Vorburg

Der Be­griff Vor­burg be­schreibt je­nen Teil ei­ner Burg, in dem sich Ge­bäu­de be­fin­den, die der Be­wirt­schaf­tung der An­la­ge die­nen oder für die Ver­sor­gung der Burg­be­woh­ner nö­tig sind. Zu die­sen Wirt­schafts­ge­bäu­den zäh­len ne­ben Werk­stät­ten, Vieh­stäl­len und dem Mar­stall auch La­ger­räu­me wie Scheu­nen, Spei­cher und Schup­pen, aber auch Ge­sin­de­häu­ser als Un­ter­künf­te für Be­diens­te­te wie Mäg­de, Knech­te und Burg- oder Dienst­man­nen. Hin­zu kom­men nicht sel­ten ein Brau- so­wie ein Back­haus und ein Kü­chen­bau, so­denn sich die Kü­che nicht im Pa­las der Burg be­fin­det. Vor­bur­gen wer­den oft auch als Wirt­schafts­hof be­zeich­net.

Für die Wirt­schafts­ge­bäu­de von Schlös­sern ist eben­falls die Be­zeich­nung Vor­burg üb­lich, wo­bei die­se häu­fig eine Re­mi­se oder auch Gäs­te­un­ter­künf­te wie zum Bei­spiel Ka­va­liers­häu­ser um­fasst, also Ge­bäu­de, die auf mit­tel­al­ter­li­chen Bur­gen noch nicht üb­lich wa­ren. Gro­ße An­la­gen be­sit­zen häu­fig mehr als nur eine Vor­burg, wie es zum Bei­spiel bei der Burg Mons­chau und dem Schloss Bür­res­heim der Fall ist. Bei grö­ße­ren Bur­gen wur­den in­ner­halb der Vor­burg auch Märk­te ab­ge­hal­ten (vgl. Sub­ur­bi­um).

Meist sind Vor­bur­gen durch eine ei­ge­ne Ring­mau­er be­fes­tigt und von dem ei­gent­li­chen Wohn­be­reich der Burg – Kern­burg ge­nannt – durch ei­nen Gra­ben, eine Mau­er und ein Tor ge­trennt.

Bei Nie­de­rungs­bur­gen fin­det man die Vor­burg üb­li­cher­wei­se in Form ei­nes Halb­mon­des un­mit­tel­bar um die Kern­burg her­um grup­piert. Im Fall von Hö­hen­bur­gen muss­ten beim Bau die Ge­ge­ben­hei­ten des Ge­län­des be­rück­sich­tigt wer­den, so dass bei sol­chen An­la­gen die Vor­burg meist et­was tie­fer als die Kern­burg liegt. Ein Bei­spiel für den sel­te­ne­ren Fall, dass Kern- und Vor­burg auf glei­cher Höhe la­gen, ist die Ru­dels­burg in Sach­sen-An­halt.

Der Haupt­zu­gang zum Wohn­be­reich führt in vie­len Fäl­len durch die Vor­burg, die so­mit eine Art von Ver­tei­di­gungs­puf­fer dar­stellt und frü­her häu­fig auch als Flucht­burg für die Be­völ­ke­rung des um­lie­gen­den Lan­des dien­te. Da­mit lässt sich auch er­klä­ren, wes­halb die Ka­pel­le ei­ner Burg­an­la­ge oft in der Vor­burg zu fin­den ist: Sie fun­gier­te gleich­zei­tig als Pfarr­kir­che für die Be­völ­ke­rung.

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