ten sich im Her­zog­tum Bur­gund auf die Fa­mi­lie Croÿ und ver­mehr­ten de­ren Reich­tü­mer. Un­ter An­toi­nes En­kel Guil­lau­me II. de Croÿ, Er­zie­her Karls V. und lei­ten­der Mi­nis­ter von Bur­gund, er­reich­ten die Croÿ den Ze­nit ih­res po­li­ti­schen Ein­flus­ses.

An­toi­ne I. hat­te be­reits 1436 das Châ­teau de Mont­cornet er­wor­ben, 1429 auch die Herr­schaft Le Roeulx (die sich bis heu­te im Be­sitz der Fa­mi­lie be­fin­det). Durch sei­ne zwei­te Frau, Mar­gue­ri­te de Lorai­ne-Vau­dé­mont, kam die Herr­schaft Aar­schot in die Fa­mi­lie, 1438 er­warb er das Schloss in Châ­teau-Por­ci­en, 1453 Beau­mont. Sein Sohn Phil­ip­pe I. (1435–1511) be­grün­de­te die Li­nie Aar­schot, der Sohn Jean (1436–1505) die Li­nie Roeulx. Der Bru­der An­toi­nes I., Jean II. de Croÿ, setz­te die Li­nie Chi­may fort; Chi­may wie­der­um fiel 1525 durch Hei­rat an die Li­nie Aar­schot, in de­ren Be­sitz 1560 auch Sol­re-le-Châ­teau kam. 1587 ging das Fürs­ten­tum Chi­may durch Hei­rat an das Haus Aren­berg.

Nach­kom­men von Phil­ip­pe de Croÿ aus dem Hau­se Roeulx (1664 in den Reichs­fürs­ten­stand er­ho­ben) be­grün­de­ten die bei­den jün­ge­ren Häu­ser Croÿ-Sol­re (spä­ter Gra­fen zu Dül­men) und Croÿ-Hav­ré. Von die­sen Häu­sern ist das letz­te­re mit dem Tod von Her­zog Jo­seph 1839/1840 er­lo­schen.

Standeserhebungen

Philippe I. de Croÿ-Porcéan (* 1435; † 1511), Sohn Antoines I. (Portrait von Rogier van der Weyden)

Phil­ip­pe I. de Croÿ-Por­céan (* 1435; † 1511), Sohn An­toi­nes I. (Por­trait von Ro­gier van der Wey­den)

