Dez 302016
 
Christoph Bernhard von Galen, Bischof von Münster

Chris­toph Bern­hard von Ga­len, Bi­schof von Müns­ter

Chris­toph Bern­hard von Ga­len (* 12. Ok­to­ber 1606 auf Haus Bis­ping bei Rin­ke­ro­de in West­fa­len; † 19. Sep­tem­ber 1678 in Ahaus) war ka­tho­li­scher Pries­ter und vom 14. No­vem­ber 1650 bis zu sei­nem Tode Fürst­bi­schof von Müns­ter. Er wur­de bei­gesetzt in der St.-Josephs-Kapelle im St.-Paulus-Dom zu Müns­ter.

Herkunft und Ausbildung

Chris­toph Bern­hard von Ga­len wur­de als Kind pro­tes­tan­ti­scher El­tern aus dem Adels­ge­schlecht de­rer von Ga­len am 12. Ok­to­ber 1606 ge­bo­ren. Sein Va­ter, Diet­rich von Ga­len, be­saß Gü­ter im Bal­ti­kum und führ­te den Ti­tel ei­nes kur­län­di­schen Erb­mar­schalls. Wäh­rend ei­nes Land­ta­ges in Müns­ter tö­te­te Diet­rich von Ga­len am 15. Fe­bru­ar 1607 den müns­te­r­i­schen Erb­mar­schall Gerd Mor­ri­en zu Nord­kir­chen und muss­te in­fol­ge­des­sen zwölf Jah­re auf Burg Be­ver­gern im Ar­rest ver­brin­gen. Weil sei­ne Frau ihn frei­wil­lig be­glei­te­te, wur­de der jun­ge Chris­toph Bern­hard 1616 un­ter die Ob­hut sei­nes On­kels, des müns­te­r­i­schen Dom­herrn Hein­rich von Ga­len, ge­stellt. Die­ser ließ ihm eine ka­tho­li­sche Er­zie­hung durch müns­te­r­i­sche Je­sui­ten am Pau­li­num zu­teil­wer­den.

Die Je­sui­ten ver­mit­tel­ten Ga­len ein kon­fes­sio­nell ge­präg­tes Welt­bild. Mit 13 Jah­ren er­hielt er 1619 sei­ne ers­te Auf­ga­be für das Dom­ka­pi­tel zu Müns­ter. Als er das er­for­der­li­che Al­ter er­reicht hat­te, zog er nach Köln und Mainz, um an ei­nem Je­sui­ten­gym­na­si­um 1626 sei­ne Stu­di­en ab­zu­schlie­ßen. In Lö­wen und Bor­deaux ab­sol­vier­te Bern­hard von Ga­len ein Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaft. Im Juli 1627 kehr­te er nach Müns­ter zu­rück. Die Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges (1618–1648) präg­te ihn. 1630 wur­de er Schatz­meis­ter des Do­mes und 1634 Geist­li­cher Rat. Es gab zu die­ser Zeit nicht vie­le po­li­tisch en­ga­gier­te Dom­her­ren. Ga­len über­nahm vie­le di­plo­ma­ti­sche Auf­trä­ge. Im­mer wie­der nahm er an Ver­hand­lun­gen mit den kai­ser­li­chen Ge­ne­rä­len in West­fa­len teil.

Laufbahn

Im Jah­re 1642 wur­de ihm die Dom­küs­te­rei und 1643 eine der drei Ge­heim­rats­stel­len über­tra­gen. Bei den Frie­dens­ver­hand­lun­gen zum West­fä­li­schen Frie­den in Müns­ter (1648) ge­hör­te er zur kur­köl­ni­schen Ge­sandt­schaft un­ter dem Os­na­brü­cker Bi­schof Franz Wil­helm von War­ten­berg, die die kirch­li­chen In­ter­es­sen des Paps­tes ver­trat. Nach­dem Ga­len ge­gen Bern­hard von Mal­linck­rodt zum Bi­schof von Müns­ter ge­wählt wor­den war, er­hielt er im Sep­tem­ber 1651 die Bi­schofs­wei­he. Sein Amt rich­te­te er nach dem Bi­schofs­ide­al aus, das auf dem Kon­zil von Tri­ent (1545–1563) vor­ge­stellt wor­den war. In­fol­ge­des­sen ver­such­te er, ver­schie­de­ne Re­form­de­kre­te um­zu­set­zen. Er be­sei­tig­te das im Kle­rus ver­brei­te­te Kon­ku­bi­nat und zeig­te durch halb­jähr­li­che Syn­oden und durch Vi­si­ta­tio­nen sei­nen Re­form­ei­fer. Zu­dem för­der­te Ga­len Wall­fahr­ten, wie die 1651 erst­mals an­ge­ord­ne­te Wall­fahrt nach Telg­te. Ga­len war dank der Er­fah­run­gen des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges ein ge­schick­ter Au­ßen­po­li­ti­ker. Er re­gier­te selbst und führ­te den Vor­sitz im Ge­hei­men Rat. Die Über­lie­fe­run­gen be­schrei­ben ihn als höf­lich und um­gäng­lich, aber er ver­trug kei­nen Wi­der­spruch und ge­riet auch mit en­gen Ver­trau­ten in Kon­flikt. Im Al­ter sag­te man ihm Un­ver­träg­lich­keit und Starr­sinn nach. Das Ver­hält­nis zum müns­te­r­i­schen Dom­ka­pi­tel war eher an­ge­spannt. Dies schuf schon in den ers­ten Amts­jah­ren eine miss­mu­ti­ge Stim­mung ge­gen­über dem Bi­schof.

