Clemens August von Bayern

Clemens August mit allen Zeichen seiner geistlichen und weltlichen Herrschaft: Kurmantel und Kurhut stehen für das Kurfürstentum Köln, das auf der Brust hängende bischöfliche Pektorale, der Kragen des Priesterornats und die auf dem Tisch hinter dem Kurhut liegende Mitra versinnbildlichen sein Amt als Erzbischof von Köln, links im Hintergrund Schloss Falkenlust, gemalt von Georges Desmarées, um 1746, Öl auf Leinwand, Standort: Schloss AugustusburgCle­mens Au­gust Fer­di­nand Ma­ria Hya­zinth von Bay­ern (* 16. Au­gust 1700 in Brüs­sel; † 6. Fe­bru­ar 1761 in Ko­blenz) war als Cle­mens Au­gust I. von 1723 bis 1761 Erz­bi­schof von Köln und da­mit gleich­zei­tig Kur­fürst des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches, Lan­des­herr des zu­ge­hö­ri­gen Erz­stifts so­wie der Ne­ben­län­der Reck­ling­hau­sen und West­fa­len. Au­ßer­dem war er Le­ga­tus na­tus des Hei­li­gen Apos­to­li­schen Stuhls zu Rom, Hoch­meis­ter des Deut­schen Or­dens, Fürst­bi­schof von Re­gens­burg, Müns­ter, Os­na­brück, Pa­der­born und Hil­des­heim so­wie In­ha­ber an­de­rer kirch­li­cher Wür­den.

Cle­mens Au­gust, zeit­ge­nös­sisch we­gen sei­ner Bi­schofs­sit­ze als Mon­sieur des cinq ég­li­ses (Herr der fünf Kir­chen) be­zeich­net, war ei­ner der wich­tigs­ten geist­li­chen Reichs­fürs­ten sei­ner Zeit. Au­ßen­po­li­tisch wech­sel­te er häu­fig sei­ne Bünd­nis­part­ner. In­nen­po­li­tisch blie­ben Re­for­men weit­ge­hend aus. Der Nach­welt in Er­in­ne­rung ge­blie­ben ist er als prun­k­lie­ben­der Ro­ko­ko­fürst, der eine pracht­vol­le Hof­hal­tung be­trieb und zahl­rei­che Schlös­ser bau­en oder um­bau­en ließ.

Familie und frühe Jahre

Cle­mens Au­gust war vier­ter Sohn und fünf­tes Kind des Kur­fürs­ten Max Ema­nu­el von Bay­ern und sei­ner zwei­ten Ehe­frau Te­re­sa Ku­n­egun­da So­bies­ka, ei­ner Toch­ter des pol­ni­schen Kö­nigs Jan So­bie­ski. Er hat­te neun Ge­schwis­ter und fünf Halb­ge­schwis­ter aus an­de­ren Ver­bin­dun­gen sei­nes Va­ters. Ein Bru­der war Karl Al­brecht, spä­ter Her­zog von Bay­ern und als Karl VII. rö­misch-deut­scher Kai­ser. Der Bru­der Fer­di­nand war kai­ser­li­cher Feld­mar­schall. Jo­hann Theo­dor war Bi­schof von Re­gens­burg, Frei­sing und Lüt­tich. Ein On­kel war Jo­seph Cle­mens, Erz­bi­schof von Köln.

Zur Zeit sei­ner Ge­burt war der Va­ter Ge­ne­ral­statt­hal­ter in den spa­ni­schen Nie­der­lan­den. Mit dem spa­ni­schen Erb­fol­ge­krieg kehr­te die Fa­mi­lie nach Bay­ern zu­rück. Der Va­ter ver­bün­de­te sich mit Frank­reich und stell­te sich ge­gen Kai­ser und Reich. Er ver­lor 1704 die Schlacht von Höch­städt ge­gen Prinz Eu­gen, sei­nen eins­ti­gen Kampf­ge­fähr­ten in Un­garn. Der Va­ter wur­de ge­äch­tet und floh ins Exil. Cle­mens Au­gust ver­brach­te, nach an­fäng­li­chem Ver­bleib in Mün­chen, die Zeit von 1706 bis 1712 in Kla­gen­furt und an­schlie­ßend bis zum Ende des Krie­ges 1715 in Graz in ös­ter­rei­chi­scher Eh­ren­haft. Er er­hielt vor al­lem von Je­sui­ten eine stan­des­ge­mä­ße Er­zie­hung un­ter kai­ser­li­cher Auf­sicht. Erst nach die­ser mehr als zehn­jäh­ri­gen Tren­nung sah er sei­ne El­tern wie­der, als sein Va­ter 1715 sei­ne Herr­schaft zu­rück­er­hielt.

Ämterkumulation in der Reichskirche

Clemens August als Hochmeister des deutschen Ordens (Porträt auf der Burg Meersburg)

Cle­mens Au­gust als Hoch­meis­ter des deut­schen Or­dens (Por­trät auf der Burg Meers­burg)

Sein Va­ter ver­folg­te un­ver­dros­sen eu­ro­pa­po­li­ti­sche Macht­in­ter­es­sen, bil­de­te sei­ne vier Söh­ne dem­entspre­chend aus und über­ließ auch Ehe­schlie­ßun­gen nicht dem Zu­fall. Cle­mens Au­gust be­stimm­te er – eben­so wie sei­ne Brü­der Phil­ipp Mo­ritz und Jo­hann Theo­dor – für den geist­li­chen Stand. Sie soll­ten wich­ti­ge Po­si­tio­nen in der Reichs­kir­che über­neh­men, um so den baye­risch-wit­tels­ba­chi­schen Ein­fluss zu ver­grö­ßern. Ur­sprüng­lich soll­te Cle­mens Au­gust Bi­schof von Frei­sing, Re­gens­burg und Spey­er wer­den, wäh­rend sein Bru­der Phil­ipp Mo­ritz geist­li­che Wür­den in Nord­west­deutsch­land er­hal­ten soll­te. 1715 er­hielt Cle­mens Au­gust sei­ne ers­te Ton­sur und wur­de Ko­ad­ju­tor des Bis­tums Re­gens­burg und der Fürst­props­tei Berch­tes­ga­den. 1716 bis 1719 war er dann Bi­schof von Re­gens­burg. Im Jahr 1718 wur­de er Propst des Klos­ter­stifts Alt­öt­ting. Die­ses Amt be­hielt er bis 1721. Im Jahr 1719 er­hielt er auch eine Dom­her­ren­stel­le in Köln, die er bis 1723 be­hielt und eine wei­te­re Dom­her­ren­stel­le in Lüt­tich, die er erst 1757 auf­gab.

Von 1717 bis 1719 ging er, zu­sam­men mit sei­nem Bru­der Phil­ipp Mo­ritz, zur Ver­tie­fung sei­ner theo­lo­gi­schen Stu­di­en nach Rom. In die­ser Zeit be­müh­te sich der Va­ter in­ten­siv um wei­te­re Äm­ter und Wür­den für die bei­den Söh­ne. 1719 wur­de er, nach dem Tod sei­nes Bru­ders, der ur­sprüng­lich für die­se Pos­ten vor­ge­se­hen war und in Rom an Blat­tern starb, Fürst­bi­schof von Müns­ter und Pa­der­born. Das Bis­tum Re­gens­burg hat­te er da­für auf­ge­ben müs­sen. Sein Va­ter dräng­te sei­nen wi­der­stre­ben­den Bru­der Erz­bi­schof Jo­seph Cle­mens von Bay­ern, sei­nen Nef­fen 1722 als Ko­ad­ju­tor des Erz­bis­tums Köln mit dem An­recht der Nach­fol­ge an­zu­neh­men. Vor al­lem Fer­di­nand von Plet­ten­berg küm­mer­te sich um die Zu­stim­mung der Dom­her­ren bei ei­ner künf­ti­gen Wahl. Ge­wis­se Wi­der­stän­de hat­te die­ser beim Köl­ner Dom­propst und Kar­di­nal Chris­ti­an Au­gust von Sach­sen-Zeitz zu über­win­den, der für ei­nen Nef­fen ver­schie­de­ne An­sprü­che an­mel­de­te. Dar­auf­hin muss­te die kai­ser­li­che und päpst­li­che Zu­stim­mung zu der Äm­ter­häu­fung ein­ge­holt wer­den. Mit de­ren Ein­ver­ständ­nis be­stä­tig­ten die Dom­her­ren Cle­mens Au­gust als Ko­ad­ju­tor. Schon 1723 mit dem Tod sei­nes On­kels Jo­seph Cle­mens von Bay­ern konn­te er des­sen Nach­fol­ge in Köln an­tre­ten.

