Freitreppe

Die Frei­trep­pe ist eine meist re­prä­sen­ta­ti­ve Au­ßen­trep­pe, die kein Dach be­sitzt. Im en­ge­ren Sin­ne wer­den nur sol­che Bau­tei­le als Frei­trep­pen be­zeich­net, die zur Er­schlie­ßung ei­nes hö­her lie­gen­den Ge­bäu­de­ein­gangs die­nen und axi­al auf die­sen zu­lau­fen. Im wei­te­ren, städ­te­bau­li­chen Sinn und im Kon­text der Land­schafts­ar­chi­tek­tur wer­den da­mit aber auch axia­le Trep­pen zu gro­ßen Plät­zen und Ter­ras­sen be­zeich­net. Frü­her wur­de der Be­griff als Syn­onym für Au­ßen­trep­pe ver­wen­det.

Kennzeichen

Ent­schei­den­de Kenn­zei­chen ei­ner Frei­trep­pe sind ihre Lage au­ßer­halb ei­nes Bau­kör­pers, ihre Dach­lo­sig­keit und der Um­stand, dass sie senk­recht auf ein zu er­schlie­ßen­des Ob­jekt zu­führt. Letz­te­res be­deu­tet, dass nicht zwangs­zwei­se die Trep­pen­läu­fe senk­recht zum Ob­jekt lie­gen, son­dern dass die Sym­me­trie­ach­se der Trep­pen­an­la­ge senk­recht auf eine Ge­bäu­de­fas­sa­de führt. Dies un­ter­schei­det eine Frei­trep­pe von üb­ri­gen Au­ßen­trep­pen. Frei­trep­pen füh­ren in der Re­gel zu ei­nem Haupt­ein­gang im hö­her ge­le­ge­nen Hoch­par­terre oder im ers­ten Ober­ge­schoss. Ihre re­prä­sen­ta­ti­ve Funk­ti­on führt dazu, dass sie meist gro­ße, weit aus­la­den­de und oft mehr­läu­fi­ge Trep­pen­an­la­gen sind. Weil sie axi­al auf das Ge­bäu­de zu­lau­fen, ist es üb­lich, dass sie mit­tig vor der Fas­sa­de lie­gen und so die Sym­me­trie ei­nes Ge­bäu­des be­son­ders be­to­nen.

Geschichte

Frei­trep­pen wa­ren schon seit dem Al­ter­tum ge­bräuch­lich. Man fin­det sie noch heu­te an grie­chi­schen und rö­mi­schen Tem­peln, aber auch an re­li­giö­sen Bau­ten in In­di­en und Chi­na. Eben­so fin­det man Frei­trep­pen an Bau­ten und Tem­pel­py­ra­mi­den prä­ko­lum­bi­scher Völ­ker Mes­o­ame­ri­kas wie den Ol­me­ken, Za­po­te­ken und Maya. Seit dem Mit­tel­al­ter wa­ren sie in Eu­ro­pa be­vor­zugt als Kir­chen- und Rat­haus­trep­pen in Ge­brauch. Wäh­rend der Re­nais­sance und des Früh­ba­rocks kam der Frei­trep­pe die Auf­ga­be ei­nes Emp­fangs­raums zu, bei Rat­häu­sern war ihr obers­ter Ab­satz zu­sätz­lich ein Platz für Ze­re­mo­ni­en. Im Ba­rock wa­ren dop­pel­läu­fi­ge und ge­schwun­ge­ne Trep­pen be­liebt. Bei Schlös­sern wa­ren die au­ßen lie­gen­den Frei­trep­pen noch bis in das 18. Jahr­hun­dert der Haupt­zu­gang zur Bel­eta­ge. Eine be­son­de­re städ­te­bau­li­che Auf­wer­tung er­hiel­ten sie zur Zeit des Klas­si­zis­mus und des His­to­ris­mus.

Material

Frei­trep­pen sind auf­grund ih­rer Au­ßen­la­ge aus wet­ter­be­stän­di­gem Ma­te­ri­al, meist Stein. Die Aus­wahl ist ab­hän­gig vom Stand­ort, den vor­han­de­nen Mit­teln und den An­for­de­run­gen. Re­prä­sen­ta­ti­ve oder frost­fes­te Trep­pen wer­den be­vor­zugt in ge­eig­ne­tem Na­tur­stein, Klin­ker oder heu­te Be­ton­stei­nen aus­ge­führt. In Gar­ten­an­la­gen wer­den auch Rund­stei­ne, Zie­gel oder Holz ver­wen­det (zu den ver­schie­de­nen Ma­te­ria­li­en sie­he Pflas­ter).

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Frei­trep­pe aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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