Wirken

Wie die meis­ten müns­te­r­i­schen Bi­schö­fe seit dem Mit­tel­al­ter re­si­dier­te Chris­toph Bern­hard von Ga­len wech­selnd auf den Amts­bur­gen in Ahaus, Horst­mar, Sas­sen­berg und Wol­beck, meis­tens aber in Coes­feld. Dort ließ er von 1652 bis 1656 vor dem Vieh­tor die nach dem ers­ten müns­te­r­i­schen Bi­schof be­nann­te St.-Ludgerus-Burg bau­en. Doch die Plä­ne des Bi­schofs wur­den nie ganz aus­ge­führt. Nach sei­nem Tod ließ man die Fes­tung ver­fal­len. Nur we­ni­ge Res­te der ehe­ma­li­gen Zi­ta­del­le ha­ben sich im Stadt­bild er­hal­ten (Stra­ßen­na­men: Burg­wall, Burg­ring, Am Ra­vel­lin). Ga­lens mi­li­tä­ri­sche Er­obe­run­gen gin­gen al­ler­dings spä­ter wie­der ver­lo­ren.

Abwehr äußerer Feinde

Die Be­la­ge­rung von Gro­nin­gen durch Bern­hard von Ga­len im Jah­re 1672

Ga­lens streb­te zu­al­ler­erst nach der Aus­wei­sung der aus­wär­ti­gen pro­tes­tan­ti­schen Trup­pen aus dem Um­land, die nach dem Krieg noch im­mer das Land be­setzt hiel­ten. Hes­sen la­gen in Coes­feld, Ora­ni­er in Be­ver­gern und Schwe­den in Vech­ta. Der West­fä­li­sche Frie­dens­ver­trag hat­te sehr hohe Geld­zah­lun­gen fest­ge­legt, doch es ge­lang Ga­len, die Gel­der für die Aus­zah­lung der Hes­sen auf­zu­brin­gen, so­dass sie am 8. Juli 1651 aus Coes­feld ab­rück­ten. Nach dem Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges hat­ten sich auf der Be­ver­ger­ner Burg die Ora­ni­er fest­ge­setzt, die Ga­len un­be­dingt zu­rück­be­kom­men woll­te. Neu­er­li­chen Krieg durch den Ein­satz ei­nes Ent­satz­hee­res zog der Fürst­bi­schof nicht ernst­haft in Er­wä­gung. Statt­des­sen schaff­te er es mit­hil­fe der be­rühmt ge­wor­de­nen sie­ben Lands­knech­te am 28. Au­gust 1652, die Burg ohne Blut­ver­gie­ßen, nur mit ei­ner List, zu­rück­zu­be­kom­men. Weit­aus schwie­ri­ger war die Rück­ge­win­nung der Stadt Vech­ta. Ende des Jah­res 1653 nahm Ga­len auch des­we­gen am Re­gens­bur­ger Reichs­tag teil. Nach­dem die Stadt Müns­ter 50.000 Ta­ler vor­ge­schos­sen hat­te, zo­gen die Schwe­den tat­säch­lich am 13. Mai 1654 ab. Der Bi­schof er­in­ner­te durch Schen­kun­gen und Spen­den an das Stift an sei­ne mi­li­tä­risch-po­li­ti­sche Stär­ke. Er ließ kei­ne Ge­le­gen­heit aus, um sei­ne Kom­pe­ten­zen pom­pös dar­zu­stel­len.

Aus der kai­ser­li­chen Ar­mee des Drei­ßig­jäh­ri­gen Kriegs in West­fa­len hat­te Ga­len 1651 für sein Ge­biet 1500 Sol­da­ten re­kru­tiert, die er 1654 zu ei­ner Streit­macht von 3000 Mann auf­stock­te, um sich ge­gen die pro­tes­tan­ti­schen Nach­barn zu be­haup­ten. Vor al­lem die ex­pan­die­ren­den Nie­der­län­der wa­ren Ga­len ein Dorn im Auge. Die Ver­tei­di­gung war Auf­ga­be der Lan­des­fürs­ten. Da­her leg­te Ga­len ver­schie­de­ne Zi­ta­del­len an, um die Land­stän­de zum Un­ter­halt ei­nes stär­ke­ren Hee­res zu zwin­gen: bei Coes­feld, das er als Re­si­denz er­wähl­te, die Lud­ge­rus­burg, die Zi­ta­del­le von Müns­ter und die Zi­ta­del­le Vech­ta. Sei­ne Gar­ni­so­nen la­gen zeit­wei­lig über­all ver­teilt im Stift. Wa­ren­dorf, Rhei­ne und Mep­pen er­hiel­ten neue Fes­tun­gen.

