Büren (Adelsgeschlecht)

Wappen der Edelherren von Büren

Wap­pen der Edel­her­ren von Bü­ren

Die Edel­her­ren von Bü­ren wa­ren ein west­fä­li­sches Adels­ge­schlecht. Sie wa­ren In­ha­ber der Herr­schaft Bü­ren (Bü­re­ner Land). Spä­ter wa­ren sie zeit­wei­se eine der mäch­tigs­ten Fa­mi­li­en im Bis­tum Pa­der­born und ein­fluss­reich auch in be­nach­bar­ten Ge­bie­ten, wie dem heu­ti­gen Sauer­land.

Geschichte

Im 12. Jahr­hun­dert er­schei­nen die Edel­her­ren von Bü­ren erst­mals als Un­ter­ge­be­ne der Gra­fen von Schwa­len­berg in de­ren Funk­ti­on als Vög­te der Pa­der­bor­ner Bi­schö­fe. Ihre Her­kunft ist nicht ganz klar. Klar ist, dass sie von dem 1125 in männ­li­cher Li­nie aus­ge­stor­be­nen Haus It­ter ab­stam­men. Um das Jahr 1150 tra­ten sie in fa­mi­liä­re Be­zie­hung zur Mi­nis­te­ria­len­fa­mi­lie von Ves­per­de. Am Zu­sam­men­fluss von Alme und Afte er­bau­ten sie in die­ser Zeit eine Burg. Die­se war güns­tig am Han­dels­weg zwi­schen Lipp­stadt, Mars­berg und War­burg ge­le­gen. Sie stan­den auch in ei­nem en­gen Ver­hält­nis zu den Gra­fen von Arns­berg. Nach­dem die Schwa­len­ber­ger die Vog­tei über das Bis­tum Pa­der­born ver­lo­ren hat­ten, ori­en­tier­ten sich auch die Her­ren von Bü­ren um. Bert­hold und Diet­mar von Bü­ren wur­den 1195 Grün­der der Stadt Bü­ren. Die Brü­der über­tru­gen ihre Be­sit­zun­gen dem Bi­schof von Pa­der­born und er­hiel­ten im Ge­gen­zug die Er­laub­nis zur Stadt­grün­dung, so­wie fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung beim Bau der Stadt­be­fes­ti­gung, Münz- und Zoll­rech­te so­wie wei­te­re geld­wer­te Vor­tei­le. Die Stadt­grün­dung hat­te für die Pa­der­bor­ner eine wich­ti­ge stra­te­gi­sche Be­deu­tung, lag die­se doch an der Gren­ze zu den Be­sit­zun­gen des Erz­bis­tums Köln. Die Her­ren von Bü­ren wa­ren zeit­wei­se im Ge­fol­ge der Pa­der­bor­ner, zeit­wei­se in dem der Köl­ner Bi­schö­fe zu fin­den.

Zu Be­ginn des 14. Jahr­hun­derts er­reich­te der Ein­fluss der Edel­her­ren von Bü­ren ih­ren Hö­he­punkt. Mit Wün­nen­berg grün­de­ten sie eine wei­te­re Stadt. Ihr Be­sitz reich­te von Al­ten­ge­se­ke im Wes­ten, über das Sint­feld bis in die Ge­gend von Dal­heim. Au­ßer­dem be­sa­ßen sie er­heb­li­chen Be­sitz in der Ge­gend von Dü­ding­hau­sen, Dei­feld und Grö­ne­bach. Hin­zu ka­men zahl­rei­che wei­te­re Ge­recht­sa­me. Zeit­wei­se schien es, als ob die Edel­her­ren sich auf dem Weg zu ei­ner Lan­des­herr­schaft be­fän­den. Sie ver­füg­ten über eine Rei­he von Mi­nis­te­ria­len. Die Ent­wick­lung zu ei­ner Ter­ri­to­ri­al­herr­schaft schei­ter­te an in­ner­fa­mi­liä­ren Kon­flik­ten, Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der Bür­ger­schaft und dem Druck der Pa­der­bor­ner Bi­schö­fe.

Eine Li­nie mit Sitz auf der We­wels­burg muss­te ih­ren Be­sitz in­klu­si­ve der Hälf­te der Stadt Bü­ren an den Bi­schof von Pa­der­born ver­pfän­den. Spä­ter sah sie sich so­gar zum Ver­kauf ge­nö­tigt. Seit­her re­si­dier­te ein Amt­mann des Bi­schofs in der Stadt Bü­ren. Als es 1291/92 zu ei­nem Po­grom ge­gen die jü­di­schen Ein­woh­ner der Stadt kam, an dem so­wohl Edel­her­ren wie Bür­ger ih­ren An­teil hat­ten, wur­den sie vom Bi­schof von Pa­der­born als Süh­neleis­tung zum Bau ei­ner Ka­pel­le ge­zwun­gen.

Ob­wohl den Edel­her­ren der Auf­bau ei­ner un­ab­hän­gi­gen Lan­des­herr­schaft nicht ge­lun­gen war, ge­hör­ten sie im Bis­tum bzw. Fürst­bis­tum Pa­der­born zu den mäch­tigs­ten Adels­fa­mi­li­en. Wäh­rend der Re­for­ma­ti­on be­kann­te sich das Ge­schlecht zum Cal­vi­nis­mus. Gleich­wohl wur­den Mit­glie­der der Fa­mi­lie auch in der Fol­ge zu Statt­hal­tern der Fürst­bi­schö­fe. Ein of­fen­bar ka­tho­lisch ge­blie­be­nes, aber ver­hei­ra­te­tes, Fa­mi­li­en­mit­glied war z.B. der Dom­kell­ner (Zel­lerar) und Dom­kan­tor von Müns­ter, Mel­chi­or von Bü­ren (* 1480 in Da­vens­berg, † 1546 in Müns­ter).

Der letz­te Edel­herr Mo­ritz von Bü­ren trat in den Je­sui­ten­or­den ein. Als er 1661 kin­der­los starb, ver­mach­te er die Herr­schaft Bü­ren sei­nem Or­den. Dies führ­te zu lan­gen Erb­strei­tig­kei­ten. Erst 1714 konn­ten die Fürst­bi­schö­fe ih­ren An­spruch mit Hil­fe des Je­sui­ten Vi­tus Ge­org Tön­ne­mann durch­set­zen.

Wappen

Das Wap­pen zeigt in Sil­ber ei­nen schwar­zen, gold ge­krön­ten Lö­wen. Auf dem ge­krön­ten Helm mit schwarz-sil­ber­nen De­cken der Löwe wach­send zwi­schen ei­nem sil­ber­nen Flug.

Familienmitglieder

  • Adel­heid II. von Bü­ren († 1220), deut­sche Ad­li­ge, Äb­tis­sin von Gern­ro­de und Fro­se
  • Hugo von Bü­ren, grün­de­te 1152 das Klos­ter Sün­te Ma­ri­en­ro­de in Wiet­mar­schen
  • Mo­ritz von Bü­ren (1604–1661), Frei­herr von Bü­ren und Ju­rist

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Bü­ren (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

Ähnliche Artikel

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://grosse-drenkpohl.de/bueren-adelsgeschlecht/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Scroll Up