Der Ver­such, ihn auch in Lüt­tich zum Nach­fol­ger von Jo­seph Cle­mens wäh­len zu las­sen, schei­ter­te am Wi­der­stand des Kai­sers und Frank­reichs. Statt­des­sen wur­de er 1724 auch Fürst­bi­schof von Hil­des­heim und 1728 von Os­na­brück. Mit be­son­de­rem Stolz er­füll­te ihn 1732 die Wahl zum Hoch­meis­ter des Deut­schen Or­dens (Hoch- und Deutsch­meis­ter). Da­mit über­nahm er ein Amt, das bis­lang eine Do­mä­ne der Habs­bur­ger ge­we­sen war.

Schon 1731 wur­de er In­ha­ber des kai­ser­li­chen In­fan­te­rie­re­gi­ments „Deutsch­meis­ter“. Die­se Bal­lung geist­li­cher Herr­schaf­ten in ei­ner Hand war bis da­hin ein­zig­ar­tig. Sie stand ei­gent­lich im Ge­gen­satz zu den Be­schlüs­sen des Kon­zils von Tri­ent, wur­de aber von der Ku­rie ge­dul­det. Cle­mens Au­gust war als Kur­fürst und mehr­fa­cher Bi­schof in den Reichs­fürs­ten­stand auf­ge­rückt und ver­füg­te da­mit über nicht nur lan­des­herr­li­che Ge­walt in ei­nem gro­ßen Teil Nord­west­deutsch­lands, son­dern auch über mehr­fa­che Sit­ze und Stim­men im Reichs­tag.

Zu sei­nem Auf­stieg trug Cle­mens Au­gust selbst nur we­nig bei. Vor al­lem sein Obrist­käm­me­rer und Pre­mier­mi­nis­ter Fer­di­nand von Plet­ten­berg be­ein­fluss­te die Wah­len zu sei­nen Guns­ten. Die Be­rich­te von geist­li­chen Be­ob­ach­tern aus sei­ner Zeit in Rom be­schei­nig­ten Cle­mens Au­gust „gute Qua­li­tä­ten und Tu­gen­den“, und man war auch in Mün­chen über­zeugt, dass er für sein Re­gie­rungs­amt be­fä­higt sei. Der päpst­li­che Nun­ti­us in Rom lob­te 1723 ins­be­son­de­re den re­li­giö­sen Ei­fer des da­ma­li­gen Ko­ad­ju­tors. Er selbst ver­spür­te in­des we­nig Nei­gung dazu, sich zum Pries­ter wei­hen zu las­sen. Ge­gen­über sei­nem Va­ter äu­ßer­te er ein­mal, dass er den Pries­ter­stand un­wür­dig ver­tre­ten wür­de. Vor ei­ner Wei­he woll­te er not­falls auf sei­ne geist­li­chen Äm­ter und die Kur­wür­de ver­zich­ten. Der Va­ter brach­te ihn rasch von die­sen Ge­dan­ken ab. Papst Be­ne­dikt XIII. zö­ger­te da­her lan­ge mit der Be­stä­ti­gung der Bi­schofs­wür­de. Nach­dem sich Cle­mens Au­gust dazu end­lich ent­schlos­sen hat­te, wur­de er 1725 im Schloss Schwa­ben bei Mün­chen zum Pries­ter ge­weiht. Im Jahr 1726 starb sein Va­ter. Ein Jahr spä­ter wur­de Cle­mens Au­gust von Papst Be­ne­dikt XIII. per­sön­lich zum Bi­schof ge­weiht.

Politik

Die in­ne­re und äu­ße­re Po­li­tik zer­fällt zur Zeit von Cle­mens Au­gust in zwei Ab­schnit­te. Im ers­ten be­stimm­te Fer­di­nand von Plet­ten­berg den Kurs. Der zwei­te ist ge­kenn­zeich­net durch ei­nen häu­fi­gen Wech­sel von Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen. Nach dem Sturz von Plet­ten­bergs woll­te Cle­mens Au­gust die Macht nicht mehr ei­ner Per­son al­lein an­ver­trau­en. Statt­des­sen wur­de eine obers­te Kon­fe­renz ge­schaf­fen. Aber nie­mand konn­te die Per­son Plet­ten­bergs er­set­zen. Der Rat spiel­te da­her nur eine un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. Et­was grö­ßer wur­de die Be­deu­tung un­ter dem in­te­ge­ren Pa­der­bor­ner Dom­propst Fried­rich Chris­ti­an von Fürs­ten­berg, ehe die­ser in Un­gna­de fiel. In der zwei­ten Hälf­te der 1740er Jah­re ent­wi­ckel­te sich eine Ka­bi­netts­re­gie­rung. In die­ser spiel­te Au­gust Wil­helm von Wolff-Met­ter­nich eine zen­tra­le Rol­le. Nach­dem die­ser vom Kur­fürs­ten fal­len ge­las­sen wur­de, kehr­te man zum Kon­fe­renz­sys­tem zu­rück. An­fangs do­mi­nier­te Her­mann Wer­ner von der As­se­burg. Spä­ter über­nahm Gott­fried Jo­sef von Raes­feld im Rang ei­nes Groß­kanz­lers die Füh­rung der Re­gie­rung.

Außenpolitik

Bünd­nis­se und Ver­trä­ge … von … mit An­mer­kun­gen
1724 Cle­mens Au­gust von Bay­ern Ma­xi­mi­li­an II. Ema­nu­el (Bay­ern), Franz Lud­wig von Pfalz-Neu­burg, Jo­hann Theo­dor von Bay­ern Wit­tels­ba­cher Haus­uni­on
1726 Bay­ern, Kur­köln Ös­ter­reich Cle­mens Au­gust folgt der kur­baye­ri­schen Po­li­tik bis 1730
1727 Bay­ern Frank­reich Al­li­anz- und Sub­si­di­en­ver­trag
1728 Kur­köln Frank­reich  
1730/31 Kur­köln Ös­ter­reich Cle­mens Au­gust wird 1732 Hoch- und Deutsch­meis­ter
1733 Kur­köln Frank­reich Pol­ni­scher Thron­fol­ge­krieg 1733–1738
1740 Bay­ern, Kur­köln Frank­reich Ös­ter­rei­chi­scher Erb­fol­ge­krieg 1740–1748
1744 Kur­köln Eng­land Aus­rich­tung der Po­li­tik auf den Er­werb von Sub­si­di­en
1747 Kur­köln Frank­reich  
1749/50 Kur­köln Eng­land  
1751 Kur­köln Frank­reich  

 

Ferdinand von Plettenberg um 1721/22, Ölgemälde von Joseph Vivien

Fer­di­nand von Plet­ten­berg um 1721/22, Öl­ge­mäl­de von Jo­seph Vi­vi­en

Plet­ten­berg er­wies sich nicht wie er­hofft als ein blo­ßes Werk­zeug in der Hand des Mün­che­ner Ho­fes, son­dern be­trieb eine durch­aus ei­gen­stän­di­ge Po­li­tik. Er stand zwar zeit­wei­se mit Bay­ern, Frank­reich und Eng­land ge­gen die Habs­bur­ger, knüpf­te aber ins­ge­heim Ver­bin­dun­gen nach Wien an. Auf sei­nen Ein­fluss ist der Über­gang von Cle­mens Au­gust ins kai­ser­li­che La­ger zu­rück­zu­füh­ren. Der Hof in Mün­chen und fran­zö­si­sche Ge­sand­te ver­such­ten ver­geb­lich, Cle­mens Au­gust von Plet­ten­berg zu tren­nen.

