Altenbockum (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Altenbockum

Wap­pen de­rer von Al­ten­bockum

Al­ten­bockum (auch Al­ten-Bockum, Al­den­bockum, Grim­berg ge­nannt Al­ten­bockum, Ol­den­bockum und Al­ten-Bockum) ist der Name ei­nes ur­ad­li­gen Ge­schlechts aus West­fa­len. 1307 wur­de Wen­ne­mar von Grim­berg, auch als Wen­ne­mar von Al­den­bockum, ur­kund­lich als Rit­ter und Burg­mann des Gra­fen Eber­hard I. von der Mark, be­nannt. Aus dem Stamm­haus Schloss Grim­berg grün­de­te sich die Stamm­li­nie Grim­berg, spä­ter auch als Grim­berg ge­nannt Al­ten­bockum be­kannt, aus der im 16. Jahr­hun­dert ei­ni­ge Mit­glie­der in das Her­zog­tum Kur­land und Sem­gal­len und nach Liv­land aus­wan­der­ten. De­ren Li­ni­en be­gan­nen mit Karl von Al­ten­bockum, Herr auf We­we­ßen, Kla­nen (bei Tal­si) und Ug­gen­zehm, von dem wie­der­um die wei­te­ren Li­ni­en in Hes­sen und Sach­sen ab­stam­men.

Herkunft des uradligen Geschlechts

Schloss Grimberg auf einer Postkarte aus dem Jahr 1913

Schloss Grim­berg auf ei­ner Post­kar­te aus dem Jahr 1913

Das be­sag­te Ge­schlecht stammt aus der Graf­schaft Mark und nann­te sich vor­ma­lig Grim­berg, da sie aus dem Ort, mit dem Schloss Grim­berg, stamm­ten. Spä­ter über­nah­men sie mehr­heit­lich den Na­men der Ort­schaft „Al­ten­bockum“, wel­ches im Amt Blan­ken­stein-Ruhr lag und ih­nen durch Hei­rat, Er­obe­rung oder Erbe zu­ge­fal­len war. Jo­hann von der Bers­wor­dt schrieb im West­phä­lisch ad­lich Stamm­buch p. 417: „Grim­berg zum Grim­berg im Ambt Bo­chumb“. Und vor­her setzt er †): „No­bi­lis fa­mi­lia Marca­na Alen­baeckum haud pri­dem emor­ta“. Nach­fol­gend wer­den Per­so­nen mit dem Na­men Grim­berg ge­nannt Al­ten­bo­ckem und Al­ten­bo­ckem in der wei­te­ren His­to­rie er­wähnt:

  • 1307 Wen­mar von und zu Grim­berg, (Wi­ne­ma­rus mi­les de Grint­berg) ist ver­mut­lich der­je­ni­ge, dem 1328 ein ver­sie­gel­ter Brief zu­ge­ord­net wer­den kann. Auf die­sem Sie­gel ist ein Ring mit der Um­schrift: „Wen­mar de Grym­berg­he, Mi­les“.
  • 1411 Jo­hann von Al­den­bockum, Wilm von Bü­ren und Bernd von Strüncke­de führ­ten Krieg mit dem Erz­bi­schof Fried­rich zu Köln
  • 1512 Jo­han von Al­den­bockum erb­te Berg­ka­men
  • 1544 Cas­per von Al­den­bockum ging nach Liv­land
  • 1569 Ne­ve­ling von Al­den­bockum, Herr zu Wer­ne. Ad­mi­nis­tra­tor der Hoch­stif­te Os­na­brück und Pa­der­born.

Weitere Stammlinien

Es exis­tie­ren wei­te­re Ge­schlech­ter­ta­feln, zu ih­nen ge­hör­ten: Al­den­bockum zur Wisch, Al­den­be­ckum zur Heyde, Al­den­bockum zu Al­ten­men­ge­de, Al­den­bockum zu Tyll und Al­ten­bockum zur Rün­te.