Von Galens Residenzstadt Coesfeld mit Ludgerusburg

Von Ga­lens Re­si­denz­stadt Coes­feld mit Lud­ge­rus­burg

Ga­lens Au­ßen­po­li­tik kon­zen­trier­te sich im­mer wie­der auf sei­nen Erb­feind: die kal­vi­nis­tisch ge­präg­te Re­pu­blik der Ver­ei­nig­ten Nie­der­lan­de. Von den Nie­der­län­dern wur­de er auch „Bom­men Be­rend“ („Bom­ben-Bernd“) ge­nannt, da er sich als Bi­schof im Kriegs­ge­wand in­ten­siv auf die Bom­bar­die­rung mit­hil­fe von Mör­ser­ge­schos­sen kon­zen­trier­te. Un­ter dem Vor­wand, mit der Ein­trei­bung von Ab­fin­dungs­gel­dern für das Har­lin­ger­land be­auf­tragt zu sein, ließ der Bi­schof De­zem­ber 1663 sei­ne Trup­pen in Ost­fries­land ein­mar­schie­ren. Un­ter Oberst El­ver­feld wur­den die Ham­poe­ler und die Di­e­ler Schan­ze er­obert. Zur Un­ter­stüt­zung nie­der­län­di­scher Ka­tho­li­ken ließ er im Grenz­ge­biet Mis­si­ons­sta­tio­nen er­rich­ten.

Im Sep­tem­ber 1665 ging Ga­len ein Bünd­nis mit dem eng­li­schen Kö­nig Charles II. ein, der Ver­bün­de­te im von ihm los­ge­tre­te­nen Zwei­ten Eng­lisch-Nie­der­län­di­schen See­krieg such­te, um die Herr­schaft in Bor­kel­oh (nie­der­län­disch Bor­cu­lo, ver­al­tet Heer­li­jk­heid Bor­kelo) zu er­obern. Mit Ge­org Chris­ti­an von Hes­sen-Hom­burg als Ober­be­fehls­ha­ber ge­lang ihm die mi­li­tä­ri­sche Er­obe­rung der Twen­te, des Ach­terhoeks und Wes­ter­wol­des, und sei­ne Trup­pen über­quer­ten das Bourtan­ger Moor. Doch fran­zö­si­sche und bran­den­bur­gi­sche In­ter­ven­ti­on ver­hin­der­te ei­nen Er­folg, so­dass es am 18. April 1666 zum Frie­den von Kle­ve kam, in dem Ga­len auf Bor­kel­oh ver­zich­te­te. 1668 kam die Graf­schaft Bent­heim in sei­nen Be­sitz, weil es ihm ge­lang, Ernst Wil­helm von Bent­heim-Stein­furt zum ka­tho­li­schen Glau­ben zu be­keh­ren. Da­mit fehl­te ihm nur noch die Graf­schaft Lin­gen, eben­falls ein Pro­tek­to­rat der Nie­der­län­der.

Die Belagerung von Groningen durch Bernhard von Galen im Jahre 1672

Die Be­la­ge­rung von Gro­nin­gen durch Bern­hard von Ga­len im Jah­re 1672

Im Juni 1672 un­ter­nahm er mit ei­ner Ar­mee von knapp 25.000 Mann im Hol­län­di­schen Krieg ei­nen zwei­ten Ver­such, jetzt im Bünd­nis mit Frank­reichs Lud­wig XIV. und dem Kur­fürs­ten von Köln, Ma­xi­mi­li­an Hein­rich von Bay­ern. Nach an­fäng­li­chen Er­fol­gen, die Ga­len sei­ner Ar­til­le­rie ver­dank­te, for­der­te Lud­wig XIV. Er­obe­run­gen in Gel­der­land, jen­seits der IJs­sel. Von Ga­len rich­te­te sei­ne Pfei­le nach Nor­den und er­ober­te Zwol­le, Kam­pen (Nie­der­lan­de) und Coe­vor­den. Die müns­te­r­i­sche Of­fen­si­ve blieb im Au­gust 1672 vor Gro­nin­gen ste­cken, weil öst- und west­lich der Stadt 45.000 ha in­un­diert wur­de. Carl von Ra­ben­haupt ver­tei­dig­te die Stadt und er­ober­te am 30. De­zem­ber die Fes­tung Coe­vor­den.

