Hövel (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Hövel

Wap­pen de­rer von Hö­vel

Hö­vel ist der Name ei­nes al­ten west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts, das zu den Mi­nis­te­ria­len der Gra­fen von Hö­vel zähl­te und nicht mit die­sen ver­wech­selt wer­den darf. Auch ist das Ge­schlecht nicht mit den eben­falls aus West­fa­len stam­men­den von Hö­veln zu ver­wech­seln, die sich in jün­ge­rer Zeit eben­falls Hoevell nen­nen. Die Fa­mi­lie, von der Zwei­ge bis heu­te be­stehen, nahm nach der Be­leh­nung mit Hö­vel die­sen Na­men an.

Geschichte

Im Jah­re 1145 be­lehn­te Graf Adolf II. von Berg und Hö­vel die Burg Hö­vel mit gro­ßem Land­be­sitz an ei­nen sei­ner Mi­nis­te­ria­len. In die­ser Zeit nahm die­ser den Na­men der Burg an und nann­te sich „de Hü­ve­le“. Im Lau­fe der Zeit tauch­ten ver­schie­de­ne Schreib­wei­sen wie de Ho­ve­le, de Hu­ve­le und de Houe­le auf.

Das Ge­schlecht wird ur­kund­lich erst­mals im Jahr 1198 mit Lam­ber­tus de Ho­ve­le er­wähnt, der ei­nen Grund­stücks­tausch des Gra­fen von Arns­berg mit ei­nem Propst vom Klos­ter Cap­pen­berg be­zeugt. In der glei­chen Ur­kun­de ist auch ein Wer­ner de Hü­ve­le auf­ge­führt, der dann 1229 als zu­sätz­li­ches Le­hen den Hof Krut­mann in Bar­sen be­sitzt.

Lam­bert de Hü­ve­le hat nur ei­nen Sohn mit Na­men Jo­hann. Jo­hann de Hü­ve­le tritt als Zeu­ge beim Län­der­tausch des Fürst­bi­schofs Lu­dolf von Müns­ter um 1238 auf. Be­reits 1243 soll Jo­hann de Hü­ve­le Burg­mann beim Gra­fen Adolf I. von der Mark sein.

Ein God­fried de Houe­le tritt als Zeu­ge beim Propst in Cap­pen­berg auf, als Graf En­gel­bert I. von der Mark im Jah­re 1260 für ge­ta­nes Un­recht am Klos­ter Cap­pen­berg Ab­bit­te leis­tet. Im Jah­re 1262 ist ein Jo­han­nes de Houe­le Dom­herr in Müns­ter. Un­ter die­sem Na­men zeich­net er als ers­ter Ver­trä­ge, dann ka­men ver­schie­de­ne Rit­ter als Zeu­gen.

Am 24. Juni 1269 be­stä­tigt Go­de­fri­dus de Hü­ve­le als ers­ter Zeu­ge den Ver­trag des Gra­fen En­gel­bert von der Mark mit den Bür­gern der jun­gen Stadt Hamm über das Münz­schla­gen. Am 21. März 1279 un­ter­zeich­net Go­de­fri­dus de Hü­ve­le als ers­ter Zeu­ge ei­nen Ver­trag des Gra­fen Eber­hard I. von der Mark, als er den Bür­gern der Stadt Hamm das Lipp­städ­ter Recht als Stadt­recht ver­leiht.

Um 1280 grün­de­te Eber­hard von der Mark ge­mein­sam mit sei­ner Ehe­frau Er­me­gard das Nor­den­hos­pi­tal zu Hamm. Als Zeu­gen wa­ren zu­ge­gen: Go­de­fri­dus de Hü­vel und Jo­hann de Hü­ve­le. Im Jahr 1297 wur­de Jo­hann de Hü­ve­le Burg­mann in Strom­berg. Her­mann de Hü­ve­le war zur glei­chen Zeit Amt­mann beim Fürst­bi­schof zu Müns­ter. Lam­bert de Hü­ve­le, der äl­tes­te Sohn, wird wahr­schein­lich wei­ter auf Burg Hö­vel ge­wohnt ha­ben. Er war mit Od­bur­gis ver­hei­ra­tet. Sie hat­ten aus der Ehe sechs Kin­der, und zwar die Töch­ter Er­me­gar­dis und Chris­ti­na und die Söh­ne Sta­ti­us, Lam­bert, Jo­hann und God­fried. Lam­bert de Hü­ve­le ver­blieb auf der Burg Hö­vel. Die an­de­ren wur­den Mi­nis­te­ria­le bei ver­schie­de­nen Gra­fen. Lam­bert hat­te eine Toch­ter mit Na­men Ot­bur­ga, die Non­ne im Klos­ter Wel­ver wur­de, und fünf Söh­ne, Lam­bert, Dei­bolt, God­fried, Jo­hann und Her­mann. Her­mann wur­de Dom­herr in Müns­ter, Jo­hann de Hü­ve­le Rit­ter und Burg­mann in Strom­berg. Nun er­warb Lam­bert de Hü­ve­le von den Klos­ter­frau­en in Her­ford das Lehns­recht des Hau­ses Sto­ckum und er­warb die Burg Gein­eg­ge. Lehns­herr des Hau­ses Sto­ckum wur­de God­frid de Hü­ve­le, Herr über die Burg Gein­eg­ge sein Sohn Lam­bert. Drei­bolt de Hü­ve­le wur­de Herr über Burg Hö­vel. Er war ver­hei­ra­tet mit El­se­ke. Am 31. Ok­to­ber 1323 schenk­te Drei­bold de Hü­ve­le mit Ge­neh­mi­gung sei­ner Ehe­frau El­se­ke eine Ab­ga­be aus dem Schürk­manns Erbe in Nor­dick. Ne­ben Ge­trei­de­schen­kun­gen an den Pas­tor, ver­schie­de­nen Schul­den­er­las­sen u.ä. wur­de das Gut Nort­wick, das zu die­sem Zeit­punkt noch zum Kirch­spiel Bockum ge­hör­te, an ei­nen Jo­hann von Ber­le ver­schenkt. Das Sie­gel des Drei­bolt de Hü­ve­le hängt noch un­ver­sehrt an ei­nem Per­ga­ment­strei­fen der Schen­kungs­ur­kun­de.