Stammtafel Grimberg in Westfalen

  • Gemeindewappen von Rünthe (Ring stammt aus dem Familienwappen der Herren von Altenbockum)

    Ge­mein­de­wap­pen von Rün­the (Ring stammt aus dem Fa­mi­li­en­wap­pen der Her­ren von Al­ten­bockum)

    Wen­ne­mar (I.) von Grim­berg (um 1220–1271), ur­kund­li­cher Rit­ter 1263–1271

  • Wen­ne­mar (II.) von Grim­berg (um 1255–1282), ur­kund­li­cher Rit­ter 1278–1282 in Grim­berg
  • Wen­ne­mar (III.) von Grim­berg (um 1265–1336), Rit­ter und Herr zu Al­ten­bockum
  • Wen­ne­mar (IV.) „der Jün­ge­re“ von Grim­berg ge­nannt von Al­ten­bockum (1306–1371), ur­kund­li­cher Rit­ter 1289–1337, Herr zu Al­ten­bockum
  • Jo­hann von Grim­berg ge­nannt von Al­ten­bockum (* um 1305, † um 1350 in Al­ten­bockum)
  • Diet­rich von Griem­berg „der Alte“ ge­nannt von Al­ten­bockum zur Heyde (* um 1350, † um 1380 in Al­ten­bockum)
  • Jo­hann von Grim­berg ge­nannt Al­ten­bockum „der Alte“ (um 1395–1454), Herr zu Al­ten­bockum
  • Jo­hann von Grim­berg ge­nannt von Al­ten­bockum zu Wisch (* um 1440–1487), Rit­ter, Drost zu Bo­chum
  • Jo­hann von Grim­berg ge­nannt von Al­ten­be­ckum, Herr zu Wisch (1497–1514), Drost zu Bo­chum und Goch
  • Jo­hann von Grim­berg ge­nannt Al­ten­bockum, Herr zu Wisch

Stammtafel Livland und Kurland

Diet­rich von Al­ten­bockum war von 1476–1483 Vogt von Kan­dau in Liv­land und von 1484–1490 Kom­tur von Gol­din­gen. Da­mit stell­ten die Al­ten­bock­ums zum ers­ten Mal ei­nen Rit­ter­bru­der für den Deut­schen Or­den in Liv­land. Durch Diet­richs Ver­mitt­lung dürf­te auch Jo­hann von Al­ten­bockum nach Kur­land ge­kom­men sein, für den die vor­lie­gen­de Ur­kun­de den frü­hes­ten Nach­weis dar­stellt. Noch aus dem­sel­ben Jahr 1492 da­tiert eine wei­te­re Ver­kaufs­ur­kun­de über Ösul­schem Be­sitz an Jo­hann von Al­ten­bockum. In Liv­land und Kur­land leb­ten nach­fol­gen­de Fa­mi­li­en­mit­glie­der:

  • Jo­han (II.) von Al­den­bockum (* zwi­schen 1450 und 1510), Herr von Al­ten­bockum, seit 1493 Rit­ter, ur­kund­li­che er­wähnt 1500, zog nach Ost­preu­ßen, 1517 tot auf Kar­keln, ihm folg­ten im männ­li­chen Stamm:
  • Phil­ipp von Al­ten­bockum (* zwi­schen 1490–1544), Herr auf Kal­lit­zen)
  • Jo­hann (III.) von Al­ten­bockum (1510–1570), Herr auf Dur­sup­pen und Zeh­ren ∞ Eli­sa­beth von Hahn (* zwi­schen 1462–1533)
  • Hein­rich (I.) von Al­ten­bockum († 1618), Herr auf Zeh­ren und Rin­kuln,
  • Hein­rich (II.) von Al­ten­bockum (* um 1610 † vor 1653), Erb­herr auf Zeh­ren und Dur­sup­pen
  • Jan Hen­ryk (Jo­hann Hein­rich) von Al­ten­bockum (* um 1640, † um 1685), pol­ni­sche Li­nie, kö­nig­lich pol­ni­scher Oberst ∞ Kon­stan­c­ja Tek­la von Bra­ni­cka (* um 1658)
  • Jan Ka­zi­mierz de Al­ten-Bo­kum (1666–1721), Bi­schof von Kulm in Po­len
  • Kon­stan­c­ja von Al­ten­bockum (1680–1743), Mä­tres­se Au­gust des Star­ken

Weitere Namensnennungen in Kurland

Das Ge­schlecht „von dem Grim­berg ge­nannt Al­ten­bockum“ wird im Ver­zeich­nis sämt­li­cher zum Kur­län­di­schen In­di­genats­adel ge­hö­ri­gen Ge­schlech­ter ge­führt.

