Bilstein (Adelsgeschlecht)

Wappen der Familie Edlen von Bilstein.

Wap­pen der Fa­mi­lie Ed­len von Bil­stein.

Die Edel­her­ren von Bil­stein wa­ren ein mit­tel­al­ter­li­ches Adels­ge­schlecht im spä­te­ren Her­zog­tum West­fa­len mit Be­sitz (Land Bil­stein ge­nannt) im We­sent­li­chen im heu­ti­gen Sauer­land. Ih­ren Sitz hat­ten sie auf der Burg Bil­stein im heu­ti­gen Len­ne­stadt. Zu un­ter­schei­den ist die west­fä­li­sche Fa­mi­lie von dem frän­ki­schen Ge­schlecht der Gra­fen von Bil­stein, das an der Wer­ra und in Nord­hes­sen be­gü­tert war.

Gebietsumfang

Das Ge­biet der west­fä­li­schen Edel­her­ren um­fass­te das Ge­richt Bil­stein mit den Kirch­spie­len Hel­den, För­de, Vei­sche­de, Kirch­hun­dem, Rahr­bach, Ober­hun­dem und Len­ne. Die­se bil­de­ten den Kern des so ge­nann­ten Lan­des Bil­stein.

Hin­zu ka­men als Teil des Lan­des Fre­de­burg das Ge­richt Es­lo­he und Reis­te. Dazu ge­hör­ten die Kirch­spie­le Es­lo­he, Reis­te, Wen­holt­hau­sen und Cob­ben­ro­de. Ein wei­te­res Ge­richt war Fre­de­burg. Dazu ge­hör­te die Stadt Fre­de­burg so­wie die Kirch­spie­le Dorlar, Worm­bach, Berg­hau­sen und Kirch­rar­bach. Hin­zu ka­men die Ge­rich­te Oe­din­gen und Schli­prüt­hen.

Die Herr­schaft über das Land Fre­de­burg teil­ten sich die Edel­her­ren mit den Gra­fen von Arns­berg. Be­tei­ligt wa­ren die Her­ren mit zahl­rei­chen Rit­tern an der gro­ßen Wal­den­burg.

Die Herr­schaft Bil­stein grenz­te im Sü­den an Nas­sau und Witt­gen­stein, öst­lich grenz­te es an den Be­sitz der Edel­her­ren von Graf­schaft und das Klos­ter Graf­schaft an. Nörd­lich lag das Land Fre­de­burg und da­mit der Ein­fluss­be­reich der Gra­fen von Arns­berg. Au­ßer­dem grenz­te das Land Bil­stein an das ehe­ma­li­ge Amt Wal­den­burg.

Geschichte und Entwicklung

Ur­sprüng­lich leb­te das Ge­schlecht auf der Burg Pe­per­burg in För­de bei Gre­ven­brück und trug da­nach den Na­men Ge­vo­re, aber auch Vuo­re, Vore oder Voe­re. Äl­tes­te be­kann­ter Ver­tre­ter war Hein­rich von Ge­vo­re, der 1141 als Zeu­ge des Erz­bi­schofs Ar­nold I. von Köln auf­trat. Wol­ma­rus de Bil­stein Abt von Wer­den und Helm­städt, ge­hör­te nicht der west­fä­li­schen Fa­mi­lie an, da die­se noch nicht die­sen Na­men trug.

Si­che­re Nach­rich­ten von der Fa­mi­lie stam­men von 1170, als ein wei­te­rer Hen­ri­cus de Vare als Zeu­ge bei der Stif­tung des Klos­ters Bre­delar und 1173 bei der Be­stä­ti­gung des Stifts We­ding­hau­sen ge­nannt wur­de. Auch in den fol­gen­den Jah­ren wird Hein­rich mehr­fach als Zeu­ge für die Köl­ner Erz­bi­schö­fe etwa bei der Stif­tung des Klos­ters Oeling­hau­sen ge­nannt. Mit an­de­ren füh­ren­den Ade­li­gen reis­te er 1216 oder 1217 nach dem Ende ers­ten Lim­bur­ger Krie­ges nach Köln zu ei­nem Hof­tag des Erz­bi­schofs En­gel­bert I. Brü­der von Hein­rich mit Na­men Wit­te­kind und Her­mann schei­nen Ka­no­ni­ker des Köl­ner Doms ge­we­sen zu sein.

Nach­fol­ger wur­de sein Sohn Theo­de­rich I. oder Diet­rich I.. Auch er ge­hör­te nach den Arns­ber­ger Gra­fen zu den wich­tigs­ten Ade­li­gen im süd­li­chen West­fa­len und trat wie sein Va­ter mehr­fach als Zeu­ge in Ur­kun­den auf. Erst­mals 1225 wur­de er in ei­ner sol­chen von Bil­stein ge­nannt. Auch des­sen Brü­der wa­ren hoch­ran­gi­ge Geist­li­che in Köln. Der eine, Hein­rich war Propst von Sankt Se­ve­rin, der an­de­re Gott­fried Ka­no­ni­ker am Dom.

