Burg Ascheberg

Die Burg Asche­berg ist die Rui­ne ei­ner Hö­hen­burg in Stein­furt in Nord­rhein-West­fa­len. Die Burg war im Mit­tel­al­ter der Stamm­sitz des edel­frei­en Ge­schlechts der Her­ren von Asche­berg. Die ka­ro­lin­gi­sche An­la­ge wur­de im 12. Jahr­hun­dert auf­ge­ge­ben.

Lage und Topographie

Die Rui­ne liegt im Orts­teil Burg­stein­furt bei 77,4 m ü. NHN auf dem Nord­hang der Hol­li­chen Höhe etwa 1500 Me­ter nord­öst­lich vom Schloss Burg­stein­furt. Flur­be­zeich­nun­gen in der un­mit­tel­ba­ren Um­ge­bung der Rui­ne deu­ten noch heu­te auf das Haus Asche­berg.

Forschungsgeschichte

Burg Asche­berg
Grabungsplan von Schmedding (Veröffentlicht 1903)
Gra­bungs­plan von Schmed­ding (Ver­öf­fent­licht 1903)
Ent­ste­hungs­zeit: Mit­tel­al­ter­lich
Bur­gen­typ: Hö­hen­burg
Er­hal­tungs­zu­stand: Burg­stall
Bau­wei­se: Bruch­stein
Ort: Stein­furt-Burg­stein­furt
Geo­gra­phi­sche Lage 52° 9′ 15,2″ N, 7° 21′ 31,8″ O
Höhe: 77,4 m ü. NHN

Die Quel­len­la­ge über die Burg Asche­berg ist sehr dürf­tig. In­for­ma­tio­nen über die Ent­ste­hungs- und Nut­zungs­zeit der Burg sind nicht über­lie­fert, wes­halb Er­kennt­nis­se hier­zu nur durch ar­chäo­lo­gi­sche For­schung zu er­war­ten sind.

Die An­la­ge wur­de im Jah­re 1900 von der Al­ter­tums­kom­mis­si­on für West­fa­len un­ter der Lei­tung von Bau­rat Jo­hann Hein­rich Schmed­ding und auf An­re­gung des Burg­stein­fur­ter Gym­na­si­al­leh­rers Karl Ge­org Döh­mann teil­wei­se ar­chäo­lo­gisch un­ter­sucht.

Da­bei wur­de fest­ge­stellt, dass es sich bei der Burg um eine zwei­tei­li­ge, etwa B-för­mi­ge An­la­ge ge­han­delt hat, die eine Flä­che von etwa 160 × 100 Me­ter ein­nimmt und von ei­nem Gra­ben-Wall-Sys­tem um­wehrt war. Die Burg­hö­fe der hö­her­ge­le­ge­nen süd­li­chen Haupt­burg und der tie­fer­ge­le­ge­nen nörd­li­chen Un­ter­burg bo­ten eine Nutz­flä­che von je etwa 40 × 40 Me­ter.

Auf dem süd­li­chen Burg­hof konn­te Schmed­ding die Haupt­burg mit ei­nem Pa­las und ei­nem Berg­fried nach­wei­sen. Der Burg­hof war mit fla­chen Bruch­stein­plat­ten ge­pflas­tert. Et­was nord­west­lich aus der Mit­te des Hofs ver­setzt, aber den­noch zen­tral lag der Berg­fried mit ei­nem po­ly­go­na­len Au­ßen- und ei­nem vier­ecki­gen In­nen­grund­riss. Die Fun­da­men­te be­stehen aus ver­mör­tel­tem lo­ka­len Bruch­stein und sind 2,50 Me­ter stark. Sie wei­sen ein lich­tes Maß von 4 × 4 Me­tern auf.

Süd­lich des Berg­frieds ent­deck­te Schmed­ding das Fun­da­ment ei­nes stei­ner­nen Ge­bäu­des, das er als Pa­las iden­ti­fi­zier­te. Das Fun­da­ment konn­te er auf ei­ner Län­ge von 11 Me­tern ver­fol­gen. Die Bruch­stein­mau­er war 0,70 Me­ter stark und be­stand eben­falls aus lo­ka­lem ver­mör­tel­tem Bruch­stein. Als Eck­stei­ne wa­ren Qua­der aus Bent­hei­mer Sand­stein ver­wen­det wor­den.

Wo sich der Zu­gang zur Burg be­fand, ist der­zeit noch un­ge­klärt.

Die Vor­burg mit den Wirt­schafts­ge­bäu­den wird im tie­fer­ge­le­ge­nen Nord­teil der An­la­ge ver­mu­tet. Gra­bungs­er­geb­nis­se, die die­se An­nah­me be­le­gen, lie­gen nicht vor.

Die Gra­bungs­er­geb­nis­se deu­ten dar­auf hin, dass die An­la­ge in ka­ro­lin­gi­scher Zeit ent­stand und im 12. Jahr­hun­dert nie­der­ge­brannt wur­de.

Dies deckt sich mit dem Be­richt aus ei­ner Chro­nik der Jo­han­ni­ter­kom­men­de in Stein­furt aus dem 15. Jahr­hun­dert, wo­nach die Burg um 1164 in ei­ner Feh­de zwi­schen den Her­ren von Asche­berg und den Her­ren von Stein­furt zer­stört wur­de. Die Ori­gi­nal­do­ku­men­ta­ti­on der Gra­bung Schmed­dings ist nicht er­hal­ten. 2010 fan­den an­läss­lich des Vor­ha­bens der Stadt Stein­furt, das Bo­den­denk­mal für die Öf­fent­lich­keit zu er­schlie­ßen, Nach­gra­bun­gen der LWL-Ar­chäo­lo­gie für West­fa­len statt, wel­che die Gra­bungs­er­geb­nis­se Schmed­dings be­stä­tig­ten.

Öffentlichkeit und Denkmalschutz

Seit 2013 ist die Rui­ne für die Öf­fent­lich­keit über Hin­weis­ta­feln und ein We­ge­sys­tem er­schlos­sen. Auch wur­den die im Erd­reich ge­schütz­ten, aber aus der Gra­bung von 1900 be­kann­ten Fun­da­men­te ober­tä­gig durch 0,5 Me­ter hohe Draht­schotter­käs­ten mar­kiert. Die NRW-Stif­tung för­der­te die­se Maß­nah­me mit 24.000 €.

Der Be­reich der Burg­rui­ne ist ein Bo­den­denk­mal nach dem Ge­setz zum Schutz und zur Pfle­ge der Denk­mä­ler im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len (Denk­mal­schutz­ge­setz – DSchG NW). Nach­for­schun­gen und ge­ziel­tes Sam­meln von Fun­den sind ge­neh­mi­gungs­pflich­tig, Zu­falls­fun­de an die Denk­mal­be­hör­den zu mel­den.

Lage der Burg Ascheberg

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Burg Asche­berg aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­to­ren ver­füg­bar.

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