Bottlenberg (Adelsgeschlecht)

Stammwappen der von dem Bottlenberg

Stamm­wap­pen de­rer von dem Bot­t­len­berg

Bot­t­len­berg ist der Name ei­nes al­ten ber­gi­schen und spä­ter west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts. Die ers­ten Ge­nera­tio­nen der Her­ren von dem Bot­t­len­berg wa­ren Mi­nis­te­ria­le des ers­ten Gra­fen­hau­ses von Berg. Das Ge­schlecht hat­te die Erb­käm­me­rer­wür­de der ge­fürs­te­ten Ab­tei Es­sen inne.

Namensursprung

Für den Na­mens­ur­sprung wur­den in der Ver­gan­gen­heit ver­schie­de­ne Theo­ri­en ver­öf­fent­licht. 1859 stell­te Ernst Hein­rich Kneschke fest, dass „ein Hofe Bot­t­len­berg bei Op­la­den“ der Stamm­sitz ge­we­sen sei. Die­ser habe be­reits 1189 Her­mann I. (von Bot­t­len­berg) ge­hört, was aus der 1189er Ur­kun­de je­doch nicht ab­ge­lei­tet wer­den kann. 1878 schrieb An­ton Fah­ne von Kneschke ab. Auch er nann­te als Stamm­sitz ei­nen „Hof Bot­t­len­berg bei Op­la­den“. Gus­tav Bod­den­berg da­ge­gen be­rich­te­te 1937 von ei­nem „Gut Bod­den­berg“ im Kirch­spiel Stein­bü­chel als Stamm­sitz. Jo­hann von Lüls­dorff wie­der­um stell­te 1949 fest, dass die Fa­mi­lie Bodd­len­berg, als eine der äl­tes­ten Ber­gi­schen rit­ter­li­chen Fa­mi­li­en ih­ren Stamm­sitz im Amt Mi­se­lo­he hat­te, ohne den Ort ge­nau­er zu spe­zi­fi­zie­ren. Ro­bert Stei­mel brach­te 1953 eine neue Theo­rie ein, wo­nach habe es ein „Stamm­haus Bot­t­len­burg bei El­ber­feld“ (mut­maß­lich Bol­ten­berg) ge­ge­ben habe, was Nie­der­au 1976 als „Fan­ta­sie“ ab­tat. Stei­mels Theo­rie je­doch hat­te 1956 Ein­gang in das Ge­nea­lo­gi­sche Hand­buch des Adels fand, das die­ser Dar­stel­lung auch 1974 noch folg­te. Dar­über hin­aus fin­det sich häu­fig die An­ga­be, dass der na­mens­ge­ben­de Sitz ein Haus Bod­len­berg bei Hack­hau­sen (So­lin­gen) ge­we­sen sei. Die­se Theo­rie wur­de von Kurt Nie­der­au auf­grund der feh­len­den His­to­rie des Hau­ses ab­ge­lehnt.

Die jüngs­te Ver­öf­fent­li­chung von Ah­le­mann folgt der Ver­mu­tung, dass Bod­den­berg in Le­ver­ku­sen-Stein­bü­chel der Stamm­sitz ge­we­sen sei, da Bod­den­berg nur ca. 2 Ki­lo­me­ter von der ers­ten Stamm­burg der Gra­fen von Berg, Burg Ber­ge, ent­fernt liegt. Dies sei auch eine Er­klä­rung für die sehr frü­he enge Ver­bin­dung zwi­schen den Her­ren von Bot­t­len­berg und dem ers­ten ber­gi­schen Gra­fen­haus.

Geschichte

Das Ge­schlecht er­scheint erst­mals im Jahr 1189 mit Her­man­nus de Bo­delen­berch, Mi­nis­te­ria­ler des Gra­fen von Berg. Be­reits im 14. Jahr­hun­dert bil­de­ten sich zwei Li­ni­en: ge­nannt Kes­sel und ge­nannt Schirp. Die Schirp-Li­nie er­scheint mit Adolphs dic­tus Schirp im Jahr 1318. Die si­che­re Schirp-Stamm­fol­ge be­ginnt mit Hein­rich von Bot­t­len­berg gen. Schirp, der ab 1349 nach­weis­bar ist. Die Schirp-Li­nie blüht noch heu­te. 1954 ad­op­tier­te das Ehe­paar Franz Frei­herr von dem Bot­t­len­berg gen. von Schirp, auf Bal­de­ney, und Ma­ria von Lands­berg-Ve­len in Es­sen Hei­den­reich Frei­herr von Lands­berg-Ve­len. Adels­recht­lich un­be­an­stan­det ist die in der Fol­ge von die­sem Lands­ber­ger Zweig ge­führ­te Na­mens­form Frei­herr von dem Bot­t­len­berg-Lands­berg.

