Putto

Ein Put­to oder eine Put­te, Plu­ral: Put­ten, ist in der Skulp­tur und Ma­le­rei eine Kin­der­ge­stalt, die meist we­nig be­klei­det oder nackt auf­tritt, mit oder ohne Flü­gel.

Etymologie

Das Wort Put­to ist eine Ent­leh­nung aus dem Ita­lie­ni­schen: put­to (Plu­ral put­ti) be­deu­tet ‚Knäb­lein‘ und geht sei­ner­seits auf das la­tei­ni­sche Wort put­il­lus ‚Knäb­lein‘ zu­rück.

Darstellung

Put­ten wur­den für al­le­go­ri­sche Dar­stel­lun­gen ein­ge­setzt oder auch zur Wie­der­ho­lung ei­nes the­ma­ti­schen Ge­stal­tungs­kon­zepts, häu­fig je­doch zu rein de­ko­ra­ti­ven Zwe­cken.

Seit der An­ti­ke ver­kör­per­ten sie bis in die Ge­gen­wart viel­fach Lie­bes­göt­ter. Die Son­der­form der Ero­ten, kind­li­cher Eros-Fi­gu­ren, ist seit der grie­chi­schen An­ti­ke be­kannt. Bei­spie­le fin­det man auch in der rö­mi­schen An­ti­ke, etwa in Pom­pe­ji.

Schon in früh­christ­li­cher Kunst wer­den En­gel mit Mu­sik in Ver­bin­dung ge­bracht. Seit dem 15. Jahr­hun­dert er­schei­nen in der christ­li­chen Iko­no­gra­phie ver­mehrt Dar­stel­lun­gen von kind­li­chen En­geln, die meist mu­si­zie­ren. Man nimmt an, dass die Ver­bin­dung von Mu­sik und Ju­gend auf an­ti­ke Tra­di­tio­nen zu­rück­zu­füh­ren sei.

Auch Al­brecht Dü­rer zeigt in sei­nem 1514 ge­schaf­fe­nen, rät­sel­haf­ten Meis­ter­stich Me­len­co­lia I ei­nen eher pas­siv un­tä­ti­gen Put­to me­lan­cho­li­cus. Eben­falls in sei­nem Werk "Die Hexe" sind vier Put­ten zu se­hen. In der Ba­rock­kunst wur­den die mu­si­zie­ren­den Kin­des­en­gel im­mer mehr zu klein­kind­ähn­li­chen Put­ten sti­li­siert und vor al­lem auch in der Plas­tik häu­fig ver­wen­det. In man­chen Kir­chen, aber auch auf pro­fa­nen Ge­mäl­den (z. B. in Ve­ne­dig), fin­den sich meh­re­re hun­dert, die Al­tä­re, Or­geln, Ge­län­der, Ge­sim­se, Plas­ti­ken und Fres­ken schmü­cken. Eine be­kann­te Put­ten­dar­stel­lung sind die Die En­gel der Six­ti­na aus Raf­fa­els Si­xi­ti­ni­scher Ma­don­na.

Sonstiges

Die Son­der­form der Amo­ret­ten als Dar­stel­lung des Lie­bes­got­tes Amor war wäh­rend des Ba­rock und Ro­ko­ko eben­falls weit ver­brei­tet.
Eine Put­te ist das Mar­ken­zei­chen der Ober­schwä­bi­schen Ba­rock­stra­ße. Der be­kann­tes­te ist wohl der Ho­nig­schle­cker in der Wall­fahrts­kir­che Birn­au, ge­schaf­fen von dem Stu­cka­teur aus der Wess­obrun­ner Schu­le, Jo­seph An­ton Feucht­may­er.

Eine ab­so­lut sel­te­ne Aus­nah­me fin­det man bei dem Bild­hau­er Giu­sep­pe Ma­ria Maz­za (1653–1741). Wie das Wort Knäb­lein schon aus­sagt, sind es Kna­ben, die als Put­ten dar­ge­stellt sind. In sei­nem ve­ne­zia­ni­schen Re­li­ef Al­le­go­rie der Geo­me­trie hat er die­se je­doch von ei­nem Put­to-Kna­ben und ei­nem Put­to-Mäd­chen (!) ein­ge­rahmt.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Put­to aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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