Am 9. Mai 1733 wur­de ein per­sön­li­cher Günst­ling des Kur­fürs­ten, der Kom­tur Jo­hann Bap­tist Frei­herr von Roll, in ei­nem Du­ell von Fried­rich Chris­ti­an von Be­ver­för­de zu Wer­ries ge­tö­tet. Die­ser Fall brach­te Cle­mens Au­gust völ­lig aus dem Gleich­ge­wicht und er fürch­te­te um das See­len­heil des Freun­des. Zu­dem mach­te er sich Vor­wür­fe das Du­ell nicht ver­hin­dert zu ha­ben. Der Kur­fürst nahm da­her Kon­takt zur Non­ne Ma­ria Cre­scen­tia Höss im Klos­ter Kauf­beu­ren auf, die er im Zuge ei­nes Auf­ent­halts in Mün­chen per­sön­lich ken­nen ge­lernt hat­te und die für ihre Vi­sio­nen des Hei­li­gen Geis­tes be­kannt war. Cle­mens Au­gust folg­te ih­ren Rat­schlä­gen, um sich zu ver­ge­wis­sern, dass die See­le Rolls im Him­mel sei. Zu­dem ver­an­lass­te er um­fang­rei­che Er­mitt­lun­gen, die zu zwei un­ter­schied­li­chen Ver­sio­nen der Er­eig­nis­se führ­ten. Die Schuld am Tod Rolls gab er von Plet­ten­berg. Die­ser ge­riet in Un­gna­de und wur­de aus sei­nen Äm­tern ent­las­sen. Da­nach ge­riet Cle­mens Au­gust un­ter den Ein­fluss wech­seln­der Günst­lin­ge.

Nach dem Sturz Plet­ten­bergs wand­te sich Cle­mens Au­gust von sei­nem bis­he­ri­gen ös­ter­rei­chi­schen Ver­bün­de­ten ab und Frank­reich und Bay­ern zu. Dies tat er in­so­fern zu ei­nem un­güns­ti­gen Zeit­punkt, weil ge­ra­de der pol­ni­sche Thron­fol­ge­krieg aus­brach und ein Reichs­krieg ge­gen Frank­reich er­klärt wor­den war. Dies führ­te zu ei­nem Ver­fah­ren im Reich ge­gen Cle­mens Au­gust. Au­ßer­dem lit­ten sei­ne Ter­ri­to­ri­en un­ter der Ein­quar­tie­rung von Sol­da­ten. Aus­ge­rech­net der von ihm ent­las­se­ne von Plet­ten­berg wur­de kai­ser­li­cher Kom­mis­sar für den Nie­der­rhein und ar­bei­te­te nun ge­gen sei­nen ehe­ma­li­gen Her­ren. Nach dem Frie­dens­schluss ge­wann eine habs­bur­gisch ori­en­tier­te Par­tei am Bon­ner Hof wie­der an Ge­wicht. Als Kai­ser Karl VI. starb, war es da­her kei­nes­wegs si­cher, dass Cle­mens Au­gust sei­nen Bru­der Karl Al­brecht bei des­sen Stre­ben nach der Kai­ser­kro­ne un­ter­stüt­zen wür­de. Letzt­lich brach­ten neue fran­zö­si­sche Hilfs­gel­der Cle­mens Au­gust auf die Sei­te sei­nes Bru­ders. Er stimm­te denn auch für die Wahl sei­nes Bru­ders zum Kö­nig der Rö­mer und krön­te die­sen am 12. Fe­bru­ar 1742 zum Kai­ser.

Al­ler­dings fühl­te er sich zu we­nig be­ach­tet und sah sich auch für sei­ne Un­ter­stüt­zung we­nig be­lohnt. Da­her knüpf­te er er­neut Kon­takt mit Wien an und nahm wäh­rend des Ös­ter­rei­chi­schen Erb­fol­ge­krie­ges eine neu­tra­le Hal­tung ein. Da­für er­hielt er nun­mehr Geld aus Ös­ter­reich, Eng­land und den Nie­der­lan­den. Hat­te zu­vor der fran­zö­si­sche Ge­sand­te am Bon­ner Hof über maß­geb­li­chen Ein­fluss ver­fügt, be­stimm­te nun der Ös­ter­rei­cher Jo­hann Karl Phil­ipp Graf Co­ben­zl den po­li­ti­schen Kurs maß­geb­lich mit, ehe er bei Cle­mens Au­gust selbst in Un­gna­de fiel. Nach dem Tod sei­nes Bru­ders 1745 hoff­te er ver­geb­lich auf eine gro­ße po­li­ti­sche Rol­le als Frie­dens­ver­mitt­ler. Er wähl­te Franz I. Ste­phan zum Kai­ser mit, be­gann aber be­reits er­neut die Sei­ten zu wech­seln. Am Ran­de von Fest­lich­kei­ten in Pop­pels­dorf ver­bün­de­te er sich mit Frank­reich, ohne sei­ne Mi­nis­ter vor­her dar­über zu in­for­mie­ren.

Nach dem Aa­che­ner Frie­den von 1748 ver­lor die fran­zö­si­sche Par­tei am Hof wie­der an Ein­fluss und der Kur­fürst wech­sel­te 1750 für Sub­si­di­en von 400.000 Gul­den im Jahr er­neut die Sei­ten. Schon ein Jahr spä­ter ver­bün­de­te sich Cle­mens Au­gust er­neut mit Frank­reich. Nun­mehr be­stimm­te Her­mann Wer­ner von der As­se­burg als Obrist­hof­meis­ter und lei­ten­der Mi­nis­ter die kur­köl­ner Po­li­tik und konn­te Cle­mens Au­gust für län­ge­re Zeit auf ei­nem pro­fran­zö­si­schen Kurs fest­le­gen. Von der As­se­burg stürz­te über eine ähn­li­che Af­fä­re wie von Plet­ten­berg. Wie­der starb mit Ba­ron von An­s­tel un­er­war­tet ein en­ger Freund des Kur­fürs­ten. Cle­mens Au­gust glaub­te fälsch­li­cher­wei­se, dass von der As­se­burg die­sen ver­gif­tet hät­te. Ob­wohl der lei­ten­de Mi­nis­ter stürz­te, kam es zu kei­nem Bünd­nis­wech­sel, wa­ren doch Frank­reich und Ös­ter­reich nun­mehr Ver­bün­de­te ge­gen Fried­rich II. von Preu­ßen. Ge­gen die­sen nahm Cle­mens Au­gust am Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg teil.