  • Die Er­he­bung zum Gra­fen von Chi­may (Hen­ne­gau) er­folg­te 1473 für Jean de Croÿ († 1473).
  • Der 3. Graf von Chi­may, Charles I. de Croÿ († 1527), er­hielt vom rö­misch-deut­schen Kö­nig Ma­xi­mi­li­an I. 1486 in Aa­chen den Reichs­gra­fen­stand. Er war Pa­ten­on­kel und Men­tor Kai­ser Karls V. und starb ohne Nach­kom­men­schaft.
  • Die Er­nen­nung zum spa­ni­schen Her­zog von So­ria und Ar­chi (Kö­nig­reich Nea­pel) im Jahr 1518 und an­schlie­ßend im Jahr 1519 zum spa­nisch-nie­der­län­di­schen Mar­quis d’Aarschot (auch Aer­schot ge­schrie­ben) er­folg­te für Guil­lau­me II. de Croÿ, Sei­gneur von Chièv­res, Er­zie­her des spä­te­ren Kai­sers Karl V., und er­losch auch schon mit Guil­lau­mes Tod.
  • Des­sen Nef­fe Phil­ip­pe II. de Croÿ, Schwie­ger­sohn und Erbe des 1527 ver­stor­be­nen Charles I. de Croÿ, Fürst von Chi­may, wur­de 1534 in Ge­nua zum spa­nisch-nie­der­län­di­schen Her­zog von Aar­schot er­ho­ben. Die­se Li­nie starb 1684 mit Ernst Bo­gis­law von Croÿ-Hav­re-Vin­s­tin­gen aus.
  • Phil­ip­pe de Croÿ († 1612) wur­de am 3. No­vem­ber 1590 zum spa­nisch-nie­der­län­di­schen Graf von Sol­re er­ho­ben.
  • Der spa­ni­sche Ge­sand­te auf dem Reichs­tag zu Re­gens­burg Carl Phil­ipp von Croÿ, Mar­quis d’Havré († 1613), wur­de 1594 in den Reichs­fürs­ten­stand er­ho­ben. Des­sen Li­nie er­losch 1684 mit dem Tod sei­nes En­kels Ernst Bo­gis­law von Croÿ-Hav­re-Vin­s­tin­gen (* 1620, † 1684), evan­ge­li­scher Bi­schof von Cammin 1637–1650, Statt­hal­ter von Hin­ter­pom­mern und des Her­zog­tums Preu­ßen.
  • Charles III. de Croÿ († 1612), 4. Her­zog von Aer­schot (Aar­schot), wur­de in 1598 zum fran­zö­si­schen Her­zog von Croÿ er­ho­ben, mit Ver­er­bung des Ti­tels auf den je­weils Erst­ge­bo­re­nen des Ge­samt­ge­schlechts. Hein­rich IV. von Frank­reich be­ab­sich­tig­te, mit die­ser Er­he­bung den Statt­hal­ter der spa­ni­schen Nie­der­lan­de auf die fran­zö­si­sche Sei­te zu zie­hen. Im sel­ben Jahr wur­de er denn auch zum Gran­den von Spa­ni­en I. Klas­se er­nannt.
  • Anna (* 1564; † 1635), Schwes­ter und Er­bin des Charles Fürs­ten von Croÿ-Chi­may, Her­zogs von Aer­schot († 1612), hei­ra­te­te 1587 Carl Graf von Aren­berg (* 1550; † 1616); das Her­zog­tum Aer­schot und das Fürs­ten­tum Chi­may gin­gen, mit­samt der Wür­de ei­nes Gran­den von Spa­ni­en I. Klas­se, des­halb 1612 an das Haus Aren­berg, das seit­dem un­ter an­de­rem auch den Ti­tel Her­zog von Croÿ in der Ti­tu­la­tur führt.
  • Phil­ip­pe de Croÿ aus dem Hau­se Roeulx († 1681), Guts­herr auf My­len­donck in der heu­ti­gen Städ­te­re­gi­on Aa­chen, wur­de am 31. März 1664 in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben. Die­se Li­nie starb im Jahr 1702 aus.
  • Zum spa­nisch-nie­der­län­di­schen Fürs­ten von Sol­re wur­de am 14. No­vem­ber 1677 in Ma­drid Phil­ip­pe Em­ma­nu­el de Croÿ († 1718).
  • Die fran­zö­si­sche Be­stä­ti­gung als Her­zog von Croÿ er­hielt im Sep­tem­ber 1768 des­sen En­kel Em­ma­nu­el de Croÿ († 1784), Fürst von Sol­re, ab 1783 Mar­schall von Frank­reich.
  • Sei­nem En­kel Au­gus­te de Croÿ († 1822) wur­de am 25. Fe­bru­ar 1803 durch den Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss das fürst­bi­schöf­lich Müns­te­ra­ner Amt Dül­men in West­fa­len als Graf­schaft Dül­men zu­ge­teilt, als Er­satz für die ab­ge­tre­te­nen links­rhei­ni­schen Be­sit­zun­gen. Die­ser Be­sitz wur­de nach 1815 als Stan­des­herr­schaft vom Deut­schen Bund an­er­kannt. Da­her er­hielt die Fa­mi­lie ge­mäß dem Bun­des­tags­be­schluss vom 18. Au­gust 1825 das Prä­di­kat „Durch­laucht“ (zu­nächst pri­mo­ge­ni­tur), spä­ter auch zur preu­ßi­schen Durch­füh­rung am 21. Fe­bru­ar 1832 und am 3. März 1833 mit Aus­deh­nung auf alle Nach­kom­men. Am 12. Ok­to­ber 1854 wur­de das Adels­ge­schlecht zum erb­li­chen Mit­glied des Preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses. Sei­ne Nach­ge­bo­re­nen führ­ten in Deutsch­land bis 1919 den Ti­tel und Na­men „Prinz/essin von Croÿ“. Seit 1919 ist in Deutsch­land der frü­he­re Adels­ti­tel „Prinz“ bzw. „Prin­zes­sin“ Be­stand­teil des amt­li­chen Na­mens ge­wor­den.
  • Kö­nig­lich bel­gi­sche Adels­an­er­ken­nung mit dem Prin­zen­ti­tel (da der Her­zogs­ti­tel nur dem je­wei­li­gen Chef des Ge­samt­ge­schlechts zu­steht) und der An­re­de Durch­laucht:
  • am 26. Ja­nu­ar 1892 für Charles Prinz von Croÿ (* 1869; † 1943), Bür­ger­meis­ter von Ru­mil­lies
  • am 17. Fe­bru­ar 1927 für Eti­en­ne Prinz von Croÿ (* 1872; † 1932), Rit­ter des spa­ni­schen Or­dens vom Gol­de­nen Vließ, Bail­li und Groß­kreuz­trä­ger des sou­ve­rä­nen Mal­te­ser-Rit­ter­or­dens, Prä­si­dent der bel­gi­schen Mal­te­ser-As­so­zia­ti­on
  • am 2. Ja­nu­ar 1933 für Leo­pold Prinz von Croÿ-Sol­re (* 1877; † 1965)
  • am 8. Ja­nu­ar 1934 für Re­gi­nald Prinz von Croÿ (* 1878; † 1961), kö­nig­lich bel­gi­schen Bot­schaf­ter a. D.
  • am 27. Ok­to­ber 1947 mit Na­mens­meh­rung für Eti­en­ne-Gust­ave Prinz von Croÿ du Roeulx (* 1898; † 1990), kö­nig­lich bel­gi­schen Bot­schaf­ter i. R., Bail­li und Groß­kreuz­trä­ger des sou­ve­rä­nen Mal­te­ser-Rit­ter­or­dens
  • eben­falls am 27. Ok­to­ber 1947 mit Na­mens­meh­rung für Gust­ave Prinz von Croÿ du Roeulx (* 1911; † 1993), Eh­ren- und De­vo­ti­ons­rit­ter des sou­ve­rä­nen Mal­te­ser-Rit­ter­or­dens
  • Em­ma­nu­el Prinz von Croÿ (* 1990) führt, als En­kel müt­ter­li­cher­seits des Man­fred (letz­ten) Fürs­ten von Coll­al­to und San Sal­va­to­re, in­fol­ge De­kret vom 27. Juli 1994 des ita­lie­ni­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums den Na­men Croÿ-Coll­al­to.

