Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff, Gemälde von Johann Joseph Sprick

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff,
Ge­mäl­de von Jo­hann Jo­seph Sprick (1838)

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff (* 12. Ja­nu­ar 1797, nach an­de­ren Quel­len 10. Ja­nu­ar 1797, auf Burg Hüls­hoff bei Müns­ter als Anna Eli­sa­beth Fran­zis­ca Adol­phi­na Wil­hel­mi­na Lu­do­vi­ca Frei­in von Dros­te zu Hüls­hoff; † 24. Mai 1848 auf der Burg Meers­burg in Meers­burg) war eine deut­sche Schrift­stel­le­rin und Kom­po­nis­tin. Sie gilt als eine der be­deu­tends­ten deut­schen Dich­te­rin­nen.

Leben

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff stamm­te aus dem alt­west­fä­li­schen, ka­tho­li­schen Adel. Sie wur­de als zwei­tes von vier Kin­dern von Cle­mens-Au­gust II. von Dros­te zu Hüls­hoff (1760–1826) und The­re­se von Haxt­hau­sen (1772–1853) am 12. Ja­nu­ar 1797 auf der west­fä­li­schen Burg Hüls­hoff zwi­schen Ha­vix­beck und Ro­x­el bei Müns­ter ge­bo­ren. An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff führ­te ein zu­rück­ge­zo­ge­nes und ein­ge­eng­tes Le­ben. In ih­rer Kind­heit und Ju­gend war sie kränk­lich, be­dingt durch ihre frü­he Ge­burt. Au­ßer­dem war sie ex­trem kurz­sich­tig. Sie wur­de in den Jah­ren 1812 bis 1819 von An­ton Mat­thi­as Sprick­mann un­ter­rich­tet und ge­för­dert. Nach dem Tod ih­res Va­ters 1826 wur­de der Fa­mi­li­en­be­sitz von ih­rem Bru­der Wer­ner über­nom­men, so­dass sie und ihre äl­te­re Schwes­ter Jen­ny von Dros­te zu Hüls­hoff mit ih­rer Mut­ter auf de­ren Wit­wen­sitz über­sie­del­ten, das Haus Rüsch­haus bei Gie­ven­beck.

Eine ers­te grö­ße­re Rei­se führ­te sie 1825, ein Jahr vor dem Tod ih­res Va­ters, an den Rhein nach Köln, Bonn und Ko­blenz. In Bonn, wo ihr Vet­ter Cle­mens-Au­gust von Dros­te zu Hüls­hoff leb­te, ver­band sie eine Freund­schaft mit Si­byl­le Mer­tens-Schaaff­hau­sen; zu de­ren Freun­des­kreis zähl­ten au­ßer An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff Jo­han­na und Ade­le Scho­pen­hau­er so­wie Goe­thes Schwie­ger­toch­ter Ot­ti­lie. In Bonn, das sie bis 1842 mehr­fach be­such­te, be­geg­ne­te An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff au­ßer­dem Au­gust Wil­helm Schle­gel. Zwar stand An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff in brief­li­chem Kon­takt mit in­tel­lek­tu­el­len Zeit­ge­nos­sen wie den Brü­dern Grimm, sie ent­zog sich aber nie­mals den An­for­de­run­gen ih­rer Fa­mi­lie, etwa wenn sie im­mer wie­der als Kran­ken­pfle­ge­rin her­an­ge­zo­gen wur­de. Da sie stän­dig selbst krän­kel­te, stan­den für sie ein Bruch mit der Fa­mi­lie oder der Ver­such, durch ihre Schrift­stel­le­rei ih­ren Le­bens­un­ter­halt zu ver­die­nen, nie zur De­bat­te. Wohl aber sah sie ihre Be­ru­fung als Dich­te­rin. Auch ihre Mut­ter er­kann­te dies und un­ter­stütz­te ihre Toch­ter, in­dem sie bei­spiels­wei­se ver­such­te, den Kon­takt mit Chris­toph Bern­hard Schlü­ter her­zu­stel­len, was aber zu­nächst miss­lang, da die­ser die zu­ge­sand­ten Ma­nu­skrip­te für nicht aus­rei­chend er­ach­te­te.

