Jan 022017
 
Adolf II. von Kleve und Mark, Darstellung aus dem 17. Jahrhundert

Adolf II. von Kle­ve und Mark, Dar­stel­lung aus dem 17. Jahr­hun­dert

Adolf von der Mark (* 2. Au­gust 1373; † 23. Sep­tem­ber 1448) war Herr­scher der Graf­schaf­ten Kle­ve und Mark, er wur­de 1417 der ers­te Her­zog von Kle­ve. Adolf wird da­her in Kle­ve als Adolf II. Graf von Kle­ve und ab 1417 ge­le­gent­lich als Adolf I. Her­zog von Kle­ve be­zeich­net. In der Zäh­lung der Graf­schaft Mark ist er als Adolf IV. Graf von der Mark ge­lis­tet. Seit der Schlacht von Kle­ver­hamm 1397 ist er auch Herr der Herr­schaft Ra­ven­stein, als Adolf I. nach Ra­ven­stei­ner Zäh­lung.

Leben

Adolf von Kle­ve war 1373 als äl­tes­ter Sohn des Gra­fen Adolf I. von Kle­ve und der Mar­ga­re­the von Berg ge­bo­ren wor­den. Nach dem Tod sei­nes Va­ters 1394 war Adolf Graf von Kle­ve ge­wor­den. 1397 be­sieg­te er sei­nen On­kel Her­zog Wil­helm von Berg in der Schlacht von Kle­ver­hamm und er­warb im an­schlie­ßen­den Frie­den die Herr­schaft Ra­ven­stein. Als 1398 sein Bru­der Diet­rich, Graf der Mark, starb, ver­ei­nig­te Adolf die bei­den Graf­schaf­ten un­ter sei­ner Herr­schaft. In den fol­gen­den Jah­ren dehn­te er sein Herr­schafts­ge­biet aus und stei­ger­te sei­nen po­li­ti­scher Ein­fluss, vor al­lem 1406 durch die Hei­rat mit Ma­ria, der Toch­ter Jo­hanns von Bur­gund. Ge­krönt wur­de sei­ne Be­mü­hung da­durch, dass Kö­nig Si­gis­mund 1417 Kle­ve zum Her­zog­tum er­hob.

Jan van Eyck (Nachfolger): Der Mann mit den Nelken. Das Gemälde, dessen Original um 1437 entstanden sein könnte, wurde kürzlich durch Ludovic Nys als Portrait Adolfs II. von Kleve gedeutet; darauf weist vor allem das Tau mit der Glocke, die für den hl. Antonius stehen, hin: Antonius war der Patron eines vom Klever Herzog gestifteten Ritterordens

Jan van Eyck (Nach­fol­ger): Der Mann mit den Nel­ken. Das Ge­mäl­de, des­sen Ori­gi­nal um 1437 ent­stan­den sein könn­te, wur­de kürz­lich durch Lu­do­vic Nys als Por­trait Adolfs II. von Kle­ve ge­deu­tet; dar­auf weist vor al­lem das Tau mit der Glo­cke, die für den hl. An­to­ni­us ste­hen, hin: An­to­ni­us war der Pa­tron ei­nes vom Kle­ver Her­zog ge­stif­te­ten Rit­ter­or­dens

1404 er­warb der Graf die rechts­rhei­ni­schen Kle­ver Be­sit­zun­gen um We­sel und Dins­la­ken von sei­nem On­kel Diet­rich von der Mark für die Haupt­li­nie zu­rück. Ab 1409 muss­te Adolf sich der An­sprü­che sei­nes Bru­ders Ger­hard er­weh­ren, der die Graf­schaft Mark für sich be­an­spruch­te und sich mit Diet­rich II. von Mo­ers, dem Erz­bi­schof von Köln ver­bün­det hat­te. Zu of­fe­nen Kämp­fen kam es ab 1423. 1437 be­gann eine kur­ze Frie­dens­pha­se, nach­dem die Land­stän­de Adolf ge­zwun­gen hat­ten, Ger­hard ei­nen gro­ßen Teil der Graf­schaft zu über­las­sen. Mit der Soes­ter Feh­de bra­chen die Kämp­fe er­neut aus: Die Stadt Soest hat­te sich mit ih­rem Herr­scher Diet­rich über­wor­fen und Adolf als neu­en Herr­scher an­er­kannt. Zahl­rei­che Reichs­stän­de und das Haus Bur­gund grif­fen in die Feh­de ein, die sich so zu ei­nem weit ge­spann­ten Kon­flikt aus­wei­te­te. Das Ende der Aus­ein­an­der­set­zun­gen und da­mit die kle­vi­sche Herr­schaft über Soest und Xan­ten 1449 er­leb­te Adolf II. nicht mehr.

