Burg Altena

Burg Al­te­na
Burg Altena nach Wiederaufbau der Westwand | Foto: Dr.G.Schmitz
Burg Al­te­na nach Wie­der­auf­bau der West­wand
Dr. Gre­gor Schmitz [CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wi­ki­me­dia Com­mons
Ent­ste­hungs­zeit: 1100 bis 1200
Bur­gen­typ: Hö­hen­burg
Er­hal­tungs­zu­stand: Er­hal­ten
Stän­di­sche Stel­lung: Gra­fen
Ort: Al­te­na
Geo­gra­phi­sche Lage 51° 17′ 56″ N, 7° 40′ 31″ O

Die Burg Al­te­na be­fin­det sich auf ei­nem Berg­sporn des Klu­sen­ber­ges in der Stadt Al­te­na an der Len­ne im Mär­ki­schen Kreis in Nord­rhein-West­fa­len.

Die Sporn­burg wur­de der Le­gen­de nach An­fang des 12. Jahr­hun­derts von den Gra­fen von Berg er­rich­tet.

Geschichte

Um 1108 sol­len die Brü­der Adolf und Ever­hard von Berg von Kai­ser Hein­rich V. für treue Diens­te ein Stück Land im mär­ki­schen Sauer­land er­hal­ten ha­ben. Auf dem Berg Wulfs­eck bau­ten sie eine Burg, die sie an­fangs Wul­fes­ha­gen, spä­ter Al­te­na nann­ten. Dies ist eine von min­des­tens drei Le­gen­den zur Grün­dung der Graf­schaft Al­te­na be­zie­hungs­wei­se zur Ent­ste­hung der Burg.

Nach dem Er­werb des Ober­hofs Mark bei Hamm 1198 nah­men die Gra­fen von Al­te­na ih­ren Haupt­wohn­sitz in der dor­ti­gen Burg Mark und nann­ten sich spä­ter „Gra­fen von der Mark“. Die Stamm­burg Al­te­na wur­de nur noch zeit­wei­se von ih­nen be­wohnt und war seit 1392 le­dig­lich Amt­manns­sitz.

Graf En­gel­bert III. von der Mark ver­lieh der klei­nen Sied­lung am Fuße des Ber­ges am 20. De­zem­ber 1367 die Frei­heits­rech­te (un­ter an­de­rem Selbst­ver­wal­tungs­recht und Zoll­frei­heit).

1450 ver­sprach Evert von Dael dem Rit­ter Wil­helm von Nes­sel­ro­de zu Eh­ren­stein mit­tels leib­li­chen Eids, das Schloss Al­te­na so oft und wann er es for­dern wer­de, wie­der zu über­lie­fern. 1455 brann­te die Burg Al­te­na ab. An­schlie­ßend wur­de der da­ma­li­ge Amts­sitz de­rer von Dros­ten mut­maß­lich nur not­dürf­tig wie­der auf­ge­baut.

In bran­den­burg-preu­ßi­scher Zeit wur­de die Burg Gar­ni­son. Im Jahr 1771 wur­de sie zur An­le­gung ei­nes Ar­men- und Ar­beits­hau­ses an die Stadt ver­kauft. Wei­ter be­stand hier von 1766 bis 1811 das Kri­mi­nal­ge­richt der Graf­schaft Mark nebst Ge­fäng­nis. Die in­zwi­schen stark ver­fal­le­ne Burg Al­te­na soll­te 1834 nach den Vor­stel­lun­gen des Ober­prä­si­den­ten Lud­wig von Vincke wie­der auf­ge­baut wer­den. Die Plä­ne des be­auf­trag­ten Bau­in­spek­tors Rit­ter wur­den im Jahr 1835 fer­tig­ge­stellt. Auf­grund von Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten wur­de die­se je­doch nicht um­ge­setzt. Der Jo­han­ni­ter­or­den rich­te­te 1856 in den Ge­bäu­den ein Kran­ken­haus ein, das bis 1906 be­stand.