Annette von Droste-Hülshoff, Daguerreotypie. Eine

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff, Da­guer­reo­ty­pie. Eine von zwei 1845 ent­stan­de­nen Fo­to­gra­fi­en der Dich­te­rin.

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff nahm ihre li­te­ra­ri­sche Ar­beit sehr ernst und war sich be­wusst, gro­ße Kunst zu schaf­fen. Ihre Bal­la­den wur­den be­rühmt (Der Kna­be im Moor), wie auch ihre No­vel­le Die Ju­den­bu­che. Ein wich­ti­ges Do­ku­ment tie­fer Re­li­gio­si­tät ist ihr Ge­dicht­zy­klus Das geist­li­che Jahr, in dem aber – ty­pisch für die Zeit – auch die Zer­ris­sen­heit des Men­schen zwi­schen auf­ge­klär­tem Be­wusst­sein und re­li­giö­ser Su­che ge­stal­tet wird. Die Aus­füh­run­gen in die­sem Werk wer­den heu­te als au­to­bio­gra­phisch er­ach­tet, da sie über 20 Jah­re an dem ge­sam­ten Zy­klus ar­bei­te­te.

Be­deu­tend für ihr li­te­ra­ri­sches Wir­ken wa­ren ihre Rei­sen an den Bo­den­see, wo sie zu­nächst zu­sam­men mit der Mut­ter ihre Schwes­ter Jen­ny be­such­te, die den Frei­herrn Jo­seph von Laß­berg („Sepp von Ep­pis­hu­sen“) ge­hei­ra­tet hat­te, der sich mit mit­tel­al­ter­li­cher Li­te­ra­tur be­schäf­tig­te.

Ab 1841 wohn­te sie vor­wie­gend bei ih­rem Schwa­ger auf Schloss Meers­burg am Bo­den­see, sah ihr Zu­hau­se aber wei­ter­hin im Rüsch­haus bei Nien­ber­ge, wo un­ter an­de­rem ihre Amme, die sie bis zu de­ren Tode pfleg­te, und ihre Mut­ter wohn­ten. Mit Le­vin Schücking ver­band sie seit 1837 eine Dich­ter­freund­schaft. Er war der Sohn ei­ner Freun­din, die ver­starb, als Schücking ca. 17 Jah­re alt war. Durch An­net­te von Dros­te-Hüls­hoffs Ver­mitt­lung wur­de er 1841 auf Schloss Meers­burg Bi­blio­the­kar. Ins­be­son­de­re un­ter des­sen In­spi­ra­ti­on ent­stand in Meers­burg ein Groß­teil der „welt­li­chen“ Ge­dich­te. An­net­te er­warb am 17. No­vem­ber 1843 ein Haus, das Fürs­ten­häus­le, am Stadt­rand in­mit­ten der Wein­ber­ge in Meers­burg. Am Nach­mit­tag des 24. Mai 1848 ver­starb An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff auf Schloss Meers­burg am Bo­den­see, ver­mut­lich an ei­ner schwe­ren Lun­gen­ent­zün­dung. Ihr Grab be­fin­det sich auf dem Meers­bur­ger Fried­hof nahe der al­ten Fried­hofs­ka­pel­le.

Droste-Hülshoff als Musikerin und Komponistin

An­net­tes Wer­de­gang zu ei­ner der be­deu­tends­ten Schrift­stel­le­rin­nen ging zu­nächst mit dem ei­ner Mu­si­ke­rin und Kom­po­nis­tin ein­her. Ihr Wir­ken als Kom­po­nis­tin wur­de lan­ge Zeit ver­drängt oder ver­ges­sen. Da­bei stan­den ihre Mu­sik und ihr Dich­ten zu­nächst in Wech­sel­wir­kung zu­ein­an­der.