Cle­mens Au­gust schloss sich der an­ti­fri­de­ri­zia­ni­schen Ko­ali­ti­on an und stell­te Trup­pen zur Reichs­ar­mee. Wäh­rend des Krie­ges ver­folg­te er weit­rei­chen­de und un­rea­lis­ti­sche po­li­ti­sche Zie­le: Aus der Hoch- und Deutsch­meis­ter­wür­de lei­te­te er An­sprü­che auf preu­ßi­sche Ge­bie­te im Bal­ti­kum ab. Die For­de­rung nach preu­ßi­schen Ter­ri­to­ri­en in West­fa­len ent­sprach eher den po­li­ti­schen Rea­li­tä­ten. Der Sie­ben­jäh­ri­ge Krieg wur­de für sei­ne Be­sit­zun­gen schließ­lich zu ei­ner schwe­ren Be­las­tungs­pro­be, da hier ein Groß­teil der Kampf­hand­lun­gen zwi­schen den Fran­zo­sen und der an­glo-han­no­ver­schen Ko­ali­ti­on statt­fand. Da­bei wur­de 1762 im Her­zog­tum West­fa­len kurz nach dem Tod des Kur­fürs­ten die von ei­ner fran­zö­si­schen Gar­ni­son ver­tei­dig­te Re­si­denz Schloss Arns­berg durch die Al­li­ier­te Ar­mee bom­bar­diert und zer­stört. Bei Kriegs­en­de ge­hör­te das Hoch­stift Pa­der­born mit Kriegs­las­ten von 7,371 Mil­lio­nen Reichs­ta­lern in West­deutsch­land zu den am schwers­ten durch den Krieg ge­schä­dig­ten Ter­ri­to­ri­en. Zeit­wei­se stand die Exis­tenz des Hoch­stifts auf dem Spiel.

Militär

In sei­ner Dop­pel­rol­le als geist­li­cher und welt­li­cher Herr­scher ver­füg­te Cle­mens Au­gust über die Re­gi­men­ter sei­ner in Per­so­nal­uni­on ver­bun­de­nen Ter­ri­to­ri­en. Da sich die Füh­rung von An­griffs­krie­gen kaum mit sei­nem Amt als Fürst­bi­schof ver­ein­ba­ren ließ, hat­ten sei­ne Trup­pen vor al­lem de­fen­si­ve Auf­ga­ben zu er­fül­len. Dazu ge­hör­te die Ver­tei­di­gung des Ter­ri­to­ri­ums, die Stel­lung von Kon­tin­gen­ten zur Reichs­ar­mee und Exe­ku­tio­nen auf Kreis­ebe­ne. Die Trup­pen des Kur­fürs­ten wur­den auch in die dy­nas­ti­sche Po­li­tik der Wit­tels­ba­cher ein­be­zo­gen. Im Ver­trags­text der Wit­tels­ba­cher Haus­uni­on mit Bay­ern, der Pfalz und Trier von 1724 ver­pflich­te­te er sich im Ver­tei­di­gungs­fall zur Stel­lung von 3000 Mann zu Pfer­de und 7000 Mann zu Fuß.

Cle­mens Au­gust tat sich mi­li­tä­risch wäh­rend des Pol­ni­schen Thron­fol­ge­kriegs her­vor, als er sich im Rah­men ei­nes Sub­si­di­en­ver­trags mit Frank­reich ver­pflich­te­te, sei­ne Ar­mee auf­zu­rüs­ten. In ei­nem La­ger bei Plit­ters­dorf zog er neu auf­ge­stell­te Re­gi­men­ter zu­sam­men und mach­te aus der Ver­ei­di­gung der Trup­pen ein hö­fi­sches Fest, ob­wohl von Sei­ten der bay­ri­schen Wit­tels­ba­cher ur­sprüng­lich Ge­heim­hal­tung ge­plant war. Die kur­köl­ni­schen Stän­de ver­wei­ger­ten dar­auf­hin alle Steu­er­zah­lun­gen. Ende Au­gust 1734 grif­fen un­ter den neu­en Trup­pen, we­gen des aus­blei­ben­den Solds, De­ser­tio­nen um sich. Das La­ger von Plit­ters­dorf muss­te schließ­lich im Ok­to­ber 1734 auf­ge­ho­ben wer­den. Im Reich und Wien lös­te der Auf­rüs­tungs­ver­such von Cle­mens Au­gust be­frem­den aus, da er vor­her zu­min­dest of­fi­zi­ell nicht in der Lage war, sein Kon­tin­gent zur Reichs­ar­mee für den Krieg ge­gen Frank­reich zu stel­len. Das Va­ban­que­spiel des Kur­fürs­ten wur­de mit Ein­quar­tie­run­gen durch die Reichs­ar­mee sank­tio­niert.

Clemens August als Falkner (Gemälde von Peter Jakob Horemans

Cle­mens Au­gust als Falk­ner (Ge­mäl­de von Pe­ter Ja­kob Ho­re­m­ans

Ter­ri­to­ri­um Rüs­tungs­stand im Som­mer 1734
Kur­fürs­ten­tum Köln 6000 Mann
Fürst­bis­tum Müns­ter 5000 Mann
Fürst­bis­tum Os­na­brück 800 Mann
Fürst­bis­tum Hil­des­heim 500 Mann

 

Die Aus­bil­dung der Sol­da­ten un­ter Cle­mens Au­gust ori­en­tier­te sich an den füh­ren­den Mi­li­tär­mäch­ten des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches. Seit 1730 wur­de in al­len Ter­ri­to­ri­en der Per­so­nal­uni­on nach dem Vor­bild des kai­ser­li­chen Ex­er­zier­re­gle­ments aus­ge­bil­det. Nach dem Ös­ter­rei­chi­schen Erb­fol­ge­krieg er­fuhr das preu­ßi­sche Ex­er­zier­re­gle­ment in Eu­ro­pa eine ra­sche Ver­brei­tung. In Müns­ter und Kur­köln wur­de seit 1752 nach dem preu­ßi­schen Ex­er­zier­re­gle­ment aus­ge­bil­det. Das zeit­ge­nös­si­sche Ur­teil über die Trup­pen des Köl­ner Kur­fürs­ten war neu­tral bis po­si­tiv: Der fran­zö­si­sche Mar­schall Charles de Rohan, prince de Sou­bi­se stuf­te im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg zwei Müns­ter­sche Re­gi­men­ter als gut und drei kur­köl­ni­sche Re­gi­men­ter als mit­tel­mä­ßig ein.

Kirchenpolitik

Cle­mens Au­gust hat durch­aus Ei­fer für sei­ne re­li­giö­sen Auf­ga­ben ge­zeigt. Er ze­le­brier­te Mes­sen, nahm an geist­li­chen Übun­gen teil, weih­te Pries­ter und Bi­schö­fe. Per­sön­lich war er von der ba­ro­cken Fröm­mig­keit ge­prägt. Da­bei spiel­te die Hei­li­gen- und Ma­ri­en­ver­eh­rung eine gro­ße Rol­le. Er un­ter­nahm Wall­fahr­ten nach Ke­ve­la­er, Telg­te, Alt­öt­ting oder Lo­re­to. Al­ler­dings spiel­te da­bei ne­ben der Fröm­mig­keit auch die Freu­de an der Re­prä­sen­ta­ti­on eine Rol­le. Des Wei­te­ren such­te der Kur­fürst den Kon­takt zur Fran­zis­ka­ne­rin Ma­ria Cre­scen­tia Höss und pfleg­te ei­nen Brief­wech­sel mit ihr, in dem es un­ter an­de­rem um das See­len­heil sei­nes im Du­ell ge­tö­te­ten Ver­trau­ten von Roll ging. Die Be­zie­hung zum Papst war eher sach­lich als herz­lich. Ein Vor­bild für den Kle­rus war er zwei­fel­los nicht. Er hat­te kei­ne Pro­ble­me da­mit un­mit­tel­bar nach re­li­giö­sen Ze­re­mo­ni­en rau­schen­de Fes­te zu fei­ern. In der Re­gel ließ er sei­nen Weih­bi­schö­fen und den kirch­li­chen Be­hör­den weit­ge­hend freie Hand. Im Erz­bis­tum Köln kam es etwa kaum zu ei­ner Kor­re­spon­denz zwi­schen Erz­bi­schof und Ge­ne­ral­vi­kar. Eine wich­ti­ge Rol­le spiel­ten Hof­theo­lo­gen aus dem Je­sui­ten­or­den. Zur Zeit sei­nes Epis­ko­pats wur­de 1738 das Köl­ner Pries­ter­se­mi­nar neu er­rich­tet. Die­ses wur­de nach ihm Se­mi­na­ri­um Cle­men­ti­num ge­nannt. Neu war die Be­stim­mung, dass je­der, der ein Pries­ter­amt an­streb­te, ein Jahr ein Se­mi­nar zu be­su­chen hat­te. Zahl­rei­che Kir­chen im Erz­bis­tum pro­fi­tier­ten vom Mä­ze­na­ten­tum des Erz­bi­schofs.