Als Rai­mondo Mont­e­cuc­co­li und Fried­rich Wil­helm von Bran­den­burg sich mit der Re­pu­blik der Sie­ben Ver­ei­nig­ten Pro­vin­zen ver­bün­de­ten, eil­te Von Ga­len nach Soest. Das kai­ser­li­che Hilfs­korps durf­te aber nichts Ent­schei­den­des ge­gen von Ga­len un­ter­neh­men und der da­mit nicht ein­ver­stan­de­ne Mont­e­cuc­co­li leg­te An­fang 1673 das Kom­man­do nie­der. Ok­to­ber 1673 ver­such­te von Ga­len noch­mals, Coe­vor­den zu er­obern. 1400 sei­ner Sol­da­ten er­tran­ken we­gen ei­nes Stur­mes und Damm­bruchs. März 1674 ver­such­te er zum letz­ten Mal, Gro­nin­gen zu er­obern. Am 22. April zo­gen sich sei­ne Trup­pen zu­rück.

Der Sturm auf Coevoorden, 30. Dezember 1672

Der Sturm auf Co­evo­or­den, 30. De­zem­ber 1672

Nach die­ser Nie­der­la­ge be­wies er dem Kai­ser sei­ne Treue, in­dem er ihm Trup­pen für den Krieg ge­gen Frank­reich im El­sass stell­te. 1675 und 1676 er­ober­te von Ga­len als Ober­kom­man­die­ren­der ei­nes al­li­ier­ten Hee­res, be­stehend aus müns­ter­schen, bran­den­bur­gi­schen, lü­ne­bur­gi­schen und dä­ni­schen Trup­pen dann von Vech­ta aus in ei­nem Feld­zug die schwe­di­schen Her­zog­tü­mer Bre­men und Ver­den. Wei­ter­hin kämpf­ten sei­ne Trup­pen 1677/1678 in Scho­nen, nah­men an der In­va­si­on auf Rü­gen ge­gen die Schwe­den teil und kämpf­ten am Rhein ge­gen die Fran­zo­sen.

Sei­ne Trup­pen be­stan­den aus Söld­nern, die er durch Sub­si­di­en fi­nan­zier­te. Kaum ein Nach­bar­staat hat nicht zeit­wei­se un­ter dem Ein­fall oder un­ter Ein­quar­tie­rung der Trup­pen von „Bom­ben-Bernd“ oder des „Ka­no­nen-Bi­schofs“ ge­lit­ten. Selbst die Graf­schaf­ten Lip­pe, Ra­vens­berg und Lin­gen muss­ten dies er­tra­gen.

Des Bi­schofs Cou­sin Ger­hard Lo­thar von Bü­ren († 1660) am­tier­te als Dom­de­kan in Spey­er und er wähl­te ihn zu sei­nem Tes­ta­ments­voll­stre­cker.

Wirtschafts- und Sozialpolitik

Christoph Bernhard von Galen

Chris­toph Bern­hard von Ga­len

Als Wirt­schafts­för­de­rer im Sin­ne des Mer­kan­ti­lis­mus gilt Chris­toph Bern­hard von Ga­len als nicht be­son­ders er­folg­reich. Eine 1653 in Ahaus mit nie­der­län­di­schen Fach­leu­ten ein­ge­rich­te­te Fay­en­ce­ma­nu­fak­tur stell­te den Be­trieb 1657 wie­der ein. Auch eine Pa­pier­müh­le in Stadt­lohn wur­de nur kurz­zei­tig be­trie­ben. Wäh­rend der Amts­zeit Chris­toph Bern­hards von Ga­len ver­arm­te das Fürst­bis­tum Müns­ter in­fol­ge der zahl­rei­chen Feld­zü­ge und des Un­ter­halts ei­nes star­ken Hee­res. Al­ler­dings er­wies sich die För­de­rung der 1630 ge­grün­de­ten Moor­ko­lo­nie Pa­pen­burg durch von Ga­len als nach­hal­ti­ger Er­folg. Pa­pen­burg wur­de so zur wirt­schaft­lich stärks­ten Ge­mein­de des Ems­lan­des.

Er­folg­reich war von Ga­len auch als Grün­der von Klös­tern und als Lan­des­herr, der sich dar­um be­müh­te, dass in al­len Or­ten sei­nes Bis­tums Schu­len be­trie­ben wur­den, in de­nen auch Mäd­chen un­ter­rich­tet wur­den.

1661 ord­ne­te Ga­len an, in der frü­he­ren stadt­müns­te­r­i­schen Le­pro­sen­stif­tung Kin­der­haus ein Werk- und Ar­beits­haus für bet­teln­de, ver­wahr­los­te Ju­gend­li­che ein­zu­rich­ten.