Linien

Die Fa­mi­lie hat sich in fol­gen­de Li­ni­en ge­teilt:

  1. Her­ren von Croÿ und Ren­ty, Her­zö­ge von Aar­schot, er­lo­schen 1612;
  2. Mar­quis de Hav­ré, er­lo­schen 1700;
  3. Gra­fen von Le Roeulx, er­lo­schen 1585;
  4. Fürs­ten von Croÿ, Fürs­ten des Hei­li­gen Rö­mi­schen Reichs, er­lo­schen 1702 mit Charles Eu­gè­ne de Croÿ
  5. Gra­fen be­zie­hungs­wei­se Fürs­ten von Chi­may, er­lo­schen 1527;
  6. Fürs­ten von Sol­re-le-Châ­teau und von Mœurs, 1767 durch Er­lö­schen der äl­te­ren Li­ni­en zur Haupt­li­nie ge­wor­den;
  7. Her­zö­ge von Croÿ-Hav­ré, er­lo­schen 1839/1840

Heutige Hauptlinie Croÿ-Solre

Emmanuel Herzog von Croÿ, Fürst von Solre (* 1718, † 1784)

Em­ma­nu­el Her­zog von Croÿ, Fürst von Sol­re (* 1718, † 1784)

Vor­fah­re al­ler heu­te le­ben­den Fa­mi­li­en­mit­glie­der ist Em­ma­nu­el Her­zog von Croÿ (* 1718; † 1784), Fürst von Sol­re und Mar­schall von Frank­reich.

Beim Ab­schluss des Frie­dens von Lu­n­é­vil­le (9. Fe­bru­ar 1801) gin­gen Be­sit­zun­gen in den Nie­der­lan­den ver­lo­ren, vor al­lem die Graf­schaft Ho­orn. Dar­auf­hin er­hielt das Haus Croÿ 1803 durch den Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss die im Müns­ter­land ge­le­ge­ne reichs­un­mit­tel­ba­re Graf­schaft Dül­men. Nach dem Wie­ner Kon­gress 1815 fie­len die­se Be­sit­zun­gen als Stan­des­herr­schaft un­ter die Ober­ho­heit der Preu­ßi­schen Kro­ne. Seit 1822 war Her­zog Al­fred von Croÿ (* 1789; † 1861) Stan­des­herr der Herr­schaft. Er hei­ra­te­te 1819 die Prin­zes­sin Eleno­re von Salm-Salm (* 1794). Das Paar hin­ter­ließ drei Söh­ne und fünf Töch­ter. Al­fred und sei­ne Brü­der Fer­di­nand und Phil­ipp wa­ren die Be­grün­der der drei heu­ti­gen her­zog­li­chen bzw. Fürst­li­chen Li­ni­en der Fa­mi­lie.

1. Linie

Die Söh­ne des Be­grün­ders der 1. Li­nie Al­fred, Her­zog Ru­dolf und sei­ne Brü­der Prinz Alexis und Prinz Ge­or­ges, teil­ten die 1. Li­nie in drei Äste. Her­zog Ru­dolf war der Stamm­va­ter des west­fä­li­schen As­tes, Prinz Alexis der Stamm­va­ter des böh­mi­schen As­tes und Prinz Ge­or­ges war der Stamm­va­ter des fran­zö­si­schen As­tes.

Westfälischer Ast

Karl 12. Her­zog von Croÿ (* 1859; † 1906), der erst­ge­bo­re­ne Sohn von Ru­dolph und Be­grün­der des west­fä­li­schen As­tes der 1. Li­nie, wur­de erb­li­ches Mit­glied des Preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses und Eh­ren­rit­ter des Mal­te­ser­or­dens. Er hei­ra­te­te 1888 in Brüs­sel Lud­mil­la Prin­zes­sin und Her­zo­gin von Aren­berg (* 1870; † 1953), die Toch­ter des Her­zogs En­gel­bert-Au­gust von Aren­berg. Das Paar hin­ter­ließ die drei Söh­ne Carl, En­gel­bert und An­ton wie eine Toch­ter Isa­bel­la. Sohn Karl (* 1889; † 1974) wur­de 13. Her­zog von Croÿ. Er war vier­mal ver­hei­ra­tet und der Sohn Carl Ema­nu­el (* 11. Ok­to­ber 1914; † 14. Juni 2011) aus sei­ner 1913 ge­schlos­se­nen ers­ten Ehe mit Nan­cy Leish­man, wur­de 14. Her­zog von Croÿ. Er hei­ra­te­te 1953 Ga­brie­le Prin­zes­sin von Bay­ern (* 1927), die Toch­ter des Ge­ne­ral­feld­mar­schalls und Kron­prin­zen Rupprecht von Bay­ern. 1954 wur­de Toch­ter (Prin­zes­sin) Ma­rie-Thé­rè­se ge­bo­ren und 1955 Sohn Ru­dolph, der heu­ti­ge 15. Her­zog. Nach der Zer­stö­rung des Schlos­ses Dül­men 1945 wur­de Haus Mer­feld zum Wohn­sitz des west­fä­li­schen As­tes.

