Nov 11 2017

Adolf von Altena

Adolf von Al­te­na (* um 1157; † 15. April 1220 in Neuss) war als Adolf I. von 1193 bis 1205 so­wie von 1212 bis 1216 Erz­bi­schof von Köln.

Leben

Adolf wur­de um 1157 als zwei­ter Sohn des Gra­fen Eber­hard von Berg-Al­te­na und des­sen Frau Adel­heid von Arns­berg ge­bo­ren.

Um 1177 wur­de er Dom­herr in Köln. Im Jahr 1183 wur­de er Dom­de­chant, 1191 Dom­propst und 1193 nach Ab­dan­kung sei­nes On­kels Bru­no III. von Berg Erz­bi­schof von Köln. Die Bi­schofs­wei­he spen­de­te ihm im März 1194 Her­mann II. von Kat­zeneln­bo­gen, Fürst­bi­schof von Müns­ter.

1194 sorg­te er für die Frei­las­sung von Kö­nig Ri­chard I. von Eng­land, den er kurz dar­auf (An­fang Fe­bru­ar 1194) fei­er­lich in Köln emp­fing. Er war ein er­klär­ter Geg­ner der Er­breichs­plä­ne von Kai­ser Hein­rich VI. und lehn­te Weih­nach­ten 1195 den Wunsch Hein­richs VI. nach der Wahl sei­nes Soh­nes Fried­rich Ro­ger zum Kö­nig ab. Sei­nen Wi­der­stand gab er im Au­gust 1197 durch die Nach­kur des zwi­schen­zeit­lich von den an­de­ren Kur­fürs­ten Ge­wähl­ten in Bop­pard auf. Nach dem Tod Hein­richs VI. er­klär­te Adolf die Kö­nigs­wahl je­doch für nich­tig, da die­ser nicht ge­tauft sei und der Kai­ser die Fürs­ten un­ter Druck ge­setzt habe.

Im dar­auf fol­gen­den Thron­streit zwi­schen Stau­fern und Wel­fen krön­te er am 12. Juli 1198 den Wel­fen Otto von Braun­schweig in Aa­chen zum deut­schen Kö­nig. We­nig spä­ter be­stä­tig­te Papst In­no­zenz III., der ein In­ter­es­se dar­an hat­te, die Stau­fer zu schwä­chen und da­mit de­ren Macht (ins­be­son­de­re in Ita­li­en) zu bre­chen, die Wahl Ot­tos. Das Auf­tre­ten Ot­tos führ­te schon bald zu ei­ner Di­stan­zie­rung, so dass Adolf im Lau­fe des Jah­res 1204 Ver­bin­dun­gen zu Phil­ipp von Schwa­ben auf­nahm. Ver­schie­de­ne po­li­ti­sche Zu­si­che­run­gen und eine wohl nicht un­er­heb­li­che Geld­sum­me ta­ten dann das Üb­ri­ge. Der Erz­bi­schof wech­sel­te die Sei­ten und krön­te am 6. Ja­nu­ar 1205 auch den um die Kö­nigs­wür­de kon­kur­rie­ren­den Stau­fer Phil­ipp von Schwa­ben zum deut­schen Kö­nig, der im Jah­re 1198 le­dig­lich im Main­zer Dom, da­für aber mit den ech­ten Reichs­in­si­gni­en (vor al­lem der ech­ten Reichs­kro­ne), ge­krönt wor­den war.

Der Papst, der sich die Kö­nigs­fra­ge selbst vor­be­hal­ten hat­te, war von dem Ge­rücht des Sei­ten­wech­sels ir­ri­tiert und bat Adolf selbst um ei­nen Be­richt. Da Adolf sein ge­ra­de müh­sam er­kämpf­tes Recht der aus­schlag­ge­ben­den Stim­me bei der Kö­nigs­wahl nicht ei­ner päpst­li­chen Prä­sen­ta­ti­on op­fern woll­te, re­agier­te er nicht auf die päpst­li­che An­fra­ge. Da­mit über­schätz­te er je­doch sei­ne Be­deu­tung bei wei­tem.

Am 19. Juni 1205 wur­de er hier­für von Papst In­no­zenz III. mit dem Bann be­legt und für ab­ge­setzt er­klärt. Be­reits im Juli schritt man in Köln zur Neu­wahl ei­nes Erz­bi­schofs. Da man im Rhein­land aber durch­aus noch in stau­fi­scher Li­nie stand, konn­te sich sein Nach­fol­ger kaum ge­gen ihn durch­set­zen, so dass es im Erz­bis­tum Köln zu ei­nem Schis­ma kam.

Im Jah­re 1207 be­fand sich Adolf von Al­te­na in Rom, wo er ge­gen sei­nen Nach­fol­ger pro­zes­sier­te und um sei­ne Wie­der­ein­set­zung als Erz­bi­schof kämpf­te – ohne Er­folg. Erst die Er­mor­dung Phil­ipps von Schwa­ben (21. Juni 1208) und die da­mit ver­än­der­te po­li­ti­sche Lage führ­ten zu ei­ner Un­ter­wer­fung un­ter den Papst und eine An­er­ken­nung sei­nes Nach­fol­gers für sich und sei­ne An­hän­ger, wo­für er je­doch eine Jah­res­ren­te von 250 Mark er­hielt.

Der Zu­fall spül­te Adolf noch ein­mal an die Spit­ze der Erz­diö­ze­se, als Diet­rich I. von Hen­ge­bach durch den päpst­li­chen Le­ga­ten ab­ge­setzt und er im März 1212 mit der Lei­tung der Diö­ze­se be­auf­tragt wur­de. Hielt er dies an­fäng­lich auch für eine Wie­der­ein­set­zung, so wur­de ihm je­doch schon bald klar, dass es sich le­dig­lich um eine pro­vi­so­ri­sche Lei­tung han­del­te. Fak­tisch be­fand sich das Erz­bis­tum je­doch er­neut im Schis­ma, zu­mal sich Adolf nun mit Diet­rich von Hen­ge­bach vor dem Papst um die Wie­der­ein­set­zung stritt. Das Ur­teil fiel 1216 und in Köln kam es wie­der­um zur Bi­schofs­wahl. Der neue Erz­bi­schof wur­de sein Nach­fol­ger als Dom­propst, En­gel­bert von Berg. Er war ei­ner sei­ner Ver­wand­ten und hat­te ihn in der Zeit des Schis­mas stets un­ter­stützt, auch in­dem er Gü­ter des Dom­ka­pi­tels in sei­ne Hand ge­bracht hat­te.

Bis zu sei­nem Tod, im Jah­re 1220, war Adolf im­mer wie­der als Weih­bi­schof im Erz­bis­tum Köln tä­tig.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Adolf von Al­te­na aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­to­ren ver­füg­bar.

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