Niederschlagung von Widerstand innerhalb des Bistums

Als Ga­len 1657 von der Stadt Müns­ter for­der­te, den Sol­da­ten Ver­pfle­gung und Un­ter­brin­gung zu ge­währ­leis­ten, wei­ger­te sich die Bür­ger­schaft, die­ses kost­spie­li­ge Un­ter­neh­men fi­nan­zi­ell zu tra­gen. Der Ein­wand, dass die Stadt­ver­tei­di­gung schon im­mer Auf­ga­be der Bür­ger selbst ge­we­sen war, über­zeug­te Ga­len nicht. Er hol­te sich recht­li­chen Rück­halt durch den Re­gens­bur­ger Reichs­ab­schied und be­gann, die Ein­quar­tie­rung sei­ner Trup­pen durch­zu­set­zen. Der Kon­flikt er­reich­te sei­nen Hö­he­punkt, als Ga­len sei­ne ei­ge­ne Stadt Müns­ter nach ei­ner zwei­mo­na­ti­gen Be­la­ge­rung un­ter­warf. Die Stadt wi­der­stand den bi­schöf­li­chen Trup­pen lan­ge Zeit, da die Staa­ten der Nie­der­lan­de die Stadt un­ter­stütz­ten, doch als dies schließ­lich weg­fiel, un­ter­warf sich Müns­ter am 26. März 1661, nach neun Mo­na­ten Be­la­ge­rung. Der Bi­schof schaff­te die freie Rats­wahl ab, er­nann­te zwei neue Bür­ger­meis­ter und zwölf Rats­her­ren. Nach dem Fall Müns­ters über­ließ Ga­len die städ­ti­schen und sei­ne ei­ge­nen Trup­pen als Dank für kai­ser­li­che Trup­pen­hil­fe dem Kai­ser für den Tür­ken­krieg in Un­garn. Sei­ne Trup­pen ka­men al­ler­dings zu spät, um noch gro­ßen Ein­fluss auf den Ver­lauf des Krie­ges zu neh­men. Schon we­ni­ge Wo­chen nach dem Ein­tref­fen der Trup­pen wur­de der Frie­den von Ei­sen­burg (1664) ge­schlos­sen.

Auf der So­cke­l­in­schrift des Gra­bes des Fürst­bi­schofs im Dom zu Müns­ter ist noch heu­te zu le­sen: „Mo­nas­te­ri­um re­du­xit (Er hat Müns­ter – zum Ge­hor­sam – zu­rück­ge­führt).“

Festigung des Katholizismus im Bistum und im Reich

Rekatholisierung westfälischer Adelsgeschlechter

Wäh­rend es un­ter den Ade­li­gen in West­fa­len am An­fang des 17. Jahr­hun­derts noch eine „kon­fes­sio­nel­le Un­schär­fe“ gab und pro­tes­tan­ti­sche An­sich­ten weit ver­brei­tet wa­ren, ad­dier­ten sich nach 1650 ein­zel­ne Kon­ver­sio­nen von Ade­li­gen zur ka­tho­li­schen Kon­fes­si­on zu ei­ner Be­we­gung, die schließ­lich eine gro­ße kon­fes­sio­nel­le Uni­for­mi­tät im Ober­stift Müns­ter her­stell­te. Maß­geb­lich für die­sen Pro­zess war der Aus­schluss des pro­tes­tan­ti­schen Adels von den lu­kra­ti­ven kirch­li­chen Pfrün­den und lan­des­herr­li­chen Äm­tern, der be­reits vor dem Amts­an­tritt von Ga­lens wirk­sam wur­de.

Rettung des Klosters Corvey

Nach den Ver­hee­run­gen des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges stand das Klos­ter Cor­vey kurz vor dem Un­ter­gang, als Bi­schof Chris­toph Bern­hard von Ga­len 1665 des­sen Ad­mi­nis­tra­tor wur­de. Er stif­te­te die ba­ro­cke Ab­tei­kir­che und be­leb­te das Klos­ter durch die Wie­der­ein­set­zung ei­nes ad­li­gen Kon­vents. Nach­dem sich das klös­ter­li­che Le­ben ei­ni­ger­ma­ßen ge­fes­tigt hat­te, er­folg­te die Wahl des Ab­tes wie­der aus den Rei­hen des Kon­vents.

Umsetzung der Beschlüsse des Konzils von Trient

Den Kon­zils­vä­tern in Tri­ent hat­te sich die Auf­ga­be ge­stellt, die Kir­che der­art an Haupt und Glie­dern zu ver­bes­sern, dass sie sich der Kri­tik und den theo­lo­gi­schen wie or­ga­ni­sa­to­ri­schen An­for­de­run­gen der re­for­ma­to­ri­schen Leh­ren Lu­thers, Zwing­lis und Cal­vins stel­len konn­te. Die von die­sen Re­for­ma­to­ren viel­fach – und ge­wiss mit Recht – an­ge­pran­ger­ten Miss­stän­de des kirch­li­chen Le­bens soll­ten be­sei­tigt und neue Fun­da­men­te für die Leh­re, die Kir­chen­or­ga­ni­sa­ti­on und die christ­li­che Bil­dung der Men­schen ge­legt wer­den. Ge­ra­de auf die­sem Fel­de hat­ten die jun­gen, sich evan­ge­lisch ver­ste­hen­den Ge­mein­schaf­ten Be­deu­ten­des ge­leis­tet. Auf der ka­tho­li­schen Sei­te galt es nun, ein neu­es und den Er­for­der­nis­sen der Zeit ent­spre­chen­des Schul­we­sen zu ent­wi­ckeln. Die geis­ti­ge Aus­for­mung und in­tel­lek­tu­el­le Durch­füh­rung die­ser Auf­ga­be über­nah­men weit­ge­hend die Je­sui­ten, de­ren Nie­der­las­sun­gen bald in al­len Bis­tü­mern Eu­ro­pas das hö­he­re Schul­we­sen präg­ten und auch auf die nie­de­ren Schu­len aus­strahl­ten. In Müns­ter al­ler­dings lie­ßen sich die Je­sui­ten erst 1588 nie­der, über­nah­men als­bald die alte Dom­schu­le, das Gym­na­si­um Pau­li­num, und führ­ten ihr Kol­leg auch als Pries­ter­bil­dungs­stät­te. Kein Zu­fall, dass Chris­toph Bern­hard von Ga­len „apud pa­tres“ – bei den Vä­tern – zur Schu­le ging und von den Je­sui­ten 1651 fei­er­lich als ers­ter Schü­ler ih­rer Schu­le auf dem Bi­schofs­thron zu Müns­ter be­grüßt wur­de.