Böhmischer Ast
Guillaume II. de Croÿ (1458–1521), Sohn Philippes I. de Croÿ-Porcéan und Erzieher Kaiser Karls V., leitender Minister von Burgund, Seigneur de Chièvres, Herzog von Sora und Archi

Guil­lau­me II. de Croÿ (1458–1521), Sohn Phil­ip­pes I. de Croÿ-Por­céan und Er­zie­her Kai­ser Karls V., lei­ten­der Mi­nis­ter von Bur­gund, Sei­gneur de Chièv­res, Her­zog von Sora und Ar­chi

Prinz Alexis von Croÿ (1825–1898), der zweit­ge­bo­re­ne Sohn von Al­fred und Bru­der von Ru­dolph und Ge­or­ge, war der Be­grün­der des böh­mi­schen As­tes der 1. Li­nie. Sein Sohn Max Ru­dolph Karl Prinz von Croÿ hei­ra­te­te 1908 in Křimitz Ca­ro­li­ne Prin­zes­sin von Lob­ko­witz aus dem böh­mi­schen Fürs­ten­haus Lob­ko­witz (* 1873; † 1951). Sie hat­ten vier Söh­ne, die Prin­zen Alexis, Franz, Max und Al­fred von Croy. Alexis (* 1910) hei­ra­te­te 1931 in ers­ter Ehe Grä­fin Eli­sa­beth von Beau­fort-Spon­tin (1911–1995) und sein Bru­der Max (1912–1992) 1938 die Grä­fin Ca­ro­li­ne von Buss­eul (1918–1981). Bei­de konn­ten den Ast mit Söh­nen und Töch­tern fortsetzen.[6]Franz fiel am 26.9.1944 in Reu­sel, Nie­der­lan­de. Sein Grab be­fin­det sich in Ys­sels­teyn. Al­fred fiel am 32.9.1943 in der Nähe von Ne­wel, Russ­land. Sein Grab wur­de bis­her nicht ge­fun­den.

Französischer Ast

Der drit­te Sohn von Al­fred, Prinz Ge­or­ges von Croÿ (* 1828; † 1879), Bru­der von Ru­dolph und Alexis, war der Be­grün­der des fran­zö­si­schen As­tes der 1. Li­nie. Des­sen Sohn François Ma­rie Em­ma­nu­el Prinz von Croÿ (* 1873; † 1950) hei­ra­te­te 1908 in Pa­ris Si­mo­ne de Chapo­nay (* 1885; † 1974). Das Paar hin­ter­ließ zwei Söh­ne, die Prin­zen François Em­ma­nu­el Ge­or­ges (1913; † 1993) und Ro­bert Ma­rie François Ge­or­ge (* 1917) und zwei Töch­ter, die Prin­zes­sin­nen Ma­xi­mi­li­en­ne Jean­ne Françoi­se (* 1909) und Si­mo­ne Ma­rie François Ge­or­ges (* 1920).

2. Linie (Belgische Linie)

Prinz Fer­di­nand von Croÿ, der Stamm­va­ter der zwei­ten bel­gi­schen Li­nie und Bru­der von Al­fred und Phil­ipp, hin­ter­ließ die zwei Söh­ne Em­ma­nu­el (* 1811; † 1865) und Jus­te Ma­rie Fer­nand (* 1824; † 1908), die Be­grün­der der bis heu­te auf ih­ren Be­sit­zun­gen an­säs­si­gen Äste zu Roeulx und Ru­mil­lies (bei Tour­nai, Bel­gi­en).

Ast zu Roeulx
Robert de Croÿ (* 1491; † 1556), Erzbischof von Cambrai, Enkel Philippes I. de Croÿ-Porcéan

Ro­bert de Croÿ (* 1500; † 1556), Erz­bi­schof von Cam­brai, En­kel Phil­ip­pes I. de Croÿ-Por­céan

Den Ast zu Roeulx teil­ten Em­ma­nu­els Söh­ne Al­fred Prinz von Croÿ (* 1842; † 1888) und Gus­tav Prinz von Croÿ (* 1845; † 1889), sie stamm­ten aus sei­ner 1875 in Lon­don ge­schlos­se­nen Ehe mit Eliza­beth Mary Parn­all (* 1855; † 1912), in zwei wei­te­re Zwei­ge. Der äl­tes­te Sohn Léo­pold Prinz von Croÿ-Sol­re (* 1877; † 1965) er­hielt 1933 die bel­gi­sche Adels­an­er­ken­nung mit dem Prin­zen­ti­tel und der An­re­de Durch­laucht. Er hei­ra­te­te 1918 in Pa­ris Jac­que­line de Le­spi­nay (* 1889; † 1977). Aus der Ehe gin­gen acht Kin­der, ein Sohn und sie­ben Töch­ter her­vor. Ré­gi­nald Prinz von Croÿ (* 1878; † 1961), kö­nig­lich bel­gi­scher Bot­schaf­ter a. D. und Bru­der von Léo­pold, er­hielt 1934 eben­falls eine bel­gi­sche Adels­an­er­ken­nung mit Prin­zen­ti­tel und der An­re­de Durch­laucht. Er hin­ter­ließ aus sei­ner 1920 in Brüs­sel ge­schlos­se­nen Ehe mit Isa­bel­le Prin­zes­sin von Li­gne (* 1889; † 1968) zwei Töch­ter.

