Burg Hardenstein

Burg Har­den­stein

Hardenstein an der Ruhr - Historische Zeichnung

Har­den­stein an der Ruhr – His­to­ri­sche Zeich­nung

Har­den­stein an der Ruhr – His­to­ri­sche Zeich­nung
Ent­ste­hungs­zeit: um 1354
Bur­gen­typ: Nie­de­rungs­burg
Er­hal­tungs­zu­stand: Um­fas­sungs­mau­ern, zwei run­de Eck­tür­me
Stän­di­sche Stel­lung: Gra­fen
Bau­wei­se: Bruch­stein
Ort: Wit­ten
Geo­gra­phi­sche Lage 51° 25′ 14,6″ N, 7° 18′ 5,4″ O
Höhe: 95 m ü. NN

Die Burg Har­den­stein ist eine Rui­ne an der mitt­le­ren Ruhr nord­west­lich von Her­be­de in Nord­rhein-West­fa­len, Deutsch­land. Sie wird vom gleich­na­mi­gen Na­tur­schutz­ge­biet Har­den­stein um­schlos­sen und be­fin­det sich in der Nähe des Mut­ten­tals. Bis zur Fer­tig­stel­lung der Ruhr­tal­bahn (heu­te Mu­se­ums­bahn) im neun­zehn­ten Jahr­hun­dert lag die Burg un­mit­tel­bar am Fluss. Ty­po­lo­gisch ist die seit lan­gem als Burg be­kann­te An­la­ge ein „fes­tes Haus“ – also ein Her­ren­haus. Sie dien­te haupt­säch­lich als Wohn­sitz sei­ner herr­schaft­li­chen Be­sit­zer und war da­her nur be­dingt wehr­haft.

Geschichte

Im Jahr 1354 muss­te Hein­rich II. von Har­den­berg die Herr­schaft Har­den­berg im heu­ti­gen Vel­bert an Graf Ger­hard I. von Jü­lich-Berg ver­kau­fen. Im sel­ben Jahr ließ sich Hein­rich II. von Har­den­berg mit sei­ner Fa­mi­lie am süd­li­chen Ufer der Ruhr zwi­schen Her­be­de und Wit­ten nie­der. Die Was­ser­burg wur­de zwi­schen 1345 und 1354 er­baut.

Des­sen Nach­fah­ren nann­ten sich dann auch von Har­den­stein und lit­ten wohl un­ter so man­chen Geld­sor­gen. Im Jah­re 1378 zet­tel­te Hein­rich IV. von Har­den­stein eine Feh­de ge­gen die Stadt Dort­mund an, weil er bei ei­nem dor­ti­gen jü­di­schen Ge­schäfts­mann mit ei­nem ho­hen Geld­be­trag in der Krei­de stand. Der An­griff mit etwa 1.000 Mann auf die Stadt Dort­mund schlug fehl. Bei ei­nem an­de­ren fol­gen­den Feld­zug wur­de er von den Köl­ner Trup­pen ge­fasst und hin­ge­rich­tet.

Durch Hei­rat mit der Toch­ter des letz­ten Har­den­ber­gers Hein­rich V. kam die Burg 1439 an Ro­bert Sta­el von Hol­stein. 1430/40 wur­de die Süd­sei­te mit zwei flan­kie­ren­den Tür­men und ei­ner Schild­mau­er er­wei­tert.

Im 16. Jahr­hun­dert noch be­wohnt, be­fan­den sich in der Nähe der ehe­ma­li­gen Burg über vie­le Jah­re hin­weg Koh­len­la­ger­stät­ten. Erst seit dem 18. Jahr­hun­dert, nach­dem sie auf­ge­ge­ben wor­den war, ver­fiel die An­la­ge.

1974 wur­de die Burg von der Stadt Her­be­de ge­pach­tet, ab 1975 von der Stadt Wit­ten.

Die Sage von Goldemar

Der Sage nach leb­te zu Zei­ten ei­nes Ne­ve­ling von Har­den­stein auch ein Zwer­gen-Kö­nig na­mens Gol­de­mar bzw. Vol­mar, wel­cher un­sicht­bar war, als des­sen Gast in der Burg. Man speis­te, trank und fei­er­te zu­sam­men. Nach­dem der Kü­chen­jun­ge Erb­sen und Mehl ge­streut hat­te, um we­nigs­tens die Fuß­spu­ren des Zwer­gen­kö­nigs se­hen zu kön­nen, tö­te­te, koch­te und ver­speis­te ihn der Zwer­gen­kö­nig und ver­schwand, nicht ohne ei­nen Fluch über die Fa­mi­lie zu ver­hän­gen.

Burgruine heute

Hardenstein an der Ruhr - Foto: HaPe39

Har­den­stein an der Ruhr – Foto: HaPe39

Die Burg­rui­ne wird seit 1974 vom Ver­ein Burg­freun­de Har­den­stein er­forscht, er­hal­ten und ge­pflegt. Ar­chi­va­li­en über die Burg­rui­ne Har­den­stein und eine ar­chäo­lo­gi­sche Fund­samm­lung da­von be­fin­den sich in der ♁Grund­schu­le Wit­ten-Her­be­de und kön­nen dort be­sich­tigt wer­den.

Un­mit­tel­bar hin­ter der süd­li­chen Um­fas­sungs­mau­er be­ginnt der Berg­bau­wan­der­weg Mut­ten­tal; auf der Nord­sei­te ver­läuft die Tras­se der Mu­se­ums­ei­sen­bahn Ruhr­tal­Bahn, die die Burg­an­la­ge von der Ruhr trennt. Hier ist zu­dem ein Hal­te­punkt ein­ge­rich­tet.

Seit April 2006 ver­kehrt die neue Ruhr­tal­fäh­re Har­den­stein in der Nähe der Rui­ne. Als ein­zi­ge Fäh­re auf der Ruhr ist sie eine be­son­de­re At­trak­ti­on im Rad­we­ge­netz des Ruhr­tals. Die­se Ver­bin­dung, die an dem ge­gen­über­lie­gen­den Ufer un­weit der Schleu­se Her­be­de en­det, wird von fünf­zehn eh­ren­amt­li­chen und ei­nem haupt­amt­li­chen Bin­nen­schif­fer be­trie­ben. Am sel­ben An­le­ger ver­kehrt auch das Aus­flugs­schiff MS Schwal­be II der Stadt­wer­ke Wit­ten. Auf die­se Wei­se ist hier ein Ver­knüp­fungs­punkt zwi­schen dem Aus­flugs­schiff und dem Mu­se­ums­zug ent­stan­den.

Wit­te­rungs­ein­flüs­se und nicht recht­zei­tig durch­ge­führ­te Si­che­rungs­maß­nah­men sor­gen da­für, dass die An­la­ge wei­ter ver­fällt, un­ter an­de­rem stürz­te in der Nacht zum 16. März 2010 eine Zwi­schen­mau­er der Haupt­burg ein. Die Sanierung/Restaurierung der ein­sturz­ge­fähr­de­ten Mau­er­be­rei­che ist ab­ge­schlos­sen. Die Burg­rui­ne ist wie­der für Be­su­cher be­geh­bar.

Lage

  • Lage: Har­den­stei­ner Weg, Wit­ten-Her­be­de, am Süd­ufer der Ruhr

Verkehr

An der Ruhr­tal­bahn liegt der Hal­te­punkt Rui­ne Har­den­stein. Es ver­keh­ren Züge der Ruhr­tal­Bahn Be­triebs­ge­sell­schaft mbH.

Fotostrecke Burg Hardenstein

Lage der Burg Hardenstein

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