Im Bal­ti­schen Wap­pen­buch wer­den sie als „von dem Grim­berg gen. Al­ten­bockum“, ein im Kur­land aus­ge­stor­be­ner Ur­adel, auf­ge­führt. Es wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sie in Preu­ßen als „Al­ten­bockum“ wei­ter­blüh­ten. Nach­weis­lich wa­ren zwi­schen 1700 und 1800 aus dem Ge­schlecht fol­gen­de Of­fi­zie­re im preu­ßi­schen Diens­ten: Jo­han Ernst von Al­ten-Bockum, Jo­hann Ernst aus Kur­land, Jo­hann Fried­rich von Al­ten-Bockum aus Kur­land und Sa­mu­el von Al­ten-Bockum aus Li­tau­en. In ei­ner Viel­zahl von Lehns-, Kauf- und Pfand­ur­kun­den, Do­ku­men­te über Ehe­be­re­dun­gen, Grenz­be­ge­hun­gen, ge­richt­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen, Ren­ten­ge­schäf­te und an­de­re mehr wird über das Le­ben de­rer von Al­ten­bockum Aus­kunft er­teilt, wo­bei auch hier die Schreib­wei­sen von Ol­den­bo­kem über Ol­den­bu­kem bis Al­ten­bo­ckem rei­chen. Alle Ur­kun­den stam­men aus dem Be­reich Gol­din­gen. Im All­ge­mei­nen Schrift­stel­ler- und Ge­lehr­ten-Le­xi­con der Pro­vin­zen Liv­land, Es­th­land und Kur­land, Band 1 wer­den Ge­org Fried­rich von Al­ten-Bockum, Erb­herr auf Po­prag­gen in Kur­land (* 14. Juni 1734, † 1788 mit dem Ti­tel „Vor­läu­fi­ge Ge­dan­ken, wozu die Ver­bes­se­rung der Ge­set­ze des kö­nig­lich pil­ten­schen Krei­ses An­lass ge­ge­ben, ent­wor­fen von ei­nem Ein­sas­sen des Krei­ses. Mitau, 1777. (Eine Fort­set­zung hin­ter­ließ er in der Hand­schrift“ und Ger­hard Ge­org von Al­ten-Bockum (* in Kur­land 1732), Ma­jor in kai­ser­lich-rus­si­schen Diens­ten mit ei­nem Schrift­stück, wel­ches er sei­nem Va­ter G.G.v. al­ten Bockum (Mitau ohne Jah­ressan­ga­be) wid­me­te.

Neu-Kurland

Kurländische Kolonisierung Tobagos (lettische Briefmarke, 2001)

Kur­län­di­sche Ko­lo­ni­sie­rung To­ba­gos (let­ti­sche Brief­mar­ke, 2001)

Die In­sel To­ba­go, de­ren Name sich von Ta­bak ab­lei­tet, wur­de be­reits von Ko­lum­bus ent­deckt. Im 17. Jahr­hun­dert strit­ten Fran­zo­sen, Bri­ten, Nie­der­län­der und Kur­län­der um die Herr­schaft über die In­sel. Das Her­zog­tum Kur­land und Sem­gal­len schick­te sich an, sich im Jah­re 1682 an der Ver­tei­lung der Ko­lo­ni­al­län­der zu be­tei­li­gen. Der kur­län­di­sche Her­zog Fried­rich Ca­si­mir setz­te die Ko­lo­ni­al­po­li­tik sei­nes Va­ters fort. Nach meh­re­ren miss­lun­ge­nen Ver­hand­lun­gen und ge­walt­sa­men In­be­sitz­nah­men der In­sel To­ba­go ent­sand­te er 1687, trotzt lau­fen­der Ver­hand­lun­gen in Lon­don, den Land­mar­schall Diet­rich von Al­ten­bockum mit 400 Mann nach Ta­ba­go. Zu­nächst ge­lang es ihm sich auf der In­sel fest­zu­set­zen, in­fol­ge ei­ner Ver­let­zung starb Al­ten­bockum je­doch im Jah­re 1688. Die An­sied­lung der Kur­län­der ge­riet um 1689 ins Sto­cken und wur­de zwi­schen 1690 und 1691 vom Her­zog auf­ge­ge­ben.