Ne­ben der Er­he­bung Kle­ves zum Her­zog­tum trieb Adolf den Lan­des­aus­bau un­ter an­de­rem durch Be­wäs­se­rungs­sys­te­me so­wie die Mo­der­ni­sie­rung der Ver­wal­tung vor­an. Er re­or­ga­ni­sier­te die Kanz­lei des Lan­des und be­rief ei­nen stän­di­gen Rat.

Her­zog Adolf wur­de in dem von ihm ge­grün­de­ten Kar­täu­ser­klos­ter auf der Gravein­sel bei We­sel be­stat­tet.

 

 

 

 

Vorfahren

En­gel­bert II. von der Mark († 1328)
Adolf II. von der Mark († 1346)
Mat­hil­da von Aren­berg († 1328)
Adolf III. von der Mark (um 1334–1394)
Diet­rich VII./IX. (Kle­ve) (1291–1347)
Mar­ga­re­te von Kle­ve (um 1310–nach 1348)
Mar­ga­re­the von Gel­dern
Adolf II. von Kle­ve-Mark (1373–1448)
Wil­helm I. von Jü­lich (um 1299–1361)
Ger­hard von Jü­lich-Berg († 1360)
Jo­han­na von Hol­land (1315–1374)
Mar­ga­re­the von Berg
Otto IV. von Ra­vens­berg (um 1276–1328)
Mar­ga­re­the von Ra­vens­berg (um 1320–1389)
Mar­ga­re­the von Berg-Wind­eck (um 1275/80–nach 1360)

Ehe und Nachkommen

In ers­ter Ehe hei­ra­te­te Adolf um das Jahr 1400 Agnes (* 1379; † 1401), eine Toch­ter des deut­schen Kö­nigs Ru­precht von der Pfalz. Die­se Ehe blieb kin­der­los.

In zwei­ter Ehe hei­ra­te­te er 1406 Ma­ria von Bur­gund (* 1393; † 30. Ok­to­ber 1463), die Toch­ter Her­zog Jo­hanns von Bur­gund und Mar­ga­re­tes von Bay­ern. Aus die­ser Ehe ent­spran­gen zehn Nach­kom­men:

  • Mar­ga­re­te (* 24. Fe­bru­ar 1416; † 20. Mai 1444), hei­ra­te­te 1433 in ers­ter Ehe Wil­helm III. von Bay­ern († 1435) und 1441 in zwei­ter Ehe Her­zog Ul­rich V. von Würt­tem­berg
  • Ka­tha­ri­na (* 25. Mai 1417; † 10. Fe­bru­ar 1479), hei­ra­te­te am 23. Juli 1423 Ar­nold von Eg­mond, Her­zog von Gel­dern
  • Jo­hann (* 14. Ja­nu­ar 1419; † 5. Sep­tem­ber 1481), als Jo­hann I. Nach­fol­ger Adolfs als Her­zog von Kle­ve
  • Eli­sa­beth (* 1. Ok­to­ber 1420; † 1488), hei­ra­te­te am 15. Juli 1434 Graf Hein­rich XXVI. von Schwarz­burg-Blan­ken­burg
  • Agnes (* 24. Fe­bru­ar 1422; † 1446), hei­ra­te­te am 30. Sep­tem­ber 1439 in Oli­te Karl von Via­na, als Karl IV. recht­mä­ßi­ger Kö­nig von Na­var­ra (Haus Tras­tá­ma­ra)
  • He­le­na (* 18. Au­gust 1423; † Juli 1471), hei­ra­te­te am 12. Fe­bru­ar 1436 Her­zog Hein­rich II. von Braun­schweig-Lü­ne­burg
  • Adolf (* 28. Juni 1425; † 18. Sep­tem­ber 1492), hei­ra­te­te am 13. Mai 1453 Bea­tri­ce von Por­tu­gal (* 1435; † 1462), Toch­ter von Pe­ter von Por­tu­gal, Her­zog von Co­im­bra
  • Ma­ria (* 19. Sep­tem­ber 1426; † 1487), hei­ra­te­te 1440 Karl von Va­lois, Her­zog von Or­léans; ihr Sohn wur­de als Lud­wig XII. fran­zö­si­scher Kö­nig
  • Anna (* 25. Ja­nu­ar 1432), jung ge­stor­ben
  • En­gel­bert (*/† 30. Juni 1433)

Au­ßer­dem war Adolf Va­ter von min­des­tens drei un­ehe­li­chen Kin­dern.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Adolf II. (Kle­ve-Mark) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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