Die Macht des Hau­ses Bil­stein war so be­deu­tend, dass Diet­rich eine ei­ge­ne klei­ne Ver­wal­tung min­des­tens aus ei­nem Amt­mann und ei­nen Truch­seß un­ter­hielt. Die Be­sat­zung sei­ner Burg Borg­hau­sen wur­de von ei­ner Fa­mi­lie von Dus­ent­schü­ren ge­stellt. Diet­rich selbst ver­leg­te sei­nen Sitz von För­de auf die neu er­rich­te­te Burg Bil­stein. Für den Bau der Burg wa­ren vor al­lem Si­cher­heits­as­pek­te von Be­deu­tung. Das Gut im Tal bei För­de bot we­ni­ger Schutz als eine Burg auf ei­nem Berg. Eine an­de­re The­se geht da­von aus, dass der Wild­reich­tum der aus­ge­dehn­ten Wäl­der des Vei­sche­der­berg­lan­des Grund für den Bau der Burg Bil­stein und die Ver­le­gung des Wohn­sit­zes nach dort ge­we­sen sei. Dies mag ein nach­ran­gi­ger As­pekt ge­we­sen sein; glaub­wür­di­ger für eine Ver­le­gung des Wohn­sit­zes er­schei­nen al­ler­dings stra­te­gi­sche As­pek­te.

Nach­fol­ger von Diet­richs I. wur­de sein Sohn Diet­rich II. Wie sei­ne Vor­fah­ren wur­de er als Zeu­ge zu wich­ti­gen Ak­ten etwa der Gra­fen von Arns­berg her­an­ge­zo­gen. Im Jahr 1250 nahm Diet­rich an der Feh­de von Erz­bi­schof Kon­rad von Köln ge­gen Bi­schof Si­mon von Pa­der­born teil. Wie an­de­re hoch­ran­gi­ge west­fä­li­sche Ade­li­ge (viri no­bi­les et ma­gna­tes par­ti­um West­fa­liae) ne­ben den Gra­fen von Arns­berg, Al­te­na und der Mark hat auch Diet­rich II. in ei­nem Schrei­ben an den Papst die Ak­ti­on ge­gen Pa­der­born ge­recht­fer­tigt.

Nach­fol­ger Diet­rich II. wur­de sein Sohn Jo­hann I.. Sein Bru­der Gott­fried von Bil­stein war Abt des Klos­ters Graf­schaft. Jo­hann tauch­te in den Ur­kun­den erst­mals 1255 als Herr von Bil­stein auf. Im Jahr 1282 wur­de Jo­hann von Erz­bi­schof Sieg­fried von Köln zum Land­mar­schall von West­fa­len er­nannt und spiel­te 1298 eine wich­ti­ge Rol­le bei der Um­set­zung ei­nes Land­frie­dens für West­fa­len. Den An­teil des Hau­ses Bil­stein an der Wal­den­burg ver­kauf­te Jo­hann an Hunold von Plet­ten­berg. Au­ßer­dem ver­kauf­te er 1293 die Burg Bil­stein an die Land­gra­fen von Hes­sen und nahm es von die­sem als Le­hen. Die Herr­schafts­rech­te im Land Bil­stein wa­ren da­von nicht be­rührt.

Nach­fol­ger Jo­hanns wur­de Diet­rich III. Durch die Hei­rat mit Ka­tha­ri­na von Arns­berg wur­den die fa­mi­liä­ren Ban­de zum Arns­ber­ger Gra­fen­haus noch en­ger ge­knüpft. Durch die Hei­rat ka­men die gräf­li­chen Haupt­hö­fe von Ober­hun­dem, Ober­vei­sche­de und Bruch­hau­sen an das Haus Bil­stein. Im Jahr 1313 er­hielt Diet­rich von Wil­helm von Arns­berg Gü­ter und eine Rei­he von Vog­tei­en zu Le­hen. Zu die­sen ge­hör­te auch die Vog­tei Epfings­ten bei Soest. Mit dem Ka­pi­tel des Stift Me­sche­de, das den dor­ti­gen Haupt­hof be­saß, kam es zu ei­nem Kon­flikt. Diet­rich über­fiel die Leu­te des Stifts raub­te ih­nen Vieh und setz­te ei­ni­ge ge­fan­gen. Nach ei­ner Dro­hung durch Erz­bi­schof Hein­rich II. und Ver­mitt­lung von Wil­helm von Arns­berg kam es schließ­lich zu ei­nem Ver­gleich. Zum Be­sitz Diet­richs ge­hör­te durch die fa­mi­liä­re Ban­de auch der Zoll in der Stadt Werl. Die­sen ver­kauf­te er 1328 an eine Grup­pe von Bür­gern aus At­ten­dorn und Soest. Diet­rich starb am 5. No­vem­ber 1335.

Der letz­te Edel­herr von Bil­stein war Jo­hann II. Er war zwar ver­hei­ra­tet, blieb aber kin­der­los. Die Län­der Bil­stein und Fre­de­burg gin­gen zu­nächst in den Be­sitz der Graf­schaft Mark über. Spä­ter wur­den sie Teil des kur­köl­ni­schen Her­zog­tums West­fa­len.

Wappen

Das Wap­pen zeigt drei grü­ne Pfäh­le in Gold. Auf dem Helm mit grün-gol­de­nen De­cken eine gol­de­ne Ku­gel mit drei grü­nen Pfäh­len, dar­über drei grü­ne Pfau­en­fe­dern.

Jo­hann I. und sein Sohn Diet­rich III. von Bil­stein ver­wen­de­ten ein Sie­gel mit im Wap­pen­schild 3 Ro­sen.

Personen

Regenten

  • Hen­ri­cus de Vare(Gevore)
  • Diet­rich I.
  • Diet­rich II.
  • Jo­hann I.
  • Diet­rich III.
  • Jo­hann II.

Angehörige der Familie

  • Gott­fried von Bil­stein
  • Hein­rich von Bil­stein

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Bil­stein (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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