Um das Jahr 1339 schenk­te der Knap­pe Al­bert de Hü­ve­le sei­ner Ehe­frau und sei­nen Kin­dern Al­bert, Jo­hann, Ar­nold und Bro­me­ken, dem Pas­tor Ruit­ger von dem Gro­ten­huis zu Hö­vel eine Wie­se in der Bocku­mer Gra­fen­mersch, für die jähr­lich drei See­len­mes­sen ge­hal­ten wer­den soll­ten. Lam­bert de Hü­ve­le schenk­te den Bau­ern um 1385 eine Ka­pel­le.

1390 war Lam­bert de Hü­ve­le Zeu­ge beim Ver­kauf des Frei­stuh­les zu Asche­berg. Er wohn­te zu die­ser Zeit auf sei­ner Burg Hö­vel. 1448 hei­ra­te­te Evert von Mers­feld eine Gö­de­ke de Hü­ve­le, die auf der Burg in Hö­vel wohn­te.

Die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he des Ge­schlechts be­ginnt mit Jo­hann von Hö­vel um 1450. Er tritt be­reits 1441 als Zeu­ge in ei­ner Ur­kun­de mit dem Na­men Jo­han van Ho­ve­le to Geynet­ge auf.

1467 schenk­te Hein­rich de Hü­ve­le der Kir­che in Hö­vel zwei Schil­lin­ge aus dem Dal­hoffs Erbe und zwei Schil­lin­ge aus Wei­lings Erbe. Zeu­ge des Schen­kungs­akts wa­ren der Pas­tor Wil­helm Witt­ling, Gert von Ga­len und Schul­te von Swe­der­ink.

1507 wohn­ten auf der Burg Hö­vel Diet­rich de Hü­ve­le und sei­ne Ehe­frau Fre­dere­ne.

1527 ver­schrie­ben Gerd de Hü­ve­le und sei­ne Ehe­frau Frye die Hälf­te der Ren­te aus den ih­nen ge­hö­ri­gen sechs Hö­fen in der Bau­erschaft Na­torp im Kirch­spiel Dren­stein­furt.

Her­mann von Hoevell be­gab sich um 1544 nach Liv­land, wo er zu­erst Herr über Pernau war. Er ver­mähl­te sich mit Gert­ke von Uex­küll, die als Wit­we Kon­rad von Vie­ting­hoff, den Bür­ger­meis­ter von Pernau, hei­ra­te­te. Sei­ne Nach­fah­ren be­sa­ßen das Gut Wohl­fahrt noch bis ins 17. Jahr­hun­dert.

Im Jah­re 1550 ging die Burg Hö­vel in die Hän­de der Fa­mi­lie von Reck in Hees­sen über. Um 1580 war der Be­sit­zer der Burg Hö­vel Her­mann von der Reck in Hees­sen, der sich auch Schloss­herr von Hö­vel nann­te. Di­ed­rich von Kal­den­hof war der nächs­te Burg­herr von Hö­vel. Er muss­te die­se Burg ver­kau­fen, da sie in Kon­kurs ging. Haus Er­me­ling­hof und die Burg Hö­vel kauf­te im Jah­re 1608 Pas­tor Bag­gel, Pfar­rer an der Pan­kra­ti­us­kir­che in Hö­vel. Er rich­te­te dort eine Fa­mi­li­en­stif­tung ein. Die Was­ser­grä­ben wur­den zu­ge­schüt­tet, so dass heu­te nichts mehr von dem ehe­ma­li­gen Her­ren­sitz zu se­hen ist.

Di­rek­te Nach­kom­men des Hö­ve­ler Ge­schlech­tes woh­nen heu­te noch in Jun­kern­thal im Wes­ter­wald und Her­beck an der Ruhr. Ih­nen wur­de der Frei­her­ren­ti­tel erst um 1850 ver­lie­hen.

Wappen

Das Wap­pen zeigt ei­nen drei­mal von Rot und Sil­ber ge­teil­ten Schild. Auf dem Helm mit rot-sil­ber­nen De­cken steht ein wie der Schild be­zeich­ne­ter of­fe­ner Ad­ler­flug. Zu­wei­len war der Schild auch vier­mal ge­teilt, so dass in Sil­ber zwei rote oder in Rot zwei sil­ber­ne Bal­ken er­schie­nen.

Bekannte Familienmitglieder

  • Fried­rich von Hö­vel (1766–1826), Ver­wal­tungs­be­am­ter und Po­li­ti­ker, ge­hör­te zur po­li­ti­schen und in­tel­lek­tu­el­len Füh­rungs­schicht Preu­ßens
  • Jo­seph An­ton Fried­rich Au­gust von Hö­vel (1842–1917), deut­scher Po­li­ti­ker und Re­gie­rungs­prä­si­dent in Ko­blenz

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Hö­vel (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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