Auch wenn er meist je­des Jahr ei­ni­ge Zeit in Müns­ter weil­te, wur­de die ei­gent­li­che Kir­chen­ver­wal­tung von ein­hei­mi­schen Kräf­ten ge­leis­tet. Er stif­te­te in Müns­ter das Cle­mens­hos­pi­tal. In Cle­mens­werth bei Sö­gel grün­de­te er ein Ka­pu­zi­ner­klos­ter auch zur Mis­si­on in den pro­tes­tan­ti­schen Nie­der­lan­den.

Wie auch in den an­de­ren Hoch­stif­ten muss­te Cle­mens Au­gust in Pa­der­born vor sei­nem Amts­an­tritt eine Wahl­ka­pi­tu­la­ti­on un­ter­zeich­nen, die im We­sent­li­chen die Rech­te des Dom­ka­pi­tels ge­gen­über dem Lan­des­her­ren be­stä­tig­te. Auch in Pa­der­born über­ließ er die geist­li­che Amts­füh­rung ei­nem Weih­bi­schof und dem Ge­ne­ral­vi­kar. Er stif­te­te ver­schie­de­ne kirch­li­che Aus­stat­tungs­stü­cke. Auf sei­ne Emp­feh­lung hin er­bau­te sein Hof­bau­meis­ter Franz Hein­rich Roth die Je­sui­ten­kir­che in Bü­ren. Auf die Be­set­zung der Dom­prä­ben­den in Pa­der­born übte Cle­mens Au­gust ei­nen gro­ßen Ein­fluss aus. Um ein Ge­gen­ge­wicht zum ein­hei­mi­schen Stifts­adel zu schaf­fen, be­vor­zug­te er rhei­ni­sche Ade­li­ge. Ein Hö­he­punkt sei­ner Amts­zeit wa­ren 1736 die Fest­lich­kei­ten zum 900-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um der Trans­la­ti­on der Ge­bei­ne des hei­li­gen Li­bo­ri­us von Le Mans nach Pa­der­born.

Hil­des­heim hat Cle­mens Au­gust nur we­ni­ge Male be­sucht. Dort ließ er die ba­ro­cke Um­ge­stal­tung des Ma­ri­en­doms fort­set­zen. Er ließ im Bis­tum ei­ni­ge Kir­chen bau­en. Auch in Os­na­brück be­schränk­te sich sei­ne Wirk­sam­keit vor al­lem auf sein Mä­ze­na­ten­tum für kirch­li­che Ein­rich­tun­gen.

Als Hoch­meis­ter des Deut­schen Or­dens hat­te Cle­mens Au­gust ei­nen klei­nen Stab von Or­dens­rit­tern und Be­am­ten in Bonn zur Ver­fü­gung und re­gier­te die An­ge­le­gen­hei­ten des Or­dens meist aus der Fer­ne. Er ließ Schloss Mer­gen­theim präch­tig um­bau­en.

Cle­mens Au­gust war bis zum Er­schei­nen der Bann­bul­le In emi­nen­ti apos­to­la­tus spe­cu­la von Papst Cle­mens XII. im Jah­re 1738 Frei­mau­rer. Wäh­rend sei­ner Re­gent­schaft ent­stand die ers­te Frei­mau­rer­lo­ge in Bonn (→ Frei­mau­re­rei in Bonn).

Innere Politik

Paderbornischer Grenadier des Regiments Wenge zu Fuß im Polnischen Erbfolgekrieg vor Philippsburg 1734 – Zeitgenössische Gudenus-Handschrift

Pa­der­bor­ni­scher Gre­na­dier des Re­gi­ments Wen­ge zu Fuß im Pol­ni­schen Erb­fol­ge­krieg vor Phil­ipps­burg 1734 – Zeit­ge­nös­si­sche Gu­de­nus-Hand­schrift

Bei sei­nem Herr­schafts­an­tritt in Kur­köln knüpf­te Cle­mens Au­gust an die Po­li­tik sei­nes Vor­gän­gers Jo­seph Cle­mens an und be­stä­tig­te des­sen Po­li­ce­y­ord­nung für das Her­zog­tum West­fa­len (1723).

Für die Po­li­tik im In­ne­ren hat­te Cle­mens Au­gust kaum In­ter­es­se. Oft küm­mer­te er sich mo­na­te­lang nicht dar­um und es war schwie­rig von ihm die nö­ti­gen Un­ter­schrif­ten zu be­kom­men. Auch in die­sem Be­reich ließ er sei­nen Un­ter­ge­be­nen meist freie Hand, griff aber manch­mal in die Ge­schäf­te ein. Zu nen­nens­wer­ten Re­for­men kam es da­her nicht. Im­mer­hin wur­de im Hoch­stift Pa­der­born ein ge­hei­mes Rats­kol­le­gi­um als Spit­ze der welt­li­chen Ver­wal­tung ein­ge­rich­tet. Sieht man ein­mal von den Aus­wir­kun­gen des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges ab, war die wirt­schaft­li­che Lage für sei­ne Un­ter­ta­nen durch­aus nicht schlecht. Ins­be­son­de­re von den Auf­trä­gen des Ho­fes und von der fürst­li­chen Bau­po­li­tik pro­fi­tier­ten ver­schie­de­ne Be­völ­ke­rungs­grup­pen. Al­lein in Bonn wur­den 1754 mehr als 1400 Werk­leu­te be­schäf­tigt.

Wenn auch mög­li­cher­wei­se nicht von ihm selbst vor­an­ge­trie­ben, ver­stärk­ten sich zu­min­dest teil­wei­se der kur­fürst­li­che Ein­fluss im In­ne­ren. Im Her­zog­tum West­fa­len rich­te­te sich die Po­li­tik auf die Ver­stär­kung des lan­des­herr­li­chen Ein­flus­ses. Die bis­lang weit­ge­hend selbst­stän­di­ge Re­gie­rung von Landd­rost und Rä­ten wur­de dem Hof­rat in Bonn un­ter­stellt. Das An­ru­fen der Reichs­ge­rich­te war nun­mehr un­ter­sagt. Höchs­te Ap­pel­la­ti­ons­in­stanz wur­de der Hof­rat in Bonn. Da­mit wur­de das für das Rhein­land gel­ten­de Pri­vi­le­gi­um de non ap­pel­lan­do auch auf das Her­zog­tum aus­ge­dehnt. Im Grund blie­ben da­mit nur die Land­stän­de eine un­ab­hän­gi­ge Kraft.