Hessisch-sächsische Linien Alten-Bockum

Wappen im Baltischen Wappenbuch von 1882

Wap­pen im Bal­ti­schen Wap­pen­buch von 1882

Karl von Al­ten­bockum emi­grier­te um 1600 von West­fa­len in das Her­zog­tum Kur­land und Sem­gal­len, er wur­de Herr auf We­we­ßen, Kla­nen und Ug­gen­zehm.

  • Chris­toph Hein­rich von Al­ten­bockum (* 1652), Herr auf Kla­nen ∞ Anna Ma­ria von Mir­bach (1677–1755)
    • Chris­toph Hein­rich von Al­ten­bockum (1705–1758), Herr auf Alt-Dro­gen ∞ Oti­lie von Hahn (1713–1776)
      • Ernst Eber­hard von Al­ten­bockum (* 1737 in Alt­rog­gen; † 1795 in Duis­burg), land­gräf­li­cher hes­sisch-kas­sel­scher Oberst­leut­nant ∞ Char­lot­te von und zu Gil­sa (1774–1815)
        • Karl Fer­di­nand von Al­ten­bockum (1786 –1841), kur­fürst­lich hes­si­scher Ge­ne­ral­ma­jor ∞ Ot­ti­lie Kle­men­ti­ne von Car­lo­witz (1804–1886)
          • Carl Fer­di­nand Ernst von Al­ten­bockum ( 1842–1910), kö­nig­lich preu­ßi­scher Kon­sis­to­ri­al­prä­si­dent
            • Hans von Al­ten­bockum (* 1875 in Kas­sel), Herr auf Mut­trin, preu­ßi­scher Haupt­mann ∞ Ka­ro­la von Grün­berg (* 1878)
            • Ge­org von Al­ten­bockum (* 1876 in Os­na­brück), preu­ßi­scher Leut­nant ∞ Ma­xi­mi­lia­ne von Frie­sen auf Teschen­dorf (* 1880)
      • Fried­rich Ger­hard von Al­ten-Bockum (* 1747; † 1826 in Dres­den), kö­nig­lich säch­si­scher Oberst ∞ Jo­han­na Do­ro­thea Jün­ger (* 1774)
        • Edu­ard Fried­rich Fer­di­nand von Al­ten-Bockum (* 1801 in Chem­nitz) ∞ Emma Sei­del (1813–1886)

Wappen

  • Im schwar­zen Wap­pen­schild mit­tig ein sil­ber­ner Ring. Auf dem Helm, mit schwarz-sil­ber­nen De­cken ein wach­sen­der (sil­bern-ge­flü­gel­ter) schwar­zer Hund mit sil­ber­nen Hals­band (ge­le­gent­lich auch Greif, des­sen Brust mit ei­nem sil­ber­nem Rin­ge be­legt ist).
  • Das Wap­pen der kur­län­di­schen Li­nie zeigt in Schwarz ei­nen gol­de­nen Ring. Auf dem Helm mit schwarz-gol­de­nen De­cken ein wach­sen­der, gold­be­hals­ban­de­ter, rot-be­zungter schwar­zer Rüde, des­sen Brust mit ei­nem gol­de­nen Ring be­legt ist, zwi­schen ei­nem rechts von Schwarz, Gold und Schwarz und links von Gold, Schwarz und Gold ge­teil­ten of­fe­nen Flug.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Al­ten­bockum (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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