An­net­tes El­tern wa­ren of­fen für Mu­sik, ihr Va­ter war selbst pas­sio­nier­ter Vio­li­nist. Im Stamm­sitz der Dros­te-Hüls­hoffs auf Burg Hüls­hoff be­fin­det sich noch heu­te eine an­sehn­li­che No­ten- und Mu­sik­ma­te­ria­li­en-Samm­lung, die für das häus­li­che Mu­si­zie­ren im Fa­mi­li­en­kreis un­er­läss­lich war. Die Kin­der der Fa­mi­lie wur­den oft in Kon­zert- und Mu­sik­thea­ter­ver­an­stal­tun­gen mit­ge­nom­men und mit der zeit­ge­nös­si­schen Mu­sik ver­traut ge­macht. An­net­tes On­kel Ma­xi­mi­li­an-Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff war selbst Kom­po­nist und Freund Jo­seph Haydns. Ab 1809 er­hielt An­net­te Kla­vier­un­ter­richt. Sie wur­de oft ge­be­ten, vor­zu­spie­len oder an­de­re am Kla­vier zu be­glei­ten – so per­fek­tio­nier­te sie nach und nach ihr Kön­nen. 1812 schrieb ihre Mut­ter The­re­se be­geis­tert, dass sich die Toch­ter „mit al­ler Hef­tig­keit ih­res Cha­rak­ters auf’s Com­po­nie­ren ge­wor­fen“ habe.

1820 gab An­net­te ihr ers­tes öf­fent­li­ches ge­sang­li­ches Kon­zert in Höx­ter. Erst spät, zwi­schen 1824 und 1831, er­hielt An­net­te auch Ge­sangs­un­ter­richt. Über ihre Stim­me wur­de be­rich­tet, sie sei „voll, aber oft zu stark u. grell, geht aber sehr tief, u. ist dann am an­ge­nehms­ten“. Aus Köln wird be­rich­tet, dass sie eine bes­se­re Stim­me als An­ge­li­ca Ca­ta­la­ni (1780–1849) ge­habt habe, die als eine der bes­ten So­pra­nis­tin­nen ih­rer Zeit galt. An­net­te gab auch an­de­ren Fa­mi­li­en­mit­glie­dern Un­ter­richt in Ge­sang und am Kla­vier.

Denkmal für Annette von Droste-Hülshoff im Garten von Burg Hülshoff

Denk­mal für An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff im Gar­ten von Burg Hüls­hoff

1821 be­kam An­net­te von ih­rem On­kel Ma­xi­mi­li­an eine Aus­ga­be sei­ner Kom­po­si­ti­ons­leh­re Ei­ni­ge Er­klä­run­gen über den General=Baß ge­schenkt, wor­über sie freu­dig schreibt: „Was folgt dar­aus? Dass ich aus Dank­bar­keit das gan­ze Werk von An­fang bis Ende durch­stu­die­re und aus­wen­dig ler­ne!“ Op­ti­mal vor­be­rei­tet – auch durch das Stu­di­um zeit­ge­nös­si­scher Mu­sik­schrif­ten und Kom­po­si­tio­nen – be­gann An­net­te zu kom­po­nie­ren. Zu vier Opern­pro­jek­ten ent­stan­den mehr oder we­ni­ger aus­ge­führ­te Li­bret­ti und Mu­sik. 1836 wur­de sie wäh­rend ei­nes Auf­ent­hal­tes im Schwei­ze­ri­schen Ep­pis­hau­sen auf das Loch­a­mer Lie­der­buch auf­merk­sam ge­macht und an­ge­regt, die dar­in ent­hal­te­nen Lie­der für Sing­stim­me und Kla­vier zu be­ar­bei­ten. So ha­ben sich rund 74 Lie­der aus ih­rer Fe­der er­hal­ten, die sich ganz auf die Ge­bo­te der da­ma­li­gen Lie­der­schu­len be­ru­fen und sich durch ihre leich­te und ein­gän­gi­ge Sang­bar­keit aus­zeich­nen.

Mit Cla­ra Schu­mann und Ro­bert Schu­mann stand An­net­te in brief­li­chem Kon­takt: 1845 bat die be­rühm­te Pia­nis­tin und Kom­po­nis­tin An­net­te um ein Li­bret­to, da­mit es ihr Mann ver­to­nen kön­ne. Ro­bert selbst hat­te be­reits ein Ge­dicht von An­net­te (Das Hir­ten­feu­er, op. 59,5) in Mu­sik ge­setzt, das 1844 in ei­ner Ge­dicht­samm­lung er­schie­nen war, die er sehr schätz­te.