In­ner­halb der Triden­ti­ni­schen Re­form kam der För­de­rung des Schul­we­sens eine wich­ti­ge Rol­le zu. Ga­len kann­te sei­ne Pries­ter und ihre Schwä­chen wie Stär­ken wahr­schein­lich sehr ge­nau, be­müh­te er sich doch aus­drück­lich auch durch sei­ne Wei­he­po­li­tik dar­um, die in­ne­re Struk­tur des Diö­ze­sank­le­rus zu ver­bes­sern und in der Öf­fent­lich­keit ein neu­es Pries­ter­bild zu ent­wi­ckeln. Da­bei war ganz klar, dass die Be­treu­ung der Ju­gend den Geist­li­chen al­lein kaum über­tra­gen wer­den konn­te. Die For­de­run­gen des Bi­schofs an sei­ne Pries­ter nach re­gel­mä­ßi­ger Ze­le­bra­ti­on, die ge­naue Be­ach­tung der kirch­li­chen Fes­te, Sit­ten und Ge­wohn­hei­ten, die nor­ma­le Seel­sor­ge­ar­beit mit Tau­fen, Hoch­zei­ten, Kran­ken­be­treu­ung, Ster­be­be­glei­tung oder Be­er­di­gun­gen muss­ten es ei­nem ak­ti­ven Pries­ter fast un­mög­lich ma­chen, auch noch den re­gel­mä­ßi­gen Un­ter­richt der Schul­kin­der in fes­ten zeit­li­chen Gren­zen wahr­zu­neh­men. Da aber ne­ben der sonn­täg­li­chen Ka­te­che­se in der Chris­ten­leh­re der all­täg­li­che Un­ter­richt in „pieta­te, mo­ri­bus ac lit­te­ris“ tre­ten soll­te, muss­ten die Schu­len deut­lich ak­ti­viert wer­den. So­mit er­gab sich aus Ga­lens Re­form­pro­gramm schlüs­sig die in­sti­tu­tio­na­li­sier­te, ju­ris­tisch wie wirt­schaft­lich ge­si­cher­te Pfarr-Schu­le als er­gän­zen­des Ele­ment der Seel­sor­ge. Dass die­se Schu­len auch wei­te­re Kennt­nis­se im Le­sen, Schrei­ben oder gar Rech­nen und so­gar im La­tei­ni­schen ver­mit­teln konn­ten, muss­te nicht not­wen­dig schäd­lich sein, son­dern viel­mehr den Bil­dungs­stand auf dem Lan­de he­ben, den wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen der Bau­ern und Bür­ger die­nen und au­ßer­dem die Ba­sis für den be­nö­tig­ten Nach­wuchs in Kle­rus und Be­am­ten­schaft deut­lich ver­brei­tern.

Durch über 40 Syn­oden in Müns­ter, von de­nen Zeug­nis­se über­lie­fert sind und zu de­nen der ge­sam­te Bis­tums-Kle­rus auf­ge­bo­ten wur­de, durch eine rege Vi­si­ta­ti­ons­tä­tig­keit und re­gel­mä­ßi­ge Kon­trol­len be­müh­te sich dem­entspre­chend Ga­len, das kirch­li­che Le­ben im Hoch­stift Müns­ter im Geis­te des Triden­ti­nums neu zu for­men. Eine Ket­te von Syn­odal-Ver­fü­gun­gen und wei­te­ren Er­las­sen so­wie das per­sön­li­che Ein­grei­fen des Bi­schofs bis hin­un­ter in die Ge­mein­den führ­te zu ei­nem enor­men Auf­blü­hen des nie­de­ren Schul­we­sens bis hin­ein in die ab­ge­le­ge­nen Bau­erschaf­ten des Müns­ter­lan­des.