Un­ter der Herr­schaft von Cle­mens Au­gust kam es zu ei­ner Rei­he von Neue­run­gen im Be­reich der Straf­ver­fol­gung. Tra­di­tio­nel­ler­wei­se führ­ten die Lo­kal­ver­wal­tun­gen und Land­mi­li­zen ge­le­gent­lich Strei­fen durch und wur­den bei Fest­nah­men her­an­ge­zo­gen. 1751 wur­de mit ei­ner Hu­sa­ren­kom­pa­nie die ers­te pa­ra­mi­li­tä­ri­sche Po­li­zei­ein­heit im Kur­fürs­ten­tum Köln auf­ge­stellt, die auf stän­di­ger Ba­sis Vi­si­ta­tio­nen durch­führ­te. Die Fi­nan­zie­rung er­folg­te durch die Land­stän­de.

Hofleben

Cle­mens Au­gust stan­den durch die Ku­mu­lie­rung sei­ner Län­de­rei­en im Ver­gleich zu sei­nem Vor­gän­ger, Jo­sef Cle­mens, deut­lich mehr Mit­tel für sei­ne Hof­hal­tung zur Ver­fü­gung. Die Grö­ße des Bon­ner Hof­staats wuchs von 592 Äm­tern im Jahr 1723 auf 1.275 Äm­ter im Jahr 1759. Nach sei­nem Tod wur­de die Zahl der Hof­äm­ter dras­tisch auf 674 re­du­ziert. Die Pracht­ent­fal­tung des kur­köl­ni­schen Ho­fes ver­la­ger­te sich von Jo­sef Cle­mens zu Cle­mens Au­gust vom täg­li­chen Ze­re­mo­ni­ell nach dem Vor­bild Lud­wigs XIV. hin zu Fes­ten, Bäl­len, Thea­ter- und Mu­sik­dar­bie­tun­gen und der Jagd. Das kur­köl­ni­sche Hof­ze­re­mo­ni­ell wur­de von aus­wär­ti­gen Be­ob­ach­tern, wie dem fran­zö­si­schen Ge­sand­ten Abbé de Gué­bri­and, als ver­gleichs­wei­se form­los emp­fun­den. Un­ter der Herr­schaft von Cle­mens Au­gust be­stand die Ten­denz zu klei­ne­ren, in­ti­me­ren Ge­sell­schaf­ten. Die Büh­ne ade­lig-hö­fi­schen Le­bens, Schloss­bau­ten, wa­ren ent­spre­chend in der Mehr­zahl Lust- und Jagd­schlös­ser.

Das Le­ben am Kur­köl­ner Hof wur­de, dem Be­deu­tungs­ver­lust des Ze­re­mo­ni­ells zum Trotz, von Zeit­ge­nos­sen als ex­trem kost­spie­lig be­ur­teilt. Es lässt sich in pu­bli­kums­be­zo­ge­ne, pracht­vol­le Re­prä­sen­ta­ti­on und in­ti­me­re Lust­bar­kei­ten un­ter­tei­len. Der Teil­neh­mer­kreis wei­te­te sich bei grö­ße­ren Hof­fest­lich­kei­ten, wie Mas­ken­bäl­len und Thea­ter­vor­füh­run­gen, aus und um­fass­te nicht mehr aus­schließ­lich den Adel, son­dern zu­neh­mend auch das Bür­ger­tum. Ein noch re­gel­mä­ßig statt­fin­den­des Ze­re­mo­ni­ell war das öf­fent­li­che Spei­sen des Kur­fürs­ten an be­son­de­ren Fei­er­ta­gen. Ehr­ba­re Per­so­nen durf­ten von der Ga­le­rie des Spei­se­saa­les des Bon­ner oder des Brüh­ler Schlos­ses ver­fol­gen, wie Cle­mens Au­gust von den In­ha­bern ho­her Hof­äm­ter be­dient wur­de. Hier­zu spiel­te die Hof­ka­pel­le Ta­fel­mu­sik.

An der Spit­ze der Hof­hal­tung stand der Obrist­land­hof­meis­ter. Dar­un­ter gab es die Stä­be des Obrist­hof­meis­ters, des Obrist­käm­me­rers, des Obrist­mar­schalls und des Obrist­stall­meis­ters. An Um­fang und Glanz war es der präch­tigs­te Hof Nord­west­deutsch­lands. Cle­mens Au­gust zog durch die­se Pracht­ent­fal­tung Ade­li­ge aus ganz Eu­ro­pa an sei­nen Hof, der land­säs­si­ge Adel war hin­ge­gen fast aus­schließ­lich im Hof­staat ver­tre­ten. Auf sym­bo­li­scher Ebe­ne kon­kur­rier­te er so mit Fürs­ten, de­nen er an rea­len Macht­mit­teln un­ter­le­gen war. Wel­chen Auf­wand Cle­mens Au­gust be­trieb, zeig­te sich etwa bei der Kai­ser­wahl von 1742. Er reis­te mit ei­nem Ge­fol­ge von 1600 Per­so­nen mit 750 Pfer­den an, wäh­rend sein Bru­der, der künf­ti­ge Kai­ser, nur über 1293 Per­so­nen und 405 Pfer­de ver­füg­te. Die Kos­ten wa­ren in­des so hoch, dass sie die fi­nan­zi­el­le Leis­tungs­fä­hig­keit der fürst­li­chen Ter­ri­to­ri­en über­stie­gen, so dass Cle­mens Au­gust al­lein da­für auf die Sub­si­di­en des Aus­lan­des an­ge­wie­sen war.

Ob­wohl er geist­li­chen Staa­ten vor­saß, gab es pracht­vol­le Bäl­le und Fes­te. An sei­nem Hof wur­den Schau­spie­le, Opern und Ko­mö­di­en ge­zeigt. Dazu warb er deut­sche, aber auch fran­zö­si­sche und ita­lie­ni­sche En­sem­bles an. Häu­fig führ­ten auch die An­ge­hö­ri­gen des Ho­fes Stü­cke auf, bis­wei­len trat Cle­mens Au­gust selbst da­bei auf. Der Kur­fürst spiel­te au­ßer­dem Vio­la da gam­ba. Nach 1746 dien­te der vor­ma­li­ge Plet­ten­ber­ger Hof, einst ein Ge­schenk Cle­mens Au­gusts an den von ihm spä­ter ver­bann­ten Fer­di­nand von Plet­ten­berg, als Gäs­te­haus für Di­plo­ma­ten am kur­fürst­li­chen Hofe und wur­de eben­falls zu prunk­vol­len Fest­lich­kei­ten ge­nutzt.

Am Hof spiel­ten vor­neh­me Da­men eine wich­ti­ge Rol­le. Vie­le von die­sen ver­such­ten da­bei ei­ge­nen In­ter­es­sen nach­zu­ge­hen oder dien­ten als Agen­ten frem­der Fürs­ten. Der Kur­fürst hat­te zahl­rei­che Af­fä­ren. Dar­un­ter wa­ren Be­zie­hun­gen zur Grä­fin Seins­heim, der Fürs­tin von Nas­sau-Sie­gen oder der Lui­se von Brandt. Da­ne­ben hat­te er auch Be­zie­hun­gen mit we­ni­ger hoch­ge­stell­ten Frau­en. Er zeug­te mit der Bon­ner Har­fe­nis­tin Mecht­hild Bri­on sei­ne Toch­ter Anna Ma­ria, die spä­ter ge­adelt wur­de (Anna Ma­ria zu Lö­wen­feld (1735–1783)). Anna Ma­ria hei­ra­te­te spä­ter ei­nen un­ehe­li­chen Sohn (Franz Lud­wig Graf von Holn­stein (1723–1780)) sei­nes Bru­ders Karl VII. Al­brecht.