Die Kes­sel-Li­nie be­saß ab 1313 ein Gut in Serm und pach­te­te in der Nach­bar­schaft spä­tes­tens ab 1349 ei­nen Hof auf dem Ber­ge (heu­te: Gut Kes­sels­berg) in Huck­in­gen. Der Bei­na­me Kes­sel ist ab 1391 nach­weis­bar. Wei­te­re (zwi­schen­zeit­li­che) Be­sit­zun­gen der Kes­sel-Li­nie wa­ren etwa Haus Ba­vier, Schloss Hack­hau­sen, Schloss Cas­pers­broich oder Schloss Neu­en­hof. Die Kes­sel-Li­nie starb 1824 im Man­nes­stamm aus. Kurz dar­auf er­hielt Ju­li­us von dem Bus­sche-Ip­pen­burg aus dem Adels­ge­schlecht Bus­sche, ad­op­tier­ter von dem Bot­t­len­berg gen. Kes­sel, am 3. Mai 1825 die preu­ßi­sche Na­mens- und Wap­pen­ver­ei­ni­gung mit den aus­ge­stor­be­nen Her­ren von dem Bot­t­len­berg gen. Kes­sel und wur­de am 15. Ok­to­ber 1840 in den preu­ßi­schen Gra­fen­stand er­ho­ben. Aus dem Erbe der Fa­mi­lie Bot­t­len­berg-Kes­sel kam Schloss Neu­en­hof in den Be­sitz der Bus­sche-Ip­pen­burg, de­ren Zweig sich nun von dem Bus­sche-Ip­pen­burg gen. von Kes­sell nann­te. 1830 wur­de für das Ge­samt­ge­schlecht eine preu­ßi­sche An­er­ken­nung des Frei­herrn­stan­des er­wirkt.

Bis heu­te ist we­der die ge­naue ver­wandt­schaft­li­che Be­zie­hung zwi­schen den bei­den Li­ni­en, noch die Her­kunft der Bei­na­men Kes­sel und Schirp ge­klärt. An­ton Fah­ne er­fand für Kes­sel ei­nen Hof bei Düs­sel­dorf und pos­tu­lier­te für Schirp ei­nen gleich­na­mi­gen Stamm­sitz bei So­lin­gen. Eine an­de­re, aber eben­falls nicht si­cher be­leg­ba­re Deu­tung von Kurt Nie­der­au ist die, dass Schirp für eine Scher­be steht, die aus ei­nem Gan­zen (Kes­sel) her­aus­ge­bro­chen wur­de. Schirp stün­de da­nach für eine nach­ge­bo­re­ne oder Be­s­tard­li­nie, Kes­sel für die Stamm­li­nie.

Wappen

Stammwappen der von dem Bottlenberg im Wappenbuch des westfälischen Adels

Stamm­wap­pen de­rer von dem Bot­t­len­berg im Wap­pen­buch des west­fä­li­schen Adels

Das Stamm­wap­pen zeigt in Sil­ber ei­nen schwar­zen Dop­pelz­in­nen­bal­ken. Auf dem Helm mit schwarz-sil­ber­nen De­cken der Rumpf ei­nes rot be­zungten, sil­ber­nen Bra­cken wach­send, mit ge­zinn­tem Bal­ken des Schil­des als Hals­band (oder zu­sätz­lich zu ei­nem gol­de­nen Hals­band).

Das Wap­pen weist die von dem Bot­t­len­berg eben­so wie die von Nes­sel­ro­de, die Quadt und die für das 13. Jahr­hun­dert be­zeug­ten von Op­la­den als Va­sal­len des ers­ten ber­gi­schen Gra­fen­hau­ses aus, das zwei oder mehr schwar­ze Dop­pelz­in­nen­bal­ken in Sil­ber führ­te und 1225 aus­starb.

Persönlichkeiten

  • En­gel­bert (III.) von dem Bot­t­len­berg (ur­kundl. 1297–1318), Vogt der Ab­tei Sieg­burg
  • Si­bert von dem Bot­t­len­berg gen. Kes­sel (ur­kundl. 1429–1434), Amt­mann in Ra­tin­gen
  • Diet­rich von dem Bot­t­len­berg gen. Kes­sel (ur­kundl. 1418–1466), Schult­heiß des Stifts Ger­res­heim
  • Mech­til­dis von dem Bot­t­len­berg gen. Schirp († 1533), 1515–1532 Äb­tis­sin des Zis­ter­zi­en­se­rin­nen­klos­ters Saarn
  • So­phie Char­lot­te von Bot­t­len­berg, 1717–1748 Äb­tis­sin des Stifts Kep­pel
  • Jo­han­na Alex­an­dri­na Eli­sa­beth von dem Bot­t­len­berg gen. Kes­sel, um 1754 Äb­tis­sin des Stifts Her­de­cke
  • Anna Chris­ti­ne Ka­tha­ri­na von dem Bot­t­len­berg gen. Kes­sel, 1753–1776 Äb­tis­sin des Klos­ters El­sey
  • Ama­lie Do­ro­thea Eli­sa­beth von dem Bot­t­len­berg gen. Kes­sel, 1776–1797 Äb­tis­sin des Klos­ters El­sey
  • Franz Ar­nold Alex­an­der Frei­herr von dem Bot­t­len­berg gen. Schirp, 1808–1822 Bür­ger­meis­ter in Kett­wig
  • Alex­an­der Hein­rich Frei­herr von dem Bot­t­len­berg gen. Schirp (1773–1824), 1811–1819 Bür­ger­meis­ter in Wer­den
  • Alex­an­der Frei­herr von dem Bot­t­len­berg gen. Schirp (1814–1887), 1851–1886 Bür­ger­meis­ter in Wer­den
  • Ma­ria Theo­do­ra Frei­frau von dem Bot­t­len­berg-Lands­berg (* 1930), Ger­ma­nis­tin
  • Frank Frei­herr von dem Bot­t­len­berg, Schau­spie­ler (Pe­ter­chen im deut­schen Fern­seh­film Pe­ter­chens Mond­fahrt)
  • Cor­ne­lia Frei­frau von dem Bot­t­len­berg (* 1951), Schau­spie­le­rin (An­ne­lie­se im deut­schen Fern­seh­film Pe­ter­chens Mond­fahrt) und Sän­ge­rin (Mit­grün­de­rin der Band Cora)

Lizenz

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