Asseburg (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Asseburg

Wap­pen de­rer von As­se­burg

Von der As­se­burg ist der Name ei­nes al­ten nie­der­säch­si­schen Adels­ge­schlechts, das sei­nen Stamm­sitz auf der gleich­na­mi­gen As­se­burg hat, die heu­te nur noch als Rui­ne auf der Asse bei Wol­fen­büt­tel er­hal­ten ist.

Geschichte

Ur­sprüng­lich nann­te sich die Fa­mi­lie „von Wol­fen­büt­tel“. Ihr ers­ter Na­mens­trä­ger war Wi­de­kind von Wol­fen­büt­tel, auch Wi­dek­in­dus de Wol­fer­but­le, der in den Jah­ren 1089 bis 1118 ur­kund­lich er­scheint. Er be­saß als Mi­nis­te­ria­le des Mark­gra­fen Ek­bert II. von Mei­ßen und Braun­schweig eine sehr ein­fluss­rei­che Stel­lung, so dass er sich un­ter an­de­rem bei Kai­ser Hein­rich IV. für sei­nen Her­ren ver­bür­gen konn­te. Sein Ur­en­kel Gunz­lin von Wol­fen­büt­tel (1187–1254) wur­de Reich­st­ruch­sess und ge­wann als Heer­füh­rer und Staats­mann un­ter zwei Kai­sern, dem Wel­fen Otto IV. und dem Stau­fer Fried­rich II., gro­ße Be­deu­tung. Als stau­fi­scher Rat­ge­ber war er in sei­nen al­ten wel­fisch-wol­fen­büt­tel­schen Be­sit­zun­gen nicht mehr si­cher und er­bau­te sich 1218 süd­öst­lich von Wol­fen­büt­tel die As­se­burg. Zu den Nach­fah­ren des Wi­de­kind von Wol­fen­büt­tel zäh­len ne­ben den As­se­burg auch die Gra­fen von Pei­ne und die Her­ren von Bar­tensle­ben, von Ber­win­kel, von Apen­burg und von Win­ter­feld. Alle führ­ten glei­che oder ähn­li­che Wap­pen mit dem Wolf. So ent­stand eine gro­ße Stam­mes- und Wap­pen­ge­mein­schaft, der an­geb­lich bis zu 20 Fa­mi­li­en an­ge­hör­ten.

Erst­mals um 1219 tritt die As­se­burg als Stamm­burg und Na­mens­ge­be­rin der Fa­mi­lie in Er­schei­nung, na­ment­lich bei Gun­zelins Sohn Bur­chard, der ur­kund­lich als Bur­chardus de As­se­burc auf­taucht. Schon 1258 muss­te Bur­chard die Burg al­ler­dings nach ei­ner mehr­jäh­ri­gen Be­la­ge­rung Her­zog Al­brecht von Braun­schweig über­las­sen.

Ab Mit­te des 13. Jahr­hun­derts bil­de­ten sich zwei Li­ni­en. Eine äl­te­re, ost­fä­lisch-thü­rin­gi­sche Li­nie war zu­nächst auf Burg Mo­rin­gen bei Nort­heim an­säs­sig, ab 1381 auf Schloss Amp­furth (1712 ver­kauft), ab 1414 auf Wall­hau­sen mit Schloss Wall­hau­sen (als mans­fel­di­sches, spä­ter kur­säch­si­sches Le­hen), ab 1493 auf Schloss Guns­le­ben so­wie auf Schloss Nein­dorf bei Oschers­le­ben, Horn­hau­sen, Scher­mcke, Neu­brands­le­ben und Pes­ecken­dorf.

1437 ge­lang­te die Herr­schaft Fal­ken­stein mit Meis­dorf im Un­ter­harz als Le­hen der Bi­schö­fe von Hal­ber­stadt in Fa­mi­li­en­be­sitz. Im 18. Jahr­hun­dert lös­te das neu er­bau­te Schloss Meis­dorf die na­he­ge­le­ge­ne Burg Fal­ken­stein als Wohn­sitz ab, die nur noch als Jagd­sitz be­nutzt wur­de.

Der evan­ge­li­sche, ost­fä­lisch-thü­rin­gi­sche Ast Amp­furth-Fal­ken­stein er­hielt 1840 den Gra­fen­ti­tel in der Pri­mo­ge­ni­tur un­ter dem Na­men Gra­fen von der As­se­burg-Fal­ken­stein („nach dem Recht der Erst­ge­burt aus je ad­li­ger Ehe“). Der letz­te Graf, Fried­rich von der As­se­burg (1861–1940) hin­ter­ließ vier Töch­ter, von de­nen die Äl­tes­te, Oda (1888–1928) den Gra­fen Le­on­hard von Roth­kirch-Trach hei­ra­te­te. Ihr Sohn Lo­thar (1914–1984) nahm den Na­men Graf von der As­se­burg-Fal­ken­stein-Roth­kirch an. Der Be­sitz der Fa­mi­lie auf dem Ge­biet der So­wje­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne (u. a. Burg Fal­ken­stein und Schloss Meis­dorf) wur­de 1945 in­fol­ge der Bo­den­re­form ent­schä­di­gungs­los ent­eig­net, eben­so das der west­fä­li­schen Li­nie ge­hö­ren­de Wall­hau­sen so­wie der Fi­dei­kom­miss Nein­dorf, der an eine le­gi­ti­mier­te jün­ge­re Li­nie ge­fal­len war, die 1862 den preu­ßi­schen Adels­stand als v. As­se­burg-Nein­dorf er­hal­ten hat­te.