Der Be­grün­der des zwei­ten Zwei­ges Gus­tav Prinz von Croÿ hei­ra­te­te 1868 in Pa­ris Lui­se de Croix (* 1842; † 1916). Sohn Eti­en­ne Prinz von Croÿ (* 1872; † 1932) wur­de Rit­ter des spa­ni­schen Or­dens vom gol­de­nen Vlies, Bal­li und Groß­kom­tur des Mal­te­ser­or­dens und Prä­si­dent der bel­gi­schen Mal­te­ser­as­so­zia­ti­on. Aus sei­ner 1898 in Hé­ver­lé ge­schlos­se­nen Ehe mit Ma­rie-Sal­vat­rix Prin­zes­sin und Her­zo­gin von Aren­berg, Toch­ter von Her­zog En­gel­bert-Au­gust von Aren­berg gin­gen die Kin­der Elé­no­re (* 1897; † 1990), Eti­en­ne-Gust­ave (* 1898; † 1990), Ma­rie-Clai­re (* 1907; † 2000) und Gust­ave Théo­du­le Fer­di­nand (* 1911; † 1993) her­vor. Elé­no­re Prin­zes­sin von Croÿ hei­ra­te­te 1925 in Pa­ris Guy Comte de La Ro­che­fou­cauld aus dem her­zog­li­chen Haus (* 1894; † 1952). Ihr Bru­der Eti­en­ne-Gust­ave Prinz von Croÿ war kö­nig­lich bel­gi­scher Bot­schaf­ter und Bal­li und Groß­kom­tur des Mal­te­ser­or­dens. Er hei­ra­te­te 1922 in Pa­ris Aly­et­te de Po­me­reu (* 1903; † 1998) und hat­te ei­nen Sohn und eine Toch­ter.

Ast zu Rumillies
Philippe III. de Croÿ (* 1526; † 1595), 3. Herzog von Aerschot, Neffe Erzbischof Roberts

Phil­ip­pe III. de Croÿ (* 1526; † 1595), 3. Her­zog von Aer­schot, Nef­fe Erz­bi­schof Ro­berts

Jus­te Ma­rie Fer­nand Prinz von Croÿ, der Be­grün­der des As­tes zu Ru­mil­lies (bei Tour­nai, Bel­gi­en), hei­ra­te­te 1854 in Brüs­sel Ma­rie Grä­fin von Ur­sel (* 1833; † 1885), die Toch­ter von Her­zog Leon von Ur­sel und des­sen Frau So­phie, eine ge­bo­re­ne Grä­fin d’Harcourt. Das Paar hin­ter­ließ die bei­den Söh­ne und Prin­zen Charles Jo­seph (* 1869; † 1943) und Jo­seph Em­ma­nu­el (* 1873; † 1968). Der erst­ge­bo­re­ne Charles Jo­seph er­hielt 1892 eine bel­gi­sche Adels­an­er­ken­nung mit Prin­zen­ti­tel und der An­re­de Durch­laucht und wur­de Bür­ger­meis­ter von Ru­mil­lies. Er hei­ra­te­te 1896 Mat­hil­de Com­tesse de Ro­bia­no (* 1868; † 1946), die Er­bin von Ru­mil­lies und Toch­ter des päpst­li­chen Ge­heim­käm­me­rers Graf Al­bert de Ro­bia­no. Aus der Ehe gin­gen die Prin­zes­sin­nen Mat­hil­de Ma­rie (* 1902), Ma­rie-Im­ma­cu­lée (* 1905) und die Prin­zen Em­ma­nu­el (* 1908) und Jean Ma­rie (* 1910; † 1990) her­vor. Ma­rie-Im­ma­cu­lée Prin­zes­sin von Croÿ war Dame des Ster­nen­kreuz­or­dens, Jus­tiz­da­me des Kon­stan­tin­or­dens von St. Ge­org so­wie Groß­kreuz­da­me des Rit­ter­or­dens des Hei­li­gen Gra­bes zu Je­ru­sa­lem. Sie hei­ra­te­te 1926 den Gra­fen Thier­ry de Lim­burg-Stir­um (* 1904; † 1968), Bür­ger­meis­ter von Hul­den­berg, Rit­ter des Or­dens vom Gol­de­nen Vlies. Von ih­ren Brü­dern wur­de Jean Ma­rie Bür­ger­meis­ter zu Ru­mil­lies und der erst­ge­bo­re­ne Em­ma­nu­el Berg- und Zi­vil­in­ge­nieur und Kom­man­deur des Rit­ter­or­dens vom Hei­li­gen Gra­be zu Je­ru­sa­lem. Er war seit 1944 mit Ni­co­le Com­tesse de Mar­nix de Sain­te-Al­de­gon­de (* 1919) ver­hei­ra­tet. Sie hat­ten zwei Töch­ter und zwei Söh­ne. Toch­ter Ma­rie Ga­bri­el­le Prin­zes­sin von Croÿ (* 1946), Dok­to­rin der Theo­lo­gie, hei­ra­te­te 1971 Adri­en Prince de Mero­de und Bru­der Guil­lau­me Ga­bri­el (* 1950), Dok­tor der Rechts­wis­sen­schaf­ten, 1989 in Ve­ne­dig Isa­bel­la Grä­fin von Coll­al­to und San Sal­va­to­re (* 1960). Sie war die Toch­ter von Man­fred Fürst von Coll­al­to und San Sal­va­to­re, dem Chef und letz­ten Ver­tre­ter des Man­nes­stamms der Coll­al­to und des­sen Frau Ma­ria de la Tri­ni­dad Cas­til­lo y Mo­re­no aus dem Hau­se der Mar­que­ses de Jura Real, Mar­que­se de Cas­tro de Tor­res.