Im Früh­jahr 1906 wur­de auf In­itia­ti­ve des da­ma­li­gen Land­ra­tes Fritz Tho­mée der Mär­ki­sche Burg­ver­ein ge­grün­det, der es sich zur Auf­ga­be mach­te, die Burg bis zur 300-Jahr-Fei­er der Zu­ge­hö­rig­keit der Graf­schaft Mark zu Preu­ßen 1909 wie­der auf­zu­bau­en. Um 1914 war die Burg nach Plä­nen des Ar­chi­tek­ten Ge­org Frent­zen bis auf die Vor­burg und den un­te­ren Tor­bau er­neu­ert. Zwi­schen­zeit­lich gab es eine kon­tro­ver­se Dis­kus­si­on über die Mo­da­li­tä­ten der Re­kon­struk­ti­on, in der sich der Land­rat und der Ar­chi­tekt ge­gen Ar­chi­tek­tur- und Kunst­his­to­ri­ker durch­set­zen. Die letz­ten Ar­bei­ten wur­den 1918 ab­ge­schlos­sen.

Im Jahr 1914 rich­te­te Ri­chard Schirr­mann auf der Burg die ers­te stän­di­ge Ju­gend­her­ber­ge der Welt ein. Die Ori­gi­nal­räu­me sind heu­te ein Mu­se­um. Die Ju­gend­her­ber­ge, die vom Deut­schen Ju­gend­her­bergs­werk (DJH) be­trie­ben wird, be­fin­det sich auf dem un­te­ren Burg­hof. Die­ser Stand­ort wur­de 1934 ein­ge­weiht.

Burg Altena nach Wiederaufbau der Westwand | Foto: Dr.G.Schmitz

Burg Al­te­na nach Wie­der­auf­bau der West­wand
Foto: Dr. Gre­gor Schmitz [CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wi­ki­me­dia Com­mons

Die Burg ging 1943 in den Be­sitz des da­ma­li­gen Krei­ses Al­te­na über. Heu­te ist die Burg Wahr­zei­chen der Stadt und Haupt­an­zie­hungs­punkt für Tou­ris­ten aus al­ler Welt. Die Ein­tritts­kar­te zur Burg gilt auch für das nahe ge­le­ge­ne Deut­sche Draht­mu­se­um.

Jähr­lich fin­det am ers­ten Au­gust­wo­chen­en­de auf der Burg und in der Stadt ein gro­ßes Mit­tel­alt­er­fest statt.

Ein Teil der Burg wird als Re­stau­rant ge­nutzt. Die groß­flä­chi­ge Wand­ma­le­rei im Fest­saal ori­en­tiert sich an mit­tel­al­ter­li­chen Vor­la­gen aus meh­re­ren Epo­chen des Rit­ter­tums.

Bis Ende April 2014 wur­de im Rah­men des För­der­pro­jekts Re­gio­na­le 2013 ein Burg­auf­zug ge­baut. Die­ser führt vom Burg­hof aus 60 Me­ter senk­recht durch den Fels in den Klu­sen­berg und mün­det dort über ei­nen etwa 95 Me­ter lan­gen Stol­len­gang am Fuße des Ber­ges in die Lenn­e­st­ra­ße. Ein Er­leb­nis­par­cours führt hier­bei die Be­su­cher von der Fuß­gän­ger­zo­ne durch ei­nen Stol­len zum Auf­zug. Der Bau des Burg­auf­zugs wur­de mit Kos­ten in Höhe von 5,7 Mil­lio­nen Euro ver­an­schlagt, wo­von 5,12 Mil­lio­nen Euro vom Land Nord­rhein-West­fa­len ge­för­dert wur­den. Der Auf­zug hat am 26. April 2014 sei­nen Be­trieb auf­ge­nom­men. Un­ter­wegs be­kom­men Be­su­cher in ei­nem Zeit­tun­nel an sechs Sta­tio­nen Ein­bli­cke in 900 Jah­re Burg­ge­schich­te, von Wie­land dem Schmied bis zur ers­ten Ju­gend­her­ber­ge der Welt.

Museen

In den Ge­bäu­den der Burg sind vie­le Aus­stel­lungs­räu­me zu be­sich­ti­gen. Das Mu­se­um der Graf­schaft Mark, das Mu­se­um Welt­ju­gend­her­ber­ge, das Mär­ki­sche Schmie­de­mu­se­um und das Deut­sche Wan­der­mu­se­um schlos­sen sich zu Mu­se­en Burg Al­te­na zu­sam­men. Für die Un­ter­stüt­zung der Burg en­ga­giert sich die „Ge­sell­schaft der Freun­de der Burg Al­te­na“, die zu­sam­men mit dem Land­kreis die Zeit­schrift Der Mär­ker her­aus gibt.

Weblinks

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Fotostrecke Burg Altena

Lage der Burg Altena

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