Dez 21 2016

Boeselager

Boe­sela­ger, auch Bö­sela­ger, ist der Name ei­nes deut­schen Adels­ge­schlechts, das ur­sprüng­lich aus dem Erz­bis­tum Mag­de­burg stammt.

Geschichte

Wappen derer von Böselager

Wap­pen de­rer von Bö­sela­ger

In ei­ner Land­frie­dens­ur­kun­de des Erz­bi­schofs Diet­rich von Mag­de­burg vom 12. April 1363 wur­de das Ge­schlecht erst­mals ur­kund­lich er­wähnt. Sie nennt den Bo­s­ele­ger mit dren bu­ren zu Stem­mern bei Mag­de­burg als erz­stift­lich. In der ers­ten Hälf­te des 15. Jahr­hun­derts be­ginnt mit Hen­ning Bo­s­ele­ger, Lehns­trä­ger ei­nes Rit­ter­gu­tes zu Wol­mirs­le­ben, im Jahr 1466 die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he.

Nach­dem sei­ne Nach­kom­men auf dem Rit­ter­hof noch bis 1562 sa­ßen, be­grün­de­ten sie in den fol­gen­den Jah­ren zwei Li­ni­en in der Graf­schaft Mans­feld. Eine Li­nie nahm das Rit­ter­gut Meis­berg, die an­de­re das Gut Quen­stedt in Be­sitz. Bei­de ge­hör­ten zur Rit­ter­schaft der Mans­fel­der Gra­fen. Eine wei­te­re Li­nie fand im frie­si­schen Je­ver­land eine neue Hei­mat. Die­se Li­nie er­lang­te gro­ßen Ein­fluss und rei­che Be­sitz­tü­mer und brei­te­te sich im Lau­fe der Zeit im­mer wei­ter aus. So konn­te sie un­ter an­de­rem um 1600 Ho­ne­burg bei Os­na­brück, 1654 Eg­ger­müh­len und 1672 Grums­müh­len (heu­te ein Orts­teil der Ge­mein­de Lan­gen) er­wer­ben.

Wei­ter nach Sü­den vor­drin­gend, kauf­ten An­ge­hö­ri­ge des Ge­schlechts 1682 das Gut Haus Neh­len in Wel­ver-Ber­wi­cke und 1754 das Schloss Höl­ling­ho­fen in Arns­berg-Voß­win­kel und er­lang­ten in den nächs­ten Jah­ren auch noch die Herr­schaft Hees­sen mit dem Schloss Hees­sen so­wie die Rit­ter­gü­ter Wolfs­berg, Dahl, Kurl und Mid­del­burg in West­fa­len. Im 19. Jahr­hun­dert ka­men noch die Rit­ter­gü­ter Pep­pen­ho­ven, Heim­erz­heim (heu­te Teil der Ge­mein­de Swist­tal) mit der Burg Heim­erz­heim und dem ehe­ma­li­gen Klos­ter Schil­lingsca­pel­len, der vor­ma­li­ge Bel­der­bu­scher Hof (nun­mehr Boe­sela­ger Hof) in Bonn, die Burg Kreuz­berg und Se­li­kum (heu­te ein Orts­teil der Ge­mein­de Neuss) im Rhein­land dazu.

Drei im 17. Jahr­hun­dert neu ge­grün­de­te Li­ni­en, de­ren Mit­glie­der ver­schie­de­nen west­fä­lisch-rhei­ni­schen Rit­ter­schaf­ten an­ge­hör­ten, tru­gen dar­auf­hin den Frei­her­ren­ti­tel ge­wohn­heits­recht­lich. Die äl­tes­te die­ser Li­ni­en, die Ho­ne­bur­ger, er­losch al­ler­dings schon im Jah­re 1793. Eine kö­nig­lich preu­ßi­sche Be­stä­ti­gung des Frei­her­ren­stan­des er­hiel­ten die An­ge­hö­ri­gen der Li­nie Hee­ßen am 20. De­zem­ber 1823, die An­ge­hö­ri­gen der Li­nie Eg­ger­müh­len tru­gen den Frei­her­ren­ti­tel nach Ge­wohn­heits­recht.

Besitzungen

Wappen

Das Wap­pen zeigt in Gold zwei ge­kreuz­te blaue Schau­feln mit ro­ten Stie­len. Auf dem Helm mit blau-gol­de­ner De­cke be­fin­den sich drei Li­li­en­stä­be mit der Farb­fol­ge gold-blau-gold. Wap­pen­spruch: „Et si om­nes, ego non.“

Bekannte Namensträger

  • Joa­chim von Boe­sela­ger (1608–1668), Di­plo­mat
  • Hen­rich von Bö­sela­ger († 4. De­zem­ber 1693), Kom­tur der Kom­men­de Ma­len­burg des Deut­schen Or­dens (1692/93)
  • Cas­par II. von Bö­sela­ger-Ho­ne­burg (1687–1758), Abt von Cor­vey (1737–1758)
  • Ma­xi­mi­li­an An­ton von Boe­sela­ger (1775–1821), 1811 Mai­re (Bür­ger­meis­ter), 1813–1821 Stadt­di­rek­tor in Müns­ter
  • Karl Frei­herr von Boe­sela­ger (1848–1890), Je­sui­ten­pa­ter und Pro­fes­sor der Ge­schich­te an der Uni­ver­si­tät von Bom­bay
  • Ade­le von Boe­sela­ger (Ada von Boe­sela­ger; 1905–1973), Kunst­ma­le­rin und Schrift­stel­le­rin
  • Cle­mens Frei­herr von Boe­sela­ger (1907–1981), deut­scher CDU-Po­li­ti­ker
  • Her­mann-Jo­sef Frei­herr von Boe­sela­ger (1913–1963), deut­scher CDU-Po­li­ti­ker
  • Ge­org Frei­herr von Boe­sela­ger (1915–1944), deut­scher Of­fi­zier und Wi­der­stands­kämp­fer ge­gen den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus
  • Ge­org Frei­herr von Boe­sela­ger (Ban­kier) (* 28.04.1951 in Kreuz­berg), Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Merck Finck
  • Phil­ipp Frei­herr von Boe­sela­ger (1917–2008), deut­scher Of­fi­zier und Wi­der­stands­kämp­fer ge­gen den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus
  • Wolf­hard Frei­herr von Boe­sela­ger (* 1936), deut­scher Un­ter­neh­mer, Land-, Forst- und Im­mo­bi­li­en­be­sit­zer
  • Cs­il­la Frei­frau von Boe­sela­ger (1941–1994), Dame des Mal­te­ser­or­dens, Grün­de­rin der „Cs­il­la von Boe­sela­ger Stif­tung Ost­eu­ro­pa-Hil­fe e.V.“, „En­gel von Bu­da­pest“
  • Ilka von Boe­sela­ger, (* 1944), deut­sche CDU-Po­li­ti­ke­rin und Land­tags­ab­ge­ord­ne­te
  • Dela von Boe­sela­ger (* 1942), deut­sche Ar­chäo­lo­gin, Kunst­wis­sen­schaft­le­rin und Au­to­rin
  • Al­brecht Frei­herr von Boe­sela­ger (* 1949), Mit­glied der Or­dens­re­gie­rung des Mal­te­ser­or­dens
  • Ka­ta­lin Pit­ti von Boe­sen­la­ger (* 1951), un­ga­ri­sche Opern­sän­ge­rin im Stimm­fach So­pran

Lizenz

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2 Kommentare

  1. Wow, dan­ke viel­mals (eine mei­ner Lieb­lings­fa­mi­lie)!

    1. …Fa­mi­li­en..:(

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