3. Linie (Österreichische Linie)

Charles III. de Croÿ (* 1560; † 1612), Sohn von Philippe III. de Croÿ; 4. Herzog von Aarschot, 5. Fürst von Chimay, 3. Fürst von Porcéan

Charles III. de Croÿ (* 1560; † 1612), Sohn von Phil­ip­pe III. de Croÿ; 4. Her­zog von Aar­schot, 5. Fürst von Chi­may, 3. Fürst von Por­céan

Der Stamm­va­ter der drit­ten, ös­ter­rei­chi­schen Li­nie war Phil­ipp Prinz von Croÿ (* 1801; † 1871), der Bru­der von Al­fred und Fer­di­nand. Er er­hielt 1841 den nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Her­ren­stand. Sein Sohn Alex­an­der Prinz von Croÿ (* 1828; † 1887) hin­ter­ließ aus der 1863 auf Schloss Laer ge­schlos­se­nen Ehe mit Eli­sa­beth Ma­ria Grä­fin von West­pha­len zu Fürs­ten­berg (* 1834; † 1910) drei Kin­der, die Prin­zen Wil­helm, Kle­mens und Alex­an­der.

Der erst­ge­bo­re­ne Wil­helm (* 1869; † 1918) hei­ra­te­te 1898 in Arad De­si­de­ria (Dez­si) Ró­nay de Zom­bor (* 1874; † 1935). Zu ih­ren Nach­kom­men ge­hör­te Ste­phan Prinz von Croÿ (* 1899; † 1966), der 1928 in Hous­ton, US-Bun­des­staat Te­xas, Bea­trix Tay­lor hei­ra­te­te.

Sohn Prinz Kle­mens von Croÿ (* 1873; † 1926) wur­de k.u.k. Käm­me­rer. Er hei­ra­te­te in Wien 1903 Chris­tia­ne Prin­zes­sin von Au­er­sperg (* 1878; † 1945), die Toch­ter von Franz-Jo­seph Fürst von Au­er­sperg und des­sen Frau Wil­hel­mi­ne Grä­fin Kin­sky von Wchi­nitz und Tettau. Das Paar hat­te vier Kin­der, ei­nen Sohn und drei Töch­ter. Der Sohn Prinz Karl (* 1912; † 1983) hei­ra­te­te 1939 in Graz Bar­ba­ra Frei­in Söll von und zu Tei­ßen­egg auf Stain­burg (* 1906). Nach dem Un­fall­tod sei­ner Frau 1906 hei­ra­te­te Kle­mens Eva Ma­ria Winckhler von Win­kel­stein (* 1909; † 1985), die Toch­ter des ehe­ma­li­gen kö­nig­lich un­ga­ri­schen Han­dels- und Ver­kehrs­mi­nis­ters Ste­phan Winckhler von Win­kel­stein. Von den drei Kin­dern aus ers­ter Ehe, ein Sohn und zwei Töch­ter, wur­de Fer­di­nand (* 1940) Ma­jor im ös­ter­rei­chi­schen Bun­des­heer und Ge­stüts­lei­ter.

Der drit­te Sohn und Zwil­lings­bru­der von Kle­mens, Alex­an­der Prinz von Croÿ (* 1873; † 1937) wur­de eben­falls k.u.k. Käm­me­rer so­wie Eh­ren- und De­vo­ti­ons­rit­ter des Mal­te­ser­or­dens. Er hei­ra­te­te in Wien 1908 Mat­hil­de Grä­fin von Stockau (* 1881; 1949) und hin­ter­ließ zwei Söh­ne, die Prin­zen An­ton und Alex­an­der so­wie drei Töch­ter, die Prin­zes­sin­nen Eli­sa­beth (* 1911), Eve­li­ne (* 1914) und Ma­rie-Rose (* 1916). Der erst­ge­bo­re­ne An­ton (* 1909; † 1976) konn­te den Zweig mit Söh­nen und Töch­tern fort­set­zen. Er war zwei­mal ver­hei­ra­tet, in ers­ter Ehe seit 1940 mit Cle­men­ti­ne Prin­zes­sin von Ra­ti­bor und Cor­vey, Prin­zes­sin zu Ho­hen­lo­he-Schil­lings­fürst (* 1918) und in zwei­ter Ehe ab 1964 mit Mar­griet Kray­en­brink (* 1932). Sein Bru­der Alex­an­der Prinz von Croÿ (* 1912), der sich in Groß­bri­tan­ni­en nie­der­ließ, war eben­falls zwei­mal ver­hei­ra­tet und hin­ter­ließ zwei Töch­ter und ei­nen Sohn. Eve­li­ne Ma­ria Fran­zis­ka (* 1914; † 1988), eine Schwes­ter von An­ton und Alex­an­der, hei­ra­te­te 1940 in Wien Os­wald Graf von Kiel­man­segg (* 1908), Dr. jur., Hof­rat und stell­ver­tre­ten­der Ge­ne­ral­di­rek­tor (im Ru­he­stand) der Aus­tria Ta­bak­wer­ke AG.

Wappen

Stammwappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Sil­ber drei rote Bal­ken (hat also Ähn­lich­keit mit dem Wap­pen der sa­gen­haf­ten Ahn­herrn aus dem Kö­nigs­haus der Ár­pá­den, das vier rote Bal­ken hat). Auf dem Helm mit rot-sil­ber­nen De­cken ein schwar­zer Bra­cken­rumpf mit gol­de­nem Hals­band zwi­schen ei­nem rechts ro­ten und links sil­ber­nen Ad­ler­flug.