Eine wei­te­re Lei­den­schaft von Cle­mens Au­gust war die Jagd. Sei­ne be­vor­zug­ten Re­vie­re wa­ren der Kot­ten­forst bei Bonn, die Ge­gend um Uer­din­gen und Arns­berg, der Hümm­ling und die Ge­gend um die Pa­der­bor­ner Re­si­denz Schloss Neu­haus. Es wur­den alle Ar­ten der Jagd, dar­un­ter auch Par­force­jag­den, En­ten­schie­ßen oder die Fal­ken­jagd, be­trie­ben. An­geb­lich als Wie­der­gut­ma­chung für eine Ver­let­zung, die er dem Bau­herrn bei der Jagd zu­ge­fügt hat­te, fi­nan­zier­te er den Bau von Schloss Schwar­zen­ra­ben mit. Er stif­te­te mit dem Ord­re de la Cle­mence (Sitz: Sankt-Ven­an­ti­us-Ka­pel­le) so­gar ei­nen ei­ge­nen Jagd­or­den.

Mäzen und Bauherr

Die Büh­ne für das Hof­le­ben bil­de­ten ins­be­son­de­re die vom Kur­fürs­ten neu- oder um­ge­bau­ten Schlös­ser. Mit sei­ner brei­ten Aus­bil­dung und sei­nem ge­schul­ten Kunst­sinn lieh er teil­wei­se hoch­ran­gi­ge Künst­ler bei sei­nem Va­ter oder sei­nem das Reich re­gie­ren­den Bru­der Karl Al­brecht aus und ver­moch­te die­se zu be­son­de­ren Leis­tun­gen an­zu­spor­nen. Zu den von ihm ge­för­der­ten Bau­meis­tern und Künst­lern zähl­ten un­ter an­de­rem Jo­hann Bal­tha­sar Neu­mann, François de Cu­vil­liés der Äl­te­re, Jo­hann Con­rad Schlaun oder Ge­or­ge Des­ma­rées.

Neu­bau­ten wa­ren die Schlös­ser Au­gus­tus­burg und Fal­ken­lust in Brühl, das Jagd­schloss En­ten­fang in Wes­se­ling wur­de ihm lan­ge fälsch­li­cher­wei­se zu­ge­schrie­ben, das Schloss Cle­mens­werth im ems­län­di­schen Sö­gel, das nicht mehr er­hal­te­ne Schloss Her­zogs­freu­de im Kot­ten­forst bei Bonn und das nur teil­wei­se ver­wirk­lich­te Schloss Lie­ben­burg nach Ab­riss der Burg Lie­ben­burg. In die­sen Bau­wer­ken kommt auch sei­ne Jagd­lust zum Aus­druck. In Hil­des­heim ließ er das bau­fäl­li­ge fürst­bi­schöf­li­che Schloss durch ei­nen Neu­bau er­set­zen. Un­ter sei­ner Lei­tung er­baut wur­de wei­ter­hin die St.-Michael-Kirche in Berg am Laim. Die von ihm er­wei­ter­ten und aus­ge­bau­ten Bau­wer­ke in Bonn, die Bon­ner Re­si­denz und das Lust­schloss Cle­mens­ru­he („Pop­pels­dor­fer Schloss“), erb­te er von sei­nem Vor­gän­ger und On­kel Jo­seph Cle­mens. Hier ließ er auch die Pop­pels­dor­fer Al­lee an­le­gen. Sei­ne Re­si­denz im zum Kur­staat ge­hö­ren­den Her­zog­tum West­fa­len, Schloss Arns­berg, ließ Cle­mens Au­gust ab 1729/30 von Jo­hann Con­rad Schlaun re­prä­sen­ta­tiv um­bau­en. Er ließ auch von 1724 bis 1730 das ers­te Teil­stück des Münster’schen Ca­nals er­bau­en, der Müns­ter mit den Nie­der­lan­den ver­bin­den soll­te.

Tod und Grablege

Cle­mens Au­gust starb am 6. Fe­bru­ar 1761 wäh­rend des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges im Kur­fürs­ten­tum Trier auf Schloss Phil­ipps­burg in der Fes­tung Eh­ren­breit­stein. Mit ihm en­de­te die seit dem 16. Jahr­hun­dert un­un­ter­bro­che­ne Herr­schaft von Wit­tels­ba­chern über das Kur­fürs­ten­tum Köln. In sei­nem Tes­ta­ment be­dach­te Cle­mens Au­gust le­dig­lich sei­nen Nach­fol­ger auf dem Kur­stuhl und die kur­köl­ni­sche Hof­kam­mer, nicht aber den bay­ri­schen Kur­fürs­ten. Ma­xi­mi­li­an III. Jo­seph ver­such­te dar­auf­hin das Tes­ta­ment vor dem Reichs­kam­mer­ge­richt an­zu­fech­ten, schei­ter­te da­mit je­doch am 23. Ja­nu­ar 1767. Die plötz­li­che Va­kanz von fünf der wich­tigs­ten geist­li­chen Ter­ri­to­ri­en im Nord­wes­ten des Rei­ches hat­te au­ßer­dem weit­rei­chen­de po­li­ti­sche Fol­gen, vor al­lem da zu Leb­zei­ten von Cle­mens Au­gust kein Ko­ad­ju­tor ge­wählt und da­mit die Nach­fol­ge of­fen war.

Sein Grab­mal, das der baye­ri­schen Kur­fürs­ten von Köln, be­fin­det sich über der Grab­stät­te sei­nes Lei­bes in der Kryp­ta des Köl­ner Do­mes an der Nord­wand der Kreuz- oder Lieb­frau­en­ka­pel­le, in wel­cher bis ins 20. Jahr­hun­dert der Drei­kö­ni­gen­schrein auf­be­wahrt wur­de. Ent­spre­chend der da­mals üb­li­chen Mehr­fach­be­stat­tung von Fürs­ten wur­de sein Herz je­doch nach Alt­öt­ting in die dor­ti­ge Gna­den­ka­pel­le ver­bracht, wäh­rend die Ein­ge­wei­de in St. Re­mi­gius zu Bonn und Ge­hirn, Au­gen und Zun­ge in der Bon­ner Ka­pu­zi­ner­gruft ihre letz­te Ruhe fan­den.

Bedeutung

Es kann kein Zwei­fel dar­an be­stehen, dass er per­sön­lich fest im Ka­tho­li­zis­mus ver­wur­zelt und Wil­lens war, sei­ne geist­li­chen Pflich­ten zu er­fül­len. Das­sel­be gilt auch für sei­ne Auf­ga­ben als Lan­des­herr. Er zeig­te sich al­ler­dings oft un­si­cher bei sei­nen po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen und schwank­te ins­ge­samt zwi­schen ei­ner pro­fran­zö­si­schen und ei­ner pro­h­abs­bur­gi­schen Rich­tung hin und her. Stark ab­hän­gig war er von Be­ra­tern, Günst­lin­gen und den hin­ter die­sen ste­hen­den aus­wär­ti­gen Mäch­ten. Vor al­lem die äl­te­re For­schung hat ihn als schwach, la­bil, cha­rak­ter­los und ins­ge­samt po­li­tisch un­fä­hig be­schrie­ben. Auch wenn er po­li­tisch we­nig be­gabt und von Be­ra­tern ab­hän­gig war, wer­den die har­schen Ur­tei­le heu­te doch et­was re­la­ti­viert.