Schulreformen

Die müns­ter­län­di­sche Schul­ge­schich­te setzt – wie in an­de­ren Re­gio­nen des Rei­ches auch – mit den schon mit­tel­al­ter­li­chen La­tein­schu­len am Bi­schofs­sitz Müns­ter und in den vier­zehn land­tags­fä­hi­gen Städ­ten ein. Im Jah­re 1573, am Ende der seit 1571 lau­fen­den gro­ßen Bis­tums­vi­si­ta­ti­on un­ter Fürst­bi­schof Jo­hann von Hoya, der da­bei von Re­for­mern wie Ever­win Dros­te un­ter­stützt wur­de, gab es im Ober­stift Müns­ter mit sei­nen 130 Pfar­ren und Kirch­spie­len ge­ra­de 33 Ge­mein­den, die ein ir­gend­wie ge­ar­te­tes Schul­we­sen vor­wei­sen konn­ten. Bis zur Bis­tums­vi­si­ta­ti­on von 1613 bis 1616 stieg die­se Zahl auf 55. Die nach­fol­gen­den 20 Jah­re, die noch nicht von zu hef­ti­gen Kriegs­er­eig­nis­sen für das Müns­ter­land ge­prägt wa­ren, brach­ten noch ein­mal ein knap­pes Dut­zend Schul­grün­dun­gen her­vor. Al­len die­sen um 1650 exis­tie­ren­den etwa 65 Schul­ein­rich­tun­gen war aber weit­ge­hend ihre In­sta­bi­li­tät ei­gen – der Be­trieb wur­de im­mer wie­der ein­ge­stellt. Mit dem Amts­an­tritt Chris­toph Bern­hards wur­de dies deut­lich und nach­hal­tig an­ders.

Den schon be­stehen­den Schu­len gab Ga­len ein räum­lich, fi­nan­zi­ell und per­so­nell ge­ord­ne­tes Fun­da­ment und er­gänz­te das be­stehen­de Netz von Schu­len durch zahl­rei­che Neu­grün­dun­gen oft ge­gen den Wi­der­stand lo­ka­ler Ent­schei­dungs­trä­ger. In den 28 Jah­ren sei­ner Re­gie­rung er­reich­te er eine Voll­ver­sor­gung des Müns­ter­lan­des mit fun­dier­ten Schu­len. Die zeit­li­chen Eck­punk­te der Grün­dung neu­er Schu­len oder ge­ord­ne­ter Fun­die­rung be­reits exis­tie­ren­der Ein­rich­tun­gen lie­gen vor al­lem zwi­schen den Jah­ren 1655 und 1662. Kei­ne der in der Re­gie­rungs­zeit Ga­lens schon vor­han­de­nen oder neu fun­dier­ten Pfarr­schu­len wur­de spä­ter wie­der auf­ge­ge­ben. Die Grund­la­ge des nie­de­ren Schul­we­sens im Müns­ter­land wur­de in sei­ner Re­gie­rungs­zeit ge­legt.

Als Chris­toph Bern­hard von Ga­len 1675 sei­ne Schul- und Kir­chen­ord­nung er­ließ, die in leicht ver­än­der­ter Form auch von sei­nen Nach­fol­gern bei­be­hal­ten wur­de und mehr als 100 Jah­re Gel­tung ha­ben soll­te, bil­de­te sie fast schon den Schluss­punkt hin­ter dem gro­ßen Pro­jekt.

Kampf gegen den Hexenwahn

Chris­toph Bern­hard von Ga­len

In der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts wur­de das Müns­ter­land, ver­stärkt durch die Wir­ren des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges, von ei­ner Wel­le des He­xen­wahns er­fasst. Wäh­rend von Ga­lens Amts­vor­gän­ger Fer­di­nand von Bay­ern He­xen­pro­zes­se als le­gi­ti­mes In­stru­ment der Ge­gen­re­for­ma­ti­on ver­stand, setz­te sich sein Nach­fol­ger ge­gen Wahr­sa­ge­rei und He­xen­glau­ben ein. Die Was­ser­pro­be bei ver­meint­li­chen He­xen und Zau­be­rern ließ er 1658 ver­bie­ten.

Bewertung

In ei­nem Bei­trag für das „Ems­land­buch“ wur­de im Jahr 1928 Chris­toph Bern­hard von Ga­len als „star­ke Per­sön­lich­keit“ ge­lobt. Er sei der Schüt­zer und Er­hal­ter der wei­ten linksem­si­schen Moor­ge­bie­te vor „ständige[n] Be­läs­ti­gun­gen an der West­gren­ze“ durch Nie­der­län­der ge­we­sen. Der Bi­schof sei „eine Kraft­na­tur“ ge­we­sen, „die wie alle fürst­li­chen Zeit­ge­nos­sen nach un­um­schränk­ter Herr­schaft streb­te“. Die „Rie­sen­auf­ga­be“, nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg „das am Bo­den lie­gen­de Va­ter­land wie­der auf­zu­rich­ten“, hät­ten nur „star­ke Per­sön­lich­kei­ten“ lö­sen kön­nen, da das Volk „zer­mürbt“ ge­we­sen sei.