Wappen unterschiedlicher Zweige

Fürstliches Wappen

Das fürst­li­che Wap­pen Croÿ-Hav­ré ist ge­viert mit dem gro­ßen her­zog­lich loth­rin­gi­schen Wap­pen als Mit­tel­schild; Haupt­schild: Feld 1 und 4 Stamm­wap­pen Croÿ, 2 und 3 in Sil­ber drei rote Wie­sen­bei­le oder Streit­äx­te mit den kur­zen, gleich­falls ro­ten Stie­len in Gö­pel­form ge­stellt (Mar­qui­sat Ren­ty); Mit­tel­schild: ge­teilt und drei­mal ge­spal­ten, als Herz­schild das Stamm­wap­pen Loth­rin­gen: in Gold ein ro­ter Schräg­rechts­bal­ken, die­ser der Rich­tung nach mit drei sil­ber­nen ge­stüm­mel­ten Ad­lern be­legt; Feld 1 in Rot vier (ei­gent­lich nur drei) sil­ber­ne Bal­ken (Kö­nig­reich Un­garn), 2 blau mit gol­de­nen Li­li­en be­streut, oben ein ro­ter Tur­nier­kra­gen (Äl­te­res Haus An­jou), 3 in Sil­ber das gol­de­ne Je­ru­sa­lem­kreuz (Kö­nig­reich Je­ru­sa­lem), 4 in Gold vier rote Pfäh­le (Kö­nig­reich Ara­go­ni­en), 5 ro­ter Bord, dar­in ein blau­es, mit gol­de­nen Li­li­en be­streu­tes Feld (Jün­ge­res Haus An­jou), 6 in Blau ein links ge­kehr­ter, ge­krön­ter gol­de­ner Löwe (Her­zog­tum Gel­dern), 7 in Gold ein rechts ge­kehr­ter, ge­krön­ter schwar­zer Löwe (Her­zog­tum Jü­lich), 8 in Blau zwei gol­de­ne, aus­wärts ge­kehr­te Bar­ben, be­glei­tet von vier (1, 2, 1) gol­de­nen Wie­der­kreuz­chen (Her­zog­tum Bar); auf dem Schild die Her­zogs­kro­ne.

Herzogliches Wappen

Das her­zog­li­che Wap­pen der ein­zig heu­te noch be­stehen­den Haupt­li­nie Croÿ-Sol­re zeigt in der ne­ben­ste­hen­den Va­ri­an­te in den ge­vier­ten Fel­dern 1 und 4 das Stamm­wap­pen und das Wap­pen Ren­ty, eben­so im Herz­schild (oder dort das Bal­ken­wap­pen der un­ga­ri­schen Kö­nigs­dy­nas­tie der Ár­pá­den); Feld 2 ist ge­viert vom Wap­pen des Hau­ses Frank­reich: in Blau drei Li­li­en, und des Hau­ses Al­bret: ro­tes le­di­ges Feld, und be­legt als Herz­schild mit dem Wap­pen des Hau­ses Bre­ta­gne: ganz von Her­me­lin; Feld 3 ist ge­viert von Flan­dern: in Gold ein schwar­zer Löwe, und Craon: rot-gol­den ge­rau­tet. Schild be­krönt mit ei­ner Fürs­ten­kro­ne. Der Wahl­spruch auf ei­nem Spruch­band un­ter dem Schild lau­tet: Je main­ti­en­dray (fran­zö­sisch in al­ter Schreib­wei­se; deutsch: Ich wer­de stand­hal­ten). Das Gan­ze un­ter ei­nem her­me­lin­ge­füt­ter­ten, pur­pur­nem Wap­pen­man­tel, der aus ei­ner Her­zogs­kro­ne her­ab­fällt. In der an­de­ren Form zeigt der Schild im ge­vier­ten Feld 1 das Stamm­wap­pen und das Wap­pen des nord­fran­zö­si­schen Hau­ses La­laing, Feld 2 wie vor, eben­so die Fel­der 3 und 4; der Herz­schild zeigt das Bal­ken­wap­pen der un­ga­ri­schen Ár­pá­den.