Die west­fä­li­sche Li­nie saß seit Ende des 13. Jahr­hun­derts auf der Hin­nen­burg bei Bra­kel, die sie ne­ben wei­te­ren Gü­tern von den Edel­her­ren von Bra­kel er­hei­ra­tet hat­te. Sie er­losch im 16. Jahr­hun­dert und wur­de von der äl­te­ren Li­nie be­erbt. Dar­aus ent­stand im 17. Jahr­hun­dert ein neu­er west­fä­li­scher, ka­tho­li­scher Ast, aus dem Wil­helm An­ton von der As­se­burg (1707–1782) zum Fürst­bi­schof von Pa­der­born (Amts­zeit von 1763 bis 1782) er­nannt wur­de. Die­ser Ast trug den Frei­her­ren­ti­tel ge­wohn­heits­recht­lich, an­de­re Zwei­ge durch Di­plom aus dem Jah­re 1747. Be­reits kur­ze Zeit spä­ter er­losch auch die­ser jün­ge­re Ast mit dem kur­köl­ni­schen Pre­mier­mi­nis­ter Her­mann Wer­ner von der As­se­burg (1702–1779) im Man­nes­stamm. Eine sei­ner Töch­ter hei­ra­te­te 1793 Theo­dor Wer­ner von Bo­choltz. De­ren zwei­ter Sohn Her­mann Wer­ner erb­te die Hin­nen­burg und Wall­hau­sen und wur­de 1803 zum Gra­fen von Bo­choltz-As­se­burg er­ho­ben. Der Letz­te die­ser Li­nie, Graf Bus­so (1909–1985), Sohn des Gra­fen Lo­thar, der zur ka­tho­li­schen Kon­fes­si­on über­trat, und ver­erb­te ihm den frü­he­ren Fa­mi­li­en­fi­dei­kom­miss Hin­nen­burg.

Wappen

Wappen der Familie von Asseburg

Wap­pen der Fa­mi­lie von As­se­burg

Das Stamm­wap­pen zeigt in Gold ei­nen sprung­be­rei­ten schwar­zen Wolf. Auf dem ge­krön­ten Helm steht eine mit ei­nem gold ein­ge­fass­tem Spie­gel be­leg­te rote Säu­le, die oben mit neun na­tür­li­chen Pfau­en­fe­dern be­steckt ist. Die Helm­de­cken sind schwarz-gol­den.

Bekannte Namensträger

  • Wi­de­kind von Wol­fen­büt­tel (auch Wi­du­kind, Wi­duk­in­dus; * nach 1089; † um 1118), Er­bau­er der Was­ser­burg Wol­fen­büt­tel und Be­grün­der der Li­nie de­rer von Wol­fen­büt­tel-As­se­burg
  • Gun­zelin von Wol­fen­büt­tel (auch Gun­zelin von der As­se­burg; * um 1170; † 2. Fe­bru­ar 1255), Mi­nis­te­ria­le aus der Li­nie de­rer von Wol­fen­büt­tel-As­se­burg
  • Jo­hann von der As­se­burg († 1567), kai­ser­li­cher Feld­obrist
  • Ro­sa­mun­de Ju­lia­ne von der As­se­burg (1672–1712), re­li­giö­se Vi­sio­nä­rin des frü­hen Pie­tis­mus
  • Mo­ritz Wil­helm von der As­se­burg (1698–1780), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­ma­jor
  • Her­mann Wer­ner Frei­herr von der As­se­burg zu Hin­nen­burg (1702–1779), lei­ten­der kur­köl­ner Mi­nis­ter
  • Fried­rich von der As­se­burg auf Hin­den­burg († 1704), Rit­ter des Deut­schen Or­dens
  • Wil­helm An­ton von der As­se­burg (1707–1782), Fürst­bi­schof von Pa­der­born
  • Achatz Fer­di­nand von der As­se­burg (1721–1797), Di­plo­mat
  • Lud­wig Graf von der As­se­burg (1796–1869), Herr der Min­der­graf­schaft Fal­ken­stein, preu­ßi­scher Hof­jä­ger­meis­ter und Mit­glied des Preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses
  • Anna Grä­fin von der As­se­burg, geb. Frei­in von Kleist,(1830–1905), Be­sit­ze­rin der Herr­schaft Neu­dek
  • Eg­bert Ho­yer von der As­se­burg (1847–1909), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant und Sport­funk­tio­när
  • Fried­rich von der As­se­burg (1861–1940), preu­ßi­scher Of­fi­zier und Kam­mer­herr
  • Ma­xi­mi­li­an von der As­se­burg-Nein­dorf (1874–1945), Rit­ter­guts­be­sit­zer, Ver­wal­tungs­be­am­ter und Par­la­men­ta­ri­er

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel As­se­burg (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://grosse-drenkpohl.de/asseburg-adelsgeschlecht/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Scroll Up