An­net­te spiel­te ihre ei­ge­nen Wer­ke nie öf­fent­lich. Erst 1877 kam ihr Wir­ken als Kom­po­nis­tin ans Licht, als Chris­toph Bern­hard Schlü­ter (1801–1884) ei­ni­ge Wer­ke aus dem Nach­lass der Dich­te­rin ver­öf­fent­li­chen ließ (Lie­der mit Pia­no­for­te-Be­glei­tung. Com­po­nirt von An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff). Er setz­te ihr auch im Ne­kro­log von 1848 ein Denk­mal, in­dem er „ihr gro­ßes Ta­lent für Ge­sang und Mu­sik“ her­vor­hob und auch, dass sie die „sel­tens­te Gabe“ be­saß, „Poe­sie in Mu­sik und Mu­sik in Poe­sie zu über­set­zen“. Erst im 20. Jahr­hun­dert wur­de ihr Nach­lass kom­plett ge­sich­tet und so­mit auch ihre Mu­sik ein­ge­hen­der un­ter­sucht.

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff ver­knüpf­te ihre mu­si­ka­li­sche Be­ga­bung mit ei­nem ho­hen An­spruch, was aber auch zu ei­nem Kon­flikt mit ih­ren li­te­ra­ri­schen Am­bi­tio­nen führ­te: „das Opern­text­schrei­ben ist et­was gar zu Kläg­li­ches und Hand­werks­mä­ßi­ges“. Letzt­lich hat sich An­net­te für die Poe­sie ent­schie­den – die Mu­sik trat in den Hin­ter­grund. Ihr (mu­si­ka­li­scher) Nach­lass be­fin­det sich heu­te als Dau­er­leih­ga­be in der Uni­ver­si­täts- und Lan­des­bi­blio­thek Müns­ter.

Porträts und Fotografien

Ihre Schwes­ter Jen­ny mal­te meh­re­re Por­träts der Dich­te­rin. Eine Mi­nia­tur, die 1820 von Jen­ny ge­schaf­fen wor­den war, dien­te spä­ter als Vor­la­ge für die Ge­stal­tung der vier­ten Se­rie der 20-DM-Bank­no­te mit ih­rer be­rühm­ten Schwes­ter. Als Ju­gend­li­che war An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff um 1818 auch von C. H. N. Op­per­mann ge­malt wor­den.

Ne­ben ei­ner Zeich­nung von Ade­le Scho­pen­hau­er aus dem Jahr 1840 exis­tie­ren vie­le Ge­mäl­de von Jo­hann Jo­seph Sprick (1808–1842), den sie häu­fi­ger fi­nan­zi­ell un­ter­stütz­te.

Fo­to­gra­fisch por­trä­tiert wur­de sie von Fried­rich Hundt, durch den Da­guer­reo­ty­pi­en von An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff der Nach­welt er­hal­ten blie­ben.

Ehrungen

Vorderseite des 20 DM-Scheins

Vor­der­sei­te des 20 DM-Scheins

Ne­ben der be­reits er­wähn­ten 20-DM-Bank­no­te war An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff auch als Mo­tiv auf zwei deut­schen Brief­mar­ken-Dau­er­se­ri­en zu se­hen: ab 1961 im Rah­men der Se­rie Be­deu­ten­de Deut­sche so­wie ab 2002 im Rah­men der Se­rie Frau­en der deut­schen Ge­schich­te.

Der An­net­te-von-Dros­te-Hüls­hoff-Preis, der As­te­ro­id (12240) Dros­te-Hüls­hoff so­wie der Dros­te-Preis der Stadt Meers­burg wur­den nach ihr be­nannt. Meh­re­re Schu­len füh­ren ih­ren Na­men.

Im Gar­ten von Burg Hüls­hoff be­fin­det sich ein Denk­mal von An­ton Rül­ler und Hein­rich Flei­ge aus dem Jahr 1896. Das Denk­mal dien­te als Vor­la­ge für eine Büs­te, die sich heu­te in der Nähe der Burg Meers­burg be­fin­det. Sie wur­de kurz da­nach von Emil Sta­del­ho­fer ge­fer­tigt.

Annette von Droste-Hülshoff in ihrem 32. Lebensjahre

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff in ih­rem 32. Le­bens­jah­re

Der Dros­te-Stein im Kö­nigs­lau ei­nem Wald in der Nähe von Bö­ken­dorf wur­de im Jahr 1964 zur Er­in­ne­rung an An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff er­rich­tet. Der Hin­weis auf den Stand­ort der Ju­den­bu­che be­ruht auf ei­nem Irr­tum. Der Mord an dem Ju­den Soist­mann Be­rend aus Oven­hau­sen am 10. Fe­bru­ar 1783, der die Dros­te zu ih­rer No­vel­le Die Ju­den­bu­che an­reg­te, ge­schah am Süd­hang des Ber­ges auf dem Wald­weg von Bö­ken­dorf nach Oven­hau­sen.