Das Schwan­ken sei­ner Po­li­tik spie­gelt un­ter an­de­rem die struk­tu­rel­le Schwä­che sei­ner Macht wi­der. Die­se Ter­ri­to­ri­en bil­de­ten zwar räum­lich ei­nen recht ge­schlos­sen Ver­band, wa­ren po­li­tisch aber doch sehr un­ter­schied­lich. Die Ein­flüs­se der Stän­de ins­be­son­de­re der Dom­ka­pi­tel blie­ben groß. Auch wenn er teil­wei­se, etwa im Her­zog­tum West­fa­len, ver­such­te die Macht des Lan­des­her­ren aus­zu­bau­en, blieb sei­ne Herr­schaft vom zeit­ge­nös­si­schen Ab­so­lu­tis­mus weit ent­fernt und er blieb von den Stän­den ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Steu­er­be­wil­li­gung ab­hän­gig.

Ei­nen Aus­weg aus die­ser fi­nan­zi­el­len und po­li­ti­schen Be­gren­zung bil­de­te die Ent­ge­gen­nah­me von Sub­si­di­en aus­wär­ti­ger Mäch­te. Ins­be­son­de­re der Kö­nig von Frank­reich war frei­ge­big – selbst die preu­ßi­schen Kö­ni­ge nah­men sol­che Sub­si­di­en ent­ge­gen. Auf­grund der Grö­ße und Lage sei­ner Län­de­rei­en war Cle­mens Au­gust da­her von Frank­reich, den Nie­der­lan­den, Groß­bri­tan­ni­en-Han­no­ver und Preu­ßen um­wor­ben.

Auf die­se Gel­der von au­ßen war er an­ge­wie­sen, weil die Ein­künf­te sei­ner Ter­ri­to­ri­en zu ge­ring wa­ren, um die ho­hen Kos­ten sei­ner Bau­ten und Hof­hal­tung zu de­cken. So spiel­te die Höhe der ver­spro­che­nen Gel­der bei dem Wech­sel der Bünd­nis­se eine wich­ti­ge Rol­le. In­so­fern war die Po­li­tik von Cle­mens Au­gust in ge­wis­sem Sinn ra­tio­nal. Über­ge­ord­ne­te Prin­zi­pi­en, sei­en es die In­ter­es­sen des Rei­ches oder gar die Na­ti­on, spiel­ten für ihn kei­ne Rol­le. Dies un­ter­schied ihn kaum von an­de­ren Herr­schern der Zeit.

Es fehl­te an ei­ner nen­nens­wer­ten Ar­mee. Sei­ne Trup­pen wa­ren selbst zur Ver­tei­di­gung zu schwach, so dass Cle­mens Au­gust schon um sei­ne Län­der aus den Krie­gen her­aus­zu­hal­ten und sei­ne Herr­schaft zu si­chern auf Bünd­nis­se an­ge­wie­sen war. An­ders als sei­ne Vor­gän­ger in­ves­tier­te Cle­mens Au­gust nicht in den Bau von Fes­tun­gen und den Un­ter­halt von Sol­da­ten. Viel­mehr ver­klei­ner­te er so­gar die Ar­mee des Kur­staa­tes, um mehr Geld für sei­nen Hof­staat aus­zu­ge­ben. In Er­kennt­nis sei­ner mi­li­tä­ri­schen Schwä­che führ­te er eine Schau­kel­po­li­tik zwi­schen den Mäch­ten und kon­zen­trier­te sich ganz auf den Aus­bau sei­ner Schlös­ser und die Hof­hal­tung. Die ho­hen Schul­den zwan­gen sei­ne Nach­fol­ger zu ei­nem har­ten Spar­kurs. Dies er­klärt die Ver­klä­rung sei­ner Zeit im Rück­blick: „Bei Cle­mens Au­gust trug man blau und weiß, da leb­te man wie im Pa­ra­deis.“

Titel

Cle­mens Au­gust Erz­bi­schof zu Cöl­len, des Hei­li­gen Rö­mi­schen Reichs durch Ita­li­en Ertzkanz­ler und Chur­fürst le­ga­tus na­tus des hei­li­gen Apos­to­li­schen Stuhls zu Rom, Ad­mi­nis­tra­tor des Hoch­meis­ter­thumbs in Preu­ßen, Meis­ter teut­schen Or­dens in teutsch und wel­schen Lan­den, Bi­schof zu Pa­der­born, Hil­des­heim, Müns­ter und Os­na­brück, in Ob- und Nie­der­bay­ern, auch der Obern Pfaltz in West­pha­len und zu En­gern Hertzog, Pfalz­graf bei Rhein, Land­graf zu Leuch­ten­berg, Burg­graf zu Strom­berg, Graf Pyr­mont, Herr zu Bor­keln, Werth, Freu­den­thal und Eu­len­berg. In der Ti­telei nicht ge­nannt wur­de aus nicht be­kann­ten Grün­den die Graf­schaft Arns­berg und ei­ni­ge wei­te­re Ter­ri­to­ri­en.

Rezeption

An­läss­lich des 300. Ge­burts­tags Cle­mens Au­gusts wur­de im Jahr 2000 in Bonn, Köln, Jü­lich, Brühl und Miel die Aus­stel­lung Der Riss im Him­mel – Cle­mens Au­gust und sei­ne Epo­che ge­zeigt.

Im Jahr 2011 er­schien von Til­man Röh­rig ein his­to­ri­scher Ro­man über Cle­mens Au­gust mit dem Ti­tel Der Son­nen­fürst.

Ahnentafel

Ah­nen­ta­fel von Cle­mens Au­gust von Bay­ern
Ur­ur­groß­el­tern Her­zog
Wil­helm V. von Bay­ern (1548–1626)
∞ 1568
Re­na­ta von Loth­rin­gen (1544–1602)
Kai­ser
Fer­di­nand II. (1578–1637)
∞ 1600
Ma­ria Anna von Bay­ern (1574–1616)
Her­zog
Karl Ema­nu­el I. von Sa­voy­en (1562–1630)
∞ 1585
Ka­tha­ri­na Mi­chae­la von Spa­ni­en (1567–1597)
Kö­nig
Hein­rich IV. von Frank­reich (1553–1610)
∞ 1600
Ma­ria de’ Me­di­ci (1575–1642)
Ma­rek So­bie­ski (1548/50–1605)

Jad­wi­ga Snop­kow­s­ka (1556/59–1588/89)
Jan Da­niło­wicz (1570–1628)

Zo­fia Żółkiew­s­ka (1590–1634)
An­toi­ne de La Gran­ge d’Arquien

Anne d’Ancienville
Bap­tis­te de La Chât­re of Bruil­le­bault

Ga­bri­el­le Lamy
Ur­groß­el­tern Kur­fürst
Ma­xi­mi­li­an I. von Bay­ern
∞ 1635
Erz­her­zo­gin
Ma­ria Anna von Ös­ter­reich (1610–1665)
Her­zog
Vik­tor Ama­de­us I. von Sa­voy­en (1587–1637)
∞ 1619
Chris­ti­na von Frank­reich (1606–1663)
Ja­kub So­bie­ski (1590–1646)
∞ 1627
Zo­fia Teofil­lia Da­niło­wicz (1607–1661)
Hen­ri de la Gran­ge d’Arquien (1613–1707)

Françoi­se de la Chât­re
Groß­el­tern Kur­fürst Fer­di­nand Ma­ria von Bay­ern (1636–1679)
∞ 1652
Hen­ri­et­te Adel­heid von Sa­voy­en (1636–1676)
Kö­nig Jo­hann III. So­bie­ski von Po­len (1629–1696)
∞ 1665
Ma­rie Ca­si­mi­re Loui­se de la Gran­ge d’Arquien (1641–1716)
El­tern

Kur­fürst Ma­xi­mi­li­an II. Ema­nu­el von Bay­ern (1662–1726)
∞ 1695
The­re­se Ku­ni­gun­de von Po­len (1676–1730)

Cle­mens Au­gust von Bay­ern

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Cle­mens Au­gust von Bay­ern aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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