Burg Volmarstein

Burg Vol­mar­stein
Burgruine Volmarstein in Wetter (Ruhr) | Foto: HaPe39
Burg Vol­mar­stein | © bei HaPe39.
Ent­ste­hungs­zeit: 1100
Bur­gen­typ: Hö­hen­burg
Er­hal­tungs­zu­stand: Res­te drei­er Tür­me
Stän­di­sche Stel­lung: Kle­ri­ka­le, Ad­li­ge, Mi­nis­te­ria­le
Ort: Wet­ter (Ruhr)-Volmarstein
Geo­gra­phi­sche Lage 51° 22′ 27,5″ N, 7° 22′ 57,5″ O

Die Burg Vol­mar­stein ist die Rui­ne ei­ner Hö­hen­burg im Stadt­teil Vol­mar­stein der Stadt Wet­ter (Ruhr) im En­ne­pe-Ruhr-Kreis in Nord­rhein-West­fa­len. Sie liegt im Land­schafts­schutz­ge­biet In der Bach/Am Vor­berg.

Geschichte

Ursprünge

Sie wur­de im Jah­re 1100 vom Köl­ner Erz­bi­schof Fried­rich I. von Schwar­zen­burg er­rich­tet, der da­mit sei­ne Macht­an­sprü­che in West­fa­len un­ter­mau­ern woll­te, und an die Edel­her­ren von Vol­mestein (Vol­mu­destede) als Le­hen über­tra­gen.

Die Burg schütz­te die „Erz­bi­schöf­li­che Schutz­ge­leit­stra­ße“ von En­ne­pe­tal nach Soest. Sie liegt auf ei­nem Berg­rü­cken ober­halb der Ruhr. Bis in das 14. Jahr­hun­dert ist die Burg der Ver­wal­tungs­mit­tel­punkt für die Herr­schaft Vol­mar­stein, zu der auch Ha­gen ge­hört. 1134 wird mit Hein­rich I. erst­mals ein Ver­tre­ter der „Her­ren von Vol­mestein“ ur­kund­lich er­wähnt. Sie wa­ren Mi­nis­te­ria­le der Köl­ner Erz­bi­schö­fe.

Um die kur­köl­ni­sche Burg Vol­mar­stein ent­stand zu­nächst eine bäu­er­li­che Sied­lung, die schon ab 1307 mit dem Be­griff „Stadt“ ge­kenn­zeich­net wur­de.

Nach der Schlacht von Worringen 1288

Im An­schluss an die Schlacht von Worrin­gen 1288 wur­de die Burg von Graf Eber­hard I. von der Mark be­la­gert und teil­wei­se zer­stört. Nach ei­ner Aus­söh­nung wur­de sie 1289 wie­der­her­ge­stellt.

1289 er­hielt Eber­hard I. vom Köl­ner Erz­bi­schof Sieg­fried von Wes­ter­burg vol­les Be­fes­ti­gungs­recht zu­ge­stan­den und die An­er­ken­nung als Reichs­fürst, die auch schon sei­nem Va­ter zu­ge­spro­chen wor­den war, was die ent­schei­den­de Wen­de im Ver­hält­nis bei­der Ge­wal­ten be­deu­te­te. Er pro­fi­tier­te da­mit auch am meis­ten von al­len west­fä­li­schen Fürs­ten, ge­wann un­ter an­de­rem Gum­mers­bach, Lü­nen mit al­len bi­schöf­li­chen Rech­ten, West­ho­fen, Bra­ckel, Werl, Men­den, Isen­berg, Vol­mar­stein und Raf­fen­berg, dazu die Vog­tei von Es­sen.

Zu Be­ginn des 14. Jahr­hun­derts er­eig­nen sich lang­jäh­ri­ge Macht­kämp­fe mit Müns­ter um ei­ni­ge mär­ki­sche Graf­schafts­rech­te. 1314 wird Gott­fried von Sayn der Herr von Burg Vol­mar­stein. Da das Le­hen „Vol­mar­stein“ (Vol­mestein) an der Gren­ze des Bisch­hoftums und der Graf­schaft Mark lag, wech­sel­ten die Be­sitz­tü­mer durch die po­li­ti­schen Macht­kämp­fe wie­der zu Kur­köln.

Auf­grund ei­ner Feh­de der bei­den Kon­tra­hen­ten, wur­de die Burg Vol­mar­stein mit der gleich­na­mi­gen Frei­graf­schaft 1324 nach zwei­mo­na­ti­ger Be­la­ge­rung dem Erz­bis­tum Köln ab­ge­nom­men und zer­stört. Die Burg­mann­schaft soll sich we­gen Was­ser­man­gels er­ge­ben ha­ben. Es kam zur Ge­fan­gen­nah­me des Bi­schofs bei Me­th­ler durch En­gel­bert II. von der Mark. Nach der Aus­söh­nung wur­de die Burg aber wie­der er­rich­tet.