Im Müns­te­ra­ner Tat­ort brin­gen die Au­toren im­mer wie­der eine Hom­mage an Dros­te-Hüls­hoff un­ter, etwa in Fol­ge 511 (Der dunk­le Fleck, 2002), an de­ren An­fang die Bal­la­de Der Kna­be im Moor ge­bracht wird, oder in Fol­ge 659 (Ruhe sanft!, 2007), in der in ei­ner nächt­li­chen Fried­hofs­sze­ne Die tote Ler­che re­zi­tiert wird. Der Kon­stan­zer Tat­ort wid­me­te 2015 die 935. Fol­ge Châ­teau Mort dem Hoch­zeits­wein der An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff

In Ro­x­el wur­de eine Stra­ße nach An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff be­nannt. Zu­dem wird der Stadt­teil Müns­ters am Orts­ein­gangs­schild als Ge­burts­ort der Dich­te­rin be­wor­ben. Im Juni 2012 wur­de be­kannt, dass die Ge­mein­de Ha­vix­beck, der nach der kom­mu­na­len Neu­ord­nung im Jah­re 1975 die Burg Hüls­hoff zu­ge­schla­gen wur­de, pla­ne, ihre Orts­ein­gangs­schil­der mit dem Zu­satz „Ha­vix­beck – Ge­burts­ort der An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff“ zu ver­se­hen, was in Ro­x­el als „Ge­schichts­ver­fäl­schung“ kri­ti­siert wur­de.

Literarische Rezeption

Sa­rah Kirsch drückt in ih­rem Ge­dicht Der Dros­te wür­de ich ger­ne Was­ser rei­chen ihre Be­wun­de­rung für die Kol­le­gin aus, mit der sie, die „Spät­ge­bo­re­ne“, „gluck­send übers Moor“ geht, und in­ter­pre­tiert die Be­zie­hung Dros­te-Hüls­hoffs zu Le­vin Schücking (Ihr Le­win, Bei­de lie­ben wir den Küh­nen).

Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung

Am 28. Sep­tem­ber 2012 wur­de die An­net­te von Dros­te zu Hüls­hoff-Stif­tung of­fi­zi­ell an­er­kannt. Sie will das Ge­burts­haus der Dich­te­rin auf Burg Hüls­hoff bei Ha­vix­beck dau­er­haft für die öf­fent­li­che Nut­zung er­hal­ten. Dar­über hin­aus wer­den li­te­ra­ri­sche Ver­an­stal­tun­gen, Aus­stel­lun­gen und For­schungs­vor­ha­ben ge­för­dert.