In ei­nem aus An­lass des 750. Jah­res der Grund­stein­le­gung des Doms zu Müns­ter ver­fass­ten Ar­ti­kel des Bis­tums Müns­ter wird die star­ke Be­to­nung der Rol­le Chris­toph Bern­hard von Ga­lens als „Macht­po­li­ti­ker“ kri­ti­siert. Der Fürst­bi­schof sei auch ein „tief­from­mer Mann“ ge­we­sen, „ein Re­form­bi­schof dazu, der das Tri­en­ter Kon­zil in sei­ner Diö­ze­se kraft­voll um­setz­te: von der geist­li­chen For­mung sei­nes Kle­rus über Syn­oden und Vi­si­ta­tio­nen bis zur Grün­dung vie­ler Wall­fahr­ten, die noch heu­te be­stehen.“ Die tie­fe Ver­wur­ze­lung der ka­tho­li­schen Kon­fes­si­on im Müns­ter­land kann ihm als nach­hal­ti­ger Er­folg zu­ge­rech­net wer­den. Als Ga­len ver­starb, konn­te er sich so­mit zu Recht „Eccle­siae et Princi­pa­tus Mo­nas­te­ri­en­sis Re­stau­ra­tor, Con­ser­va­tor, Pro­pa­ga­tor“ nen­nen. Aus An­lass des 350. Jah­res­ta­ges der Grund­stein­le­gung der Zi­ta­del­le Vech­ta stell­ten die Ver­an­stal­ter ei­ner Aus­stel­lung im Mu­se­um im Zeug­haus Vech­ta fest: Die Aus­stel­lung „be­schäf­tigt sich mit der Fra­ge, wel­che po­si­ti­ven Kräf­te, wel­che Vi­sio­nen mit dem Auf­bau der Zi­ta­del­le 1666 durch den müns­te­r­i­schen Fürst­bi­schof Chris­toph Bern­hard von Ga­len in der Be­völ­ke­rung der Stadt Vech­ta mög­li­cher­wei­se frei­ge­setzt wur­den. Nach dem Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges 1654 mit all sei­nen Schre­cken und Un­si­cher­hei­ten kön­nen die Men­schen wie­der an­fan­gen, Per­spek­ti­ven für ein neu­es Le­ben auf­zu­bau­en. Die neue Zi­ta­del­le kann zu­künf­tig wie­der Schutz und Ord­nung im All­tag, die Über­nah­me der kirch­li­chen Ober­ho­heit durch Müns­ter mit der Stif­tung der Strah­len­ma­don­na eine Stär­kung des Glau­bens bie­ten.“

An­de­re se­hen trotz der Mah­nung des Bis­tums Müns­ter vor al­lem die Rück­sichts­lo­sig­keit der ab­so­lu­tis­ti­schen Herr­schaft von Ga­lens. Chris­toph Bern­hard von Ga­len sei ein „papst­treu­er Waf­fen­narr“ ge­we­sen, der die „freiheitsliebende[n] Nie­der­lan­de“ drang­sa­liert habe. Bert­hold See­wald ver­tritt die An­sicht, von Ga­len habe die Zi­ta­del­le Müns­ter vor al­lem des­halb bau­en las­sen, da­mit er zur Stadt hin frei­es Schuss­feld er­hal­te, um so die re­ni­ten­ten Müns­te­ra­ner un­ter Kon­trol­le hal­ten zu kön­nen. Das schlech­te Vor­bild Chris­toph Bern­hard von Ga­lens habe Franz-Pe­ter Te­bartz van Elst, der in Coes­feld das Ab­itur ab­leg­te und in Müns­ter Theo­lo­gie stu­dier­te und spä­ter Bi­schof von Lim­burg wur­de, dazu ani­miert, den Ha­bi­tus ei­nes „Kir­chen­fürs­ten“ zu ent­wi­ckeln, ob­wohl im 21. Jahr­hun­dert we­sent­li­che Grund­la­gen für eine der­ar­ti­ge Le­bens­form fehl­ten (vor al­lem die Mög­lich­keit, „Wi­der­spens­ti­ge“ als In­ha­ber der Staats­ge­walt zu ei­nem kir­chen­kon­for­men Ver­hal­ten zu zwin­gen).

Werke

  • Müns­te­r­i­sche Ju­den­ord­nung des Fürst­bi­schofs Chris­toph Bern­hard von Ga­len vom 29. April 1662
  • Ma­ni­fest und Be­richt. Was ge­stalt des Herrn Ru­dolff Au­gus­ti / Hertzo­gen zu Braun­schweig Lü­ne­burg Durchl. die Fürstl. Cor­vey­sche Mu­ni­ci­pal Stadt Höxar / Fried­brü­chi­ger Wei­se in­va­dirt / und mit ge­waff­ne­ter Hand in of­fen­bah­rer Re­bel­li­on wie­der die Lands-Fürstl. Ob­rig­keit fo­men­tirt. O.O., 1671.

Siehe auch

Lizenz

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