Beginn des Zerfalls

Im 14. und 15. Jahr­hun­dert schei­nen die Gra­fen von der Mark – spä­ter auch Gra­fen von Kle­ve und ab 1417 Her­zö­ge von Kle­ve – die Burg Vol­mar­stein noch zeit­wei­se ge­nutzt zu ha­ben, zu­letzt um 1525 vom Her­zog Jo­hann von Kle­ve-Mark, be­vor sie im 15. Jahr­hun­dert lang­sam ver­fiel. Jo­hann von Vol­mestein war der letz­te erb­be­rech­tig­te männ­li­che Ver­tre­ter der Her­ren von Vol­mestein. Nach sei­nem Tod (nach 1430) fiel der Rin­ke­ro­der und Vol­mar­stei­ner Be­sitz und die Vol­mar­stein­sche Lehns­kam­mer durch Hei­rat sei­ner Schwes­ter Agnes (Ney­se) mit God­dert von der Re­cke an die Fa­mi­lie von der Re­cke.

Brand und Zerstörung

Durch ei­nen gro­ßen Brand wur­den das Dorf Vol­mar­stein und die Burg 1754 zer­stört. Von der Burg blie­ben nur noch Trüm­mer üb­rig. Die An­woh­ner nutz­ten die Stei­ne der Burg zum Wie­der­auf­bau ih­rer Häu­ser.

1819 ging die Rui­ne in den Be­sitz von Graf Phil­ipp von der Re­cke-Vol­mar­stein über, der in der Zeit von 1822 bis 1854 auf sei­ne Kos­ten er­heb­li­che Sa­nie­rungs­ar­bei­ten durch­füh­ren ließ. So ent­stand auch die Mau­er­stüt­ze an dem zer­spal­te­nen Turm, das Sym­bol des heu­ti­gen Schloss­bergs. Am 24. Juni 1830 wur­de zwi­schen­zeit­lich die Hälf­te des Ost­tur­mes durch ei­nen hef­ti­gen Or­kan zer­stört.

Die Her­ren von der Re­cke-Vol­mar­stein be­an­spruch­ten und be­hiel­ten ih­ren Be­sitz in Vol­mar­stein und die da­zu­ge­hö­ri­ge Lehns­kam­mer, die zu den reichs­ten West­fa­lens zähl­te, bis ins 19. Jahr­hun­dert und ver­äu­ßer­ten ih­ren Vol­mar­stei­ner Be­sitz erst im 20. Jahr­hun­dert. Die Burg­rui­ne Vol­mar­stein be­fin­det sich bis heu­te im Ei­gen­tum der Gra­fen v. der Re­cke v. Vol­merstein.

Gegenwart

Burg Volmarstein | Foto: HaPe39

Burg Vol­mar­stein | Foto: HaPe39

Die Rui­ne ist heu­te gut be­geh­bar. Alle Wege sind aus­ge­baut und ent­spre­chend ge­si­chert. Von der Burg aus hat man ei­nen wun­der­ba­ren Pan­ora­ma­blick auf die Stadt Wet­ter und den Ort Vol­mar­stein.

Un­ter­halb der Burg be­fin­det sich das Burg­ho­tel Vol­mar­stein, des­sen Park­platz aber nur für die Gäs­te des Ho­tels re­ser­viert ist. Es emp­fiehlt sich da­her, ei­nen Park­platz im Ort un­ten zu su­chen, der Fuß­weg zur Burg hoch ist nicht sehr weit. Der Park­platz „Nett­man­scher Hof“ be­fin­det sich ge­gen­über der Kir­che.

Eine stei­ner­ne Hin­weis­ta­fel am ein­zi­gen noch halb er­hal­te­nen Turm der Rui­ne weist auf zwei wich­ti­ge Da­ten der Burg­ge­schich­te hin. Sie trägt die In­schrift: Die­se im Jahr 1100 von dem Erz­bi­schof von Köln er­bau­te und von den Her­ren von Vol­mar­stein be­wohn­te Burg wur­de 1324 von dem Gra­fen von der Mark er­obert und zer­stört.

Eine zwei­te Hin­weis­ta­fel er­in­nert an den Nach­kom­men der Fa­mi­lie Vol­mar­stein, der im Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg 1870 ge­fal­len ist. Die In­schrift lau­tet: Von den Nach­kom­men des auf die­ser Burg einst blü­hen­den Ge­schlechts fiel ruhm­voll am 18. Au­gust 1870 bei St. Pri­vat der Graf Sieg­fried von der Re­cke-Vol­mar­stein. Pr. Lieut­nant im 3. Garde-Gren.-Reg. Kö­ni­gin Eli­sa­beth.

Die Burg­rui­ne ist das Wahr­zei­chen der ehe­mals selb­stän­di­gen Ge­mein­de Vol­mar­stein so­wie des Un­ter­neh­mens Burg-Wäch­ter.

Jähr­lich fin­den im Som­mer ei­ni­ge Ver­an­stal­tun­gen wie „Irish-Folk-Fes­ti­val“ und „Rock auf der Burg“ statt.

Lage der Burg Volmarstein

Lizenz

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