Werke

Dichtungen

  • Ge­dich­te. Aschen­dorff­sche Buch­hand­lung, Müns­ter 1838.
    • Hos­piz auf dem gro­ßen Sankt Bern­hard (Epos, 1828–1833)
    • Des Arz­tes Ver­mächt­nis (Epos, 1834)
    • Die Schlacht vom Loe­ner Bruch A. 1623 (Epos, 1837/38)
    • Der Sän­tis
    • Am Wei­her
    • Der Graf von Thal
    • Frag­ment
  • Die Ju­den­bu­che. (No­vel­le er­schie­nen in der Zeit­schrift Mor­gen­blatt für ge­bil­de­te Le­ser.) 1842.
  • Ge­dich­te. Cot­ta, Stutt­gart und Tü­bin­gen 1844. (Di­gi­ta­li­sat und Voll­text im Deut­schen Text­ar­chiv; Voll­text nach der Aus­ga­be Liech­ten­stein­ver­lag, Va­duz 1948 auf Gu­ten­berg-DE)
    • Zeit­bil­der (1841–1843)
    • Hai­de­bil­der (1842)
    • Fels, Wald und See (1841–1843)
      • Am Thur­me
      • Das öde Haus
      • Im Moo­se
    • Ge­dich­te ver­schie­de­nen In­halts
      • Die Ta­xus­wand (1841)
      • Das Spie­gel­bild (1842)
      • Al­ten Pfar­rers Wo­che
      • Das Ese­lein
      • Die bes­te Po­li­tik
    • Scherz und Ernst
    • Bal­la­den (1840–1842)
      • Die Ver­gel­tung
      • Die Ven­det­ta
      • Der Fun­d­a­tor
      • Die Schwes­tern
      • Der Tod des Erz­bi­schofs En­gel­bert von Köln
      • Das Fe­ge­feu­er des west­fä­li­schen Adels
      • Die Stif­tung Cap­pen­bergs
      • Kurt von Spie­gel
      • Das Fräu­lein von Ro­den­schild
      • Der Spi­ri­tus des Roß­täu­schers
  • Mon­des­auf­gang (Ge­dicht, 1844)
  • Im Gra­se (Ge­dicht, 1844)
  • West­fä­li­sche Schil­de­run­gen. (1845)
  • Das geist­li­che Jahr. (Ge­dicht-Zy­klus), 1818–1820 / 1839–1840 (gutenberg.spiegel.de).
    • Am letz­ten Tag des Jah­res (Sil­ves­ter)
  • Letz­te Ga­ben. Nach­ge­las­se­ne Blät­ter. Hrsg. v. Le­vin Schücking. Rümp­ler; Grim­pe, Han­no­ver 1860. (Di­gi­ta­li­sat und Voll­text im Deut­schen Text­ar­chiv; Voll­text nach der Aus­ga­be Liech­ten­stein­ver­lag, Va­duz 1948 auf Gu­ten­berg-DE)
  • Bei uns zu Lan­de auf dem Lan­de. (Frag­ment, Nach­lass), 1862.
  • Brie­fe von An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff und Phil­ipp W.
  • Win­fried Woes­ler (Hrsg.): His­to­risch-kri­ti­sche Aus­ga­be. Wer­ke, Brief­wech­sel. 13 Bän­de in 25 Teil­bän­den. Nie­mey­er, Tü­bin­gen 1978–2000.

Musikwerke (Auswahl)

Annette von Droste-Hülshoff mit Heinrich Straube und August von Arnswaldt, zeitgenössische Karikatur

An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff mit Hein­rich Strau­be und Au­gust von Arns­waldt, zeit­ge­nös­si­sche Ka­ri­ka­tur

  • 15 Lie­der für Sing­stim­me und Kla­vier (etwa bis Herbst 1838), in Rein­schrift zu­sam­men­ge­fasst.
  • Min­ne­lie­der, 5 Lie­der für das­sel­be (vor 1834)
  • 8 Ein­zel­lie­der für dass.
  • 4 Lied­frag­men­te für dass.
  • 4 mehr­stim­mi­ge Lie­der
  • Loch­a­mer Lie­der­buch für Sing­stim­me und Kla­vier (1836, Be­ar­bei­tung)

Musikalische Bühnenwerke

  • Ba­bi­lon (nach Ba­by­lon von Fried­rich de la Mot­te Fou­qué), 3 Idyl­len aus dem Frau­en­ta­schen­buch für das Jahr 1820, S. 1-38 (zwi­schen 1820 und 1837), Vor­spiel und Mu­sik für 6 Text­pas­sa­gen als Or­ches­ter- und/oder Kla­vier­fas­sung
  • Der blaue Che­rub (nach Der blaue Che­rub, Sing­spiel von Adam Oeh­len­schlä­ger, dt. Kas­sel 1823, 1828) (zwi­schen 1823 und 1837), An­mer­kun­gen für die ge­plan­te Kom­po­si­ti­on, Ver­zeich­nis der Stimm­la­gen für die han­deln­den Per­so­nen er­hal­ten; Arie für Singst. und Kl. Einst zogs mich nach Süd­lands Auen
  • Der Ga­lee­ren­skla­ve (nach Der Ga­lee­ren-Sklav von M. Fernouil­lot de Fal­bai­re, dt. Müns­ter 1777) (1820er Jah­re), Li­bret­to als Pro­sa-Ent­wurf, kei­ne Mu­sik er­hal­ten
  • Die Wie­der­täu­fer (etwa zwi­schen 1837 und 1839), nur mu­si­ka­li­sche Mo­ti­ve er­hal­ten

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