Namensträger

  • Guil­lau­me I. de Croÿ († um 1384), Ba­ron von Ai­rai­nes
  • An­toi­ne I. de Croÿ (* um 1402; † 1475), mäch­ti­ges Mit­glied des bur­gun­di­schen Ho­fes, Herr von Le Roeulx, Aer­schot und Beau­mont, auf den Bur­gen Mont­cornet und Por­céan
  • Jean II. de Croÿ (* 1403; † 1473), Bru­der An­toi­nes I., 1. Graf von Chi­may, Ge­ne­ral­ka­pi­tän im Hen­ne­gau
  • Phil­ip­pe I. de Croÿ-Por­céan (* 1435; † 1511), Sohn An­toi­nes I., Gou­ver­neur von Lu­xem­burg und Va­len­ci­en­nes, Statt­hal­ter der Graf­schaft Hen­ne­gau
  • Phil­ip­pe I. de Croÿ-Chi­may (* 1436; † 1482), Sohn Jeans II., 2. Graf von Chi­may, Mit­glied des bur­gun­di­schen Ho­fes.
  • Jac­ques de Croÿ (* um 1436; † 1516), Sohn Jeans II., Bi­schof von Cam­brai, 1477-94 Be­sit­zer des Kas­teel Croy, La­ar­beek, Nie­der­lan­de
  • Charles I. de Croÿ (* 1455; † 11. Sep­tem­ber 1527), Sohn Phil­ip­pes I. de Croÿ-Chi­may; 1. Fürst von Chi­may. Er dien­te den Habs­bur­gern in den Nie­der­lan­den und war un­ter an­de­rem Pa­ten­on­kel und Men­tor Karls V.
  • Guil­lau­me II. de Croÿ (* 1458; † 1521), Sohn Phil­ip­pes I. de Croÿ-Por­céan; Graf von Beau­mont, Mark­graf von Aar­schot, Her­zog von So­ria und Ar­chi, Er­zie­her Kai­ser Karls V., lei­ten­der Mi­nis­ter von Bur­gund
  • An­toi­ne de Croÿ (* 1465/70; † 1495), Sohn Phil­ip­pes I. de Croÿ-Por­céan; Bi­schof von Thé­rouan­ne in der Pi­kar­die
  • Ro­bert de Croÿ (* 1500; † 1556), Erz­bi­schof von Cam­brai, Sohn von Hen­ri de Croÿ-Por­céan (die­ser ein Sohn Phil­ip­pes I. de Croÿ-Por­céan)
  • Phil­ip­pe II. de Croÿ (* 1496; † 1549), Bru­der Erz­bi­schof Ro­berts; 1. Her­zog von Aar­schot, Her­zog von So­ria und Ar­chi
  • Guil­lau­me III. de Croÿ (* 1498; † 1521), Kar­di­nal, Erz­bi­schof von Cam­brai, apos­to­li­scher Ad­mi­nis­tra­tor des Erz­bis­tums To­le­do, Bru­der von Ro­bert und Phil­ip­pe II.
  • Charles II. de Croÿ (* 1522; † 1551), Sohn Phil­ip­pes II. de Croÿ; 2. Her­zog von Aar­schot, 3. Fürst von Chi­may, 3. Graf von Beau­mont
  • Phil­ip­pe III. de Croÿ (* 1526; † 1595), Bru­der Charles II. de Croÿ; 3. Her­zog von Aar­schot, 4. Reichs­fürst von Chi­may, 4. Graf von Beau­mont, 2. Fürst von Por­céan so­wie Gou­ver­neur von Lu­xem­burg und Li­gny
  • Charles III. de Croÿ (* 1560; † 1612), Sohn von Phil­ip­pe III. de Croÿ; 4. Her­zog von Aar­schot, 5. Fürst von Chi­may, 3. Fürst von Por­céan, Mar­quis de Mont­cornet, 5. Graf von Beau­mont;
  • Jean de Croÿ (1588–1638), spa­ni­scher Mi­li­tär, Po­li­ti­ker und Kunst­samm­ler
  • Anna von Croÿ (ge­bo­re­ne Her­zo­gin von Pom­mern; * 1590; † 1660), Ehe­frau des Her­zogs Ernst von Croÿ-Hav­ré, Frei­herr von Vin­s­tin­gen († 1631); letz­te An­ge­hö­ri­ge des Grei­fen­ge­schlechts
  • Ernst Bo­gis­law von Croÿ-Hav­ré-Vin­s­tin­gen (* 1620; † 1684), Sohn von Ernst und Anna, pom­mer­scher evan­ge­li­scher Bi­schof von Cammin, pom­mer­scher Statt­hal­ter
  • Charles Eu­gè­ne de Croÿ-Roeulx (* 1651; † 1702), ös­ter­rei­chi­scher und rus­si­scher Feld­mar­schall, Guts­herr auf My­len­donck
  • Em­ma­nu­el Her­zog von Croÿ (* 1718; † 1784), 3. Fürst von Sol­re, Mar­schall von Frank­reich, Vor­fah­re al­ler heu­te le­ben­den Fa­mi­li­en­mit­glie­der
  • Au­gus­te Phil­ip­pe Her­zog von Croÿ (* 1765; † 1822), seit 1803 Lehns­herr der Graf­schaft Dül­men, Sohn von Em­ma­nu­el
  • Gus­tav Ma­xi­mi­li­an von Croÿ (* 1773; † 1844), Kar­di­nal, Erz­bi­schof von Rou­en, Bi­schof von Straß­burg
  • Al­fred von Croÿ (* 1789; † 1861), spa­ni­scher Gran­de und deut­scher Stan­des­herr, Mit­glied des preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses,
  • Phil­ipp Franz Rei­nald Vic­turni­an von Croy (* 1801; † 1871), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Ru­dolf von Croÿ (* 1823; † 1902), Stan­des­herr und Mit­glied des Her­ren­hau­ses
  • Phil­ipp Au­gust von Croy (* 1840; † 1913), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Isa­bel­la von Croÿ (* 1856; † 1931), Erz­her­zo­gin von Ös­ter­reich-Teschen
  • Karl von Croÿ (* 1859; † 1906), Stan­des­herr und Mit­glied des Her­ren­hau­ses
  • Fer­di­nand de Croÿ (* 1867; † 1958), ka­tho­li­scher Pries­ter und päpst­li­cher Di­plo­mat
  • Re­gi­nald Charles Al­fred Ar­thur de Croÿ (1878–1961), bel­gi­scher Bot­schaf­ter

Geografie

  • Die In­sel Île de Croÿ, eine der Îles Nu­ageu­ses der Ker­gue­len. Sie wur­de 1773 von ih­rem Ent­de­cker, Yves Jo­seph de Ker­gue­len de Tré­ma­rec, nach dem För­de­rer sei­ner Ex­pe­di­ti­on, Em­ma­nu­el Her­zog von Croÿ, be­nannt.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Croÿ (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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